معرفی کتاب «Korinth und seine Kolonien : Die Stadt am Isthmus im Mächtegefüge des klassischen Griechenland» نوشتهٔ Timo Stickler، منتشرشده توسط نشر Oldenbourg Verlag در سال 2014. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.
Geschichtswerk des Thukydides" von Eduard Schwartz zu tun. 21 Dessen scharfsinnig erarbeitete, aber bisweilen apodiktisch vorgetragene und von spekulativen Argumentationsketten durchsetzte Ergebnisse wurden schon von den Zeitgenossen kritisch aufgenommen und haben es späteren Forschergenerationen zumindest schwer gemacht, an eine Lösung der von ihm aufgeworfenen und bearbeiteten Probleme weiter zu glauben. 22 Darüber ist vergessen worden, daß viele von Schwartzens Hauptgedanken immer noch aktuell sind und das Nachdenken über und das Verständnis von Thukydides' "Peloponnesischem Krieg" auch heute zu fordern vermögen, etwa derjenige, "daß die Geschichte nicht aus den Dingen selbst entsteht, sondern aus der Wirkung, die sie auf die Menschen ausgeübt haben." 23 Ein solches Verständnis vom Zustandekommen von Geschichte einerseits und ihrer Verarbeitung durch die Menschen andererseits fuhrt ganz von selbst zu einer mehr oder weniger analytischen Position in der ,thukydideischen Frage', ohne daß man die kühnen Rekonstruktionen und harschen Verdikte von Schwartz nun alle im einzelnen unterstützen muß. 24 Vor diesem Hintergrund verwundert es gar nicht so sehr, daß die gegenwärtige Forschung überwiegend darin übereinstimmt, daß Thukydides' Werk,glicht aus einem Guß" ist, 25 daß es vielmehr Spuren unterschiedlicher Arbeitsphasen des Autors aufweist. Während Schwartz freilich von teilweise schroffen Brüchen im Werkganzen ausging, die ein postumer Herausgeber mehr oder weniger glücklich verfugt habe, 26 sieht man heutzutage21 Siehe Schwartz, Geschichtswerk des Thukydides. 22 Siehe hierzu schon die Besprechungen von M. Pohlenz, Thukydidesstudien I-III, in: ders., Kleine Schriften, Bd. 2, hrsg. v. H. Dorne, Hildesheim 1965, 210-280; auch Schadewaldt, Geschichtsschreibung des Thukydides 102 bemängelt "die oft überkühne, ja willkürliche literarische Analyse" Schwartzens. Aus jüngerer Zeit siehe das Verdikt von Stahl, Thukydides 18ff.; maßvoller Meier, Probleme der Thukydides-Interpretation 160, der von einer "analytischen Extremposition" des besagten Autors spricht, "die als Ganze heute nicht mehr zu überzeugen vermag." 23 Schwartz, Geschichtswerk des Thukydides 19. 24 Eine Auseinandersetzung mit Schwartzens Werk ist deshalb auch, nicht zuletzt in der jüngsten Forschung, immer wieder angemahnt worden; siehe Meier, Probleme der Thukydides-Interpretation 160. Vgl. auch Schadewaldt, Geschichtsschreibung des Thukydides 102 in seinem Nachwort von 1971: "Das bleibend Bedeutende an dem Werk von Eduard Schwartz ist [...] der Gedanke, daß zumal in der Retraktation der ersten vier Bücher sich ein Wandel der politischen Auffassung des Thukydides über die geschichtlichen Motive des großen Krieges vollzogen habe." 25 So Meier, Probleme der Thukydides-Interpretation 137; siehe schon Andrewes, Thucydides on the Causes of the War 223f. 26 Dieser Erklärungsansatz, der auf U. v. Wilamowitz-Moellendorff -vgl. etwa dens., Thukydideische Daten, Hermes 20, 1885, 486ff. -zurückgeht, wird von Schwartz, Geschichtswerk des Thukydides immer wieder bemüht, grundsätzlich verständnisvoll und lobend, etwa indem er dem postumen Herausgeber eine schonende Verfahrensweise zubilligt (ebd. 13f. u.ö.), im einzelnen jedoch auch nicht mit schulmeisterlicher Kritik sparend. Da heißt es dann z.B., die Gestaltung einer bestimmten Textstelle sei so unglücklich geraten, "dass Thukydides es nicht geschrieben haben kann" (ebd. 96). Solche Passagen zeigen deutlich, warum die an sich legitime Hypothese von der Existenz eines Herausgebers des "Peloponnesischen Krieges" zusehends an Überzeugungskraft einbüßen mußte. Am Ende hatte sie als Erklärung für sämtliche Unebenheiten herzuhalten, die Schwartzens philologischer Sachverstand45 Besonders charakteristisch Thuk. 5,115,3; dazu ausführlich unten S. 117fF. 46 Bichler, Geschichte und Fiktion 84. Welche Kategorien dies waren und welche nicht, dazu bereits Gomme, Historical Commentary, Bd. 1, 25ff. mit den entsprechenden methodischen Konsequenzen ebd. 84ff.; hierzu einschränkend Hornblower, Commentary, Bd. 2, Iff. 47 Dies hebt Bichler, Geschichte und Fiktion 82ff. zu Recht hervor. 48 Siehe die zutreffende Bemerkung von Malitz, Thukydides' Weg zur Geschichtsschreibung 258 Anm. 4: "Der Topos der Bescheidenheit [...] war ihm (seil. Thukydides) fremd." 49 Auch in dieser Hinsicht liegt Bichler, Geschichte und Fiktion 82 richtig, wenn er Thukydides' Darstellung als distanziert-objektiv wirkend und doch von höchstem Engagement erfüllt charakterisiert. Siehe hierzu oben S.13ff. 50 Einen Überblick über die literarische Parallelüberlieferung zu Thukydides bietet Gomme, Historical Korinth ragte durch seine große Bevölkerungszahl, seine strategisch günstige Lage, seinen schon im Altertum sprichwörtlichen Reichtum und nicht zuletzt durch seine politischen Ambitionen aus dem Kreis der mittelgroßen griechischen Stadtstaaten heraus. Die am Isthmus gelegene Polis übte eine Art Hegemonie über viele der von ihr gegründeten Städte, vor allem in Nordwestgriechenland, aus, die sie befähigte, überregional machtpolitische Ziele zu verfolgen. Timo Stickler geht der Geschichte dieser politisch-militärischen Rolle Korinths und seiner Kolonien im 5. Jahrhundert v. Chr. nach. Eine solche Untersuchung im Licht der neueren Forschung war bislang ein Desiderat und stellt einen wichtigen Beitrag zur Geschichte des klassischen Griechenland jenseits der Großmächte Athen und Sparta dar. -- Provided by publisher Korinth ragte durch seine gro�e Bev�olkerungszahl, seine strategisch g�unstige Lage, seinen schon im Altertum sprichw�ortlichen Reichtum und nicht zuletzt durch seine politischen Ambitionen aus dem Kreis der mittelgro�en griechischen Stadtstaaten heraus. Die am Isthmus gelegene Polis �ubte eine Art Hegemonie �uber viele der von ihr gegr�undeten St�adte, vor allem in Nordwestgriechenland, aus, die sie bef�ahigte, �uberregional machtpolitische Ziele zu verfolgen. Timo Stickler geht der Geschichte dieser politisch-milit�arischen Rolle Korinths und seiner Kolonien im 5. Jahrhundert v. Chr. nach. Eine solche Untersuchung im Licht der neueren Forschung war bislang ein Desiderat und stellt einen wichtigen Beitrag zur Geschichte des klassischen Griechenland jenseits der Gro�m�achte Athen und Sparta dar
Korinth ragte durch seine große Bevölkerungszahl, seine strategisch günstige Lage, seinen schon im Altertum sprichwörtlichen Reichtum und nicht zuletzt durch seine politischen Ambitionen aus dem Kreis der mittelgroßen griechischen Stadtstaaten heraus. Die am Isthmus gelegene Polis übte eine Art Hegemonie über viele der von ihr gegründeten Städte, vor allem in Nordwestgriechenland, aus, die sie befähigte, überregional machtpolitische Ziele zu verfolgen. Timo Stickler geht der Geschichte dieser politisch-militärischen Rolle Korinths und seiner Kolonien im 5. Jahrhundert v. Chr. nach. Eine solche Untersuchung im Licht der neueren Forschung war bislang ein Desiderat und stellt einen wichtigen Beitrag zur Geschichte des klassischen Griechenland jenseits der Großmächte Athen und Sparta dar.