معرفی کتاب «Kommunikation - Jurisdiktion - Integration : das Papsttum und das Erzbistum Toledo im 12. Jahrhundert (ca. 1085 - ca. 1185)» نوشتهٔ Holndonner, Andreas، منتشرشده توسط نشر Walter de Gruyter GmbH & Co KG در سال 2014. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.
Das Mittelalter wird in der Forschung als eine von grundlegenden Wandlungs- und Integrationsprozessen gekennzeichnete Epoche betrachtet. Dabei fungierte das Papsttum seit der "papstgeschichtlichen Wende" als zentraler Motor für Integrationsprozesse. Die Abhandlung arbeitet als Fallstudie solche Prozesse an der geographischen Peripherie des heutigen Europas heraus. Analysiert werden die wechselhaften Beziehungen der Päpste zum Erzbistum Toledo, dem im Selbstverständnis der dortigen Prälaten kirchlichen Zentrum der Iberischen Halbinsel unmittelbar an der umkämpften Grenze zum muslimisch beherrschten Süden. In den Blick genommen werden ausgewählte Konflikte, die im Zeitraum von rund hundert Jahren seit der Eroberung der Stadt durch christliche Truppen 1085 unter päpstlicher Beteiligung ausgetragen wurden. Indem das Papsttum hier mehr und mehr als Legitimation spendende und Recht sprechende Instanz angerufen wurde, erlangte es immer mehr Autorität. Vorwort Inhaltsverzeichnis Das Papsttum als Integrationsfaktor – Einleitung I. Zwischen Konfrontation und Pragmatismus – Römische und altspanische Gottesdienstordnung in Toledo (ca. 1060–ca. 1215) 1. Die Konfrontation zweier Geschichtsbilder (1073–1085) 1.1 Der Fall Toledos 1085 und der iberische ‚Neogoticismus‘ 1.2 Die ‚westgotische‘ Krise: Gregor VII. und die Ablehnung der Toletane illusionis superstitio (1073–1081) 1.3 Eine Metropole für Spanien: Toledo oder Palencia? (1081–1085) 2. Die Toletanae illusionis superstitio: Römische und altspanische Gottesdienstordnung im Widerstreit? (1086–ca. 1215) 2.1 Im Zeichen der Niederlage: Alfons VI., imperator totius Hispaniae, und die Restauration der Toledaner Kirche 2.2 Versöhnung? Das Papsttum und die Neubewertung der westgotischen Vergangenheit der Iberischen Halbinsel 2.3 Inoboedientiae crimen – Konflikt? II. Aufstieg – Die päpstlichen Privilegien für Toledo von 1088 und 1093 1. Der Besuch Bernhards von Toledo bei Papst Urban II. 1088:Vorbedingungen und mögliche Agenda 2. Ein starker Anfang: Die Papsturkunden vom 15. Oktober 1088 und 25. April 1093 2.1 Die Metropolitanwürde Toledos und ihr provisorischer Charakter 2.2 Der Primat Toledos und seine widersprüchlichen Rechtsvorlagen 2.3 Die ständige Legation auf der Iberischen Halbinsel von 1093 3. Langfristiges Konzept oder situatives Verhandlungsergebnis? Beweggründe und Motive Urbans II. 3.1 Die unmittelbaren Folgen auf der Iberischen Halbinsel 3.2 Das Geschichtsbild Papst Urbans II. III. Krise – Der Erzbischof von Toledo zwischen päpstlichem Amtsträger und Papstähnlichkeit (1088–1121) 1. Erster Akt – Expositio: Die geographische Reichweite der Toledaner Privilegien 2. Zweiter Akt – Auftakte: Toledos Ausgriff auf Burgos, León, Oviedo und Valencia (1088–1102/1114) 2.1 Die Bistümer Burgos, León und Oviedo und die Divisio Wambae 2.2 Zur Exemtion Valencias 3. Dritter Akt – Steigerung: Bernhard von Toledo und die Szenen einer Ehe (1109–1116) 4. Vierter Akt – Höhepunkt: Toledo gegen die Metropoliten von Braga (1088–1118) 4.1 Bernhard von Toledo und die Restauration der Metropole Braga 4.2 Papst Gelasius II. und der iberische Gegenpapst 5. Fünfter Akt – Peripetie? Compostela gegen Toledo (1119–1130) IV. Retardierende Momente – Die gegenläufigen Entwicklungen (ca. 1112–1130) 1. Kardinallegat Boso von S. Anastasia und das Mildern des päpstlichen Zorns (1112–1117) 2. Die Papstprivilegien für Toledo vom 3. November 1121 2.1 Die Vorbedingungen 2.2 Zu den Eigenheiten der Papstprivilegien für Toledo vom 3. November 1121 3. Die Folgen 3.1 Die Ostverschiebung des Toledaner Einflussbereichs (1121–1130) 3.2 Das konfliktreiche Ende der ständigen Spanienlegation (1123–1130) V. Latenzphase? – Das monastische Moment (1127–1143) 1. Das monastische Moment I: Der Konflikt um das Kloster San Servando de Toledo (1088–1175) 1.1 Der vorläufige Sieg St-Victor de Marseilles (1088–1150) 1.2 Der Umschwung (ca. 1161–1175) 2. Das monastische Moment II: Die Augustinusregel an den Kathedralen der Kirchenprovinz Toledo 3. Latenzphase? (1127–1143) 3.1 Der kastilische Episkopat zwischen König und Papst 3.2 Vom „Reichs“- zum Legatenkonzil VI. Der Primatsstreit (1143–1179) 1. Anlass und Gegenstand des Primatsstreits 2. Positionen und Strategien der Beteiligten 2.1 Inoboedientes: Die Erzbischöfe von Braga, Compostela und Tarragona 2.2 Dignitatem et iustitiam servare: Die päpstliche Haltung 2.3 Appellantes: Die Erzbischöfe von Toledo 3. Das Ende des Primatsstreits im 12. Jahrhundert VII. Der Durchbruch (ca. 1160–ca. 1180) 1. Die universale Krise der 1160er Jahre 1.1 Schisma in Rom – Herrschaftskrise in Kastilien 1.2 Die Rolle Erzbischof Johannes’ von Toledo im alexandrinischen Schisma 2. Der Streit um die Städte Ayllón, Berlanga, Caracena und Almazán (1160–1229) 2.1 Die päpstliche Delegationsgerichtsbarkeit in der Kirchenprovinz Toledo 2.2 Die Rolle König Ferdinands II. von León 2.3 Das Ende des Streits (1173–1234) 3. Das Metropolitankonzil von Segovia 1166 und die Unabhängigkeit Kastiliens 3.1 Die Bedeutung des Konzils für das Verhältnis zwischen Königtum, Episkopat und Papsttum 3.2 Möglichkeiten und Grenzen päpstlicher Einflussnahme auf König Alfons VIII. von Kastilien VIII. Symptome des Durchbruchs (1172–1189) 1. Die Bistümer Albarracín und Cuenca (1172–1183) 1.1 Die Ausgangslage 1.2 Kardinallegat Hyacinth und die Divisio Wambae 2. Die Verbreitung des römisch-kanonischen Rechts in der Kirchenprovinz Toledo während der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts 2.1 Vorgratianische Rechtssammlungen und das Decretum Gratiani 2.2 Das römisch-kanonische Prozessrecht 2.3 Dekretalenrecht und Dekretalensammlungen 3. Der Aufstand des Toledaner Pfarreiklerus (ca. 1175–1189) 3.1 Kardinallegat Hyacinth und die Privilegierung des Toledaner Kathedralkapitels 3.2 Der Toledaner Pfarreiklerus und das Papsttum 3.3 Verrechtlichung auf allen Ebenen 4. Der Ausbau des Beziehungsgeflechts:Kardinal Pedro de Cardona (1181–1182) 4.1 Arderico von Mailand und die Hochschule von Palencia 4.2 Kardinal Pedro de Cardona von S. Laurentius in Damaso 4.3 Umstände und Interessenlagen bei der Wahl Pedros de Cardona zum Erzbischof von Toledo 4.4 Der Einsatz Pedros de Cardona für das Toledaner Kathedralkapitel im Streit mit den Ritterorden 5. Ausblick: Motu proprio – Coelestin III. und die Reconquista (1155–1212) Specialis et devota Romanae ecclesiae filia? – Zusammenfassung Anhang 1 – Übersicht: Liturgische Bücher des 11. und 12. Jahrhunderts in bzw. aus Toledo Anhang 2 - Exkurs: Erzbischof Bernhard von Toledo und die Legationsreise von Abt Pontius von Cluny (Juli 1113) Anhang 3 - Exkurs: Zur Wiedererrichtung der Metropole Braga (1099–1103) und ihrem Zusammenhang mit der Divisio Teodomiri und der Divisio Wambae Anhang 4 – Übersicht: Die Legatenurkunden Erzbischof Bernhards von Toledo (1093–1118; 1121–1124) Anhang 5 – Übersicht: Der Episkopat der Kirchenprovinz Toledo im 12. Jahrhundert Anhang 6 – Übersicht: Die Papsturkunden im Primatsstreit (1143–1179) Anhang 7 – Exkurs: Der Episkopat der Kirchenprovinz Toledo und das Konzil von Reims 1148 Anhang 8 - Edition Anhang 9 – Übersicht: Die Dokumente zum Konflikt zwischen den Bistümern Osma und Sigüenza um die Städte Ayllón, Caracena, Berlanga und Almazán und die zweifache Absetzung eines Bischofs von Osma (ca. 1160-1229) Abkürzungsverzeichnis Quellen- und Literaturverzeichnis Personen- und Ortsregister
Das Mittelalter wird in der Forschung als eine von grundlegenden Wandlungs- und Integrationsprozessen gekennzeichnete Epoche betrachtet. Dabei fungierte das Papsttum seit der "papstgeschichtlichen Wende" als zentraler Motor für Integrationsprozesse. Die Abhandlung arbeitet als Fallstudie solche Prozesse an der geographischen Peripherie des heutigen Europas heraus. Analysiert werden die wechselhaften Beziehungen der Päpste zum Erzbistum Toledo, dem im Selbstverständnis der dortigen Prälaten kirchlichen Zentrum der Iberischen Halbinsel unmittelbar an der umkämpften Grenze zum muslimisch beherrschten Süden. In den Blick genommen werden ausgewählte Konflikte, die im Zeitraum von rund hundert Jahren seit der Eroberung der Stadt durch christliche Truppen 1085 unter päpstlicher Beteiligung ausgetragen wurden. Indem das Papsttum hier mehr und mehr als Legitimation spendende und Recht sprechende Instanz angerufen wurde, erlangte es immer mehr Autorität.
The Middle Ages are justifiably regarded as an epoch characterized by fundamental integration processes, in which the papacy played a key role. This volume analyzes the changing relations of the Popes to the Archdiocese of Toledo, located directly on the frontier of the Moslem-ruled southern portion of the Iberian Peninsula, in a case study on papally influenced integration processes during the 12 th century.