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Koloniale Herrschaft und ihre Grenzen: die Kolonialpolizei in Deutsch-Südwestafrika, 1894-1915 / Jakob Zollmann

معرفی کتاب «Koloniale Herrschaft und ihre Grenzen: die Kolonialpolizei in Deutsch-Südwestafrika, 1894-1915 / Jakob Zollmann» نوشتهٔ Zollmann, Jakob، منتشرشده توسط نشر Vandenhoeck & Ruprecht. ein Imprint der Brill Deutschland GmbH در سال 2010. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.

Wenn es heißt, der "deutsche Staatsapparat" habe sich "anfangs aus den Kolonien weitgehend heraus" gehalten, 60 so kann mit dieser Feststellung vorrangig die fehlende Schutzfunktion des Kolonialstaates für Afrikaner beschrieben werden. Probleme mit der Gewährung von (Rechts-)Sicherheit traten zuvorderst für sie auf. Dieser Mangel an Ordnung und Sicherheit, die die Kolonialverwaltung trotz der "Schutzverträge" nicht gewährte, führte zur Erhebung gegen die Deutschen. Das Versagen der kolonialen Ordnungskräfte vor 1904, die Allmachtsgelüste, brutalen Übergriffe und Landenteignungen der "kleinen Könige" -der stetig wachsenden Zahl von Ansiedlern und Händler (1903 bereits über 4.500), aber auch einzelner Beamter und Militärsnicht in die Schranken verwiesen zu haben, gilt es zu betonen. 61 Das aus diesem Handeln resultierende Konfliktpotential nicht erkannt zu haben, ist als das entscheidende Versäumnis der Kolonialverwaltung und besonders ihrer Ordnungskräfte vor Ausbruch der Kriege zu werten. 1904 waren, nach fast zwanzigjähriger formaler "Herrschaft", alle deutschen Versuche der Ordnungserzwingung und -sicherung gescheitert. Am 12. Januar 1904, Gouverneur Leutwein befand sich mit dem größeren Teil der Schutztruppe im Süden der Kolonie, überfielen Männer chief S. Mahareros Farmen, Ortschaften und Bahnlinien im Hereroland. Teile des von Truppen entblößten Zentrums der Kolonie befanden sich bald in den Händen der "Aufständischen". Die Einwohner von Omaruru, Okahandja und der ,Hauptstadt' Windhoek sahen sich einer regelrechten Belagerung gegenüber. Die samt Reservisten kaum 2.000 Mann starke Schutztruppe hatten den rund 8.000 Soldaten Mahareros anfangs wenig entgegen zu setzen. Hohe Verluste blieben nicht aus. Immerhin konnte der Nama-kaptein Hendrik Witbooi bewogen werden, auf deutscher Seite gegen seinen Widersacher aus vorkolonialer Zeit, S. Maharero, zu kämpfen. 62 In Berlin waren Kaiser und Generalstab über das -wie es empfunden wurde -,zögerliche' Vorgehen Leutweins gegen die "Aufständischen" ungehalten. Keine Verhandlungen, sondern die Niederschlagung der Ovaherero wurde von ihm erwartet. Als dies im April 1904 noch immer nicht gelingen wollte, wurde Anfang Mai der Generalleutnant Lothar v. Trotha mit dem Kommando der Schutztruppe in DSWA betraut. Dieser hatte seine kolonialen Erfahrungen in Deutsch-Ostafrika (1896) und China (1900) gesammelt und war überzeugt, dass "aufständische Stämme mit Strömen von Blut und Strömen von Geld" bezwungen -und das hieß für ihn vernichtet -werden müßten. Kurz nach v. Trothas Ankunft im Juni 1904 kam es zum Zerwürfnis mit Leutwein, der als Gouverneur abgesetzt wurde. 63 "Die "Kaiserliche berittene Landespolizei für Deutsch-Südwestafrika" wurde, nachdem Vorläuferversuche mit privaten und Militärpolizisten sich als wenig erfolgreich erwiesen hatten, 1905 gegründet. Da jedoch auf Grund des Krieges gegen Herero und Nama (1904-1907) eine organisatorische Umsetzung der Pläne nicht möglich war, wurde erst ab 1907 mit der verstärkten Rekrutierung von Personal und dem Ausbau eines Netzes von Polizeistationen begonnen. Der "Landespolizei" oblag es, neben den auch im Deutschen Reich üblichen Polizeiaufgaben, die sogenannte "Eingeborenengesetzgebung" mit Passzwang, Melde- und Arbeitspflicht durchzusetzen. Etwa 500 meist aus der (militärischen) "Schutztruppe" übernommene Unteroffiziere sowie 370 afrikanische "Polizeidiener" sollten bis 1914 auf rund 110 Polizeistationen und Depots ü̈ber weite Teile des "Schutzgebiets" innerhalb einer so genannten "Polizeizone" verteilt werden. Etatkürzungen behinderten den Ausbau des Stationsnetzes permanent. Die Arbeit analysiert die organisatorischen und personellen Grundlagen der Polizeiarbeit in der Kolonie, die - klimabedingt - die einzige "Siedlungskolonie" war, in die die deutschen Auswandererströme umgelenkt werden sollten. Darüber hinaus werden die koloniale Strafpraxis gegen Afrikaner und Europäer dargestellt sowie das Wirken der "Landespolizei" in den verschiedenen "herrschaftsnahen" und "herrschaftsfernen" Räumen: der Kolonialstadt Windhoek; dem Farmgebiet und dem Norden der Kolonie jenseits der Polizeizone, innerhalb derer Europäern eine Ansiedlung gestattet war. Die Analyse dieser Tätigkeitsfelder illustriert den unterschiedlichen Wirkungsgrad kolonialer Herrschaft innerhalb einer Kolonie und zeigt deren gelegentliche Schwäche gegenüber der Bevölkerung afrikanischer wie europäischer Herkunft auf."--Publisher's website An analysis of the organization and activities of colonial police forces in German-South-West-Africa (1890-1915) with focus on penal systems and the differences in policing urban or rural areas.
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