Königliche Gerichtsbarkeit und Landfriedenssorge im deutschen Spätmittelalter : Eine Geschichte der Verfahren und Delegationsformen zur Konfliktbehandlung
معرفی کتاب «Königliche Gerichtsbarkeit und Landfriedenssorge im deutschen Spätmittelalter : Eine Geschichte der Verfahren und Delegationsformen zur Konfliktbehandlung» نوشتهٔ Wolfgang Sellert، Rudolfine Oer، Werner Ogris، Eva Ortlieb، Wolfgang Prange، Robert Riemer، Bernhard Ruthmann، Ute Rödel، Rita Sailer، Markus Scheffer، Bernd Schildt، Tilman Seeger، Kjell Åke Modéer، Stefan Andreas Stodolkowitz، Manfred Uhlhorn، Otto Volk، Jürgen Weitzel، Hanns Wohlgemuth، Steffen Wunderlich، Anika M Auer، Hendrik Baumbach، Ulrike Schillinger، Christian O Schmitt، Bettina Dick، Michael North، Anette Baumann، Peter Schulz، Filippo Ranieri، Peter Oestmann، Anja Amend، Anja Amend-Traut، Leopold Auer، Friedrich Battenberg، Albrecht Cordes، Siegrid Westphal، Bernhard Diestelkamp، Ulrich Eisenhardt، Bengt Christian Fuchs، Jost Hausmann، Sigrid Jahns، Nils Jörn، Bernd-Rüdiger Kern، Adolf Laufs، Julia Mauer و Klaus Mencke، منتشرشده توسط نشر Böhlau Verlag در سال 2017. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.
allem den angedeuteten Facettenreichtum unterstrichen und dies mit der Forderung verknüpft, alle einmal im Zusammenhang zu untersuchen. 2 Diesem Forschungsinteresse geht diese Disserta tion insofern nach, als sie sich die Frage zum Gegenstand nimmt, in welcher Art und Weise der römisch-deutsche König im Spätmittelalter Konflikte behandelte und insbesondere wie sich dieser Umgang mit aufkommenden Konflikten im Zeitverlauf gewandelt hat. Entgegen dem Vorschlag Peter Moraws, zuerst einmal kürzere Perioden zu untersuchen, 3 wird in dieser Studie das gesamte Spätmittelalter zwischen den beiden Kaisern Friedrich II. und Friedrich III. betrachtet. Auf diese Weise wird erstens der zwar in der Geschichtswissenschaft zunehmend offener begegneten Periodisierung in Epochen und Teilepochen entsprochen, in deren Bahnen Forschungsfragen und Diskurse nach wie vor verlaufen. So entspricht dieser Untersuchungszeitraum in etwa dem aus der Verfassungsgeschichte und der Erforschung der Landfriedensbewegung verwendeten Schranken, gegeben durch den Mainzer Reichslandfrieden 1235 und den Wormser Reichstag mit seinen Beschlussfassungen im Jahre 1495. Zugleich aber ist Bernhard Diestelkamp beizupflichten, wenn er feststellt, dass sich hinsicht lich der Judikatur des Königtums über mehrere Jahrhunderte reichende Kontinuitäten ergeben 4 und daher Wandlungsprozesse gerade erst in einer langen Zeitsicht augenfällig werden. Zweitens liegt für den Zeitraum des Spätmittelalters erstmals eine derart reiche Zahl an Quellen vor, die qualitativ über Einzelkonflikte hinausgehende und sogar quantitative Aussagen zum Zusammenhang verschiedener Konfliktbehandlungsformen zulässt, obwohl im 15. Jahrhundert die Menge der Quellen schnell ins Unüberschaubare ansteigt. Die seit dem 19. Jahrhundert betriebene Erschließung der Urkunden und Dokumente römisch-deutscher Königsherrschaft im Spätmittelalter bietet für diese Form der Betrachtung nicht nur eine breite Materialgrundlage, sondern ist überhaupt prinzipielle Voraussetzung dafür, sich zwischen derart weiten Zeitgrenzen zu bewegen. Wenn hier vom römischdeutschen Königtum gesprochen wird, dann begrenzen sich die Überlegungen stets auf das Regnum Teutonicum. 5 Die Konflikte im römisch-deutschen Reich zu bewältigen, war eine zentrale Herausforderung spätmittelalterlicher Königsherrschaft. Der vom 13. bis zum 15. Jahrhundert beständig steigenden Zahl der Klagen wurde vor allem mit verwalterischer Qualität begegnet. Königliche Gerichtsbarkeit entsprach dabei nicht allein der Summe persönlicher Rechtsentscheidungen des Herrschers; zu ihr gehörten gleichsam schiedsrichterliche und gütliche Vermittlungen und ein ganzes Spektrum von Stellvertretern im Hof- und Kammergericht sowie die amtsmäßige Tätigkeit der Reichslandvögte, Kommissare, kaiserlichen Landrichter, der Landfriedensob- und -hauptleute. Ihre Entstehung, ihre Wechselwirkungen und Verwandtschaften, zum Teil auch ihr Niedergang sind für die Zeit von Friedrich II. bis Friedrich III. in diesem Band untersucht worden