Klingende Sowjetmoderne/9783412509293: Materielle Kultur und transnationale Verbindungen zwischen Indien und Europa in der Frühen Neuzeit
معرفی کتاب «Klingende Sowjetmoderne/9783412509293: Materielle Kultur und transnationale Verbindungen zwischen Indien und Europa in der Frühen Neuzeit» نوشتهٔ Siebenhüner, Kim، منتشرشده توسط نشر Böhlau Verlag در سال 2018. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.
Das dritte Kapitel wendet sich dem Mogulhof zu, wo Juwelen in vielfältiger Weise als Waren, Gaben, Beutestücke und Repräsentationsobjekte präsent waren. Viele Edelsteine verließen den indischen Subkontinent nie, denn die einheimische Nachfrage war groß. Nicht alle Itinerare waren somit transkontinental. Im politischen und sozialen Gefüge des Mogulhofs spielten Juwelen eine zentrale Rolle. Sie galten als ökonomische Ressource und als soziale Statusmarker, wurden als Herrschaftssymbole und Glücksbringer interpretiert, verkörperten Macht und Machttransfers und wurden als Medien der sozialen und politischen Bindung eingesetzt. Das Kapitel zeichnet die vielfältigen Funktionen, Werte und Deutungen der Juwelen am Beispiel des Mogulhofs nach. In den Kapiteln vier und fünf stehen Aspekte der kommerziellen Zirkulation im Vordergrund. Beide Kapitel gehen der Frage nach, wie Edelsteine und Juwelen von den indischen Juwelenmärkten zu den europäischen Konsumenten gelangten und wer die Akteure dieser Transfers waren. Wie war der indische Juwelenhandel organisiert? Und wie funktionierte der interkulturelle Juwelenhandel? Über welche Wege und durch wessen Hände kamen die Waren nach Europa? Das vierte Kapitel beleuchtet nicht nur die europäischen Akteure in Indien, sondern auch die einheimischen und gibt neue Einblicke in die Praktiken des Juwelenhandels. Das fünfte Kapitel nimmt die in Europa und vor allem im Alten Reich tätigen Akteure in den Blick und zeigt die vielfältigen nebeneinanderstehenden Märkte, Verkehrswege und Netzwerke auf. Professionelle Händler waren wichtig, doch wer ein Juwel beschaffen wollte, mobilisierte auch Familie, Freunde und Agenten. Jenseits des Handels bringen die Itinerare der Juwelen alternative Austauschpraktiken zum Vorschein, bei denen der Handel mit Gebrauchtem und Praktiken des Pfändens eine zentrale Rolle spielten. Im Sinne der Warenkette war mit dem Erwerb der Edelsteine durch europäische Konsumenten ein scheinbarer Endpunkt erreicht. Tatsächlich aber zirkulierten die meisten Juwelen weiter, indem sie verschenkt, verpfändet, getauscht oder vererbt wurden. Das sechste Kapitel nimmt die Besitzer und Konsumenten am Beispiel eines städtischen Milieus im Alten Reich in den Blick und analysiert damit abschließend einen weiteren Kontext, der die alltäglichen Formen des Umgangs mit Wertgegenständen sichtbar macht. Juwelen waren auf vielfältige Weise mit den Lebensgeschichten ihrer Besitzer verwoben, sie wurden Erinnerungsspeicher und Identitätssymbole. Das Kapitel zeigt, wie Juwelen als Statusobjekte, Geldäquivalente, Konsumgüter, Erb-und Lieblingsstücke genutzt und dadurch zu symbolisch und materiell bedeutsamen Gütern wurden. In fast allen Kulturen der Frühen Neuzeit wurden Edelsteine eine besondere Bedeutung zugesprochen. Ihre transparente Farbigkeit und Lumineszenz prädestinierte sie dazu, Ideen der Transzendenz zu verkörpern, Mittel der Macht und des Gabentauschs zu werden. Zeitgenossen stilisierten sie zu Trägern der Erinnerung, glaubten an ihre magischen Kräfte oder benutzten sie pragmatisch als Zahlungsmittel. Edelsteine waren nicht nur ausgesprochen polyfunktionale, sondern auch global mobile Objekte, deren Itinerar vielfach in Indien begann.?Die Spur der Juwelen? zeigt die frühneuzeitliche Geschichte dieser Objekte in ihren globalen, ökonomischen, sozialen und kulturellen Dimensionen auf und wirft damit neues Licht auf die materielle Kultur der Frühen Neuzeit Kim Siebenhüner. Includes Bibliographical References (pages 376-414) And Indexes.
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