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Kirchliche Minderheiten im Schatten der lutherischen Reformation vor 1517 bis nach 2017 1648: ›Kein anderes Bekenntnis soll angenommen oder geduldet werden‹ Band 73

معرفی کتاب «Kirchliche Minderheiten im Schatten der lutherischen Reformation vor 1517 bis nach 2017 1648: ›Kein anderes Bekenntnis soll angenommen oder geduldet werden‹ Band 73» نوشتهٔ Voigt, Karl Heinz، منتشرشده توسط نشر V&R unipress. ein Imprint der Brill Deutschland GmbH در سال 2018. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.

## Geleitwort Im Laufe des 16. Jahrhunderts gelang es den evangelischen Landeskirchen zusammenm it den jeweils regierenden Landesherren, ausi hren Kirchen und Te rritorien all jene Spiritualisten und Enthusiasten zu vertreiben, die schon MartinLuther seit seiner Rückkehr vonder Wartburg bekämpft hatte. Seit Mitte der 1520er Jahref ü hrten die vond en Wittenbergerno rganisierten Kirchen strenge Visitationen durch. Kirchenordnungen regelten das gesamte kirchliche Leben. Als der Dreißigjährige Krieg begann, hieltenn ur noch einige wenige Einzelgänger am religiösen und theologischen Erbed er Personen fest, die seit George H. Williams vond er Geschichtsschreibung als der »linkeF l ü gel« der Reformation bezeichnet werden. Obwohl dasg anze 16.Jahrhunderth indurch dasf ataleR enommeed er Täuferherrschafti nM ü nsterd azu benützt wurde, alle Personen, die an die Erwachsenentaufeg laubten,z ud iskreditieren, besaß die Idee, nurr eligiös mündige, dasheißterwachsene Personen, könntensichfürdas Christentum entscheiden, nach wiev or eine großeF aszination.I nsbesonderei mE ngland des 17.Jahrhunderts fand sievieleneueAnhänger. Seit dem 18. Jahrhundert wuchsend ie verschiedenen Zweige der baptistischen Bewegung vora llem jenseits von Europazugroßen Kirchenheran. Dasgleiche gilt fürdie Methodisten sowies eit dem1 9. Jahrhundertf ü re ineR eihe weiterer religiöser Gruppierungenw ie die Adventisten,d ie alsf reie, nicht von irgendwelchen Staaten protegierte religiöse Bewegungen entstanden. Die Botschaftd er Nachfolger derjenigen, die im 16.Jahrhundert sowieinder Folgezeit verfolgt wurden,stößtoffensichtlich in vielen modernen Gesellschaften überallauf der We lt aufgrößeres Interesse als dieBotschaftderjenigen, denen im Augsburger Religionsfrieden von 1555 und in den Friedenschlüssenv on Münster und Osnabrück diealleinigekirchliche Gewalt überihreGemeinden zugesprochen wurde. Karl Heinz Vo igtzeigtinseinem neuen Buch über»Kirchliche Minderheiten im Schatten der lutherischen Reformation«, dass die Erfolgsgeschichte der Freikirchen nichtfürDeutschland zutrifft. Dass alle jene, die im 16. Jahrhundert den Regeln der Staatskirchen nichtf olgen wollten, sonderni hre eigene Vo rstellung vonR eligionsfreiheit hatten, sich in Deutschland nichtf rei entfalten konnten, wurde bereits erwähnt. Im späten 17. und im frühen 18. Jahrhundert behinderten spezielle Reskripte alle jene Pietisten, die sich unabhängig vonden Staatskirchen organisieren wollten. Sie galten als »Separatisten« und wurden vor die Wahl gestellt, sich entweder den bestehenden Kirchenordnungen zu fügen oder zu emigrieren mit dem Resultat, dass zahlreiche Fromme speziell ausdem deutschen Südwesten in die Neue We lt auswanderten. Der Druck, der aufden staatsunabhängigen religiösenGemeinden lag,ließ in Deutschland auch im 19. und im 20. Jahrhundertn ichtn ach. Im 19. Jahrhundert, als die ersten Freikirchen entstanden,w aren ihre Gemeinden den kir-chenleitendenB ehörden suspekt, weil sie enge Beziehungen zu Glaubensgeschwisterninanderen Ländernhatten. Im Zeitalter des Nationalismus wurden sie als »fremde« beziehungsweise als »nichtdeutsche« Sekten apostrophiert. Ihre Mitglieder wurdend iskriminiert. Die Aktivitäten der freikirchlichen Gemeinden wurden aufvielerlei We ise behindert. Auch nach 1919, als Kirche und Staat offiziellg etrenntw aren, ließ der Druck nichtn ach. Im Zeitalter einer immer stärkeren Säkularisierung fürchtetend ie Staatskirchen nunmehrd ie Konkurrenz der Freikirchen. Daran änderte die ökumenische Bewegung nurw enig, auch nichtdie Gründung der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (AcK). Als 2017 die Evangelischen Kirchen in Deutschland das fünfhundertjährige Jubiläum der Reformation feierten, wurde die Chance vertan, die Freikirchen angemessen zu beteiligen, so,als ob nichtauch sie Kinder der reformatorischen Bewegung wären. Fürsein neues Buch schöpftKarl Heinz Vo igtaus seinem reichen Wissen zur Geschichte der Freikirchen. Er verstehtseine Ausführungen und Beobachtungen als »Perspektivwechsel«. Vielleichts ollte man vone inem instruktiven, aufschlussreichen Perspektivenwechsel sprechen, der füra lle, die sich mit der neueren Geschichte des Protestantismusb eschäftigen, vong r ößtem Interesse sein dürfte. Zum einen erweitertV oigt, da er die unterdrückten und weithin vergessenen christlichen Gemeinschaften in den Blick nimmt, unser Wissen überd ie Geschichte der christlichen Kirchen in Deutschland ganz erheblich. Zum anderen wird diese nunmehr erweiterte Geschichte verbunden mit der globalen Geschichte des Christentums in der Neuzeit. Denn Baptisten, Methodisten und Adventisten und viele andere, die in Deutschland als kirchliche Minderheitenl eben, sind in anderen Ländernu nd aufa nderen Kontinenten Mehrheiten, die in ihren jeweiligen Ländernmit allen christlichen Kirchen auf Augenhöhe leben. Ichhoffe und wünsche, dass Vo igts verdienstvolles We rk viele Leser findet. In den deutschen Kleinstaaten hatten bis 1918/19 neben der lutherischen und der reformierten Tradition keine weiteren protestantischen Konfessionen und Denominationen verfassungsmäßig gesicherte Rechte. Der Autor thematisiert zwischenkirchliche Erfahrungen der nicht geduldeten Kirchen im Verlauf der Geschichte. Beide Staatskirchentraditionen standen unter weitreichenden Einflüssen der politischen Herrscher. Die in Deutschland bis 1919 fehlende verfassungsrechtlich gesicherte Religionsfreiheit gab den privilegierten Landeskirchen monopolartige Vorrechte, die sie auch vor vorreformatorischen Bewegungen (Waldenser und Böhmische Brüder) und vor später kommenden Minderheitskirchen (Baptisten, Methodisten u. a.) schützten. Langfristig führte das zu einem einseitigen Verständnis von Kirche und wegen nationaler Verbundenheit anfänglich zu ökumenischer Zurückhaltung. Until 1918/19, aside from Lutheran and Reformed traditions, no other Protestant confessions or denominations had constitutionally secured rights in the German small states. The author discusses inter-church experiences of churches that were not tolerated throughout history. Both state church traditions found themselves under the far-reaching influences of the political rulers. The lack of religious freedom secured under constitutional law in Germany until 1919 afforded to privileged state churches monopolistic preferential rights that also protected them from pre-reformation movements (such as the Waldenses and the Bohemian Brethren) and from later-appearing minority churches (such as Baptists and Methodists, among others). In the long term, this led to a one-sided understanding of church and initially to ecumenical restraint by virtue of some national affiliation. 1648: Kirchliche Monopolisierung mit Langzeitwirkung in Theologie und Gesellschaft
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