Kirche und Klöster zwischen Aufklärung und administrativen Reformen = Church and monasteries between enlightenment and administrative reforms = Église et monastères entre Lumières et réformes administratives
معرفی کتاب «Kirche und Klöster zwischen Aufklärung und administrativen Reformen = Church and monasteries between enlightenment and administrative reforms = Église et monastères entre Lumières et réformes administratives» نوشتهٔ Thomas Wallnig; Marion Romberg; Julian Lahner، منتشرشده توسط نشر Böhlau Verlag GesmbH u. Co KG در سال 2021. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.
Die Daseinsberechtigung katholischer Kirchen und Klöster war in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in der Habsburgermonarchie umstritten. Aufklärung und administrative Reformen prägten und formten Gesellschaft und Staat gleichermaßen, sodass die Legitimität kirchlicher Strukturen und Akteure an ihrer "Nützlichkeit" für das Gemeinwohl bzw. den werdenden modernen Staat gemessen wurde. Die Nutzbarmachung von Kirche und Klöstern für staatliche Belange in Form von Kirchen-und Klosterreformen nahm vor allem unter der Herrschaft Maria Theresias (1717-1780) und Josephs II. (1741-1790) nie dagewesene Ausmaße an, schließlich sollte durch und mit Kirche(n) und Klöstern ein allumfassendes aufgeklärtes Reformprogramm in den Ländern implementiert werden. So befassten sich von den insgesamt 5.400 Verordnungen der Jahre 1781 bis 1795 1.300 Dekrete mit kirchlich-religiösen Angelegenheiten. Die OGE18 widmet ihr 36. Jahrbuch (2021) dem Geschehen rund um die katholische Kirche und ihre öffentliche Wahrnehmung im "Aufgeklärten Absolutismus" der Habsburgermonarchie, wobei ein räumlicher Fokus auf Tirol, Südtirol und dem Trentino liegt. Dieser Raum hatte besondere Relevanz, da hier der aufgeklärte Reformkatholizismus italienischer Prägung in einen spannungsreichen Austausch mit dem etatistischen Reformwillen Wiens und seiner Behörden trat. Dementsprechend untersuchen die Beiträge etwa die Aufnahme und Verwirklichung einzelner Kirchen-und Klosterverordnungen vor Ort durch die betroffenen Geistlichen und Laien oder die Rolle der Akteure und Akteurinnen in der ihnen zugedachten Rolle im Dienste des Staates. Ebenso beleuchten die Studien auch den unmittelbaren Einfluss der Aufklärung auf den Klerus und thematisieren die kontext-und zeitgebundenen Diskurse und Debatten der zeitgenössischen "politischen Öffentlichkeit" (E. Wangermann). Im Sinne dieser thematischen Schwerpunktsetzung greift das vorliegende Jahrbuch Ergebnisse von zwei Veranstaltungen der jüngeren Vergangenheit auf: des an der Universität Innsbruck am 23. November 2017 durchgeführten Workshops "Aktuelle Forschungen zur Josephinischen Kirchengeschichte" 1 sowie der vom 8. bis 9. November 2019 in Brixen (Italien) veranstalteten italienisch-deutschsprachigen 1 Vgl. den Eintrag in der Rubrik "News/Veranstaltungen" auf der Homepage von Geschichte und Region/storia e regione: http://geschichteundregion.eu/de/news-veranstaltungen/lesen/aktuelleforschungen-zur-josephinischen-kirchengeschichte (11.06.2021). 2 Vgl. den Veranstaltungshinweis auf der Seite des Veranstalters Geschichte und Region/storia e regione: https://storiaeregione.eu/de/news-veranstaltungen/lese-veranstaltung/la-chiesa-in-pericolo (11.06.2021). 3 Neben der Dissertation von Doris Gruber wurde die Dissertation von Julia Ackermann "Zwischen Vorstadtbühne, Hoftheater und Nationalsingspiel: Die Opéra comique in Wien 1768-1783" mit dem Franz-Stephan-Preis für Dissertationen ausgezeichnet. Ebenso ausgezeichnet wurde die Diplomarbeit von Benedikt Stimmer. Eine Übersicht zu den Preisträger\*innen findet sich auf der ÖGE18 Website https://oege18.org/?page\_id=114 (09.06.2021). Aufklärung und administrative Reformen prägten in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts Gesellschaft und Staat, sodass die Legitimität kirchlicher Strukturen und Akteure zunehmend an ihrer'Nützlichkeit'gemessen wurde. Vor diesem Hintergrund befasst sich der Band mit Diskursen und Praktiken rund um kirchliche Einrichtungen im'aufgeklärten Absolutismus', wobei der Schwerpunkt auf unterschiedlichen Teilen der Habsburgermonarchie liegt. Hier ergaben sich spannungsreiche Interaktionen zwischen den vielfältigen Institutionen und Formen katholischen Lebens und dem etatistischen Reformwillen Wiens und seiner Behörden. Neben Beiträgen zu diesem Themenkomplex beinhaltet das Jahrbuch auch mehrere Artikel, die auf das Auswahlverfahren zu den Franz-Stephan-Preisen 2020 zurückgehen. Ebenso finden sich Projekt- und Tagungsberichte, Miszellen und Rezensionen, die ein umfassendes Bild der gegenwärtigen Forschung zum 18. Jahrhundert in Österreich vermitteln.
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