Kinder im Hexenprozess: Magie und Kindheit in der Frühen Neuzeit
معرفی کتاب «Kinder im Hexenprozess: Magie und Kindheit in der Frühen Neuzeit» نوشتهٔ Johannes Dillinger; Franz Steiner Verlag، منتشرشده توسط نشر Franz Steiner Verlag Wiesbaden GmbH در سال 2013. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.
In zahlreichen Hexenprozessen standen Kinder im Mittelpunkt als Angeklagte und als Zeugen der Anklage. Kinder wurden wegen Hexerei hingerichtet oder brachten selbst Erwachsene in Hexereiverdacht. Johannes Dillinger erklärt, wie Hexenprozesse mit Kindern im Zentrum entstanden und welche Rolle sie während der großen Hexenjagden spielten. Ausführlich geht er auf Fallbeispiele aus ganz verschiedenen Regionen ein. In Hexenprozessen traten Schulkinder, Pfarrerssöhne und Mädchen 'aus bestem Hause' ebenso auf wie vernachlässigte Waisen, Straßenkinder und minderjährige Kriminelle. Die Schilderung all ihrer Fälle fördert Details zu Tage, die heute grotesk anmuten. Dillinger ordnet die Geschichten in den historischen Kontext ein: Für ihn stehen die Kinder an der Schnittstelle von Erziehung und Magie. Ihre Geschichten zeigen die Wandlungen im Verhältnis von Kindern, Eltern und Schule. Zugleich fügen sie sich ein in eine umfassende Weltsicht, für die die Wirksamkeit von Zauber, die Existenz des Teufels und vieler Geister selbstverständlich war. Zur Einführung : Kinderhexen : Fragen und Kontexte Kinderhexen im weiten Kontext : Identifikationsfiguren, Bedrohte und Bedrohung -- Kinderhexen : ein Forschungsüberblick -- Fragestellung -- Bedingungen : Kinder ihrer Zeit -- Kindheit in der Frühen Neuzeit -- Die Grenzen der Kindheit -- Familienleben und Erziehung -- Hexenangst und Hexenverfolgung : Volksglaube, Dämonologie und Kriminalprozess -- Die Welt der Geister, die Geister in der Welt -- Geister, Menschen und Macht : die Magie -- Die Magie der Dämonen : Hexerei -- Kampf gegen Dämonendiener : der Hexenprozess -- Skepsis im Glauben : Distanz und Kritik -- Kinder und Magie -- Freundliche Geister und die Magie der Kinder : Marion Clerk, Great Ashfield 1499 -- Geister bedrohen Kinder : Johann Heinrich Kloz, Gross-Umstadt 1805 -- Geister entführen Kinder : der Wechselbalg -- Schutzzauber für Kinder -- Kinder und Hexen -- Die Kinder der Hexen -- Hexen bedrohen Kinder -- Kröten hüten und Lateinaufgaben vom Teufel : Kinderhexen -- Kinder denunzieren Hexen -- Fallstudien -- Kinderhexen und skeptische Obrigkeit : die Vierjährige beim Hexentanz : Anna Maria Hauber, Rosswälden bei Esslingen, 1663 -- Dorfgerüchte, Dorfgerichte -- Die Eltern und die Frau des Lehrers : Ansehen und Schuld -- Bewusstes Zögern und Skepsis -- Kinderhexen in Calw -- Kinderhexen und Hexenverfolgung 'von oben' : Selbstanzeige einer Sechzehnjährigen : Maria Ostertegin, Ellwangen 1613 -- Hexendeputation : die Ellwanger Katastrophenverfolgung -- "Ein guter Braten, wäre von einem Kind gewesen" : Typische Elemente eines Hexengeständnisses -- Der Teufelspalast : Untypische Elemente eines Hexengeständnisses -- Ursachen und Folgen -- Kinderhexen und Hexenverfolgung 'von unten' : ein Leben unter Hexereiverdacht : Maria Ulmerin, Rottenburg am Neckar, 1594-1608 -- "Weil sie so viel Hagel haben -- " Winzer, Stadtrat, Herrschaft und Hexen -- Verwaltungsspitze unter Hexereiverdacht -- Wanderungen und Heimkehr -- Kinderhexen, Schule und Mitschüler : der achtjährige "Schulfeind" Hans Douck, Schwerin 1643 -- Der "arglistige Schulmeister" : Schulen der Magie -- Das "Seminar der Zauberer" -- "Ein kleines Hündchen, das hatte zwei Hörnchen" : Schulgerüchte -- Der Vater, der Drak, der Engel -- Kinderhexen und Krankheit : der Sohn des Pfarrers : Johann Gottlieb Adami, Annaberg 1713 -- "Mit Armen und Händen sich gebärdend, als spinne er" : die Annaberger Krankheit -- "Ganz mit Hexen angefüllte" : "korrupte Fantasie" : konkurrierende Deutungen -- Parallelen : Salem, Loudun und das Preetzer Hexenschwimmen -- Strassenkinder als Kinderhexen : der siebenjährige Landstreicher : Andree Vorsthofer, Henndorf bei Salzburg, 1678 -- Vagabondage : Armut als Ordnungsproblem und Verschwörung -- "Gelehrert" : der Zauberer Jackl und seine Bande -- Soziale Notlage und Fantasie -- Kinderhexen und Kriminalität : ein elfjähriger Mörder? : Franz Schneider, Sigmaringen 1668 -- "Unerhörte Mordtat" -- "Würrich" : der Teufel, Gewaltfantasien und Gewalt -- Reue und Erziehung : "mit vielfältigen Tränen" : Altje Ahlers, St. Margarethen bei Itzehoe, 1694 -- Mausmagie -- "Kinder-Spiel" -- Pastoralisierung : Seelsorge statt Feuerstrafe -- "Unbussfertig" : Verweigerung von Erziehung und Reue -- Muster und Strukturen von Kinderhexenprozessen -- Aschenputtel : Herkunft und Umfeld der Kinderhexen -- Armut -- Schwierige Familien -- Kinderkultur : Erwachsenenkultur : Usurpationen, Fehldeutungen, Selektionen -- Die Usurpation neutraler Äusserungen der Kinder -- Fehldeutung von Anspielungen auf Hexerei -- Als gerichtsrelevant intendierte Aussagen von Kindern -- Kinderhexenprozesse und die Entwicklung der Verfolgungen insgesamt -- Kinderhexenprozesse am Anfang und ausschliesslich -- Kinder-hexenprozesse am Ende -- Zur Deutung : Kinderhexenprozesse als Verfolgungskatalysatoren ---- Schlussbetrachtung-- Quellen und Forschungsliteratur. Inhalt 1. Zur Einführung: Kinderhexen – Fragen und Kontexte 2. Bedingungen: Kinder ihrer Zeit 2.1. Kindheit in der Frühen Neuzeit 2.2. Hexenangst und Hexenverfolgung: Volksglaube, Dämonologie und Kriminalprozess 2.3. Kinder und Magie 2.4. Kinder und Hexen 3. Fallstudien 3.1. Kinderhexen und skeptische Obrigkeit: die Vierjährige beim Hexentanz – Anna Maria Hauber, Roßwälden bei Esslingen, 1663 3.2. Kinderhexen und Hexenverfolgung ›von oben‹: Selbstanzeige einer Sechzehnjährigen – Maria Ostertegin, Ellwangen 1613 3.3. Kinderhexen und Hexenverfolgung ›von unten‹: ein Leben unter Hexereiverdacht – Maria Ulmerin, Rottenburg am Neckar, 1594–1608 3.4. Kinderhexen, Schule und Mitschüler: der achtjährige »Schulfeind« Hans Douck, Schwerin 1643 3.5. Kinderhexen und Krankheit: der Sohn des Pfarrers – Johann Gottlieb Adami, Annaberg 1713 3.6. Straßenkinder als Kinderhexen: der siebenjährige Landstreicher – Andree Vorsthofer, Henndorf bei Salzburg, 1678 3.7. Kinderhexen und Kriminalität: ein elfjähriger Mörder? Franz Schneider, Sigmaringen 1668 3.8 Reue und Erziehung: »mit vielfältigen Tränen« – Altje Ahlers, St. Margarethen bei Itzehoe, 1694 4. Muster und Strukturen von Kinderhexenprozessen 4.1. Aschenputtel: Herkunft und Umfeld der Kinderhexen 4.2. Kinderkultur – Erwachsenenkultur: Usurpationen, Fehldeutungen, Selektionen 4.3. Kinderhexenprozesse und die Entwicklung der Verfolgungen insgesamt Schlussbetrachtung Quellen und Forschungsliteratur "Diese Untersuchung klammert Kinderhexen in aussereuropäischen Gesellschaften der Gegenwart aus. Es geht nur um Kinder, die während der grossen europäischen Hexenverfolgung auftraten. Damit is auch der Untersuchungszeitraum vorgegeben: die Frühe Neuzeit, d.h. das 16. bis 18. Jahrhundert als Schwerpunktphase der Hexenprozesse. Flankiert wird die Darstellung dabei von kurzen Blicken ins ausgehende Mittelalter und das 19. Jahrhundert."--P. 21
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