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Katholische Kirche und Sozialwissenschaften 1945-1975 (Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft)

معرفی کتاب «Katholische Kirche und Sozialwissenschaften 1945-1975 (Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft)» نوشتهٔ Ziemann, Benjamin در سال 2007. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.

Die vorliegende Studie befasst sich mit der Geschichte der katholischen Kirche in der Bundesrepublik im Zeitraum bis 1975. Sie tut dies aus einem ungewöhnlichen Blickwinkel, nämlich von der Schnittstelle zwischen katholischer Religion und Sozialwissenschaft. Der Blick richtet sich auf die Prozesse der Säkularisierung und der Verwissenschaftlichung. Gefragt wird nach den Verbindungen, die zwischen beiden bestanden. Das geschieht in der Hoffnung, sowohl zum Verständnis des Formwandels der Religion in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts beizutragen, als auch etwas von der Dynamik der anwendungsorientierten Sozialwissenschaften einzufangen und ihre zumeist ambivalenten Auswirkungen auf andere soziale Felder zu analysieren. Ein solches Vorhaben ist mit Konzepten, Begriffen und historiographischen Modellen aus zwei verschiedenen Traditionen konfrontiert, die es im Folgenden zu klären gilt. Vor allem aber sind der Sinn und die Verwendung der beiden Leitbegriffe Säkularisierung und Verwissenschaftlichung zu erläutern. Derartige Prozessbegriffe sind in den letzten Jahren oft aus kulturhistorischer Perspektive kritisiert worden, da sie zumindest implizit eine Zielgerichtetheit des historischen Prozesses und damit eine Teleologie suggerieren. Eine solche Kritik ist vor allem gegen den modernisierungstheoretischen Begriff der Säkularisierung erhoben worden. 1 Er unterstelle fälschlicherweise, dass es eine kontinuierliche Geschichte des Niederganges der Religion, der Frömmigkeit oder bestimmter kirchlicher Handlungen wie Kirchgang oder Kommunion gegeben habe. Diese These ist aber nicht nur wegen der zyklischen Schwankungen problematisch, welche zumindest die Geschichte der katholischen Frömmigkeit und Kirchlichkeit im 19. und 20. Jahrhundert aufweist. 2 Es lässt sich zudem einwenden, dass solche Klagen über den Niedergang der Religion bereits seit dem Ende des 18. Jahrhunderts zum Kanon einer pessimistischen Selbstbeschreibung der christlichen Kirchen gehört, der zufolge die Kirchen ›früher‹ stets voller und die Moral der Gläubigen besser war. 3 Die soziologische Diskussion hat diese von Historikern kommenden Einwände ergänzt. Demnach lässt sich ›Säkula-1 Vgl.

Seit 1945 griff die katholische Kirche in rascher Folge auf eine Reihe sozialwissenschaftlicher Methoden zurück. Diese sollten dabei helfen, Räume der Entkirchlichung mit neuem missionarischen Eifer zu erfüllen, die Einstellungen der Gläubigen demoskopisch zu beobachten und die kirchliche Organisationsstruktur an veränderte Bedingungen der Seelsorge anzupassen. Gruppendynamische und therapeutische Konzepte eröffneten neue Möglichkeiten für die religiöse Selbstthematisierung des Individuums. Mit Hilfe der Sozialwissenschaften ließen sich Folgen funktionaler Differenzierung als ›Säkularisierung‹ beobachten, ohne dass damit umstandslos eine größere Rationalität des kirchlichen Handelns erreichbar war.Die Rezeption und praktische Anwendung dieser Methoden in der Kirche ist ein anschauliches Beispiel für die zunehmende ›Verwissenschaftlichung des Sozialen‹. Die Sozialwissenschaften sollten dabei helfen, die Botschaft des Evangeliums auf neue Weise zu verkünden. Doch sie drohten zugleich, den Glauben zu entleeren. Die historische Analyse dieses Prozesses ermöglicht faszinierende Einblicke in die Religions- und Kirchengeschichte des 20. Jahrhunderts. Sie ist zugleich eine Kritik allzu glatt geratener Erfolgsgeschichten der Bundesrepublik, und interpretiert diese vielmehr als eine Periode ›gefährlicher Modernität‹.

Hauptbeschreibung: Seit 1945 griff die katholische Kirche in rascher Folge auf eine Reihe sozialwissenschaftlicher Methoden zurück. Diese sollten dabei helfen, Räume der Entkirchlichung mit neuem missionarischen Eifer zu erfüllen, die Einstellungen der Gläubigen demoskopisch zu beobachten und die kirchliche Organisationsstruktur an veränderte Bedingungen der Seelsorge anzupassen. Gruppendynamische und therapeutische Konzepte eröffneten neue Möglichkeiten für die religiöse Selbstthematisierung des Individuums. Mit Hilfe der Sozialwissenschaften ließen sich Folgen funktionaler Differenzierung als Offers insights into the history of church and religion in the twentieth century and fresh perspectives on the history of the Federal Republic. Von Benjamin Ziemann. Includes Bibliographical References (p. 350-389).
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