Katholische Aufklärung und Josephinismus : Rezeptionsformen in Ostmittel- und Südosteuropa
معرفی کتاب «Katholische Aufklärung und Josephinismus : Rezeptionsformen in Ostmittel- und Südosteuropa» نوشتهٔ Führ, Christoph ;Spannenberger, Norbert (editor)، منتشرشده توسط نشر Böhlau Verlag; Bohlau Verlag GmbH u. Co. KG در سال 2015. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.
## DER JOSEPHINISMUS IN BÖHMEN. SKIZZEN EINER INTENTION UND REZEPTION \* Nur wenige historische Gestalten erregten unter Zeitgenossen wie auch bei den darauffolgenden Generationen eine solche kontroverse Einschätzung, wie der habsburgische Kaiser Joseph II. Besonders auffallend tritt dies gerade in der katholischen Geschichtsschreibung in Erscheinung, in der man ihn und die nach ihm benannte Reformära zumeist sehr negativ beurteilt. Obwohl der Habsburger zeitlebens polarisierte und auch den nachfolgenden Generationen entweder als "Bauernfreund" 1 oder "Glaubensfeger" 2 in Erinnerung blieb, fristet der "Josephinismus" 3 in der tschechischen Geschichtswissenschaft im Vergleich zu anderen Themen nach wie vor ein Schattendasein, weshalb diesbezüglich noch einige Forschungsmängel zu beklagen sind. Hinzu kommt die Tendenz, den Josephinismus bis auf wenige Ausnahmen auf die Reformen im Kirchen-und Bauernwesen zu reduzieren. Die meisten anderen \* Einer der Autoren dieses Aufsatzes, Philip Steiner, ist seit 2011 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Sonderforschungsbereich 923 "Bedrohte Ordnungen" der Eberhard Karls Universität Tübingen, wo er an seiner Dissertation über die Landstände in Steiermark, Kärnten und Krain und ihre Reaktionen auf die josephinischen Reformen zwischen 1789 und 1792 arbeitet. 1 Der Mythos von Kaiser Joseph II. als "Bauernfreund" begann in Böhmen 1769, als der damalige Mitregent Maria Theresias während seiner Durchreise bei Slavikovice in der Nähe von Brünn mit dem Pflug eines Bauern symbolträchtig einige Furchen zog. Dadurch vermochte es Joseph mehr als deutlich, schon früh seine Solidarität und Wertschätzung gegenüber dem Bauernstand zu signalisieren. Vgl. Karl GUTKAS, Das Verhältnis von Staat und Kirche wurde im Gefolge der Aufklärung und des Josephinismus ebenso neu bestimmt wie das Verhältnis der unterschiedlichen Konfessionen zueinander. Der Staat rückte näher an die Menschen heran. Das kann als Sozialdisziplinierung gedeutet werden, aber auch als Beitrag zur Verbesserung der sozialen und individuellen Sicherheit, zum Ausbau der Sozialfürsorge, des kulturellen Standes, der Bildung und nicht zuletzt der ökonomischen Grundlagen. Die Autoren dieses Bandes untersuchen, wie die Bewohner in den unterschiedlichen Regionen von Franken über Schlesien bis Siebenbürgen auf diese "aufgefangene Revolution“ reagierten und wie die Maßnahmen der Aufklärung in ihren Alltag - auch den Alltag des religiösen Lebens - eingriffen
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