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Karl Mannheims Analyse der Moderne: Mannheims erste Frankfurter Vorlesung von 1930. Edition und Studien (German Edition)

معرفی کتاب «Karl Mannheims Analyse der Moderne: Mannheims erste Frankfurter Vorlesung von 1930. Edition und Studien (German Edition)» نوشتهٔ Martin Endreß, Ilja Srubar (auth.), Martin Endreß, Ilja Srubar (eds.)، منتشرشده توسط نشر VS Verlag für Sozialwissenschaften; Vs Verlag für Sozialwissenschaften در سال 1996. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.

Die Weimarer Republik der 30er Jahre macht für Mannheim die Chancen und Risiken des Reflexiv-Werdens moderner Gesellschaft anschaulich. Ausgehend vom Phänomen der "Lebensdistanzierung" skizziert er in seiner Frankfurter Antrittsvorlesung den reflexiv-experimentellen Charakter der Lebensstile in der Moderne, die ihre eindeutige Sinnausrichtung verloren, aber gerade dadurch auch an Entwicklungschancen gewonnen hat. Die experimentierende Lebensführung und die zunehmende Sinndiversifizierung enthalten allerdings auch Risiken. Sie rufen säkulare Utopien hervor, deren Ziel es ist, der Variabilität und Vielfalt von Lebensmöglichkeiten eine einheitliche Ausrichtung zu geben. Orthodoxien wie der Faschismus, aber auch der dogmatische Marxismus stellen Formen derartiger "Reprimitivierung" dar. Diese, im Diskurs um die "Zweite Moderne" auch heute zweifellos höchst aktuelle Zeitdiagnose, stellt nicht nur einen wesentlichen Beitrag zu einem zeitlich tieferen Verständnis des Wandels der Modernität im 20. Jahrhundert, sondern auch ein "missing link" in der Kontinuität der Entwicklung des Mannheimschen Werkes von seiner wissenssoziologischen zu seiner politisch-soziologischen Phase dar. Den werkgeschichtlichen wie aktuellen Bezug der Vorlesung analysieren ergänzende Beiträge. Der vorliegende Band bietet zum einen die erstmalige Edition zweier Mit­ schriften der ersten Vorlesung, die Karl Mannheim im Sommersemester 1930 an der Universität FrankfurtIM. unter dem Titel'Allgemeine Soziologie'ge­ halten hat, zum anderen eine Reihe von Studien zur werkgenetischen und sy­ stematischen Einordnung dieser Vorlesung. 1 Bei den beiden Mitschriften handelt es sich in mehrfacher Hinsicht um bedeutende Funde: Zunächst schließen sie eine weitere Lücke der nach wie 2 vor spärlichen Datenlage zu Mannheims Frankfurter Jahren. Dieser Um­ stand gibt den zwei Texten, obwohl nicht aus Mannheims Hand, ein eigenes Gewicht aufgrund der damit verbundenen Einsicht in Mannheims grundla­ gentheoretische Überlegungen jener Jahre. Die Entscheidung, beide Mit­ schriften parallel zu publizieren, ergibt sich aus ihrem unterschiedlichen Cha­ rakter. Handelt es sich bei der Wolff-Mitschrift eher um eine grundrißartige Skizze des Gedankengangs der Vorlesung, so liegt im Falle der ausführlichen Mitschrift unbekannter Autorschaft ein Text vor, der in weit stärkerem Maße den Rhythmus des gesprochenen Wortes und damit den lebendigen Vortrags­ charakter dieser Lehrveranstaltung wiedergibt. Somit kann dieser Text etwas von der Ausstrahlung Mannheims als Lehrer vermitteln. Zudem sind beide Mitschriften umfangsmäßig nicht deckungsgleich: Die grundrißartige Wolff­ Mitschrift weist sowohl am Anfang als auch am Ende der ausführlichen Mit­ schrift gegenüber weitergehende Textpassagen auf,3 so daß erst beide Vorle- Es sind dies einmal eine grundrißartige Mitschrift von Kurt H. Wolff, deren Original in zwei Fassungen in der Materialsammlung von Kurt H. Wolff im Sozialwissenschajtlichen Archiv Konstanz liegt (siehe den diesbzgl. editorischen Bericht, unten S. 19ff. Front Matter....Pages 1-6 Einleitung....Pages 7-15 Front Matter....Pages 17-17 Allgemeine Soziologie. Grundriß der Vorlesung vom Sommersemester 1930 nach der Mitschrift von Kurt H. Wolff....Pages 19-39 Allgemeine Soziologie. Mitschrift der Vorlesung vom Sommersemester 1930....Pages 41-123 Front Matter....Pages 125-125 Karl Mannheim and Hans Gerth....Pages 127-144 Die beiden geheimen Dichter....Pages 145-148 Mannheims Vorlesung im Zusammenhang der Diskussion um Ideologie und Utopie ....Pages 149-159 Karl Mannheim als multidisziplinärer Denker....Pages 161-170 Kann ein experimentelles Leben geplant werden? Mannheims zweite Übergangsperiode....Pages 171-196 „... toter Akt oder Lebensvollzug?“ Karl Mannheim über „Lebensdistanzierung“ und „Reprimitivisierung“....Pages 197-212 Zur Rezeption von Karl Mannheim im Kontext der Debatte um Soziologie und Nationalsozialismus....Pages 213-237 Karl Mannheim im Mahlstrom: Die Vorlesung von 1930 ein Beitrag zur Gegenwartsdiagnostik?....Pages 241-262 Mannheims „Kategorie der Bürgerlichkeit“: Bürgerlichkeit und Antibürgerlichkeit im Spiegel der Suche nach der „wirklichen Wirklichkeit“....Pages 263-291 „Can we master the global tensions or must we suffer shipwreck on our own history?“....Pages 293-309 Mannheim, „Distanzierung“ and Liberalism Today....Pages 311-327 Soziologie als methodischer Relationismus. Karl Mannheims Auseinandersetzung mit der Relativismusproblematik als Kern seiner wissenssoziologischen Analyse der Moderne....Pages 329-351 Mannheim und die Postmodernen....Pages 353-370 Back Matter....Pages 371-373
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