Jüdische Klagen gegen Reichsadelige: Prozesse am Reichshofrat in den Herrschaftsjahren Rudolfs II. und Franz Stephans (bibliothek altes Reich 16) (German Edition)
معرفی کتاب «Jüdische Klagen gegen Reichsadelige: Prozesse am Reichshofrat in den Herrschaftsjahren Rudolfs II. und Franz Stephans (bibliothek altes Reich 16) (German Edition)» نوشتهٔ Griemert, André، منتشرشده توسط نشر De Gruyter De Gruyter Oldenbourg در سال 2015. این کتاب در 8 صفحه، فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.
During the early modern period, Jews were not just objects of authoritarian abuse and victims of repression by the general society. This is illustrated by the strategies of action and argumentation in legal proceedings initiated by Jews at the Imperial Chamber Court against members of the nobility, the elite of the Holy Roman Empire, which are examined for the first time in this volume. Inhaltsverzeichnis Danksagung 1. Einleitung 1.1 Forschungsstand 1.1.1 Das Alte Reich in der Forschung 1.1.2 Der Reichshofrat als kaiserliches Regierungs- und Beratungsorgan 1.1.3 Die Juden des Alten Reichs und die Reichsgerichtsbarkeit 1.2 Fragestellung 1.3 Historiographische Einordnung jüdischer Betreffe 1.3.1 Das Kaisertum als reichspolitischer Kontext 1.3.2 Der Reichshofrat als institutioneller Kontext 1.3.3 Der jüdische Kontext 1.4 Quellenkorpus und Vorgehensweise 2. Kontextualisierung 2.1 Auswertungsrichtlinien 2.2 Inanspruchnahme des Reichshofrats 2.2.1 Inanspruchnahme des Reichshofrats im zeitlichen Verlauf 2.2.2 Totalaufkommen jüdischer Betreffe 2.3 Die Parteien und ihre geographische und soziale Herkun? 2.3.1 Reichsständisch-geographische Verteilung der Obrigkeiten 2.3.2 Geographische und soziale Herkun? der Juden 2.4 Prozessmaterien 2.5 Konfliktfelder jüdischer Betreffe 2.5.1 Die Jahre 1576 bis 1603 2.5.2 Die Jahre 1745 bis 1765 2.6 Zwischenergebnisse 3. Rechtsstrategische Handlungen von Juden 3.1 Die Jahre 1576 bis 1603 3.1.1 Instanzenfrage, Prozessabläufe und prozessuale Sachanträge 3.1.2 Jüdische Kommissionsgesuche im lokalen Bereich 3.1.3 Folgen rechtsstrategischer Handlungen von Juden 3.1.4 Ergänzende und alternative rechtsstrategische Handlungen 3.2 Die Jahre 1745 bis 1765 3.2.1 Instanzenfrage, Prozessabläufe und prozessuale Sachanträge 3.2.2 Jüdische Kommissionsgesuche und die Reichskreise 3.2.3 Folgen rechtsstrategischer Handlungen von Juden 3.2.4 Ergänzende und alternative rechtsstrategische Handlungen 3.3 Zwischenergebnisse 4. Jüdische Einschätzungen von Kaisertum und Reichsgerichtsbarkeit 4.1 Die Jahre 1576 bis 1603 4.1.1 Das Kaiserbild 4.1.2 Juristische Darstellungen 4.1.3 Bewertung von reichshofrätlichen Konfliktlösungsmechanismen 4.2 Die Jahre 1745 bis 1765 4.2.1 Das Kaiserbild 4.2.2 Juristische Darstellungen 4.2.3 Bewertung von reichshofrätlichen Konfliktlösungsmechanismen 4.3 Zwischenergebnisse 5. Selbstbilder und Ehre im Konflikt 5.1 Die Jahre 1576 bis 1603 5.1.1 Adelige und jüdische Ehrvorstellungen 5.1.2 Funktionale Selbst- und Fremdbeschreibungen von Adeligen und Juden 5.1.3 Adelige und jüdische Strategien der Ordnungsherstellung 5.2 Die Jahre 1745 bis 1765 5.2.1 Adelige und jüdische Ehrvorstellungen 5.2.2 Funktionale Selbst- und Fremdbeschreibungen von Adeligen und Juden 5.2.3 Adelige und jüdische Strategien der Ordnungsherstellung 5.3 Exkurs: Die Rolle der jüdischen Frau 5.4 Zwischenergebnisse 6. Entscheidungsfindung, Rechtsprechung und Erwartungshaltung des Reichshofrats 6.1 Die Jahre 1576 bis 1603 6.2 Die Jahre 1745 bis 1765 6.3 Zwischenergebnisse 7. Bilanz und Ausblick 7.1 Jüdische Kläger und das Reich 7.2 Jüdische Kläger und ihr Kaiser- und Reichsbewusstsein 7.3 Jüdische Kläger, ihre Ehrcodes und ihre Selbstbilder 7.4 Die Juden und die Ständegesellscha? Anhang Diagramme zu jüdischen Betreffen am Reichshofrat Schemata jüdischer Schuldprozesse Glossar Abkürzungen Quellen und Literatur Archivarische Quellen Gedruckte Quellen Literatur Personenregister 513 Der Reichshofrat bestand bis zum Ende des Heiligen Römischen Reichs deutscher Nation. Er war kaiserliche Regierungsbehörde sowie Beratungsorgan des Kaisers. Er stellt mit dem Reichskammergericht eines der wichtigsten Höchstgerichte im Alten Reich dar. Die genauen Tätigkeitsbereiche und seine Wirkung innerhalb des Reiches sind allerdings bis heute erst in Ansätzen analysiert worden. Gleiches gilt für die Verbindung der jüdischen Bevölkerung als Minderheit im Alten Reich zum Kaiser als ihren Schutzherren. Diese Verbindungen vermittelten sich u. a. über den Reichshofrat und liegen bis heute weitestgehend im Dunkeln. Das Buch erhellt einen Ausschnitt dieses Verhältnisses: die reichshofrätlichen Prozesse, in denen Juden gegen adelige Herrschaften des Heiligen Römischen Reiches klagten. Es geht besonders der Bedeutung des Reichshofrats zum einen für die Juden und zum anderen für das Reichsoberhaupt im diachronen Vergleich der Regierungszeiten Rudolfs II. (1576-1612) und Franz I. Stephans (1745-1765) nach. Dabei stehen keine Einzelfälle im Fokus der Untersuchung, sondern die Summe der von Juden in ihren Prozessen gegen die Reichsadeligen als Elite des Alten Reichs verwendeten Handlungs- und Argumentationsstrategien und Selbstbilder. Auf diese Weise wird ein neuer Blick auf diese Minderheit abseits einer bloßen Verfolgungsgeschichte geworfen. Das Buch zeigt, dass Juden als selbstbewusst agierende Bevölkerungsgruppe ein akzeptierter Bestandteil der frühneuzeitlichen Gesellschaft waren und sich nicht am Rande, sondern sich in der Mitte des Alten Reiches befanden
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