Johannes Crotus Rubianus : Satiriker – Humanist – Theologe. Eine biografische Annäherung
معرفی کتاب «Johannes Crotus Rubianus : Satiriker – Humanist – Theologe. Eine biografische Annäherung» نوشتهٔ Eckhard Bernstein، منتشرشده توسط نشر Böhlau Verlag در سال 2022. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.
## EINLEITUNG EINLEITUNG EINLEITUNG "Wer kennt nicht Johannes Crotus, diesen genialen Kopf, den Verfasser der Epistolae obscurorum virorum, den Vertrauten Ulrichs von Hutten, den Freund Luthers ...?" Dies schrieb der deutsche Historiker Johannes Voigt im Jahre 1841. 1 Eine ehrliche Antwort auf diese rhetorische Frage müsste heute lauten: "Kaum jemand." Gewiss, die Epistolae obscurorum virorum oder Dunkelmännerbriefe, unter welchen Namen sie in Deutschland bekannt sind, jene geniale Satire, in der sich die zeitgenössischen Mönche und Kleriker in ihrer Unbildung und moralischen Verderbtheit in ihren Briefen selbst bloßstellten, dürften noch am ehesten bekannt sein. Aber selbst dieses Werk wird gelegentlich fälschlicherweise dem bekannteren Ulrich von Hutten zugeschrieben. 2 Ansonsten ist Johannes Crotus Rubianus -so sein voller humanistischer Name -nur den wenigsten ein Begriff. In den zahlreichen zum Reformationsjubiläum im Jahre 1517 erschienenen Luther-Biografien kommt er höchstens als Fußnote vor, obwohl er in den Anfangsjahren der Reformation zu den Ersten gehörte, die Luther begeistert unterstützten, und obwohl er als Rektor der Universität Erfurt im April 1521 dem damals schon gebannten Luther auf dessen Weg zum Wormser Reichstag an der Spitze einer großen Menge von begeisterten Studenten und Bürgern feierlich begrüßte -ein Akt der Provokation, der großen Mut zeigte. Die Zeit davor, die prägenden Studienjahre in Erfurt, Köln und Bologna und die Zeit nach seinem Erfurter Rektorat -immerhin noch etwa zwanzig Jahre -wird meistens mit wenigen Worten abgetan. In letztere Periode fallen aber wichtige Jahre des Crotus am Hofe des Herzogs Albrecht von Preußen in Königsberg und als Rat und Kanoniker in Halle am Hofe des Mainzer Erzbischofs und Kardinals Albrecht von Brandenburg. Als sich Crotus Rubianus in den frühen 30er Jahren des sechzehnten Jahrhunderts wieder dem alten Glauben zuwandte und in einer Schrift, der Apologia, seinen neuen Dienstherrn, den Mainzer Erzbischof und Kardinal Albrecht von Brandenburg gegen die Angriffe der Lutheraner verteidigte, zog er sich den heftigen Zorn Luthers zu. Obwohl auch andere bekannte Humanisten der Zeit wie Erasmus von Rotterdam, Willibald Pirckheimer, Ulrich Zasius, Johann Thomas Mann nannte den Thüringer Humanisten und Theologen Johannes Crotus Rubianus (1480 bis etwa 1540) einen Mann'von der gebildetesten Friedensliebe'. Trotzdem geriet Crotus immer wieder in die geistigen und religiösen Auseinandersetzungen der Zeit. So ergriff er im sogenannten'Reuchlin-Streit'mit seiner genialen Satire der'Dunkelmännerbriefe'Partei für den umkämpften Hebraisten Johannes Reuchlin. 1521 empfing er, der leidenschaftliche Anhänger Martin Luthers, als Rektor der Erfurter Universität den damals bereits gebannten Reformator. In der zweiten Hälfte der zwanziger Jahre diente er in wichtiger Funktion dem preußischen Herzog Albrecht, der das ehemalige Deutschordensgebiet in einen Staat lutherischer Prägung umgewandelt hatte. Desillusioniert von der Entwicklung jedoch, die die lutherische Reformation genommen hatte, kehrte er 1530 zum alten Glauben zurück und wurde Rat und Kanoniker in dem vom Mainzer Erzbischof gegründeten Neuen Stift zu Halle. Von den Lutheranern wurde er als'Dr. Kröte, des Kardinals Tellerlecker'geschmäht. Eckard Bernstein hat die zeitgenössischen Briefe von und an Crotus sowie zahlreiche andere Dokumente aus dieser an religiösen Umbrüchen und Verwerfungen reichen Zeit ausgewertet. Ihm gelingt so die erste fundierte, den zeitlichen Kontext berücksichtigende Biografie des genialen Thüringer Satirikers hochgebildeten Humanisten und Theologen Johannes Crotus Rubianus.
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