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Interpretation und Rationalität: Billigkeitsprinzipien in der philologischen Hermeneutik

معرفی کتاب «Interpretation und Rationalität: Billigkeitsprinzipien in der philologischen Hermeneutik» نوشتهٔ Petraschka, Thomas، منتشرشده توسط نشر Walter de Gruyter GmbH & Co KG در سال 2014. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.

Die Studie bezieht das gleichermaßen für die allgemeine Hermeneutik und die Sprachphilosophie zentrale Interpretationsprinzip der hermeneutischen Billigkeit auf den Bereich der Interpretation fiktionaler literarischer Texte. Zu diesem Zweck werden formaler Zuschnitt und inhaltliche Ausdifferenzierung eines spezifisch philologischen Billigkeitsprinzips ebenso rekonstruiert wie die Bedingungen, unter denen auf eine nachsichtige Interpretation bestimmter Interpretanda verzichtet werden sollte. Die philologische Kontextualisierung des Prinzips hermeneutischer Billigkeit erweist, dass es sowohl den im Fall der Literaturinterpretation typischerweise enorm hohen Aufwand hermeneutischer Ressourcen grundlegend rechtfertigt, als auch als heuristische Hypothese konkrete Interpretationsprozesse anleitet und damit als methodisches Fundament der Literaturinterpretation zu verstehen ist.-------------------------This study examines the relationship between the interpretation of fictional literary texts and hermeneutic equity, which is a core interpretive principle in general hermeneutics and language philosophy. To accomplish this, the author reconstructs a formal and substantive definition of a specific philological principle of equity along with the conditions under which a charitable interpretation should be avoided. Inhalt 1 Einleitung: „Narrheit und muntere Lügen immer auf das beste auslegen“ – Nachsichtige Interpretation in Hermeneutik und Sprachphilosophie 1.1 Zum Interpretationsbegriff und den Stufen des Verstehens 1.2 Billigkeitsprinzipien und der Aufbau der Untersuchung 2 Formale Bestimmung von Billigkeitsprinzipien 2.1 Die transzendentale Variante Donald Davidsons 2.1.1 Davidsons Theorie der radikalen Interpretation 2.1.2 Das principle of charity als Möglichkeitsbedingung von Interpretation 2.1.3 Kritik 2.1.3.1 Referenztheoretische Gegenentwürfe 2.1.3.2 Epistemische Vorannahmen 2.1.3.3 Methodologische Bedenken 2.2 Evaluative Varianten 2.1.1 Neil Wilsons principle of charity 2.1.2 Georg Friedrich Meiers hermeneutisches Billigkeitsprinzip 2.2 Daumenregel-Varianten 2.2.1 Inhaltliche Unbestimmtheit 2.2.2 Ideologischer Imperialismus 2.2.3 Inhaltlicher Imperialismus 2.2.4 Inkommensurabilität 2.3 Präsumtionsvarianten 2.3.1 Globale Rechtfertigungen 2.3.2 Anwendbarkeit im Rahmen philologischer Interpretation 2.3.3 Einwände 2.4 Philologisches Fazit I: Der formale Zuschnitt eines philologischen Billigkeitsprinzips 3 Inhaltliche Bestimmung von Billigkeitsprinzipien 3.1 Wahrheit 3.1.1 Epistemische Kontextualisierung 3.1.1.1 Perzeptuelle Kontextualisierung 3.1.1.2 Rationale Kontextualisierung 3.1.2 Wahrheitsunterstellungen in der philologischen Hermeneutik 3.1.2.1 Spezifische Propositionen 3.1.2.1 Generische Propositionen 3.1.2.1 Kognitive Trivialität und interpretative Irrelevanz 3.1.3 Literarische Wahrheiten 3.1.3.1 Wirklichkeitstreue 3.1.3.2 Kohärenz 3.1.3.3 Idealität 3.1.3.4 Suggestivität 3.1.3.5 Aufrichtigkeit 3.1.3.6 Kritik literarischer Wahrheiten 3.1.4 Zusammenfassung 3.2 Kohärenz 3.2.1 Kohärenz von Systemen und Kohärenz von Texten 3.2.2 Philologische Rechtfertigung von Kohärenzpräsumtionen 3.2.3 Philologische Konkretisierung von Kohärenzpräsumtionen 3.2.4 Drei Beispiele 3.2.4.1 Franz Kafka: Der Jäger Gracchus 3.2.4.2 James Joyce: Finnegan’s Wake 3.2.4.3 Graham Priest: Sylvan’s Box 3.2.5 Zusammenfassung 3.3 Künstlerischer Wert 3.3.1 Werkimmanente Interpretation als wertmaximierende Theorie avant la lettre 3.3.2 Wertmaximierende Interpretationstheorie in der angelsächsischen Diskussion 3.3.3.1 Der Interpretationsbegriff in der wertmaximierenden Interpretationstheorie 3.3.3.2 Was ist ästhetischer Wert? 3.3.3.3 Ästhetischer Wert und konkurrierende interpretationsrelevante Faktoren 3.3.4 Zusammenfassung 3.4 Philologisches Fazit II: Der inhaltliche Zuschnitt eines philologischen Billigkeitsprinzips 4 Abbruchkriterien nachsichtiger Interpretation 4.1 Das Problem der Verbesserungshermeneutik 4.1 Interpretationsrelevante und interpretationsirrelevante Anomalien 4.1.1 Fehler im fiktionalen Diskurs 4.1.2 Drei Beispiele 4.1.2.1 Thomas Bernhard: Korrektur 4.1.2.2 Thomas Bernhard: Der Untergeher 4.1.2.3 Ed Wood: Plan 9 from Outer Space 4.1.3 Abweichungen und Anomalien in literarischen Texten 4.2 Zur Schwierigkeit von Formalisierungen 5 Ausblick: Rahmenkonzepte der philologischen Hermeneutik 5.1 Der hermeneutische Zirkel 5.1.1 Teil-Ganzes-Zirkel 5.1.2 Text-Intention-Zirkel 5.1.3 Text-Kontext-Zirkel 5.1.4 Der Zirkel als Bestätigungsdilemma der Philologie 5.2 Überlegungsgleichgewicht 5.2.1 Überlegungsgleichgewicht bei Rawls und Goodman 5.2.1.1 John Rawls 5.2.1.2 Nelson Goodman 5.2.1.3 Zusammenfassung der Defizite 5.2.2 Überlegungsgleichgewicht bei Elgin 5.2.3 Das Überlegungsgleichgewicht in der Interpretationstheorie 5.2.3.1 Interpretationsrelevante Faktoren 5.2.3.2 Beispiel: Henrik Ibsen: Peer Gynt 6 Schluss 7 Literaturverzeichnis Personenregister Danksagung

Die Studie bezieht das gleichermaßen für die allgemeine Hermeneutik und die Sprachphilosophie zentrale Interpretationsprinzip der hermeneutischen Billigkeit auf den Bereich der Interpretation fiktionaler literarischer Texte. Zu diesem Zweck werden formaler Zuschnitt und inhaltliche Ausdifferenzierung eines spezifisch philologischen Billigkeitsprinzips ebenso rekonstruiert wie die Bedingungen, unter denen auf eine nachsichtige Interpretation bestimmter Interpretanda verzichtet werden sollte. Die philologische Kontextualisierung des Prinzips hermeneutischer Billigkeit erweist, dass es sowohl den im Fall der Literaturinterpretation typischerweise enorm hohen Aufwand hermeneutischer Ressourcen grundlegend rechtfertigt, als auch als heuristische Hypothese konkrete Interpretationsprozesse anleitet und damit als methodisches Fundament der Literaturinterpretation zu verstehen ist.

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