Interaktion mit virtuellen Agenten? Realitäten zur Ansicht : Zur Aneignung eines ungewohnten Artefakts
معرفی کتاب «Interaktion mit virtuellen Agenten? Realitäten zur Ansicht : Zur Aneignung eines ungewohnten Artefakts» نوشتهٔ von Antonia Krummheuer، منتشرشده توسط نشر De Gruyter Oldenbourg در سال 2010. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.
## Einleitung Die vorliegende Arbeit untersucht den Umgang von menschlichen Akteuren mit sogenannten ..Embodied Conversational Agents" (ECA) (Cassell, Snllivan. Prevost, & Churchill 2000b). ECAs sind Softwareprogramme, die von ihren Entwicklern als 'interaktive' Ansprechpartner mit künstlicher Intelligenz beschrieben werden. Sie treten dem Nutzer -die Informatiker bezeichnen damit menschliche Akteure, die mit computerbasierten Technologien umgehen -als virtuell verkörperter Ansprechpartner gegenüber. der ein menschenähnliches Kommunikationsverhalten aufweisen soll (s. Abb. 1.1). Während die Entwickler solcher Systeme von einer Interaktion von Nutzer und Agent sprechen, stellt sich die Frage, ob aus einer soziologischen Perspektive der menschliche Umgang mit dem Agenten als Interaktion bezeichnet werden kann. Aus soziologischer Perspektive finden soziale Interaktionen statt, wenn mindestens zwei Individuen sich wechselseitig wahrnehmen, die Wahrnehmung des anderen wahrnehmen, einen gemeinsamen Aufmerksamkeitsfokus teilen und ihre Handlungen am Verhalten des anderen orientieren (vgl. Goffman 1983). Damit verbunden sind komplexe und wechselseitig verschränkte Deutungsprozesse, insofern die Individuen wechselseitig ihrem eigenen Handeln und dem des anderen Sinn zuschreiben (vgl. Weber 1984). Diese Sinnkonstruktionen sind an die individuellen, aber auch sozial-kulturell geprägten Wissensund Erfahruiigsvorräte der Individuen gebunden (vgl. Schütz 1971). Interaktive Deutungsprozesse zeichnen sich folglich durch eine "sehr hoch angesetzte Komplexität" (Lindemann 2002b: 80) aus, die traditionell nur dem Menschen zugeschrieben wird. Virtuelle Agenten scheiden somit als Interaktionspartner aus. Mit dem Einzug computerbasierter Technologien ins alltägliche Leben werden zunehmend Handlungen und Kommunikationen über technische und mit technischen Artefakten ausgeführt. Dazu zählen z.B. die automatisierte Fahrkartenbestellung, bei der der Nutzer in einen dialogartigen Austausch mit einem programmierten Bestellformular tritt, um eine Fahrkarte zu kaufen, oder Kommunikationen innerhalb von Onlinespielen, in denen programmierte Agenten und von menschlichen Nut-1. Einleitung Abbildung 1.1: Der Embodied Conversational Agent Max. zern gesteuerte Avat-ars gemeinsam Aufgaben lösen. Auch die Entwicklung der ECAs orientiert sich an einem Umgang mit computerbasierten Technologien, der als Dialog konzeptualisiert wird. Dadurch soll eine 'interaktive' und 'intuitive 1 Aneignung des Artefakts ermöglicht werden, da das Artefakt dem Nutzer als menschenähnlicher Ansprechpartner gegenübertritt. Diese verschiedenen 'Dialogformen' mit computerbasierten Ansprechpartnern unterscheiden sich sowohl von zwischenmenschlichen Kommunikationen, z.B. dem Fahrkartenverkauf bei einem menschlichen Bahnangestellten am Schalter, als auch vom instrurnentellen Umgang mit Artefakten, wie das Abstempeln einer Fahrkarte, das Tippen auf der Tastatur oder die Verwendung von Werkzeugen. Gleichzeitig weist der Umgang von Menschen mit computerbasierten und dialoggesteuerten Artefakten häufig "a form of quasi-conversational turn-taking" (Hutchby 2001a: 141) auf. Der Soziologie fehlt es jedoch an theoretischen Konzepten, um diese zunehmend alltäglichen und scheinbar interaktionsähnlichen Komniunikationsformen zu fassen, die weder als instrumentelles Handeln noch als soziale (zwischenmenschliche) Interaktion beschrieben werden können. Fragestellung Während die Entwickler den Austausch zwischen Mensch und Agent als Interaktion bezeichnen, stellt die vorliegende Arbeit die Frage, wie Die Reihe präsentiert Beiträge der qualitativen Sozialforschung, die empirisch anspruchsvolle Untersuchungen mit einem Interesse an soziologischer Theorie verbinden. Sie versammelt originelle Beiträge zur Wissenssoziologie, zur Interaktions- und Organisationsanalyse und zur Sprach- und Kultursoziologie, in denen sich weltoffenes Forschen, methodische Reflektion und analytische Arbeit wechselseitig verschränken. Danksagung Inhaltsverzeichnis 1 Einleitung 2 Technik als Interaktionspartner? 3 Erhebung und Analyse audiovisueller Daten 4 Virtuelle Agenten als Kommunikationspartner 5 Rahmung einer ungewohnten Situation 6 Technisierte Interaktionsroutinen 7 Gesprächsorganisation im Umbruch 8 Verstehenssicherung als Herausforderung 9 Zwischen Spiel und Provokation 10 Zusammenfassung und Ausblick Literaturverzeichnis
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