معرفی کتاب «Historische Wissenssoziologie des modernen Antisemitismus : Genese und Typologie einer Wissensformation am Beispiel des deutschsprachigen Diskurses» نوشتهٔ Jan Weyand، منتشرشده توسط نشر Konstanz University Press. in Wallstein-Verlag GmbH Verlag und Werbung در سال 2016. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.
Eine wissenssoziologische Rekonstruktion der Entwicklung der Semantik des modernen Antisemitismus im 19. Jahrhundert in ihrer Relation zu einem kollektiven Selbstbild. Soziologische und historische Untersuchungen zum Antisemitismus konzentrieren sich in der Regel auf das antisemitische Feindbild. Antisemitische Feindbilder aber stehen nicht alleine. Sie sind auf kollektive Selbstbilder bezogen. Die Historische Wissenssoziologie des modernen Antisemitismus arbeitet den innovativen Ansatz, den Antisemitismus in seiner Relation zu einem kollektiven Selbstbild zu analysieren, historisch aus: Sie rekonstruiert die Entwicklung des Antisemitismus vom ausgehenden 18. bis zum späten 19. Jahrhundert als Prozess seiner Nationalisierung. Triebkräfte dieses Prozesses auf der Ebene des Wissens sind Veränderungen in der sozialen Organisation der modernen Gesellschaft. Die Untersuchung hat erhebliche Konsequenzen für Differenzierungen, die sich in der Antisemitismusforschung durchgesetzt haben, und damit für das Verständnis der Geschichte und Entwicklung des modernen Antisemitismus. So wird etwa die etablierte Unterscheidung zwischen »religiösem", »kulturellem" und »rassistischem" Antisemitismus begrifflich neu gefasst: Es handelt sich um Variationen eines in seiner Grundstruktur nationalen Antisemitismus. Umschlag 1 Titel 4 Impressum 5 Inhalt 6 1 Einleitung 8 2 Forschungsstand, Gegenstand und Methode der Untersuchung 15 2.1 Realistische Theorien über Antisemitismus 17 2.2 Konstruktivistische Theorien über Antisemitismus 24 2.2.1 Sozialpsychologische Theorien 25 2.2.2 Kulturwissenschaftliche Theorien 38 2.3 Begriffe, Gegenstand und Methoden der Untersuchung 45 2.3.1 Vergemeinschaftung, Vergesellschaftung, Klassen 47 2.3.2 Vergemeinschaftung und kollektive Handlungseinheiten 58 2.3.3 Deuten und Verfolgen 79 2.3.4 Methode der Untersuchung 81 3 Von der religiösen Differenzzur »Judenfrage« 89 3.1 Die Genese der »Judenfrage« aus gesellschaftlicher Differenzierung und der Aufrichtung neuer Homogenitätsideale 96 3.2 Die Problematisierung des sozialen Orts der Juden 119 3.2.1 Dohm und die »bürgerliche Verbesserung« der Juden 123 3.2.2 Assimilation als »unintendierte Folge« der Emanzipation 127 3.2.3 Der universalistische Humanismus und das Problem der Zugehörigkeit 133 4 Antisemitische Reaktionenauf die »Judenfrage« 138 4.1 Wer gehört dazu und wer nicht? Homogenisierung, Ethnisierung und Historisierung von »Volk« 146 4.1.1 Homogenisierung und Ethos des »Volkes« 150 4.1.2 Ethnisierung 155 4.1.3 Die Verbindung von Ethnos und Ethos: Historisierung und Rationalisierung von »Volk« 161 4.1.4 Die strukturelle Ambivalenz der Forderung nach Assimilation 169 4.2 Wandel der Zuschreibungen 173 4.2.1 Politisierung des antisemitischen Wissens 174 4.2.2 Feind aller Völker 186 4.2.3 Gemeinschaft und Gesellschaft 196 4.3 Übergangsphänomene: Der christliche Staat 206 4.4 Menschheit und Volk 208 4.4.1 Die Universalisierung des Gegensatzes: Jude – Mensch 209 4.4.2 Exkurs: Christ und Jude versus Mensch 211 4.5 Erste Ansätze zur Differenzierung des Antisemitismus 215 5 Die »Sattelung« antisemitischen Wissens 223 5.1 Verbürgerlichung der Lebenswelt 227 5.2 Nationalstaat, innere Einheit und gesellschaftliche Modernisierung 235 5.3 Von der Politisierung antisemitischen Wissens zur Politisierung der Antisemiten 248 5.4 Postemanzipatorischer Charakter 255 5.5 Weltanschaulichkeit 257 5.6 Rassismus und Antisemitismus 260 5.6.1 Der moderne Begriff der »Race« 267 5.6.2 »Race« und »Volk« 276 6 Typen der Wissensformation des modernen Antisemitismus 284 6.1 Christlich-nationaler Antisemitismus 287 6.2 Nationaler Antisemitismus 297 6.3 Nationalreligiöser Antisemitismus 306 6.4 Nationalrassistischer Antisemitismus 312 6.5 Historische Dynamik der Typen – Moderne und Antisemitismus 321 7 Literatur 341
Eine wissenssoziologische Rekonstruktion der Entwicklung der Semantik des modernen Antisemitismus im 19. Jahrhundert in ihrer Relation zu einem kollektiven Selbstbild.Soziologische und historische Untersuchungen zum Antisemitismus konzentrieren sich in der Regel auf das antisemitische Feindbild. Antisemitische Feindbilder aber stehen nicht alleine. Sie sind auf kollektive Selbstbilder bezogen. Die Historische Wissenssoziologie des modernen Antisemitismus arbeitet den innovativen Ansatz, den Antisemitismus in seiner Relation zu einem kollektiven Selbstbild zu analysieren, historisch aus: Sie rekonstruiert die Entwicklung des Antisemitismus vom ausgehenden 18. bis zum späten 19. Jahrhundert als Prozess seiner Nationalisierung. Triebkräfte dieses Prozesses auf der Ebene des Wissens sind Veränderungen in der sozialen Organisation der modernen Gesellschaft.Die Untersuchung hat erhebliche Konsequenzen für Differenzierungen, die sich in der Antisemitismusforschung durchgesetzt haben, und damit für das Verständnis der Geschichte und Entwicklung des modernen Antisemitismus. So wird etwa die etablierte Unterscheidung zwischen »religiösem", »kulturellem" und »rassistischem" Antisemitismus begrifflich neu gefasst: Es handelt sich um Variationen eines in seiner Grundstruktur nationalen Antisemitismus.