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Historia Pelagiana: Wahrnehmung und Darstellung des pelagianischen Streites in der protestantischen Kirchenhistoriographie des 18. Jahrhunderts. Dissertationsschrift

معرفی کتاب «Historia Pelagiana: Wahrnehmung und Darstellung des pelagianischen Streites in der protestantischen Kirchenhistoriographie des 18. Jahrhunderts. Dissertationsschrift» نوشتهٔ Marc Bergermann; Mohr Siebeck GmbH & Co. KG، منتشرشده توسط نشر Mohr Siebeck GmbH & Company KG در سال 2021. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.

"Wie gestaltet sich das Verhältnis von göttlicher Allmacht und Prädestination zur menschlichen Freiheit und Verantwortung? Die dogmatischen Fragestellungen, die der pelagianische Streit im fünften Jahrhundert aufwarf, hatten weitreichende Folgen für die christliche Anthropologie, Sünden- und Gnadenlehre. Verfechter eines optimistischen Menschenbildes galten in dessen Folge für Jahrhunderte als Feinde der Gnade und Anhänger des Häretikers Pelagius. Die Erbsündenlehre seines Widerstreiters Augustinus von Hippo hingegen wurde zum zentralen Identitätsmerkmal westlicher Theologie, auch der Reformatoren. Erst die Umbrüche des 18. Jahrhunderts führten zu signifikanten Neudarstellungen und -beurteilung des Streites, seiner Akteure und der verhandelten Theologumena. Marc Bergermann zeichnet anhand ausgewählter Kirchengeschichtsdarstellungen diese sich vollziehende Veränderung und ihre Ursachen im deutschsprachigen Protestantismus des 18. Jahrhunderts nach." --Book jacket front flap Cover Titel Vorwort Inhaltsverzeichnis Abkürzungsverzeichnis Einleitung I. Einführung II. Fragestellung und Themeneingrenzung III. Quellenlage und –auswahl 1. Eingrenzung 2. Quellenübersicht IV. Forschungsüberblick V. Methode und Aufbau A. Ausgangslage: Die konfessionelle Instrumentalisierung der historia Pelagiana im 17. Jahrhundert I. Einführung II. Literarische Niederschläge zur historia Pelagiana und deren Entstehungskontexte 1. Der Remonstrantenstreit unter den Reformierten 2. Der Gnadenstreit in der katholischen Kirche 3. Die transkonfessionelle Debatte um die Autorität der Kirchenväter III. Zusammenfassung B. Aufbruch und Zwischenstationen I. Gottfried Arnolds Unpartheyische Kirchen– und Ketzerhistorie (1699/1700) 1. Einführung 2. Wahre Christen: die Pelagianer 2.1. Pelagius’ Eifer für das wahre Christentum gegen das »Heuchelwesen« seiner Zeit 2.2. »Lehren aus Christi worten« bei Pelagius 3. Die unchristlichen »Orthodoxi« 3.1. Lügen und Verleugnungen gegen »gottesfürchtige« Pelagianer 3.2. Augustins Rolle im pelagianischen Streit und sein Verhältnis zu den »Orthodoxi« 4. Kritik und Verteidigung der Lehre des Pelagius 4.1. »Und hierinne irrete freylich Pelagius«. Kritik an der optimistischen Anthropologie des Pelagius 4.2. »Ich weiß auch nicht, was in diesem [...] bekäntnüß des Pelagii zu straffen sey«. Arnolds Richtigstellung der pelagianischen Gnadenlehre 5. »Der anfang der eigentlichen atheisterey«. Arnolds Äußerungen zum »Pelagianismus« in den Verteidigungsschriften der Ketzer-Historie ab 1703: eine Kehrtwende? 6. Zusammenfassung II. Johann Lorenz von Mosheims Institutiones (1755) 1. Einführung 2. Mosheim zum Stand der Forschung 3. Verbreitung und Bekämpfung der pelagianischen Lehre 3.1. Pestis ab Occidente 3.2. Die Überträger der pelagianischen »Pest« und ihre Theologie 3.3. Augustins Kampf gegen die pelagianische »Pest«, origenistische Sympathien im Orient und verschlagene Wandermönche 4. Die Beurteilung des Streites und seiner Konsequenzen 4.1. Ein unheilvoller Streit, Spitzfindigkeiten der doctores und die simplicitas der ersten Christen 4.2. Die schädlichen Folgen des pelagianischen Streites 5. Zusammenfassung III. Siegmund Jakob Baumgartens Auszug der Kirchengeschichte (1746) und Geschichte der Religionspartheyen (1766) 1. Einführung 2. Über die pelagianischen »Irtümer« 2.1. Irrtümer und ihre Konsequenzen 2.2. Dogmenhistorische Ansätze zur Diskussion um den Pelagianismus vor Pelagius 2.3. Die inneren Motive und Entwicklungen der Lehre des Pelagius 2.4. Eine Lehre im Widerspruch zur Heilsordnung 3. Die Pelagianer als Religionspartei 4. Zusammenfassung C. Wendepunkt und Hinwendung I. Johann Salomo Semlers Arbeiten zum pelagianischen Streit 1. Einführung 2. Dogmenhistorische und dogmatische Kritik an der Lehre Augustins und Rehabilitation der Lehre des Pelagius 2.1. Quaestionis est res ista, non haeresis: Dogmenhistorische Voraussetzungen des Pelagianismus und Besonderheiten der nordafrikanischen Theologie 2.1.1. Der Pelagianismus ist keine Häresie 2.1.2. Ein knapper Beitrag zur Pelagianismus ante Pelagium-Debatte 2.1.3. Philosophische und weitere Fremdelemente in der Theologie Augustins und Pelagius’ 2.1.4. Mangelhafte hermeneutische Voraussetzungen in der nordafrikanischen Kirche 2.2. Tradux peccati und die Erbsündenlehre als Neuerungen Nordafrikas und Augustins 2.2.1. Der Tradux-Gedanke in Nordafrika und die Seelenlehre 2.2.2. Der Sündenbegriff: Sache oder Tat (res oder actus)? 2.2.3. Augustins Übertragung der Sündenauswirkung auf die Seele des Menschen 2.2.4. Augustins Vorstellung vom peccatum originale im Widerspruch zur westlichen Kirche 2.3. Vielfältige Lehrmeinungen über Begründung und Zweck der Taufe und Kindertaufe 2.3.1. Uneinheitliche Taufverständnisse vor Beginn des Streites 2.3.2. Das Verständnis der Kindertaufe in Nordafrika im Gegensatz zur mehrheitskirchlichen Tradition 2.3.3. Die Position der Pelagianer zur Kindertaufe und ihre Begründung in der kirchlichen Tradition 2.3.4. Die Frage nach der Kindertaufe als offener Streitpunkt 2.4. Der freie Wille 2.4.1. Dogmenhistorische Voraussetzungen zur Willenslehre 2.4.2. Liberum arbitrium bei Pelagius 2.4.3. Liberum arbitrium bei Augustinus 2.5. Gnaden– und Prädestinationslehre 2.5.1. Semlers Anliegen in der Darstellung der Gnadenund Prädestinationslehre 2.5.2. Die dogmenhistorische Dimension der Gnadenund Prädestinationslehre 2.5.3. Die Gnadenlehre Augustins als wahre Neuerung und Pelagius’ traditionsgemäßes Verständnis von Gnade 2.5.4. Verteidigung der Gnadenlehre des Pelagius gegen den Vorwurf, er habe keine Gnade gelehrt 2.5.5. Die Prädestinationslehre als Erfindung und Lieblingslehre Augustins 2.5.6. Die Wurzeln der Prädestinationslehre in mangelhafter Schriftauslegung und unangemessenen dogmatischen Ableitungen 2.5.7. Der geheime Ratschluss Gottes als »Totschlagargument« Augustins zur Verteidigung seiner Gnaden– und Prädestinationslehre 2.5.8. Augustins Gnaden– und Prädestinationslehre im Widerspruch zum aufgeklärten Denken 2.6. »Wo hat Augustinus also die Rechtfertigung der Protestanten?« Mangelhafte Christologie als Wurzel verfehlter Soteriologie bei Augustinus 2.6.1. Ungeklärte christologische Voraussetzungen 2.6.2. Die unverdiente Sohnschaft Christi 2.6.3. Christi Leben und Leiden als Beginn des Versöhnungsgeschehens 2.6.4. Christus als praeclarissimum lumen praedestinationis: Von der Prädestinationslehre bestimmte Christologie 2.6.5. Augustins »nestorianische« Christologie 2.6.6. »Warum nicht auch ich?« Keine Sonderstellung Christi in der Prädestinationslehre 2.6.7. Keine reformatorische Idiomenkommunikation 2.6.8. »Justificatio, ist bey ihm nicht viel anderes als was sie im concilio tridentino ist«: Die Gleichstellung augustinischer und gegenreformatorischer Gnadenlehre 3. Die kirchenpolitische Dimension des Konfliktes 3.1. Unchristlich und unapostolisch: Niedere Beweggründe zum Vorgehen gegen die Pelagianer 3.2. Entkräftung der Betrugsvorwürfe gegenüber den Pelagianern und Verteidigung der Traditionsgemäßheit ihrer Lehrmeinungen 3.3. Intrigen und Manipulation: Nordafrika schreitet ein, der Kaiser bestätigt und Zosimus gibt nach 3.4. Geistliche Fragen, weltliche Antworten: Kritik an der Kooperation von Staat und Kirche beim Prozess gegen die Pelagianer 3.5. »[E]s sollte Augustinus den Protestanten wol nicht so oft Verhör und colloquia zugestanden haben«: Augustinus, der gnadenlose und intrigante Bischof 4. Pelagius, der heilige und gebildete Mönch: Die Demetriasbriefausgabe von 1775 5. »Warum soll also Pelagius noch immer ein Irrlehrer bey uns heißen, und Augustin den Ruhm der Rechtgläubigkeit haben?« Die Aufnahme der Demetriasbriefausgabe Semlers bei der Leserschaft 6. Zusammenfassung II. Christian Wilhelm Franz Walchs Entwurf einer vollständigen Historie der Ketzereyen (1768) 1. Einführung 2. Zur Geschichte des Streites an sich und der Schwierigkeit ihrer Darstellung 2.1. Zur Relevanz des Streites und der darin aufgeworfenen dogmatischen Fragen 2.2. Ein »wahrer Widerspruch« oder lediglich ein »Wortkrieg«? 2.3. Herausforderungen der Darstellung und Beurteilung des Streites Exkurs: Walchs Umgang mit den Quelleneditionen und der Sekundärliteratur und die Beurteilung letzter 2.4. Parteilichkeit und Kontext als Problem bisheriger Darstellungen 2.5. Anfang und sinnvolle Periodisierung einer historia Pelagiana 3. Die Lehren der Pelagianer und ihrer Gegner in der Darstellung und Beurteilung Walchs 3.1. Zur Einteilung, Gewichtung und Verbreitung der pelagianischen Lehre allgemein 3.2. Die Gnadenbegriffe des Pelagius und dessen Heilsordnung 3.3. Gottes Ratschluss und die Prädestination bei Pelagius 3.4. Pelagianische Lehren »zweite Klasse«: Kirche ohne Makel, Reichtumskritik und Eidverbot 3.5. Die Frage nach dem Ketzerstatus der Pelagianer Exkurs: Johann Walchs Interesse an einer Untersuchung des Pelagianismus vor Pelagius 3.6. Christian Walchs Standpunkt und Beitrag zur Pelagianismus ante Pelagium-Debatte 3.7. »Allezeit Irtümer von groser Wichtigkeit«: Walchs Beurteilung der pelagianischen Lehre 4. Beurteilung der Persönlichkeiten im Streit 4.1. »Theologische Betrügerei«: Beurteilung des Verhaltens der Pelagianer 4.2. »Der fleisigste Gegner der Pelagianer«: Beurteilung des Verhaltens Augustins und weiterer Gegner der Pelagianer 4.3. »Fehler auf beiden Seiten«: Die abschließende Beurteilung der Streitparteien 5. Die kirchenpolitische Dimension des Streites 5.1. Politische Intrigen und theologische Allianzen: Das fehlbare Verhalten der nordafrikanischen Gegner des Pelagius 5.2. »Einen Mohren weiss machen« – Zum Versuch der Ehrenrettung des Papstes Zosimus 6. Zusammenfassung D. Schlussfolgerungen und Nachgedanken: Die Ethisierung der historia Pelagiana am Ende des 18. Jahrhunderts I. Ludwig Timotheus Spittlers Grundriß der Geschichte der christlichen Kirche (1782) 1. Einführung 2. Der pelagianische Streit an sich 2.1. Kontextualisierung und Problematisierung 2.2. Die fortwährende Relevanz des Streites 3. Augustins und Pelagius’ Anliegen und Verhalten 3.1. Pelagius’ »Ernst für das praktische Christentum« 3.2. Augustins unablässiger Einsatz gegen Pelagius 4. Die Theologie des Pelagius und Augustins 5. Zusammenfassung II. Heinrich Philipp Konrad Henkes Allgemeine Geschichte der christlichen Kirche nach der Zeitenfolge (1788) 1. Einführung 2. Der fortwährende Manichäismus Augustins 3. Pelagius’ und Caelestius’ »warmer Eifer für praktische Religion« 4. Der pragmatische Realpolitiker Augustinus 5. Verhalten und Lehre der Streitparteien 6. Zusammenfassung III. Johann Matthias Schroeckhs Christliche Kirchengeschichte (1790) 1. Einführung 2. Noch eine Darstellung des pelagianischen Streites? Rechtfertigung der eigenen Arbeit zum Thema 2.1. Kritik an der fortwährenden Instrumentalisierung des Streites 2.2. Der pelagianische Streit – vertane Chance für eine längst überfällige Diskussion zur christlichen Ethik 3. Würdigung des Anliegens des Pelagius und Kritik am augustinischen Lehrsystem 3.1. Hermeneutische Vorrausetzungen 3.1.1. Exegese, Vernunft und Erfahrung in »götteswürdiger Übereinstimmung« 3.1.2. »Einer der schlechtesten Schriftausleger«: Kritik am exegetischen und philosophischen Fundament des augustinischen Lehrgebäudes 3.2. Die anthropologische Rahmung der Theologie Augustins und des Pelagius 3.3. »Mit der Bibel in der Hand philosophirt«: Verteidigung der theologischen Ethik des Pelagius 3.3.1. Voraussetzungen und Anliegen des Pelagius 3.3.2. Die Rolle der Diskussion um den Pelagianismus vor Pelagius 3.3.3. Lob für den Brief an Demetrias und Semlers Bemühung um diesen 3.4. »[N]iemand hatte noch den Menschen so tief erniedrigt, als Augustinus«: Kritik am augustinischen Lehrgebäude 3.4.1. Voraussetzungen augustinischer Theologie 3.4.2. Das »unschickliche Wort Gnade«: Dogmatische und dogmenhistorische Kritik der Gnadenlehre Augustins 3.4.3. Augustins Selbstbetrug: Die Erfindung der Erbsünde 3.4.4. Augustins Nähe zum Manichäismus und seine pessimistische Anthropologie 3.4.5. Die Prädestinationslehre als grausame Willkür 3.4.6. Ethische Konsequenzen 4. Welcher ist der »ächte christliche« Lehrbegriff ? 4.1. Der zaghafte Mittelweg der Semipelagianer 4.2. Ein »fünfter Lehrbegriff« als Lösungsvorschlag 5. Die kirchenpolitische Dimension des Streites 5.1. Verhalten der Streitparteien 5.2. Freispruch des Pelagius bei der Anhörung in Jerusalem und der Synode zu Diospolis 5.3. Kirchenpolitische Intrigen der Nordafrikaner und das Verhalten der römischen Bischöfe 5.4. Schroeckhs Kritik an der katholischen Ehrenrettung des Zosimus 6. Zusammenfassung Schluss Literaturverzeichnis Register Stellen Personen Orte
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