معرفی کتاب «Hesiods Erga: Aspekte Ihrer Geistigen Physiognomie (Beiträge Zur Altertumskunde) (German Edition) (Beiträge Zur Altertumskunde, 351)» نوشتهٔ Korbinian Golla، منتشرشده توسط نشر de Gruyter GmbH در سال 2016. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.
Im frühgriechischen Denken nimmt die Idee der Abhängigkeit menschlichen Lebens von ihn übersteigenden Mächten eine zentrale Stellung ein; der Mensch wird als weitgehend passiv verstanden. Anders Hesiod: Hinter seinen Erga steht das Bild eines aktiven, gestaltenden Menschen, der die Möglichkeit besitzt, sich für ein bestimmtes Handeln - gut wie schlecht - zu entscheiden. Die Entscheidung trifft sein nous (Verstand), der "das eigentliche Selbst des Menschen" (Arbogast Schmitt) darstellt. Soll Handeln erfolgreich sein, muss es sich innerhalb der auf klaren Regeln beruhenden dike -Ordnung (Recht, Gerechtigkeit) bewegen; so kann der Mensch seine Zukunft weitgehend selbst gestalten und seine Ziele (ökonomisch, sozial) verwirklichen. Weil er erkennen kann, was schlecht ist, existiert auch kein scheinbar irrational waltendes Schicksal: Er ist nicht mehr nur Verantwortlicher (wie im homerischen Epos), er ist schuldig ( aitios ) an dem durch ihn in Gang gesetzten Geschehen. Vorliegende Untersuchung geht nicht nur dieser neuartigen Sichtweise nach, sondern zeigt auch, dass dem nous die Schlüsselfunktion für die adäquate Rezeption der Erga zukommt, die als Vereinigung unterschiedlicher Gattungen Hesiods bereits in der Theogonie erhobenen Anspruch, neuartige Dichtung zu schaffen, einlöst.
Im frühgriechischen Denken nimmt die Idee der Abhängigkeit menschlichen Lebens von ihn übersteigenden Mächten eine zentrale Stellung ein; der Mensch wird als weitgehend passiv verstanden. Anders Hesiod: Hinter seinen Erga steht das Bild eines aktiven, gestaltenden Menschen, der die Möglichkeit besitzt, sich für ein bestimmtes Handeln - gut wie schlecht - zu entscheiden. Die Entscheidung trifft sein nous (Verstand), der "das eigentliche Selbst des Menschen" (Arbogast Schmitt) darstellt. Soll Handeln erfolgreich sein, muss es sich innerhalb der auf klaren Regeln beruhenden dike -Ordnung (Recht, Gerechtigkeit) bewegen; so kann der Mensch seine Zukunft weitgehend selbst gestalten und seine Ziele (ökonomisch, sozial) verwirklichen. Weil er erkennen kann, was schlecht ist, existiert auch kein scheinbar irrational waltendes Schicksal: Er ist nicht mehr nur Verantwortlicher (wie im homerischen Epos), er ist schuldig ( aitios ) an dem durch ihn in Gang gesetzten Geschehen. Vorliegende Untersuchung geht nicht nur dieser neuartigen Sichtweise nach, sondern zeigt auch, dass dem nous die Schlüsselfunktion für die adäquate Rezeption der Erga zukommt, die als Vereinigung unterschiedlicher Gattungen Hesiods bereits in der Theogonie erhobenen Anspruch, neuartige Dichtung zu schaffen, einlöst.
Inhalt 9 I Prolegomena ad Hesiodi Erga 11 1 Captatio lectoris benevolentiae 13 2 Hinführung 21 Exkurs: Zur Frage der Werkeinheit der Erga 31 3 Vorüberlegungen – Rahmenbedingungen hesiodischen Dichtens 48 3.1 Schriftlichkeit 49 3.2 Poetologisches Selbstverständnis des zeitgenössischen Epos 56 3.3 Aufführungskontexte 65 Exkurs: Zur Datierung hesiodischer Dichtung und historischen Verortung der Erga 70 3.4 ‚Gegenstände der Sorge‘ 75 II Intellektuelle Grundlagen 85 1 Das Erga-Proömium – Dichtung und Wahrheit 87 Exkurs I: Hesiod als p??t?? e??et?? – Neu- und Andersartigkeit hesiodischer Dichtung 94 Exkurs II: Hekate in der Theogonie 114 2 Seelisch-Geistiges und Condicio humana 131 2.1 nous und Konsequenzen 131 2.2 Erides und Schicksal 156 III Analysen zentraler Sinneinheiten: ‚Weltaltermythos‘ und ‚Bauernkalender‘ 171 1 ‚Weltaltermythos‘ (op. 106–201) 173 2 ‚Bauernkalender‘ (op. 383–617/694) 227 Exkurs zum Begriff der Erfahrung 242 IV Schlussbetrachtung 259 V Verzeichnisse 277 Literaturverzeichnis 279 Stellenverzeichnis 300 Stichwortverzeichnis 305 Hesiod entwirft in den Erga das Bild von einem Menschen, dessen Dasein nicht allein einem unabwendbaren Schicksal unterliegt. Geleitet vom Verstand (nous) übernimmt stattdessen der Einzelne Verantwortung für sein Handeln. Vorliegende Untersuchung geht nicht allein dieser - im Rahmen der frühgriechischen Literatur neuartigen - Sichtweise nach, sondern zeigt auch, dass dem nous eine Schlüsselfunktion für eine adäquate Rezeption der Erga zukommt