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Herzzeit Ingeborg Bachmann - Paul Celan, der Briefwechsel ; mit den Briefwechseln zwischen Paul Celan und Max Frisch sowie zwischen Ingeborg Bachmann und Gisèle Celan-Lestrange

معرفی کتاب «Herzzeit Ingeborg Bachmann - Paul Celan, der Briefwechsel ; mit den Briefwechseln zwischen Paul Celan und Max Frisch sowie zwischen Ingeborg Bachmann und Gisèle Celan-Lestrange» نوشتهٔ Ingeborg Bachmann, Paul Celan, Bertrand Badiou, Hans Höller, Andrea Stoll, Barbara Wiedemann، منتشرشده توسط نشر Frankfurt am Main : Suhrkamp Verlag در سال 2008. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.

Den Eltern offenbart sie als Ersten brieflich ihr Erlebnis bei Wiener Freunden, wo sie „...den bekannten Lyriker Paul Celan etwas ins Auge“ gefasst hatte, wie sie fast beiläufig anmerkt. Die erste Begegnung der beiden bedeutendsten Vertreter deutschsprachiger Nachkriegslyrik hatte sich bereits einige Tage zuvor, im Mai 1948, zugetragen. Der „surrealistische Lyriker [...] hat sich herrlicherweise in mich verliebt“, erfuhren die vermutlich nicht gering staunenden Eltern, verlieh dieser Umstand ihrer Tochter „bei meiner öden Arbeiterei doch etwas Würze.“ Vermutlich eine Untertreibung. Bald nach diesem ersten Treffen rief sich ein beeindruckter Paul Celan mit dem Gedicht „In Aegypten“ in Erinnerung, das er Ingeborg Bachmann, „der peinlich Genauen“, liebevoll zugeeignet hatte. Mit diesem Briefgedicht, oder Gedichtbrief, war er eröffnet, der funkelnde Briefwechsel, der in diesem Bücherherbst wohl kaum eine Kritikerseele unberührt ließ! Man sollte sich alle Zeit der Welt nehmen – die Texte werden es dankend zurückgeben -, dieser Liebesbeziehung, die so inniglich um Wort und Ausdruck kämpfte, und über der lange Zeit der Nebel der Unklarheit hing, in ihre unauslotbaren Tiefen zu folgen. Zwei Biografien kollidierten, wie sie unterschiedlicher nicht hätten sein können. Hier die Philosophiestudentin und Tochter eines österreichischen NSDAP-Mitglieds der ersten Stunde. Dort der staatenlose Jude aus Czernowitz, der beide Eltern im KZ verloren und selbst das rumänische Arbeitslager überlebt hatte. Und der sich nun als jüdischer Dichter vor der schier unlösbaren Aufgabe sah, angesichts der Ungeheuerlichkeit des Holocaust in die deutsche Sprache, ja ins deutsche Gedicht zurückzufinden. Ein wahrhaft dunkler Pfad... ...über den auch diese Briefbeziehung oft genug stolpert. Oft genug mündet jedes liebe Wort in Irrungen und Missverständnissen. Der Parcours zweier Sprachgewaltiger, zeigt sich nicht selten als Sprachlosigkeit auf hohem Niveau, als naives Nichtsagenkönnen. Und immer wieder Vorzeichen der Krankheit und Depression. Sprachlich Misslungenes wird zerstört, geht auf immer verloren. Was überlebt, wird zur literarischen Kostbarkeit. Max Frisch, Hans Werner Henze, die großen Geliebten tauchen auf. Auf der anderen Seite tritt Gisèle Celan-Lestrange in den Briefwechsel ein. Die berühmten Lesungen in der Gruppe 47. Und - es kündigt sich ein Rollentausch an: Literarisch aufgeblüht, wächst bei Bachmann auch das Selbstbewusstsein. Sanft beginnt sie den großen Meister der „Todesfuge“ zu überholen, übernimmt die Führungsrolle. Zwei Besessene, denen „die Grenzen zwischen Literatur und Wirklichkeit aufgehoben sind“, wie der Rezensent der Neuen Zürcher Zeitung zutreffend befand. Deren bester Freund und ärgster Quälgeist der Schmerz war. Paul Celan wählte im April 1970 den Freitod, Ingeborg Bachmann folgte ihm drei Jahre später in einem Hotelzimmer in Rom. In diesem Briefband grüßen sie noch einmal aus der Ferne. Und sind plötzlich so nah. –Ravi Unger Den Eltern offenbart sie als Ersten brieflich ihr Erlebnis bei Wiener Freunden, wo sie „...den bekannten Lyriker Paul Celan etwas ins Auge“ gefasst hatte, wie sie fast beiläufig anmerkt. Die erste Begegnung der beiden bedeutendsten Vertreter deutschsprachiger Nachkriegslyrik hatte sich bereits einige Tage zuvor, im Mai 1948, zugetragen. Der „surrealistische Lyriker [...] hat sich herrlicherweise in mich verliebt“, erfuhren die vermutlich nicht gering staunenden Eltern, verlieh dieser Umstand ihrer Tochter „bei meiner öden Arbeiterei doch etwas Würze.“ Vermutlich eine Untertreibung. Bald nach diesem ersten Treffen rief sich ein beeindruckter Paul Celan mit dem Gedicht „In Aegypten“ in Erinnerung, das er Ingeborg Bachmann, „der peinlich Genauen“, liebevoll zugeeignet hatte. Mit diesem Briefgedicht, oder Gedichtbrief, war er eröffnet, der funkelnde Briefwechsel, der in diesem Bücherherbst wohl kaum eine Kritikerseele unberührt ließ! Man sollte sich alle Zeit der Welt nehmen – die Texte werden es dankend zurückgeben -, dieser Liebesbeziehung, die so inniglich um Wort und Ausdruck kämpfte, und über der lange Zeit der Nebel der Unklarheit hing, in ihre unauslotbaren Tiefen zu folgen. Zwei Biografien kollidierten, wie sie unterschiedlicher nicht hätten sein können. Hier die Philosophiestudentin und Tochter eines österreichischen NSDAP-Mitglieds der ersten Stunde. Dort der staatenlose Jude aus Czernowitz, der beide Eltern im KZ verloren und selbst das rumänische Arbeitslager überlebt hatte. Und der sich nun als jüdischer Dichter vor der schier unlösbaren Aufgabe sah, angesichts der Ungeheuerlichkeit des Holocaust in die deutsche Sprache, ja ins deutsche Gedicht zurückzufinden. Ein wahrhaft dunkler Pfad... ...über den auch diese Briefbeziehung oft genug stolpert. Oft genug mündet jedes liebe Wort in Irrungen und Missverständnissen. Der Parcours zweier Sprachgewaltiger, zeigt sich nicht selten als Sprachlosigkeit auf hohem Niveau, als naives Nichtsagenkönnen. Und immer wieder Vorzeichen der Krankheit und Depression. Sprachlich Misslungenes wird zerstört, geht auf immer verloren. Was überlebt, wird zur literarischen Kostbarkeit. Max Frisch, Hans Werner Henze, die großen Geliebten tauchen auf. Auf der anderen Seite tritt Gisèle Celan-Lestrange in den Briefwechsel ein. Die berühmten Lesungen in der Gruppe 47. Und - es kündigt sich ein Rollentausch an: Literarisch aufgeblüht, wächst bei Bachmann auch das Selbstbewusstsein. Sanft beginnt sie den großen Meister der „Todesfuge“ zu überholen, übernimmt die Führungsrolle. Zwei Besessene, denen „die Grenzen zwischen Literatur und Wirklichkeit aufgehoben sind“, wie der Rezensent der Neuen Zürcher Zeitung zutreffend befand. Deren bester Freund und ärgster Quälgeist der Schmerz war. Paul Celan wählte im April 1970 den Freitod, Ingeborg Bachmann folgte ihm drei Jahre später in einem Hotelzimmer in Rom. In diesem Briefband grüßen sie noch einmal aus der Ferne. Und sind plötzlich so nah. __–Ravi Unger__ Die Liebesbeziehung zwischen den beiden bedeutendsten deutschsprachigen Dichtern nach 1945 beginnt im Wien der Nachkriegszeit. Bachmann studiert dort Philosophie, fr Paul Celan ist Wien eine Zwischenstation. Im Mai 1948 lernen sie einander kennen, Ende Juni geht er nach Paris. Ihr Briefwechsel nach der Trennung ist zuerst schtter, verluft zgernd, dann setzt er sich fort in immer neuen dramatischen Phasen. Jede dieser Phasen hat ihr eigenes Gesicht: ihren besonderen Ton, ihre Themen, ihre Hoffnungen, ihre Dynamik, ihre eigene Form des Schweigens. Ende 1961 brechen das briefliche Gesprch und die persnlichen Begegnungen ab, als sich Celans psychische Krise auf dem Hhepunkt der >Goll-Affre< zuspitzt. Der Briefwechsel zwischen 1948 und 1961 (ein letzter Brief Celans datiert aus dem Juni 1967) ist ein bewegendes Zeugnis: zunchst als das Gesprch einer Liebe nach Auschwitz mit allen symptomatischen Strungen und Krisen aufgrund der so kontrren Herkunft der beiden und ihrer schwer zu vereinbarenden Lebensentwrfe als Frau und als Mann und als Schreibende. Aber es ist auch ein Ringen um Freundschaft oder um wenigstens irgendeine Beziehung. Ergnzend zu den beinahe zweihundert Zeugnissen ihrer Korrespondenz wurden die Briefwechsel zwischen Ingeborg Bachmann und Gisle Celan-Lestrange sowie zwischen Paul Celan und Max Frisch in den Band aufgenommen. Der Briefwechsel zwischen 1948 und 1961 (ein letzter Brief Celans datiert aus dem Juni 1967) ist ein bewegendes Zeugnis: zunächst als das Gespräch einer Liebe nach Auschwitz mit allen symptomatischen Störungen und Krisen aufgrund der so konträren Herkunft der beiden und ihrer schwer zu vereinbarenden Lebensentwürfe als Frau und als Mann und als Schreibende. Aber es ist auch ein Ringen um Freundschaft oder um wenigstens irgendeine Beziehung. Ergänzend zu den beinahe zweihundert Zeugnissen ihrer Korrespondenz wurden die Briefwechsel zwischen Ingeborg Bachmann und Gisele Celan-Lestrange sowie zwischen Paul Celan und Max Frisch in den Band aufgenommen
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