'Grammatik' der Schauspielkunst : Die Inszenierung der Geschlechter in Goethes klassischem Theater
معرفی کتاب «'Grammatik' der Schauspielkunst : Die Inszenierung der Geschlechter in Goethes klassischem Theater» نوشتهٔ Wiens, Birgit، منتشرشده توسط نشر Max Niemeyer Verlag در سال 2011. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.
In the period of Weimar Classicism Goethe did not only write a number of plays which to the present day have retained their place in the canon of 'classical' literature forming part of the heritage of the 'educated' classes. From 1797 to 1817 he was director of the Court Theatre in Weimar where he figured as both a drama theoretician and a man of the theatre in an eminently practical sense. The close interactions between drama production, theory, stage practice and the 'aesthetic education' of actors and actresses gave rise to his »Rules for Actors«, a fully organized system of theatrical signs squarely in the tradition of idealist thought and designated by Goethe explicitly as a 'grammar'. The present volume sets out to retrace this semiological process (i.e. the formation of a theatrical language) 'archeologically' and point up its specific historicity. Of central moment are the question of different contemporary definitions of 'man' and 'woman' and their transformation into the semiotic system of Weimar Classicism. From the perspective of gender studies and deconstructive feminism the study essays a revision of existing historiographic approaches to Goethe's theatre and at the same time proposes a new methodological approach to research in the history of theatre. Einleitung. Theatergeschichte aus ›weiblicher‹ Sicht – Eine Gegen-Geschichte? 1. Geschlechterdifferenz als Problem (theater-)historischer Forschung. Eine Methodendiskussion 1.1. Die Suche nach dem ›authentischen‹ Körper: Zivilisationsgeschichte und historische Anthropologie 1.2. Die Vergänglichkeit des Körpers als Problem der Theatergeschichtsschreibung 1.3. Körper, Theatralität, Medialität. Ansätze zu einer kulturhistorischen Analyse 1.4. Der Körper, ›ihre‹ Sexualität und ›seine‹ Wahrheit: Genus-Forschung in der Theaterwissenschaft 1.5. Sexualität, Maskerade, Theatralität. Zur Anwendbarkeit dekonstruktiver Körper-Lektüren in der Theaterwissenschaft 1.6. Zwischen Rekonstruktion und Dekonstruktion. Das Theater der Weimarer Klassik im Blick der Genus-Forschung. Quellen und Methode 2. Geschlechterdifferenz im Theater der Weimarer Klassik. Zum Stand der Forschung 2.1. Das Weimarer Theater, seine Männer und Frauen in der älteren, positivistischen Forschung 2.2. Das Weimarer Hoftheater in der neueren (theater-)wissenschaftlichen Forschung Teil I. Polarisierungen: Der bürgerliche Geschlechterdiskurs und die Entdeckung des weiblichen ›Mangels‹ – ein Vorspiel 1. Positionen, Definitionen, Geschichten: Zum Ort des ›Weiblichen‹ in Kultur und Sprache 1.1. Was ist ›Weiblichkeit‹? Versuche mit Freud 1.2. Die Differenz der Körper und das weibliche ›Nichts‹ 2. ›Naturgesetz‹, Geschlecht und Interpretationsgewalt: Stimmen von Kant, Hegel und anderen 2.1. Sprecherpositionen, Machtansprüche 2.2. Der anatomische Blick und das Korsett der Moral 2.3. Körper, Geschlecht und das kulturelle ›Gebäude‹ 3. Geschlechterdifferenz und künstlerische Produktivität: Goethe im Gespräch 3.1. Orte des Sprechens: Egalitätsdenken versus Polarisierung 3.2. Das »Ewig-Weibliche« Teil II. »Anthropomorphism, Erotomorphism«: Zum Verhältnis von Autorfunktion, Sexualität und Sprache im Vorfeld der Weimarer Klassik 1. Grenzüberschreitungen, oder: die vorübergehende Verschiebung des Blicks. Goethes Italienreisen als Wiederentdeckung des ›Sinnlichen‹ 1.1. Scientia erotica unter südlichem Himmel? 1.2. Goethes Rezeption antiker Kunst. Zur Transformierung des Sexuellen in Bild und Schrift 1.3. »Oftmals hab’ ich schon in ihren Armen gedichtet ...« Weiblichkeitsbilder in der Schrift 2. Grenzziehungen: Goethes Deutung antiker ars erotica als selektive Rezeption in Bild und Wort 2.1. »... keine Bestien in dem Götter-Saal!« Klassische Ästhetik und die heteromorphe Ordnung des Geschlechts 2.2. Strategien der Zensur: Das Weimarer Publikum und seine ›ehrbaren Frauen‹ 3. Auto(r)erotik, oder: Das latente Begehren in der Sprache. Goethe, gelesen mit Lacan 3.1. Goethes Schreiben – ein (Geschlechter-)Spiel zwischen Verbot und Geständnis? 3.2. Figurationen, Simulakren, Markierungen: Zur Interpretation des ›Phallos‹ als privilegierter Signifikant Teil III. Theatrum Eroticum: Geschlechterdifferenz und Schauspieltheorie im Vorfeld der Weimarer Klassik 1. Grenzüberschreitungen II: Das Land der Griechen mit dem Körper suchen. Zu Goethes physiognomischen Recherchen 1.1. »Das Studium des menschlichen Körpers hat mich nun ganz...« Goethes ›physiognomischer Blick‹ zwischen Aufklärung und Klassik 1.2. Erinnerungsspiele: Zur Reflexion eines archaischen Eros in Goethes Reisebericht »Das Römische Karneval« 2. Sanktionierte Transgressionen. Goethes Konzept der »selbstbewußten Illusion« und die Funktionsbestimmung des Geschlechtertauschs auf dem Theater 2.1. »Frauenrollen auf dem Römischen Theater durch Männer gespielt« – ein ›antiquarischer Rest‹? 2.2. »...eine dritte und eigentlich fremde Natur...« Zur Funktionalisierung des Kleidertauschs in Goethes Theaterästhetik 2.3. »Selbstbewußte Illusion«, Natur oder Kunst? Goethe und das Paradox über die Schauspielerin 2.4. »Knabe erschien ich, ein rührendes Kind...« Die Schauspielerin in der Hosenrolle 2.5. Die Schauspielerin: Dichtung und Wahrheit. Geschichten um »Euphrosyne« 3. Vom Mythos zum Fetisch: Zur Inszenierung des weiblichen Körpers in der Kunst der Attitüden 3.1. Marmorbilder: Erinnerungen an die Attitüden der Lady Hamilton 3.2. Vom Eros der Bewegung: Die Schauspielerin als fließendes Phantasma. Zu den Schleierspielen der Henriette Hendel-Schütz 3.3. »Pygmalion« und das Phänomen der belebten Statue. Schattenbild einer Theorie ›weiblicher‹ Schauspielkunst? Teil IV. Ein Haus aus Sprache – Zur Ordnung des Geschlechts in der »Grammatik« des klassischen Theaters 1. Goethes Autorfunktion im klassischen Theater: Architektur und Schauspieler(innen)körper als Text 1.1. Der ›Patriarch‹ und sein Ensemble. Autorfunktion, Geschlechterdifferenz, Theaterorganisation 1.2. Erziehung zum Ideal, oder: Goethes Theater als ›Gefängnis‹ 2. Inszenierte Idealität: Zur Formierung von Geschlechterdifferenz in Theatertheorie und -praxis 2.1. Der weibliche ›Mangel‹: Überlegungen zu einer Leerstelle in Goethes »Grammatik« 2.2. Geschlechterdifferenzierung in Körperbildern und Gebärden 2.3. Zur Visualisierung von Geschlechterdifferenz in Interaktion und Bewegung im Raum 2.4. Goethes Masken-Experimente. Stilisierung, »dritte und eigentlich fremde Natur«, Maskerade 2.5. Die Weimarer »Grammatik« und die Wiederkehr der ›weiblichen‹ Attitüdenkunst 2.6. Die Sprache der Differenz. Zur Ordnung von Klang, Rhythmus und Stimme 3. Die Maske und ihr Medium: Theatralität als Grenzbestimmung des Geschlechts 3.1. Paradoxien der Maskerade: Mann – Frau/Natur – Kunst 3.2. Die Grenzbestimmungen des Geschlechts im Spannungsfeld zwischen Zivilisationsprozess und Theater 3.3. Inszenierte Idealität und ihre Medien: Theaterarchitektur, Guckkastenbühne, Spiegel, Tableau Teil V. »Verweile doch, du bist so schön...« – (Theater-)Kunst im öffentlichen Raum. Geschlechter-Stilisierung als kulturelle Architextur 1. Ikonographien des Weiblichen: Schauspielerinnen-Portraits. Vom lebenden Tableau zum Tafelbild 1.1. »Und die Natur erschuf in ihr die Kunst«: Die Portraits der Corona Schröter als Grundmuster klassischer ›Weiblichkeit‹ 1.2. »Bewundert viel und viel gescholten«. Karoline Jagemann: Zur Nobilitierung der Schauspielerin im Bild 2. Bildnis-Büste – Ideal-Büste: Geschlechterphantasmen als steinernes Symbol 2.1. Zur Stilisierung der Geschlechter in der klassizistischen Bildnisbüste 2.2. ›Weiblichkeit‹ zwischen Bildnis und Ideal 3. Monument und Architextur. Plastische Theaterbilder im ›öffentlichen Raum‹ 3.1. Szenenbilder – Standbilder: Schauspieler(innen)Körper in Relief, Wandfries und Portrait-Plastik 3.2. »Luxus und Moden« – kulturelle Stilisierung: Zur Funktion der Theaterbilder im ›öffentlichen Raum‹ Teil VI. »...Und nun erkennt ein Geister-Meisterstück!« Zur Inszenierung der Geschlechter in Goethes klassischem Theater. Ein Nachspiel 1. Zur Geburt des Weimarer Stils aus der Kunst der Antike: Goethes »Müttermythos«, gelesen mit Freud und Lacan 1.1. »Das Musterbild der Männer so der Frauen«. Theatraler Normwandel zwischen Konstruktion und Rezeption 1.2. Fausts Gang zu den »Müttern«: ›Urszene‹ der Konstruktion theatraler Geschlechterdifferenz? 1.3. Der Dreifuß der »Mütter«. Chaos und semiotische Chora 2. Geschlechterdifferenz und Theatralität in Goethes Theater. Abschließende Bemerkungen Bibliographie 1. Literatur zu Goethe und zu Goethes Theater 2. Theaterwissenschaftliche Theorie, historische Anthropologie, Diskurstheorie, Poststrukturalismus, Genus-Forschung 3. Abbildungsverzeichnis In der Zeit der Weimarer Klassik hat Goethe nicht nur eine Reihe bis heute zum allgemeinen >Bildungsgut< gehöriger Dramen geschrieben. Von 1791 bis 1817 war er Leiter des Weimarer Hoftheaters und trat dort auch als Schauspieltheoretiker und Theaterpraktiker auf. Aus der engen Wechselwirkung zwischen Dramenproduktion, Theorie, Spielpraxis und der >ästhetischen Erziehung< der Schauspielerinnen und Schauspieler gingen die »Regeln für Schauspieler« hervor - als ein geregeltes, ganz dem idealistischen Denken verpflichtetes System der theatralen Zeichen, das Goethe auch als >Grammatik< bezeichnete. Der vorliegende Band unternimmt es, diesen semiologischen Vorgang (die Formierung einer theatralen Sprache) >archäologisch< nachzuzeichnen und in seiner spezifischen Historizität sichtbar zu machen. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage nach den unterschiedlichen zeitgenössischen Definitionen von >Mann< und >Frau< sowie nach deren Transformation in das Zeichensystem der Weimarer Klassik. Aus der Perspektive der >Genus-Forschung< und des >dekonstruktiven Feminismus< leistet die Studie eine Revision der bisher vorliegenden Geschichtsschreibung zu Goethes Theater und stellt zugleich einen neuen methodischen Ansatz theaterhistorischer Forschung vor. Von 1791 bis 1817 war Goethe Leiter des Weimarer Hoftheaters und trat dort als Autor, Theatertheoretiker und -praktiker auf. Aus dieser Zeit gingen die "Regeln für Schauspieler" hervor, die Goethe auch als ›Grammatik‹ bezeichnete. Der vorliegende Band unternimmt es, diesen semiologischen Vorgang (die Formierung einer theatralen Sprache) in seiner spezifischen Historizität sichtbar zu machen. Orientiert an Methoden der Genus-Forschung wird dabei die Frage nach den zeitgenössischen Definitionen von Mann und Frau sowie nach deren Transformation in das Zeichensystem der Weimarer Klassik in den Mittelpunkt gestellt Main description: Von 1791 bis 1817 war Goethe Leiter des Weimarer Hoftheaters und trat dort als Autor, Theatertheoretiker und -praktiker auf. Aus dieser Zeit gingen die >>Regeln für Schauspieler< Grammatik< bezeichnete. Der vorliegende Band unternimmt es, diesen semiologischen Vorgang (die Formierung einer theatralen Sprache) in seiner spezifischen Historizität sichtbar zu machen. Orientiert an Methoden der Genus-Forschung wird dabei die Frage nach den zeitgenössischen Definitionen von Mann und Frau sowie nach deren Transformation in das Zeichensystem der Weimarer Klassik in den Mittelpunkt gestellt
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