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Golgatha in den Konfessionen und Medien der Frühen Neuzeit (Arbeiten zur Kirchengeschichte 113) (German Edition)

معرفی کتاب «Golgatha in den Konfessionen und Medien der Frühen Neuzeit (Arbeiten zur Kirchengeschichte 113) (German Edition)» نوشتهٔ Johann Anselm Steiger (editor), Ulrich Heinen (editor)، منتشرشده توسط نشر W. de Gruyter; Walter de Gruyter Inc.; De Gruyter در سال 2017. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.

Konstantin hat die Kreuzesstrafe abgeschafft) auch heute noch errichtet werden. Pieter Brueghel der Jüngere hat 1617 auf seinem Ölgemälde mehr als nur die drei Kreuze der kanonischen Tradition dargestellt und deshalb von der Höhe Golgathas aus vor dem Hintergrund der großen Stadt gezeigt, daß Jesu Leidensgeschichte mit der Leidensgeschichte so vieler unschuldiger und schuldiger Menschen verwoben ist. 2 Die Qual des Kreuzestodes sprengt jedes Maß. In theologischer Hinsicht ist jedes Kreuz unausdenkbar, unverzeihlich, unentschuldbar. Darin aber liegt gerade die Bedeutung des Kreuzestodes Jesu. Paulus bespricht es als Skandalon (1Kor 1,18-2,5), Petrus als Stein des Anstoßes (1Petr 2,8). Denn daß der messianische Gottessohn, der Retter der Welt, gekreuzigt wird, sprengt jede Vorstellungskraft, jedes Gottesbild, jede Hoffnung auf Erlösung. Deshalb wird das factum brutum des Kreuzestodes zum Herz des Credo: "crucifixus est etiam pro nobis sub Pontio Pilato" heißt es im Glaubensbekenntnis seit 381, dem Konzil von Konstantinopel, bis heute. Bis heute blühen auch wilde Phantasien, Jesus sei nicht wirklich gestorben, sondern irgendwie entkommen. Auch der Koran leugnet den Tod Jesu. Es will damals wie heute nicht in den Sinn kommen, weshalb ein Erlöser stirbt und wie ein Gekreuzigter der Retter der Welt sein kann. Gegen diese Verdrängung sind die Passionsgeschichten geschrieben. Ohne den Kreuzestod Jesu gäbe es die Kirche und den christlichen Glauben nicht, nicht die Kultur des Mitleids, die Einsicht in die Würde der geschundenen Kreatur, auch nicht den "Standard des Realismus", wie Hans Blumenberg sagt, "an dem fortan alles zu messen war, was Wirklichkeit zu sein beanspruchte", 3 schon gar nicht die Ästhetik des Häßlichen, des Gebrochenen, Gescheiterten, von der die ganze Moderne geprägt ist. Aber anders als der Philosoph meint, verdrängt die Auferstehung nicht die Passion Christi, sondern offenbart gerade ihre Irreversibilität, also ihre geschichtliche Substanz. Denn durch die Auferstehung wird offenbart, daß die Passion nicht nur ein, sondern das geschichtliche Ereignis ist, das sub specie Dei den Sinn von Geschichte überhaupt erschließt.

Die Fokussierung der reformatorischen Theologie auf den Brennpunkt des solus Christus und die mit dem Ansatz der theologia crucis einhergehende Konzentration auf den leidenden und sterbenden Sohn Gottes sowie die spätmittelalterliche und katholische Akzentuierung von Leidensmeditation, Reliquienverehrung, Schaufrömmigkeit und Eucharistie zeitigten in der Frühen Neuzeit facettenreiche Wirkungen. Dies gilt nicht nur innertheologisch im Hinblick auf die Predigt, die private pietas und die Meditationskultur, sondern auch bezüglich der Bildenden Kunst, der geistlichen Musik und der geistlichen Lyrik. Die heterogenen medialen Darstellungen der Kreuzigung Jesu folgten dabei nicht nur theologischen Reflexionen, sondern entfalteten eigenständige Auslegungen des biblischen Textes, die ihrerseits auf die exegetische und homiletische Befassung mit dem Golgatha-Stoff zurückwirkten.
Der Band dokumentiert die Ergebnisse eines interdisziplinären Gesprächs von Theologen, Kunsthistorikern, Musik- und Literaturwissenschaftlern. Die Beiträge erkunden quellennah, welche multimedialen Umsetzungen Passionstheologie und -frömmigkeit innerhalb der jeweiligen konfessionellen Milieus erfuhren und welche Impulse sie für die Theologie setzten.

Die Fokussierung der reformatorischen Theologie auf den Brennpunkt des solus Christus und die mit dem Ansatz der theologia crucis einhergehende Konzentration auf den leidenden und sterbenden Sohn Gottes sowie die spätmittelalterliche und katholische Akzentuierung von Leidensmeditation, Reliquienverehrung, Schaufrömmigkeit und Eucharistie zeitigten in der Frühen Neuzeit facettenreiche Wirkungen. Dies gilt nicht nur innertheologisch im Hinblick auf die Predigt, die private pietas und die Meditationskultur, sondern auch bezüglich der Bildenden Kunst, der geistlichen Musik und der geistlichen Lyrik. Die heterogenen medialen Darstellungen der Kreuzigung Jesu folgten dabei nicht nur theologischen Reflexionen, sondern entfalteten eigenständige Auslegungen des biblischen Textes, die ihrerseits auf die exegetische und homiletische Befassung mit dem Golgatha-Stoff zurückwirkten. Der Band dokumentiert die Ergebnisse eines interdisziplinären Gesprächs von Theologen, Kunsthistorikern, Musik- und Literaturwissenschaftlern. Die Beiträge erkunden quellennah, welche multimedialen Umsetzungen Passionstheologie und -frömmigkeit innerhalb der jeweiligen konfessionellen Milieus erfuhren und welche Impulse sie für die Theologie setzten. Frontmatter 1 Inhalt 7 Spaltung und Erschütterung 9 Gemalte Kulissen für das Kreuz 33 Exzentrische Kreuzigungen um 1500 71 Christus pictor 101 Golgatha – Christus in der Kelter 137 Wort für Wort, Punkt für Punkt 169 Golgatha bei Rembrandt und seinem Umkreis 195 Die Crux des wahren Bildes 291 „Diß Trawerbild gehet ihnen zu Hertzen.“ 333 „Gebt mir meinen Jesum wieder“ 357 Golgatha zwischen zwei Marien 383 Todeston und Morgenstern 405 Das ,gänzlich Andere‘ in Eugène Delacroix’ Golgatha 441 Das fremde eigene Leid 453 Personenregister 465 Register der Bibelstellen 471 Autoren 475 Abbildungsnachweise 477 Tafeln 481 Der Band bietet Studien zur interdisziplinären Erkundung der intermedialen Auslegung des neutestamentlichen Golgathaerzählstoffes in der Frühen Neuzeit und berücksichtigt hierbei facettenreiche theologie-, exegese-, kunst-, literatur- und musikhistorische Aspekte.
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