معرفی کتاب «Gleichgestaltet dem Bild Christi : Kritische Untersuchungen zur Geistlichen Begleitung als Beitrag zum Spiritualitätsdiskurs» نوشتهٔ Kohli Reichenbach, Claudia، منتشرشده توسط نشر de Gruyter GmbH در سال 2012. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.
In the counseling field, a type of consultation is increasingly being offered that focuses on spiritual topics, generally known as “spiritual guidance”. This study explores various guidance models and discusses which aspects can support spiritual processes particularly effectively in our postmodern world. As basis for this analysis, the author explains and interprets Dietrich Bonhoeffer's letters from prison in today's context. Einleitung Fragestellung und Ziel der Arbeit Methode der Arbeit Die reformierte Perspektive Aufbau der Arbeit A: Geistliche Begleitung in der Postmoderne I. Gegenwärtige Modelle Geistlicher Begleitung 1. Das erfahrungs-orientierte Modell Geistlicher Begleitung 1.1 „Erfahrung“ als zentrale Kategorie Geistlicher Begleitung 1.1.1 Erschliessung der transzendenten Dimension religiöser Erfahrung im Begleitgespräch 1.1.2 Theologische Fundierung des erfahrungs-orientierten Ansatzes 1.2. Die Entdeckung psychologischer Deutungskategorien 1.3 Weiterentwicklungen des erfahrungs-orientierten Begleitmodells 1.3.1 Evolution eines neuen religiösen Narrativs. 1.3.2 Charakteristika gegenwärtiger Geistlicher Begleitung nach dem erfahrungs-orientierten Modell 2. Das nachfolge-orientierte Modell Geistlicher Begleitung 2.1 Die Sehnsucht im Narrativ des Übenden 2.2 Die Dynamik der Jesusgeschichte 2.3 Dynamische Interaktion der Narrative 3. Das narrativitäts-orientierte Modell Geistlicher Begleitung 3.1 Rezeption von Gadamers hermeneutischer Theorie 3.1.1 Gemeinsame Bezogenheit auf eine „‚storied‘ tradition“ 3.1.2 Konkretion als Imperativ Geistlicher Begleitung 3.2 Die narrative Struktur menschlicher Erfahrung 3.3 Charakteristika der Begleitung nach dem narrativitäts-orientierten Modell 4. Modelle Geistlicher Begleitung im Vergleich 4.1 Ausprägungen der Narrative 4.2 Interaktion der Narrative II. Religionsphilosophische Untersuchungen zur Interaktion zwischen religiöser Erfahrung und religiös tradiertem Narrativ 5. Die Bedeutung des religiös tradierten Narrativs für die Konstituierung und Interpretation religiöser Erfahrung 5.1 Das Postulat der „reinen“ Erfahrung 5.1.1 Der universelle Kern mystischer Erfahrung 5.1.2 Philosophische Beurteilung 5.2 Perennialismus des 21. Jahrhunderts 5.2.1 Psychologischer Perennialismus 5.2.2 Spiritueller Perennialismus 5.3 Postmoderne Einwände zur Mystikdebatte 5.3.1 Die Bedeutung des Narrativs vor, während und nach der Erfahrung 5.3.2 „plea for the recognition of differences“ 5.4 Diskussion 5.4.1 Wider konstruktivistische Verengungstendenzen 5.4.2 Die dogmen- und kirchenkritische Spitze der Erfahrungsdiskussion 6. Geistliche Begleitung im Licht der modernen/postmodernen Mystikdebatte 6.1 Das Narrativ kosmischer Spiritualität im erfahrungs-orientierten Begleitmodell 6.2 Transparenz als Desiderat in der Postmoderne 7. Das christlich tradierte Narrativ im Wechselspiel zwischen Traditionsgebundenheit und Kontextwandel 7.1 Korrelation zwischen Erfahrung und Tradition 7.1.1 Tracys „revisionist model“ 7.1.2 Übersetzung anstatt Repetition der Tradition 7.1.3 Das Primat der Erfahrung 7.2 Erfahrung durch Partizipation in der Tradition 7.2.1 Lindbecks „cultural-linguistic model“ 7.2.2 Praxis anstatt Überstzung 7.3 Diskussion 7.3.1 Kontroverse um Lindbecks Programm 7.3.2 Die geschmälerte Gestaltkraft des religiös tradierten Narrativs in Korrelationsmodellen 8. Geistliche Begleitung im Licht der modernen/postmodernen Traditionsdebatte 8.1 Die Gestaltkraft des christlich tradierten Narrativs in der Geistlichen Begleitung 8.2 Einübung als Gebot in der Postmoderne III. Die „Brüchigkeit“ der Narrative in der Postmoderne 9. Das biographische Narrativ im postmodernen Subjektivitätsdiskurs 9.1 Das „schwache“ Subjekt als neuer Subjekttypus 9.2. Das offene Identitätsprojekt des postmodernen Menschen 9.3 Die Brüchigkeit des biographischen Narrativs 10. Das religiös tradierte Narrativ in Anbetracht postmoderner Pluralität 10.1 Das Konzept des „open narrative“ 10.2 Unterbrechung des Lindbeckschen Narrativs 10.3 Die Brüchigkeit des christlich tradierten Narrativs 11. Brüchigkeit als Thema zeitgenössischer Seelsorgekonzeptionen 11.1 Die Brüchigkeit menschlichen Lebens im Licht des christlichen Glaubens 11.2 Brüchigkeit in der Differenzerfahrung des Erzählprozesses 11.3 Erkenntnisse zeitgenössischer Seelsorgekonzeptionen 12. Geistliche Begleitung mit brüchig gewordenen Narrativen 12.1 Fragmentarität – gehalten in der Narrativität 12.2 Vorläufigkeit – erfahren in der Konstituierung und Kritik von Identität 12.3 Abhängigkeit – bedingt durch die dritte Geschichte im Begleitprozess 12.3.1 Die Rolle der Geistlichen Begleiterin 12.3.2 Bewusster Umgang mit Abhängigkeit im Erzählgeschehen 12.4 Zusammenfassung und Ausblick B: Entwurf einer Mystagogik der Geistlichen Begleitung im Anschluss an Dietrich Bonhoeffers Briefe aus der Haft IV. Kreuzestheologische Begründung der „Brüchigkeit“ der Narrative 13. In Gottes Brüchigkeit aufgehobene menschliche Fragmentarität 13.1 Ermöglichung der Mehrdimensionalität durch den Glauben 13.2 Irdisches Glück als Ausschnitt der Mehrdimensionalität 13.3 „Ganzheit“ in der Fragmentarität 14. Vorläufigkeit im menschlichen und göttlichen Geheimnis 14.1 Vorläufigkeit menschlicher Selbsterkenntnis und Selbstoffenbarung 14.2 Vorläufigkeit im Gottesgeheimnis 14.3 Bewahrt in der Gewissheit um Gottes Führung 15. Abhängigkeit im Verwiesensein auf und im Dasein für die andern 15.1 Das neue Leben im „Dasein-für-andere“ 15.2 Bonhoeffers Stellvertretungsbegriff als Schlüssel zum Verständnis des „Daseins-für-andere“ 15.3 Das „Dasein-für-andere“ als Transzendezerfahrung. 16. Kreuzförmigkeit christlicher Spiritualität in der Praxis der Geistlichen Begleitung 16.1 Zwischen Selbstvergessenheit und Lebenskunst 16.2 Zwischen Wahrung und Entdeckung des Geheimnisses 16.3 Zwischen innerer Formation und Bereitung zum Dasein nach aussen V. Der religionskritische Stachel des christlich tradierten Narrativs 17. „Wie kann Christus der Herr auch der Religionslosen werden?“ 17.1 Ausgangspunkt: Überwindung des Denkens in Räumen 17.2 Religion als Aussparen von Raum für Gott und Mensch 17.3 Die Präsenz des verdrängten Gottes in dieser Welt. 18. Kritik an der Machbarkeit als früher Fokus von Bonhoeffers Religionsbegriff 18.1 Religion als Machbarkeit 18.2 Die reine Intentionalität des Glaubens 18.3 Gestaltung des in Gläubigkeit verhüllten Glaubens 19. Die bleibende Bedeutung von Bonhoeffers Überlegungen zur Religionslosigkeit in einem religionspluralistischen Kontext 19.1 Skizze einer religionssoziologischen Analyse der Gegenwart 19.2 Die Präsenz des verdrängten Gottes im gegenwärtigen Religionspluralismus 19.3 Eine Variation der Ausgangsfrage: Wie kann Christus der Herr auch der ReligionspluralistInnen werden? 20. Paradoxer Frömmigkeitsbezug in der Praxis der Geistlichen Begleitung 20.1 Die Praxis der Geistlichen Begleitung im Dienst von Christi Inanspruchnahme des ganzen Lebens 20.2 Die Praxis der Geistlichen Begleitung als Wegbereitung 20.3 Die Praxis der Geistlichen Begleitung in einem religionspluralistischen Kontext VI. Gleichgestaltet dem Bild Christi 21. Der Weg der Wandlung 22. Verwandlung in das Bild Christi 22.1 Das Bild bei Dietrich Bonhoeffer 22.2 Das Bild als Idol und Ikone – Jean-Luc Marions zentrale Unterscheidung 22.3 Abschliessende Diskussion der erfahrungs-, nachfolge- und narrativitäts-orientierten Begleitmodelle 23. Skizzen eines Modells Geistlicher Begleitung in der Postmoderne 23.1 Gleichgestaltet dem Menschgewordenen 23.2 Gleichgestaltet dem Gekreuzigten 23.3 Gleichgestaltet dem Auferstandenen 24. Epilog Anhang: Kapitelübersicht und Leitsätze Literaturverzeichnis Personenregister
Geistliche Begleitung als spezifisches Gesprächsangebot, welches Themen der Spiritualität ins Zentrum rückt, hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Wer den gegenwärtigen „Markt“ Geistlicher Begleitung kritisch durchleuchtet, stellt fest, dass dieses Label viel weniger einheitlich ist als bisweilen suggeriert wird. Es vereint Angebote, die hinsichtlich des mit ihnen geförderten geistlichen Gestaltungsprozesses deutlich divergieren, insofern als sie sich an unterschiedlichen Entwicklungsmomenten und Zieldimensionen orientieren. Die vorliegende Studie hat es sich zur Aufgabe gemacht, Prozesse Geistlicher Begleitung zu analysieren und in theologischer Perspektive zu diskutieren, wobei dies im Blick auf den gesellschaftlichen und religiösen Kontext erfolgt, in dem Geistliche Begleitung heute stattfindet. Die Untersuchung geht davon aus, dass die Wahrnehmung für diesen Kontext geschärft wird durch die konsequente Thematisierung von Pluralität, wie sie in der Postmoderne geschieht und im ersten Teil der Arbeit in Auseinandersetzung u.a. mit religionsphilosophischen und sozialpsychologischen Diskursen vollzogen wird. Die Bestimmung des Gestaltungsprozesses Geistlicher Begleitung wird im zweiten Teil der Arbeit im Rahmen einer aszetischen Relecture von Bonhoeffers Briefen aus der Haft, die für den gegenwärtigen Kontext neu aufgeschlüsselt werden, theologisch vertieft.