Gesundheit als Wandlungsfähigkeit : Viktor von Weizsäckers Beitrag zu einer kritischen Medizintheorie
معرفی کتاب «Gesundheit als Wandlungsfähigkeit : Viktor von Weizsäckers Beitrag zu einer kritischen Medizintheorie» نوشتهٔ Hans-Martin Rieger، منتشرشده توسط نشر Springer Berlin / Heidelberg در سال 2023. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.
Jedes Verständnis von Gesundheit und Krankheit ist von Hintergrundvorstellungen abhängig, die medizintheoretisch und anthropologisch bedacht zu werden verdienen. Für die Medizin empfiehlt sich eine kritische Medizintheorie und ein anthropologisches Konzept auch um ihrer wissenschaftlichen Selbstständigkeit willen. Dieses grundlegende Anliegen kennzeichnet die Arbeit des Neurologen und späteren Ordinarius für allgemeine klinische Medizin Viktor von Weizsäcker(1886-1957) und ist von bleibender Aktualität. Die Untersuchung bietet eine Einführung in Weizsäckers Gesundheitsverständnis vor dem Hintergrund gegenwärtiger Diskussionen. Von da aus schreitet sie weiter zur Reflexion der wissenschaftlichen Grundlagen von Biologie und Humanwissenschaften und hinterfragt die Übernahme naturwissenschaftlicher Kategorien auf das Leben im Allgemeinen und auf den Menschen im Besonderen. Das Programm einer "Einführung des Subjekts" erfordert eine Revision des biologischen und medizinischen Denkens. Zentral wird die Grundstruktur des Verhältnisses eines Organismus bzw. eines leiblichen Subjekts zu seiner bedeutungsvermittelten Umwelt. Innerhalb dieser Struktur kommt Gesundheit als lebensgeschichtliche Kohärenz oder Responsivität zu stehen. Ermöglicht wird diese durch eine psychophysische Wandlungsfähigkeit des Organismus. Weizsäckers Forschungsimpuls für gegenwärtige Problemstellungen und Modellbildungen ist als beachtlich zu bewerten - und zwar gerade dann, wenn man die von ihm gefundenen oder behaupteten Grundstrukturen wissenschaftsgeschichtlich erschließt. Viele dieser Grundstrukturen sind nicht nur für eine heutige Grundlegung der Psychosomatik und für den Umgang mit den Neurowissenschaften, sondern auch fürVersuche einer integrativen Medizin wegweisend. Einleitung Inhaltsverzeichnis Teil I Ein Panorama 1 Zur Bedeutung eines begrifflichen Konzepts von Gesundheit 2 Begriffliche Unterscheidungen und Grundprobleme 2.1 Deskription vs. Askription 2.2 Werturteil vs. Seinsurteil 2.3 Additives vs. dialektisches Verständnis 2.4 Gleichgewicht vs. Heterostase 2.5 Bewältigung vs. Responsivität 3 Gesundheitsdefinitionen und -konzeptionen 3.1 Gesundheitsdefinitionen als Orientierungsbeispiele 3.2 Definitionen, Konzeptionen und Modelle 4 Uexkülls Konzept als Beispiel integraler Modellbildung 4.1 Der lebende Körper im Funktionskreis 4.2 Die Semiose im psychosomatischen Zusammenhang 4.3 Der Situationskreis als dynamischer Reproduktionsprozess 4.4 Umgangsformen und Programme Teil II Die Konzeption Viktor von Weizsäckers 5 Ausgangspunkt: Die Einführung des Subjekts 6 Grundstrukturen von Weizsäckers Gesundheits- und Krankheitsverständnis 6.1 ‚Etwas‘ und ‚Jemand‘ – Funktionsfähigkeit und Umgangsfähigkeit 6.2 Polare Dynamik: ‚Gesundheitswille‘ und ‚Krankheitsstreben‘ 6.3 Lebensgeschichtlich-biographische Dynamik: Gesundheit als Werden 7 Seitenblicke: Salutogenese und Leibphänomenologie 7.1 Die Salutogenese-Konzeption A. Antonovskys 7.2 Die leibphänomenologischen Ansätze von H. Plügge und F. Buytendijk 7.3 Der theologische Ansatz K. Barths 8 Die Verschiebung der Grundlagen 8.1 Die Dimension der biographischen Selbstwerdung 8.1.1 Neurotisches Selbst- und Weltverhältnis und die „Bestimmung des Menschen“ 8.1.2 Biographische Pathogenese und die Erzählung eines Schachspiels 8.1.3 Logik der Zeitlichkeit und Leiblichkeit 8.1.4 Logik einer biographisch orientierten Behandlung 8.2 Die Dimension der Begegnung und des Umgangs von Ich und Umwelt 8.2.1 Leben als Begegnung von Ich und Umwelt 8.2.2 Kohärenzstörung und Ordnungsübergänge 8.2.3 „Es-Bildung“ als leibliches Doppelgeschehen 8.2.4 Pathisches Wesen der Krankheit 8.2.5 Brüche der „Es-Bildung“ und die Rolle der Fremdheit 8.3 „Gestaltkreis“: Subjektivität im biologischen Akt 8.3.1 Begegnung von Ich und Umwelt im Licht der Experimente 8.3.2 Subjektivität und Kontinuität des Lebens 8.3.3 Grundlegung einer Theorie des Lebens und der Gesundheit 8.3.4 Psychophysische Modellbildung 8.3.5 Psychophysische Explikations- und Behandlungsebenen 8.4 Pathisch-ontische Doppelexistenz 8.4.1 Phänomenorientierte Betrachtung des Zusammenhangs 8.4.2 Pathogenetische Betrachtung des Zusammenhangs 8.4.3 Folgen für die Therapie 9 Zusammenschau: Gesundheit und Krankheit im Rahmen einer kritischen Medizintheorie 9.1 Gesundheit: Funktionsfähigkeit ohne Sinn und Bestimmung? 9.1.1 Vom Gegenstand der Medizin und seiner inhärenten Normativität 9.1.2 Gesundheit und Krankheit in der Geschichte leiblicher Selbstwerdung 9.1.3 Gesundheit als Wandlungsfähigkeit 9.1.4 Die Bestimmung des Menschen: die Wahrheit neuer Freiheit 9.2 Gesundheit und Krankheit in doppelter Perspektive 9.2.1 Körpererleben und Körperverhältnis 9.2.2 Bedeutungswelten und Situationstherapie 9.2.3 Pathischer Umgang und pathische Bedeutung 9.2.4 Subjektive Bedeutsamkeit und objektive Wirksamkeit 9.3 Medizin auf veränderter Grundlage einer Wissenschaft vom Leben 9.3.1 Ein dem Leben angemessener Wirklichkeitsbegriff? 9.3.2 Kernbegriffe einer Wissenschaft vom Leben: Begegnung und Umgang 9.3.3 Die Herausforderung einer exakten Wissenschaft: Personalität als Individualität 9.3.4 Biomorphe Kategorien und Logizität der Medizin 9.4 Umrisse einer komplementären Psychosomatik 9.4.1 Antilogische Komplementarität 9.4.2 Psychosomatik reziproker Äquivalenz 9.4.3 Überschritt zu einer pathischen Psychosomatik? 9.4.4 Kontexte der Kausalität 9.4.5 Komplementarität und Kausalität weitergedacht 9.5 Medizinethik als Ethik in der Perspektive der ersten Person 9.5.1 Autonomie als leere Hülse? 9.5.2 Ärztliches Ethos als Ethos personaler Ermöglichung 9.5.3 Gegenseitigkeit und Sachlichkeit angesichts der Normativität des Lebens 9.5.4 Zuständigkeit und Nichtzuständigkeit der Medizin 10 Gesundheit als Wandlungsfähigkeit – Ertrag und Ausblick 10.1 Ertrag: Zusammenfassung in zehn Punkten 10.2 Einordnung: Psychosomatik und Medizintheorie im geschichtlichen Wechsel der Grundlagenforschung 10.3 Ausblick: Grundlagenforschung – quo vadis? 10.4 Epilog: Selbstbeschränkung der Medizin im Dialog mit der Theologie Literatur Personenverzeichnis
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