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Gespenstische Souveränität : zur politischen Einbildungskraft zwischen 1910 und 1920

معرفی کتاب «Gespenstische Souveränität : zur politischen Einbildungskraft zwischen 1910 und 1920» نوشتهٔ Sebastian Haselbeck; Konstanz University Press، منتشرشده توسط نشر Konstanz University Press در سال 2021. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.

Das Ende des Kaiserreichs und die Novemberrevolution von 1918 markieren einen Umbruch, der die Zwischenkriegszeit in Atem halten wird. Es beginnt die Suche nach alternativen politischen Figuren und Gebrauchsanweisungen für eine Gegenwart, in der Herrschaft und ihre Repräsentation neu verhandelt werden. Im September 1910 gehen der deutsche und der österreichische Kaiser gemeinsam ins Kino. In einem Kinematographentheater auf dem Wiener Prater schauen sie sich Filme an, die sie selbst auf der Leinwand zeigen. Die monarchischen Repräsentanten der beiden Staaten werden im Akt der Repräsentation verdoppelt: Sie sind zugleich als Zuschauer und als Filmdarsteller im Kinosaal präsent. Doch dann reißt plötzlich der Filmstreifen. Dieser Riss, so die These des Buches, geht nicht allein durch die Repräsentationslogik monarchischer Souveränität. Er lässt sich auch als Chiffre für die grundlegende Veränderung in der Vorstellung und Darstellung von Souveränität in der politischen Wirklichkeit zwischen 1910 und 1920 begreifen. Das Buch von Sebastian Haselbeck verfolgt das Nachleben monarchischer Repräsentationsformen im Übergang zur Demokratie. Der Schwerpunkt liegt auf literarischen und filmischen Darstellungen von Souveränität im deutschen und im habsburgischen Kaiserreich in ganz unterschiedlichen Konstellationen: Von den Zelluloid-Doppelgängern im Prater, Franz Kafkas »Verspensterung« kaiserlicher Souveränität, dem hölzernen Hindenburg, einer Nagelstatue im Tiergarten in Berlin, die Hugo Balls politischen Ikonoklasmus inspiriert, bis hin zu Max Webers »genialischem Seeräuber«, der als einsamer Charismatiker die bürokratisierte Welt der Moderne unsicher macht, reichen die historischen Gegenstände, die hier untersucht und zu neuem Leben erweckt werden. Umschlag Titel Impressum Inhalt Einleitung 1 »Dieses furchtbare Doppelgängertum der Repräsentation«. Vier Kaiser im Kino Die zwei Körper des Königs. Anfang und Ende monarchischer Repräsentation Mythenschau im Kinematographentheater: Der Kaiser und das Kino um 1910 Berthold Viertels Filmriss Großer Auftritt bei geringer Beleuchtung. Souveräne Jäger auf der Kinoleinwand Die Anekdote als politische Form Aus aufgedeckten Gräbern: Die gespenstische Transformation monarchischer Repräsentation und moderner Souveränität 2 Tote Kaiser und politische Wiedergänger: Franz Kafkas Habsburgische Gespenstergeschichten Kafkas China und die Fundamentierung des Politischen im Frühjahr 1917 Mauerbau mit Lücken. Architektur und Gemeinschaftsbildung Architektonische Geschichtsschreibung und das »System des Teilbaus« Die »allerundeutlichste Einrichtung«. Politische Repräsentation und das Problem der Sichtbarkeit »Umarmung aus der Ferne« – Zur Versinnlichung des Politischen in Kafkas China Die versäumte und die immerwährende Revolution 30. November 1916. Das Begräbnis des Kaisers und das Schicksal des politischen Körpers Der tote Kaiser klopft an. Monarchische Begräbnisformen und die Demokratisierung der Begräbniskultur im 19. Jahrhundert Der verdoppelte Gruftwächter, eine »polizeiliche Notwendigkeit« Das umgekehrte Klopfritual »Welcher Friedrich?« Die Zuversicht der Gespenster 3 »Der ausgenagelte Hindenburg«. Ersatzkaiser und Nagelstatuen: Ikonoklasmus als Revolutionärer Akt Das ephemere Denkmal: Der hölzerne Hindenburg auf dem Königsplatz in Berlin Denkmalskult und Arbeit am nationalen Gedächtnis Aufrichtung und Zerstörung des ›Ersatzkaisers‹ im Krieg Hugo Balls Ausnagelung des Holzhindenburgs Plastizität und Teilhabe: Hugo Balls Nagelstatue und Carl Einsteins Negerplastik Das Heulen patriotischer Hyänen oder Hugo Ball als »der christliche Bakuninist« Ikonoklasmus und politischer Tastsinn Die ›Abrüstung‹ des »eisernen Hindenburg« 4 Max Weber zwischen den Stühlen: Bürokratie und Charisma Heuristische Fiktion, Gnadengabe, Antidot: Zur Entstehungsgeschichte von Max Webers Idealtypus charismatischer Herrschaft Exkurs: Rudolf Sohms Kirchenrecht und die Entdeckung des paulinischen Charismas Aus der toten Zone bürokratischer Phantasie: Max Webers »genialer Seeräuber« Epilog. Der Souverän geht schwimmen Friedrich Ebert in Badehose Peinliche Pause. Demokratie und falscher Takt Der Strand als Klebegrund der Demokratie Dank Anhang Verzeichnis der Siglen Ungedruckte Quellen Gedruckte Quellen und Literatur Verzeichnis der Filme Verzeichnis der Abbildungen

Das Ende des Kaiserreichs und die Novemberrevolution von 1918 markieren einen Umbruch, der die Zwischenkriegszeit in Atem halten wird. Es beginnt die Suche nach alternativen politischen Figuren und Gebrauchsanweisungen für eine Gegenwart, in der Herrschaft und ihre Repräsentation neu verhandelt werden.Im September 1910 gehen der deutsche und der österreichische Kaiser gemeinsam ins Kino. In einem Kinematographentheater auf dem Wiener Prater schauen sie sich Filme an, die sie selbst auf der Leinwand zeigen. Die monarchischen Repräsentanten der beiden Staaten werden im Akt der Repräsentation verdoppelt: Sie sind zugleich als Zuschauer und als Filmdarsteller im Kinosaal präsent. Doch dann reißt plötzlich der Filmstreifen. Dieser Riss, so die These des Buches, geht nicht allein durch die Repräsentationslogik monarchischer Souveränität. Er lässt sich auch als Chiffre für die grundlegende Veränderung in der Vorstellung und Darstellung von Souveränität in der politischen Wirklichkeit zwischen 1910 und 1920 begreifen.Das Buch von Sebastian Haselbeck verfolgt das Nachleben monarchischer Repräsentationsformen im Übergang zur Demokratie. Der Schwerpunkt liegt auf literarischen und filmischen Darstellungen von Souveränität im deutschen und im habsburgischen Kaiserreich in ganz unterschiedlichen Konstellationen: Von den Zelluloid-Doppelgängern im Prater, Franz Kafkas "Verspensterung" kaiserlicher Souveränität, dem hölzernen Hindenburg, einer Nagelstatue im Tiergarten in Berlin, die Hugo Balls politischen Ikonoklasmus inspiriert, bis hin zu Max Webers "genialischem Seeräuber", der als einsamer Charismatiker die bürokratisierte Welt der Moderne unsicher macht, reichen die historischen Gegenstände, die hier untersucht und zu neuem Leben erweckt werden.

"Im September 1910 gehen der deutsche und der österreichische Kaiser gemeinsam ins Kino. In einem Kinematographentheater auf dem Wiener Prater schauen sie sich Filme an, die sie selbst auf der Leinwand zeigen. Die monarchischen Repräsentanten der beiden Staaten werden im Akt der Repräsentation verdoppelt: Sie sind zugleich als Zuschauer und als Filmdarsteller im Kinosaal präsent. Doch dann reißt plötzlich der Filmstreifen. Dieser Riss, so die These des Buches, geht nicht allein durch die Repräsentationslogik monarchischer Souveränität. Er lässt sich auch als Chiffre für die grundlegende Veränderung in der Vorstellung und Darstellung von Souveränität in der politischen Wirklichkeit zwischen 1910 und 1920 begreifen. Das Buch von Sebastian Haselbeck verfolgt das Nachleben monarchischer Repräsentationsformen im Übergang zur Demokratie. Der Schwerpunkt liegt auf literarischen und filmischen Darstellungen von Souveränität im deutschen und im habsburgischen Kaiserreich in ganz unterschiedlichen Konstellationen: Von den Zelluloid-Doppelgängern im Prater, Franz Kafkas »Verspensterung« kaiserlicher Souveränität, dem hölzernen Hindenburg, einer Nagelstatue im Tiergarten in Berlin, die Hugo Balls politischen Ikonoklasmus inspiriert, bis hin zu Max Webers »genialischem Seeräuber«, der als einsamer Charismatiker die bürokratisierte Welt der Moderne unsicher macht, reichen die historischen Gegenstände, die hier untersucht und zu neuem Leben erweckt werden."--Provided by publisher
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