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Geschwister: Ein Dispositiv bei Jean Paul und um 1800 (Studien zur deutschen Literatur 198) (German Edition)

معرفی کتاب «Geschwister: Ein Dispositiv bei Jean Paul und um 1800 (Studien zur deutschen Literatur 198) (German Edition)» نوشتهٔ Frei Gerlach, Franziska، منتشرشده توسط نشر De Gruyter در سال 2012. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.

Ausgezeichnet mit dem UBS-Habilitationspreis 2010 der Philosophischen Fakultät der Universität Zürich Around 1800, the idea of sibling relationships coalesced to form a network of social, symbolic, and imaginary relations. We can read this fraternal structuring of the world in the literature of the period. The present study examines the meaning of sibling relationships in a broader discussion of cultural history and with a meticulous new reading of the novels of Jean Paul along with other canonical texts (Jacobi, Goethe, Schiller, Novalis). The demonstration of how a dispositif related to siblings developed around 1800 uncovers a previously hidden social dynamic, offering the basis for a perspectival shift in the cultural history of social relationships. Einleitung Teil I. Die Geschwisterbeziehung 1. »Ideen-Ordnung«: Dispositionen 1.1 Das Skandalon der Antigone 1.2 Die Ordnung der Familie: familiale Struktur und kulturelle Kontingenz 1.3 Vertikale und Horizontale 1.4 Existenzweisen von Geschwisterbeziehungen und die symbolische Ordnung 1.5 Geschwisterpaare und Geschlecht 1.6 Am Nullpunkt der Kultur: Inzestdiskurse 2. »Jetzo regieren Diskurse«: Konstellationen der Horizontalen um 1800 2.1 »Eigentlich, weiter, figürlich«: Enzyklopädie der Beziehungsbegriffe 2.2 Eigentliches: Konstellationen leiblicher Geschwisterbeziehungen 2.2.1 Literarische Bruder-Schwester-Szenographie 2.2.2 Soziale Handlungspraxen: endogame Heiratspraxis, Vetterleswirtschaft 2.2.3 Bürgerliche Familienvorstellungen: Geschwisterbriefe 2.3 Eigentliches versus Weiteres: Diskurs-Schnittstellen zwischen Familie und Gesellschaft 2.3.1 Ausschluss von Sexualität: Empfindsamkeit 2.3.2 Einschluss von Sexualität: Inzestdiskurse 2.3.3 Das Modell Antigone: Hegel als Theoretiker der Horizontalen 2.4 Weiteres: institutionelle Geschwisterschaft und Freundschaft 2.4.1 Geheime Gesellschaften und ihre Literarisierung 2.4.2 Die Parole der fraternité und die illuminatische Verschwörungsthese 2.4.3 Die herrnhutischen Brüder und Schwestern 2.4.4 Freundschaft und Geschwisterschaft 2.5 Figürliches: imaginäre Geschwisterschaften 2.5.1 Primärerzählungen: Mythen und Märchen 2.5.2 Figurationen des kulturellen Imaginären: Spiegelung, Selbstverdoppelung, Androgynie Teil II. Das Geschwisterdispositiv der Unsichtbaren Loge Einführung 1. Geschwistergenese auf drei Ebenen 1.1 »Auf zwei Füße gestellte Schafe«: institutionelle Geschwisterschaft 1.2 »Sogar bis auf die Haare«: leiblich-materielle Geschwisterbeziehung 1.3 »Sein Schwesterchen, das mit ihm gespielet«: seelisch-imaginäre Geschwisterbeziehung 2. Liebe und Geschwister 2.1 »Herüber und hinüber«: Goethes Geschwister als Intertext zur Loge 2.2 »Ich bin ja dein Bruder nicht«: Geschwistersubtext der Loge 2.2.1 »Guido-Bilderstürmerei«: Verliebung 2.2.2 »Rolle und Geschichte«: Verwirrung 2.2.3 »Das verschwisterte Herz, nach dem wir uns sehnen«: Versöhnung 3. Freundschaft und institutionelle Geschwisterschaft 3.1. Die Verhandlungen um Freundschaft und Geschwisterschaft 3.1.1 »Bruder« Henriette: Jacobis Woldemarals Intertext zur Loge . 3.1.2 »Herzensmilchbrüder«: Freundschaften in der Loge 3.1.2.1 »Glückseligkeits-Triangel« im Geschwistermodus: Amandus, Gustav und Beata 3.1.2.2 Maximale Extension von Freundschaft: das »humoristische Quecksilber« Fenk 3.2 Eine »Titel-Sonderbarkeit«: die vierfache Spur der unsichtbaren Loge im Text 4. Schriftgeschwister 4.1 Der erzählte Text: Stückwerk, Werk und Wirkung 4.2 Genealogie der Schriftschwester: Pfand, Bruchstück und Bücherleim 4.3 Rückversicherung: membra disiecta des Osiris und Isis-Energie Teil III. Die Geschwistersemiose in Hesperus, Titan und den Flegeljahren Einführung 1. Genese - Genealogie der Geschwisterfigurationen 1.1 Biologisierung von Geschwisterbeziehungen im Hesperus 1.2 Geschwisterproliferation im Titan 1.3 Geschwisterkonkretisation in den Flegeljahren 2. Liebe und Geschwister 2.1 Blut-Schrift und Variation der inzestuösen Situation im Hesperus 2.2 Finales Erzählen der Geschwisterisotopie im Titan 2.3 Schwesterlose Liebe in den Flegeljahren 3. Freundschaft und institutionelle Geschwisterschaft 3.1 Jugendfreundschaft und Biologisierung der Parole der fraternité im Hesperus 3.2 Enttäuschtes Freundschaftsideal und der geheime Bund der Monarchisten im Titan 3.3 Der Bruder als Freund und der Bund der Akzessit-Erben in den Flegeljahren 4. Geschwister-Poetologien 4.1 Verschiebungen und Verabschiedung der Schriftschwester in Hesperus, Quintus Fixlein und Siebenkäs 4.2 Schrift-Zwillinge 1: »Die Doppeltgänger« 4.3 Schrift-Zwillinge 2: Flegeljahre Schluss Bibliographie Jean Paul-Ausgaben Andere Literatur Register 1. Personenregister 2. Werkregister 2.1 Jean Paul 2.2 Andere Literatur

Zum ersten Mal wird die Frage nach der symbolischen Valenz von Geschwisterlichkeit um 1800 gestellt und auf einer breiten kulturhistorischen Basis beantwortet. Geschwister sind um 1800 von hoher symbolischer, gesellschaftlicher und individualpsychologischer Relevanz. Dies schlägt sich nieder in Beziehungsdynamiken, Gefühlsmodellierungen und Identitätszuweisungen. Dabei wird ein Netzwerk horizontaler Beziehungen sichtbar, das mit Foucault 'Dispositiv' genannt werden kann. Grundlage für die These der Formierung eines Geschwisterdispositivs um 1800 sind die in der historischen Semantik des Geschwisterbegriffs selbst angelegten Schnittstellen zwischen leiblicher Verwandtschaft, institutionellen Organisationen und Figuren des kulturellen Imaginären. Lesbar wird diese geschwisterliche Strukturierung von Welt in der Literatur. In minutiösen Neulektüren von Jean Paul sowie Jacobi, Goethe, Schiller und Novalis wird evident, wie literarische Texte vielfältige Geschwisterstrukturen etablieren, bisweilen verblüffende Kontexte über Sache und Begriff des Geschwisters verknüpfen und so auf einer horizontalen Ebene verhandeln. Die vorliegende Studie legt damit die Basis für einen Perspektivenwechsel in der Kulturgeschichte sozialer Beziehungen.

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