معرفی کتاب «Gendering 9/11 : Medien, Macht und Geschlecht im Kontext des »War on Terror«» نوشتهٔ Andrea Nachtigall، منتشرشده توسط نشر Bielefeld University Press. ein Imprint von Roswitha Gost u. Karin Werner - transcript Verlag در سال 2012. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.
Wie tragen spezifische Geschlechterkonstruktionen dazu bei, den »Krieg gegen den Terror« und die deutsche Kriegsbeteiligung zu legitimieren? In Kriegsdiskursen werden nicht nur nationale, sondern auch geschlechtliche Identitäten und Bilder entworfen und (neu) verhandelt. Andrea Nachtigall zeigt anhand der Berichterstattung deutscher Printmedien über den 11. September 2001 und den Afghanistankrieg, wie die mediale Deutung der Ereignisse mit der Konstruktion von Geschlecht einhergeht. Kritisch beleuchtet werden insbesondere Funktion und Mobilisierbarkeit von Geschlecht im Kontext von Krieg und »Terror«. Die materialreiche Studie verdeutlicht zudem den Nutzen feministischer und genderbezogener Analysen (nicht nur) für die Politikwissenschaft. Geschlecht,Medien,Krieg,11. September,Diskursanalyse,Politik,Gender Studies,Terrorismus,Medientheorie,Politikwissenschaft,Soziologie,Gender,Media,Politics,Terrorism,Media Theory,Political Science,Sociology Inhalt Einleitung: Der 11. September und Geschlecht in den Medien I. Theorie: Krieg – Geschlecht – Medien 1. Krieg und Frieden – feministische und genderbezogene Perspektiven 1.1 Die Anfänge: Frauenbewegung und feministische Friedensforschung – »Das Private ist politisch« 1.2 Theoriekritik: Internationale Beziehungen, Staat und Krieg – »Das Private ist international« 2. Medien als ›Technologie‹ von Krieg und Geschlecht II. Methode: Geschlechterkonstruktionen in medialen Kriegsdiskursen erforschen 1. Diskursanalyse als Modus der Kritik 2. Operationalisierung: Deutungsmuster und Kollektivsymbolik 3. Analyseschritte III. Die Deutung der Ereignisse im zeitlichen Verlauf: Der 11. September und der Krieg in Afghanistan in Spiegel und FAZ 1. Strukturanalyse des Nachrichtenmagazins Der Spiegel 1.1 Auflagenstärke, Ausrichtung und Besonderheiten 1.2 Die formale Struktur: Ressorts, Textsorten, erste Ausgabe nach 9/11 1.3 Inhalte, Themenschwerpunkte und Diskursverschränkungen im zeitlichen Verlauf 2. Strukturanalyse der Frankfurter Allgemeinen Zeitung 2.1 Auflagenstärke, Ausrichtung und Besonderheiten 2.2 Die formale Struktur: Ressorts, Textsorten, erste Ausgabe nach 9/11 2.3 Inhalte, Themenschwerpunkte und Diskursverschränkungen im zeitlichen Verlauf IV. Die Hauptakteure im Spiegel der Medien 1. George W. Bush – zwischen ›Staatsmann‹ und ›Cowboy‹ 1.1 ›Reifeprüfung‹ – Bush als »Staatsmann« und »Kriegsherr« 1.2 Die ersten Reaktionen in einer Grundschule in Florida – zu viel Gefühl 1.3 ›Soziale Kompetenzen‹ – Nationaler Tröster, Therapeut und Beschützer 1.4 ›Charismatischer Führer‹ – Patriotismus, Pathos und Führungskraft 1.5 ›Cowboy Bush‹ – Biblische Rache und Vergeltung 1.6 Der Krieg in Afghanistan – Bomben als »Macho-Gehabe« 1.7 Analyse: Maskuline Rationalität versus hypermaskuline Irrationalität – Was einen (US-amerikanischen) Politiker auszeichnet 2. Gerhard Schröder – »Zupack-Kanzler« und Wegbereiter 2.1 »Schritt in die erste Reihe« – Schröder und Deutschland werden erwachsen 2.2 Das Verhältnis Deutschland – USA: nationsübergreifende Solidarität, historisch gewachsene Freundschaft und Differenz 2.3 Emotionalität, Verständnis und Überzeugungskraft – Anführer einer (kriegs-)verängstigten Nation 2.4 »Risiko Ja, Abenteuer Nein« – Stratege der neuen deutschen Außenpolitik 2.5 »Moral statt Machiavelli« – Moralische Überlegenheit und Wertegebunden heit deutscher Politik 2.6 »Kampf um die Kultur« – gewissenhafter Zweifler und Verfechter von Diplo matie und Dialog 2.7 Von der Außen- zur Innenpolitik: »Basta-Kanzler« oder ›gescheiterter Held‹? 2.8 Analyse: Moralität und Rationalität – Was einen deutschen Politiker auszeichnet 3. Joschka Fischer und Die Grünen – ›Helden‹ und ›Heulsusen‹ 3.1 Der grüne ›Krieg‹ um die reine Lehre 3.2 Joschka Fischer – ›Retter in der Not‹ 3.3 Irrationalität, Realitätsflucht und Gutmenschentum – das grüne »Öko-Paradies« 3.4 Pure Emotionalität – Angst, Unsicherheit und Nervosität 3.5 Claudia Roth – »Mutter Beimer« und »Heulsuse« 3.6 Nach der Vertrauensfrage: Lernprozess gescheitert – »Dinosaurier« und »Betonköpfe« an der Basis 3.7 Post-Petersberg: Das Ende des humanitären Argumentationsmusters? 3.8 Analyse: Maskulinisierung der Politik – Feminisierung der Kritik 4. Der deutsche Soldat – vom ›Sozialarbeiter in Uniform‹ zum ›Anti-Terror-Spezialisten‹ 4.1 Sicherheitspolitischer Paradigmenwechsel – müssen deutsche Soldaten fortan kämpfen und schießen? 4.2 Generationenwechsel: Abschied vom »guten alten Bundeswehrbeamten« – Willkommen KSK 4.3 Das KSK – internationale Elite und »Deutschlands härteste Kampftruppe« 4.4 Kontrollierte Gewalt und Just Warriors – »keine Rambos oder Selbstmörder« 4.5 Neue und alte Aufgabenfelder: ›Hit and run‹, Polizist im Ausland und Geiselbefreier 4.6 Soldatische Nebenrollen: Arzt, Therapeut und Feuerwehrmann 4.7 Rechtliche und gesellschaftliche Bindung – der ›Staatsbürger in Uniform‹ 4.8 Verheiratet, heterosexuell, christlich – die soldatische Kleinfamilie 4.9 Altbewährte Rollen: Friedensstifter, humanitärer Helfer und Menschenrechtler 4.10 Soldatinnen – nach dem 11. September eine Leerstelle 4.11 Analyse: Der Bundeswehrsoldat – (k)ein Kämpfer? 5. Feind-Bilder: Die Repräsentation des ›Terroristen‹ 5.1 Mohammed Atta und die Attentäter aus Deutschland – ›Fremde Nachbarn‹ 5.2 Osama Bin Laden – Mythos und ›Gesicht des Bösen‹ 5.3 Die Taliban – ›Primitive Tyrannei‹ 5.4 Analyse: Das neue Feindbild ›Terrorist‹ – Neo-Orientalismus und hybride Monstrosität 6. Die ›afghanische Frau‹ – Opfer patriarchaler Gewalt und Leidtragende des Krieges 6.1 Die ›afghanische Frau‹ als Opfer männlich-patriarchaler Gewalt 6.2 Verschleiert und versklavt – die Burka als ›Gefängnis‹ 6.3 Opfer von Kriegsgewalt – ›FrauenundKinder‹, Flüchtlingsfrau und Hungernde 6.4 Eine andere Rahmung des Flüchtlingsthemas – ›failed states‹ und ›Flüchtlingsströme‹ als Gefahr für die internationale Politik (FAZ) 6.5 Zeichen der ›Befreiung‹ – Entschleierung und Bartrasur 6.6 Die ›afghanische Frau‹ als Symbol für Hoffnung, Frieden und Neuanfang 6.7 Frauenrechte und Frauenförderung – Zweck und Ziel der (deutschen) politischen Bemühungen 6.8 Politisch aktive Frauen – Petersberg-Delegierte, Ministerin und RAWA-Frauenrechtlerin 6.9 Analyse: Die Repräsentation der ›afghanischen Frau‹ – Opfer, Symbol und Kriegsargument V. Schlussbetrachtungen: Konstruktionen von Geschlecht im ›Krieg gegen den Terror‹ 1. Neue Kriege – neue Geschlechterkonstruktionen? 2. Die Repräsentation der politischen Akteure in der Zusammenschau 2.1 Konkurrenz der Männlichkeiten und Unterordnung des Weiblichen: Bush, Schröder, Fischer und die Grünen 2.2 Traditionen und Brüche: der Terrorist als neuer Akteur auf der Bühne der internationalen Beziehungen 2.3 Personalisierung als Reduktion von Komplexität 3. Geschlecht als symbolische Ressource I: Die Konstruktionen kollektiver Identitäten – Freund- und Feindbilder 3.1. Deutsche Identität I: Das Verhältnis zwischen Europa und den USA 3.2 Deutsche Identität II: Neue ›Abendländischkeit‹ und die Wiederbelebung eines alten Feindbildes ›Islam‹ 4. Geschlecht als symbolische Ressource II: Die Legitimierung staatlicher und militärischer Gewalt 4.1 Neue ›Weltinnenpolitik‹ – innere und äußere Sicherheit fallen zusammen 4.2 Innere Sicherheit: Verschärfung der Innen-, Ausländer- und Asylpolitik 4.3 Remilitarisierung der Außenpolitik – »Die Sicherheit Deutschlands wird auch am Hindukusch verteidigt« 4.4 Die Rückkehr des soldatischen Kämpfers – ›postheroischer Heroismus‹ 4.5 Kriegslegitimierende Deutungsmuster – Erwachsenwerden, Freundschaft und internationale Verantwortung 4.6 Von der ›humanitären Intervention‹ zur ›Verteidigung der Sicherheit‹ – das Ende einer vertrauten Legitimationsfigur? Abbildungen Literatur Danksagung
Wie tragen spezifische Geschlechterkonstruktionen dazu bei, den »Krieg gegen den Terror« und die deutsche Kriegsbeteiligung zu legitimieren?In Kriegsdiskursen werden nicht nur nationale, sondern auch geschlechtliche Identitäten und Bilder entworfen und (neu) verhandelt. Andrea Nachtigall zeigt anhand der Berichterstattung deutscher Printmedien über den 11. September 2001 und den Afghanistankrieg, wie die mediale Deutung der Ereignisse mit der Konstruktion von Geschlecht einhergeht. Kritisch beleuchtet werden insbesondere Funktion und Mobilisierbarkeit von Geschlecht im Kontext von Krieg und »Terror«.Die materialreiche Studie verdeutlicht zudem den Nutzen feministischer und genderbezogener Analysen (nicht nur) für die Politikwissenschaft.