Gelehrter Briefwechsel zwischen Johann Jacob Reiske, Moses Mendelssohn und Gotthold Ephraim Lessing: Teil 2
معرفی کتاب «Gelehrter Briefwechsel zwischen Johann Jacob Reiske, Moses Mendelssohn und Gotthold Ephraim Lessing: Teil 2» نوشتهٔ Johann Jacob Reiske, Moses Mendelssohn, Gotthold Ephraim Lessing، منتشرشده توسط نشر de Gruyter GmbH در سال 2022. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.
^5err Randal, ein Schotte, stellet Ihnen dieses Schreiben zu. Er hat sich diesen Win ter ter in Leipzig aufgehalte»,um in dem exegetischen Theile der Theologie etwas mehreres zu thun, als Leute von seinem Stande und Jahren ge\* meiniglich zu thun pflegen. Jezt ist er im Begriffe wieder nach Hause zu gehn, und das ihm angetragene geistliche Amt auzutreten. Die schöne Bibliothek zu Wolfenbüttcl möchte er er gerne sehen, deswegen hat er seinen Weg eigentlich über Wolfenbüttel und Braunschweig genomincn. Cr bat mich ihm Gelegenheit dazu zu verschaffen. Was konnte mir angenehmer seyn, als eine solche Gelegenheit, zu gleicher Zeit einem Freunde, der an mich, von Eng« land aus recominandirt war, zu dienen, und Sie, mein hochgeehrtester Herr, meiner Er« gebenheit zu versichern, und Ihnen meine Dankbarkeit für die so freundschaftliche Auf nahme meines lezten Schreibens zu bezeuge»? Ihre Emsigkeit, mir gefällig zu werden, und mein demosthenisches Werk zu befördern, hat in dec That meine Erwartung übertroffen. Wie hatte ich selber mehr thun können, als Sie gethan haben? Wenn doch auch nur der Erfolg, dem Ernste Ihrer Bemühungen und der Lauterkeit Ihrer Absichten entspräche! Doch das wird, wie ich hoffe, dienaheOstermesse messe weisen. Von ganz Deutschland zusammengcnominen, verspreche ich mir so viel Bei stand nicht, als ich mir von Hamburg allein verspreche. Trifft meine Hofnung ein, so werde ich von Ihrer Empfehlung, einer eben so ernstlichen und wichtigen, als für inich rühmlichen Empfehlung reiche Früchte erndten, Sie dafür segnen, und um desto muthiger in der Laufbahn, die ich nun einmal betreten habe, fortfahren. In wenig Tagen wird dec erste Band des Demosthenes fertig seyn. Könnte derselbe durch Dero Vermittelung ein eben so ehrenvolles Zeugniß, in der Hambur gischen Zeitung erhalten, als die bloße An kündigung und Probe desselben zu erhalten das Glück gehabt, so würdedas ein Zuwachs derer Verbindlichkeiten seyn, unter welche Sie, hochgeehrtester Herr Bibliothekar, versezt haben Dero ergebensten Dieser D. R e i s k e. 6; Leipzig, Sea 12. May 1770, Es ist mir ein wahres Vergnügen, Euer Wohlgebohpnen mit dem ersten Theil eines Werks aufznwarten, zu dessen Einpfehlung Sie, schü» da es noch in der Geburth war, zum voraus so viel beygetragen haben. Weil ich nicht zweifle, daßZhr Ansehn bey den Ver fasser» der neue» Hamburger Zeitung, Ihrer Entfernung ungeachtet, dennoch einen starken Eindruck habe, so erkühne ich mich, Sie zit ersuchen, es dahin zu vermitteln, daß in gedach ter Zeitung eine zu bessern Vertriebe meine-Werks gereichende Anzeige mitgetheilet werde. Könnte es durch Dero Vermittelung gesche hen, daß auch die herzogliche Bibliothek, der Sie vorstehn, ein Exemplar nähme, so ge schehe mir darunter eine Gefälligkeit. Zwar weiß ich wohl, daß dergleichen Bitten, unh Dienstleitungen keine» von uns beyden klei den. Aber die Verfassung der Welt, in der wir leben, macht sie unvermeidlich. Wenig stens muß ich, da ich einmal die Rolle eines Verlegers wider meinen Willen spielen muß, mich zu dergleichen Erniedrigungen bequemen. £t|T gel.Drüfw. 2. Th. B Httk r.S Herr Randal, ein Schotte, wird Ihnen vor einigen Wochm ein Schreiben von mir ringehändigt haben, und ich hoffe, daß es.gütige Aufnahme werde erhalten haben. Ob die vorgeschlagene Subskription auf meinen De mosthenes bey den hamburgischen Intelligenz-Comptoir zu Stande gekommen,. und Gelder daselbst eingegattgen sind, ist mir jetzt noch nicht wissend. Zwar versprach ich mir von Hainburg wenigstens einigen Beystand; aber zu meiner Befremdung ist noch weit weniger von daher, als selbst von Leipzig eingegangen, da doch ihrer sechs noch pränumeriret haben. Doch ich will Euer Wohlgebohrnen mit der gleichen Kleinigkeiten nicht behelligen. Dürf te ich aber wohl so frey seyn, und niich erkun digen, unter was für Bedingungen Man wohl aus der Wolfenbüttclschen Bibliothek etwas von Ästanuscripten hierher nach Leipzig bekom men könnte, falls man meynte, des einen oder des andern von daher benöthigt zu ftyn. Unter Versicherung aufrichtiger Hochachtung und Anwünschung alles Wohlergehens ver harre re. \_\_\_\_\_\_\_\_ D. Reiske. 'S 7. Wolfenbüttrl, -.27. May 1770. Ach danke Ihnen, liebster Schmid, für Ih ren Adcliiiaiin: aber nun?-Kein Exem plar für die Bibliothek? oder soll das, wel ches Sie mir geschickt haben, für die Biblio thek? Recht wohl; so habe ich mich für die Bibliothek bedankt. Ich gebe meine Hofnung nicht aus, noch etwas von Adelmanncn selbst, oder von Bcrengarius aufzutreiben, um einmal eine an sehnliche Ausgabe zu veranstalten. Vorläu fig habe ich schon etwas gefunden, welches' wenigstens unter den literarischen Anhängen eine Stelle verdienen wird, und das Sie jetzt schon recht gut hätten nutze» können. Cs betrift nehmlich die nähere Bestimmung des Sterbejahres Ihres Adelmanns. Weder Galearduö noch andere Brescianer, wollen ihn gerne so lange leben lassen, daß ihn daK Gebet des Pabst Nicolaus II. arcendi a divi\* vinis diaconos facerdotesquc concubinarios mit angegangen. Als ob man nicht in jeder Kir che sehr rechtgläubig seyn, und dennoch ein ärgerliches Lebe» führen könnte, Ich suchte B 2 in in bet Raccolta d' Opuscoli fcient. e filol. ganj etwas anders, als ich einen ausdrücklichen Brief von Carlo Deneda, in dein 47ten Thei le derselben, über diese Materie fand. Ich schi cke Ihnen den Theil, um den Brief selbst 511 lesen. Aber ich muß Ihnen zugleich sagen, daß ich auf das Diplom, worauf sich Dene da vornehmlich gründet, eben nicht schwören möchte. Deneda gestehet selbst, daßdasJahr des Kaysers, seit seiner Erwählung zum rö mischen Könige, verschrieben sey. Könnte also nicht eben so wohl die eigentliche Jahrzahl verschrieben seyn? Untersuchen Sie doch das Ding ein wenig genauer, wenn Sie einmal sonst gar nichts anzufangen wissen. -Ihre Bemerkung wegen der alten deut schen Uebersetzung des Creseenrius, daß ein Theil derselben müßte in Reimen geschrieben gewesen seyn, ist sonderbar, und verdiente ei ne kleine Ausführung; wäre es auch nur, um auf andere alte deutsche Bücher aufmerksam zu machen, ob ihnen nicht vielleicht eben daS widerfahren. Ist doch selbst mit lateinischen Dichtern eben so etwas vorgegangen. Aeltere Ausgaben des deutschen Crescentius, als Ihre Ihre von tyig, giebt es allerdings. Wir selbst haben hier eine von 1512. ebenfalls irt Folio ohne Ort des Druckes. Aber auch die se kann nicht die erste seyn, denn am Ende heißt es: "New gedruckt und geendet im Jahr i)i2." Zwar diese unsere altere Ausgabe ist auch gar nicht einmal von der nehmlichen Uebcrsetzung, von der Ihre ist; als in welcher die Spuren des verworfenen Sylbenmaßes und Reimes, die Sie in Ihrer entdeckt ha ben, gar nicht aiizutrcffen sind. Zudem ist auch bas Kapitel, aus welchem Sic mir die Pro ben ausgezogen, nicht das fünfte des zwey ten, sondern des ersten Buchs, so wie es die ses nach der Urschrift auch seyn muß. Bey Ihnen lst es überschrieben, "von Erkenntniß der wonstett.,, Bey uns aber "von der stat ,da man ein Haus bauwcn will, zu kennen gut oder böse." Wenn Sic beyde Ucbersetzunge» näher vergleichen wollen, so will ich Ih nen unsere herrüber senden, oder vielmehr her aus, wie ich mit Zacharia ausgemacht habe, daß es heissen muß. Lassen Sie Ihren Adelmann in Hamburg immer durch Alberti aukündigen. Wenn ich Bz es es thue, so geschieht es für die allgemeine bliothek. Leben Sie wohl. 8» Vr-unschweig, d. 16. May 1770. Beynahe hätte ich die Bibliothek vergeh seit, und dieses gewiß nicht aus Undank barkeit, sondern weil ich in den Gedanken ge rathen war, alles was iir der Waisenhaus buchhaltung gedruckt würde, müßte auch ein Ereinplar dorthin liefern. Mord -Schade um mein Buch, daß Sic, liebster Lessing, nicht eine Hand mit in meinem entdeckten Adel-Mann gehabt haben! Ich ärgere mich nicht wenig darüber, daß ich den Bresciancr, den Kie mir zugcschickt haben, nicht eher entde cke» können. Doch wir wollen hoffen, daß Sie ferner glücklich sind. Lassen Sie mir den Jtaliäner noch ein paar Wochen. Ich hoffe nebst Zachariä bald selbst zu Ihnen zu kom men. Dann soll recht viel, was ich schon vorrathig habe, abgeschwatzt werden. Lebe« Eie wohl. D«r Hörige. Schmid. R.G» R. G. Dieß Exemplar ist eigentlich das .Ihrige. Oa6 ungebundene lassen Sic wohl selbst auf Unkosten dec Bibliothek so binden, wie andere neue Bücher dort gebunden wer den. Wollen Sie hinein schreiben, oder hin einschreiben lassen: BIBLIOTHECAE GUELPHERBUTANAE, D. D. D. EDITOR. so steht es bey Ihnen. Gelehrter Briefwechsel, zwischen D. Johann Jacob Reiste, Conrad Arnold Schmid, und Gotthold Ephraim Lessing. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 Gelehrter Briefwechsel, zwischen A. A. Ebert und Gotthold Ephraim Lessing
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