Geld und Kredit im Kriege (Deutsche Kriegsschriften) (German Edition)
معرفی کتاب «Geld und Kredit im Kriege (Deutsche Kriegsschriften) (German Edition)» نوشتهٔ Steinberg, Julius, TBD، منتشرشده توسط نشر De Gruyter در سال 2020. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.
Es gibt Historiker, die den wesentlichsten Grund für den Untergang des römischen Reiches im 5. Jahrhundert n. Chr. in dem damals herrschenden Mangel an barem Gelde erblicken. Dieser Geldmangel soll dadurch entstanden sein, daß durch eine übermäßige Einfuhr ausländischer Waren sehr bedeutende Summen andauernd dem Reiche entzogen wurden. Infolgedessen kam in großem Umfange die Naturalwirtschaft wieder auf, und durch diese finanzielle Schwächung war es angeblich nicht mehr möglich, ein stehendes Heer von der Stärke zu unterhalten, wie sie zur Abwehr der germanischen Einfälle erforderlich war. Eine ähnliche Auffassung über die ausschlaggebende Bedeu tung des Geldes im Kriege bekundete der englische Finanzminister Lloyd George, als er den bekannten Ausspruch tat, daß dasjenige Volk in diesem Kriege Sieger bleiben würde, das über die letzte Milliarde verfügen werde. Beide Ansichten mögen zutreffend sein oder nicht, jedenfalls führen sie uns die Wichtigkeit lebendig vor Augen, die dem Gelde für den Bestand eines Staates im Kriegsfalle beigemessen wird. Es scheint daher nützlich, diesem Hauptpfeiler des wirtschaftlichen Verkehrs und seinem wichtigsten Ersatzmittel, dem Kredit, im Hinblick auf die Gegenwart einige Betrachtungen zu widmen, die in dem hier gezogenen knrzen Rahmen \*) einen Anspruch auf erschöpfende Behandlung des Themas weder machen sonnen noch wollen. In Deutschland waren bis znm Kriegsausbruch Ende Juli 1914 an Münzen ausgeprägt worden: 5130 000 000 in Gold und 1303 Millionen in Silber, Nickel und Kupfer; mithin zu sammen 6433 Millionen Mark in Hartgeld. Don dem geprägten Golde sind beträchtliche Summen zu in dustriellen Zwecken verarbeitet worden. Ferner sind durch Gold-Ausfuhr, für Bezahlung eingeführter Waren sowie durch Ver gnügungs-Reisende erhebliche Beträge in das Ausland ab geflossen. Der wirkliche Vorrat an Goldmünzen in Deutschland ist deshalb auf etwa 31/»-4 Milliarden und der Gesamtbestand an Hartgeld auf etwa 5 Milliarden zu schätzen. Hiervon hatte die Reichsbank bei Kriegsausbruch 1528 Millionen in ihren Ge wölben, so daß etwa 31/» Milliarden im Verkehr gewesen sind. Einschließlich der ausgegebenen Banknoten ist der Gesamtbetrag des in Deutschland bei Kriegsausbruch in Umlauf gewesenen Bargeldes auf etwa 6'/r Milliarden Mark zu schätzen. Demgegenüber bezifferten sich die Einlagen und Guthaben, welche deutsche Danken, Sparkassen und Genossenschaften in Ver waltung hatten, auf annähernd 35 Milliarden, also mehr wie das Fünffache der im Verkehr befindlichen Darsummen. Man braucht diese beiden Ziffern nur nebeneinander zu stellen, um das Törichte und Verderbliche zu erkennen, das bei Kriegsausbruch in einem allgemeinen Ansturm der um ihre Geldeinlagen besorgten Gläubiger auf die Banken und Sparkassen \*) Die Schrift bildet die Wiedergabe eines Vortrags, der innerhalb der von der Bonner Universität veranstaltetrn "Vaterländischen Reden und Vorträge" am 13. Januar gehalten wurde.
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Dieser Titel aus dem De Gruyter-Verlagsarchiv ist digitalisiert worden, um ihn der wissenschaftlichen Forschung zugänglich zu machen. Da der Titel erstmals im Nationalsozialismus publiziert wurde, ist er in besonderem Maße in seinem historischen Kontext zu betrachten. Mehr erfahren Sie.
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