Geistliches Erzählen : Zur deutschsprachigen religiösen Kleinepik des Mittelalters
معرفی کتاب «Geistliches Erzählen : Zur deutschsprachigen religiösen Kleinepik des Mittelalters» نوشتهٔ Nicole Eichenberger، منتشرشده توسط نشر Saur در سال 2015. این کتاب در 62 صفحه، فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.
Die Untersuchung befasst sich mit dem bisher in der Forschung wenig beachteten Texttyp der geistlichen Verserzählungen. Im Zentrum dieser kurzen Texte steht meist das Eingreifen der Transzendenz ins Leben der menschlichen Figuren. Durch ihre Thematik und ihre literarische Faktur ermöglichen die Texte sowohl Einblicke in die mittelalterliche religiöse Vorstellungswelt als auch in die verschiedenen erzähltechnischen und konzeptionellen Möglichkeiten, in der Volkssprache religiöse Inhalte zu bearbeiten. Das Ziel der vorliegenden Untersuchung ist es, die Gruppe der geistlichen Verserzählungen als Texttyp zu beschreiben, wobei eine offene texttypologische Konzeption und ein multiperspektivisches Beschreibungsmodell dem Facettenreichtum des literarischen Phänomens gerecht zu werden suchen. Die handschriftliche Überlieferung der Texte bildet dabei einen Schwerpunkt. Zahlreiche detaillierte Fallstudien leisten eine systematisch angelegte Aufarbeitung des Texttyps und stellen grundlegende Informationen bereit. Die darüber hinausgehenden texttypologischen, literatursystematischen und literaturhistorischen Ergebnisse der Untersuchung sind auch für andere Fragestellungen anschlussfähig. Vorwort Inhalt Einleitung I Methodische Grundlagen 1 Kleinepikforschung 1.1 Überblick 1.2 Behandlung der geistlichen Kleinepik in der Forschung 2 Texttypologie 2.1 Allgemeine Gattungstheorie 2.2 Gattungstheoretische Diskussion zur Kleinepik 2.2.1 Fischers ›Studien zur deutschen Märendichtung‹ 2.2.2 Reaktionen auf Fischer und alternative Modelle 2.3 Entwurf eines Beschreibungsmodells für den Texttyp der geistlichen Verserzählung 2.3.1 Texttypologische Konzeption 2.3.2 Skizze des Beschreibungsmodells II Der Texttyp im literarischen Umfeld 1 Geistliche Thematik 1.1 Erzählen von transzendenten Figuren 1.2 Erzählen von allegorischen Figuren 1.3 Geistliche Deutung ex post 1.4 Diskursive Vermittlung religiöser Inhalte in narrativem Rahmen 1.5 Parodistischer Umgang mit religiösen Inhalten 1.6 Marginale religiöse Elemente 2 Narration 2.1 Verserzählungen 2.2 Bispel und zweiteilige Gleichnisreden 2.3 Allegorien 2.4 Reden und Dialoggedichte 3 Metrische Form 4 Umfang III Entstehung und Etablierung des Texttyps bis ca. 1300 1 Der literarische und kulturelle Referenzrahmen 1.1 Textinterne Aussagen über Entstehungssituationen 1.2 Tradierung von Erzählstoffen 2 Geistliche Erzählstoffe in lateinischen Exempelsammlungen und volkssprachigen Verserzählungen 2.1 Lateinische Exempelsammlungen in monastischen und laikalen Lebenswelten 2.1.1 Das klösterliche Leben als Orientierungsrahmen: Zisterziensische Sammlungen des 12./13. Jahrhunderts 2.1.2 Die Laiendidaxe als Aufgabe: Predigtexempel-Sammlungen des 13.–15. Jahrhunderts 2.2 Konzeptionelle und ästhetische Unterschiede zwischen lateinischen Exempla und volkssprachigen Verserzählungen 2.3 Zwischen Reminiszenz und Quelle: Stoffverwandte lateinische und volkssprachige Erzählungen 2.3.1 Direkte Bezugnahme und selektive Übertragung: ›Der einfältige Pfarrer‹ 2.3.2 Enge Verwandtschaft ohne direkte Bezugnahme: Siegfrieds des Dörfers ›Frauentrost‹ 2.3.3 Verschiedene Ausformungen eines Erzählstoffs: ›Marien Rosenkranz‹ 2.3.4 Kombinationen verschiedener Erzählstoffe: ›Der verlorene Sohn‹ und ›Zeno‹ 2.3.5 Zusammenwirken von Bild- und Texttradition: ›Der Welt Lohn‹ 2.4 Exkurs: Weltliche Verserzählungen und lateinische Literatur 3 Frühe Formen geistlichen Erzählens in der Volkssprache 3.1 Biblische Figuren als Helden: ›Die altdeutsche Genesis‹ 3.2 Zwischen Kriegerideal und heilsgeschichtlicher Rolle: Holofernes als problematischer Held in der ›Älteren Judith‹ und der ›Jüngeren Judith‹ 3.3 Der Heilige und die Weltkinder: Veldekes ›Servatius‹ und der ›Oberdeutsche Servatius‹ 3.4 Die Kaiserin Crescentia als Idealfigur 4 Geistliches Erzählen zur Zeit der Etablierung des Texttyps: Konzeptionelle und ästhetische Integrationsmodelle 4.1 Harmonisierung von weltlicher und religiöser Sphäre 4.1.1 Konrad von Fußesbrunnen und Konrad von Heimesfurt 4.1.2 Hartmann von Aue: ›Der arme Heinrich‹ und ›Gregorius‹ 4.1.3 ›Vorauer Novelle‹ 4.1.4 Das ›Jüdel‹ 4.2 Bewältigung der Unvereinbarkeit von religiöser und weltlicher Sphäre durch ideale Lebensentwürfe und göttliche Gnade 4.2.1 Rudolf von Ems: ›Der gute Gerhard‹ 4.2.2 Reinbot von Durne: ›Der heilige Georg‹ 4.2.3 ›Bonus‹ und die Münchner Marienmirakel-Fragmente 4.2.4 Das ›Passional‹ 4.3 Bewältigung der Unvereinbarkeit von religiöser und weltlicher Sphäre durch Klugheit: Der Stricker 4.4 Bewältigung der Unvereinbarkeit von religiöser und weltlicher Sphäre durch Rückzug aus der Welt 4.4.1 ›Die gute Frau‹ 4.4.2 Rudolf von Ems: ›Barlaam und Josaphat‹ 4.4.3 Hermann von Veldenz: ›Jolande von Vianden‹ 4.4.4 Konrad von Würzburg: ›Der Welt Lohn‹ IV Konsolidierung des Texttyps in der Überlieferung und diachroner Wandel im 14./15. Jahrhundert 1 Die Kleinepiksammlung als zentraler Handschriftentyp für die Überlieferung geistlicher Verserzählungen 1.1 Zum Stellenwert geistlicher Verserzählungen in den erhaltenen Kleinepiksammlungen 1.1.1 Die Handschrift A: Die älteste erhaltene Kleinepiksammlung 1.1.2 Die Handschriften HKk: Repräsentative Kompendien 1.1.3 Die Handschriften MV: Kleinepiksammlungen als Andachtsbücher? 1.1.4 Die Handschriften WC: Rudolfs ›Barlaam‹ und eine geistliche Stricker-Sammlung 1.1.5 Die Handschriften RaaQ: Kleinepik als Mitüberlieferung von Rudolfs ›Barlaam‹ 1.1.6 Die Handschrift N: Eine geistliche Stricker-Sammlung 1.1.7 Die ›Würzburger Kleinepiksammlung‹ 1.1.8 Die Handschrift p: Minneerzählungen und Marienmirakel 1.1.9 Die Handschrift E: Kleinepik im Rahmen des Hausbuchs Michaels de Leone 1.1.10 Die Handschriften BI und D: Kleinepiksammlungen mit weltlichem Profil 1.1.11 Die Handschrift a: Geistliche Erzählungen als Nachtrag zu großepischen Texten 1.1.12 Die verschollene Klosterneuburger Handschrift: Geistliche Allegorie und Narration 1.1.13 Die Handschrift c: Eine Kleinepiksammlung des 15. Jahrhunderts mit weltlichem Profil 1.1.14 Die Handschriften Lh: Kleinepiksammlungen mit Reden-Schwerpunkt 1.2 Sammelinteressen, Ausstattungsprofile, Rezeptionskontexte 1.2.1 Textverbünde und Sammelinteressen 1.2.2 Sammelinteressen als Indizien für Rezeptionskontexte 1.2.3 Ausstattungsprofile als Indizien für Rezeptionskontexte 2 Stoffverwandte Erzählungen als Indikatoren für den diachronen Wandel des Texttyps 2.1 Jüngere (Kurz-)Fassungen älterer Erzählungen 2.1.1 ›Mönch Felix‹ 2.1.2 ›Thomas von Kandelberg‹ 2.1.3 ›Der Teufel als Kämmerer‹ 2.2 Unabhängige Bearbeitungen eines Stoffes aus verschiedenen Jahrhunderten: ›Unser Frauen Ritter‹ und ›Von dem armen Ritter‹ 2.3 Die Geschichte vom Teufelsbündler als Paradigma für die Komplexität des literarischen Referenzrahmens 3 Zusammenfassung V Überlieferungskontexte 1: Das Beispiel des ›Königs im Bad‹ 1 ›Der König im Bad‹ in seinem literarischen Referenzrahmen 1.1 Moraldidaktisches Exempel und geistliches Erzählen als Minnedienst: Die beiden Verserzählungen ›Der König im Bad‹ und Herrands von Wildonie ›Der nackte Kaiser‹ 1.2 Rezeptionszeugnisse: Spätere Bearbeitungen des ›Königs im Bad‹ 1.2.1 Hans Rosenplüts ›König im Bad‹ 1.2.2 ›König im Bad‹-Meisterlied 1.3 Deutsche Prosafassungen des Erzählstoffs 2 Die Überlieferung eines ›Bestsellers‹ 2.1 Kleinepiksammlungen 2.1.1 Handschriften des 14. Jahrhunderts 2.1.2 Fragmente 2.1.3 Handschriften des späten 14. und 15. Jahrhunderts 2.1.4 Autorzentrierte Sammlungen 2.1.5 Indirekt bezeugte Handschriften 2.2 Literarische Sammelhandschriften 2.2.1 Die Handschrift h: Artusroman und Historie 2.2.2 Die Handschrift o: Reiseliteratur und Herrscherdidaxe 2.3 Exkurs: Geistliche Verserzählungen in niederdeutschen literarischen Sammelhandschriften 2.3.1 ›Der verlorene Sohn‹ in der Stockholmer Sammlung 2.3.2 ›Zeno‹ in der Wolfenbütteler Sammlung 2.4 Hausbuch: Literarische und lokalhistorische Interessen in Ulrich Mostls Handschrift 2.5 Handschriften mit geistlichem Profil 2.5.1 Die Handschrift i: Exemplarisches Erzählen in Prosa und Versen 2.5.2 Die Handschriften pa: Funktionalisierung narrativer Texte im Kontext von Traktatliteratur 2.5.3 Die Handschriften rs: Erbauliche Kompendien 2.6 Exkurs: Die gereimte oberrheinische Erbauungsbuch-Kompilation als besondere Ausprägung des Handschriftentyps ›Erbauungsbuch‹ 2.6.1 Texte und Textzeugen 2.6.2 Geistliche Verserzählungen in der ›Oberrheinischen Erbauungsbuchkompilation‹ zwischen Selbständigkeit und Integration 2.7 Drucke des ›Königs im Bad‹ 3 Ein Vergleichsbeispiel: Schondochs ›Königin von Frankreich‹ 3.1 Das Idealbild einer demütigen und standhaften Ehefrau 3.2 Geistliche Überlieferungskontexte der ›Königin von Frankreich‹ 3.3 Bildzeugnisse zur ›Königin von Frankreich‹ 4 Zusammenfassung VI Überlieferungskontexte 2: Das Beispiel des ›Zwölfjährigen Mönchleins‹ 1 Das ›Zwölfjährige Mönchlein‹ in seinem literarischen Referenzrahmen 1.1 Monastische und laikale Lebenswelten im ›Zwölfjährigen Mönchlein‹ 1.2 Ausformungen des Motivs von der Erscheinung des Jesuskindes 1.2.1 Literarische Zeugnisse 1.2.2 Bildende Kunst und Frömmigkeitspraxis 1.3 Exkurs: Naivität als Ideal 1.4 Nachtrag und Tischlektüre: Überlieferungskontexte des ›Mönchleins‹ 1.4.1 Die Handschrift S 1.4.2 Die Handschrift F 2 Ein Vergleichsbeispiel: ›Die Sultanstochter im Blumengarten‹ 2.1 Von der Heidin zur vorbildlichen Äbtissin 2.2 Ausformungen des Erzählstoffs von der bekehrten Heidin 2.3 Überlieferungskontexte der ›Sultanstochter‹ 2.3.1 Die Handschrift B 2.3.2 Die Handschrift E 3 Ein weiteres Vergleichsbeispiel: ›Der Ritter in der Kapelle‹ 3.1 Der Erzählstoff vom Bußunwilligen und die Frage nach der angemessenen Buße 3.2 Textgeschichte und Überlieferungskontexte des ›Ritters in der Kapelle‹ 3.2.1 Zum Verhältnis der Textzeugen 3.2.2 Handschriften mit Rosenplüt-Überlieferung 3.2.3 Handschriften mit geistlichem Profil 4 Zusammenfassung VII Überlieferungskontexte 3: Das Beispiel der ›Zwei Sankt Johannsen‹ Heinzelins von Konstanz 1 Heinzelins ›Zwei Sankt Johannsen‹ in ihrem literarischen und kulturellen Referenzrahmen 1.1 Diskurs und Narration in Heinzelins ›Zwei Sankt Johannsen‹ 1.2 Entstehungsumfeld: Der Hof Albrechts von Hohenberg 1.3 Ausformungen des Erzählstoffs vom Streit um den Vorrang eines Heiligen 1.3.1 Lateinische Exempelliteratur und historische Nachrichten 1.3.2 Francos von Meschede ›Altercatio de utroque Iohanne Baptista et Evangelista‹ 1.4 Die ›Zwei Sankt Johannsen‹ in Handschriften mit gelehrtem Anspruch 1.4.1 Die Handschriften Michaels de Leone 1.4.2 Die Berner Handschrift 2 Vergleichsbeispiele: ›Die Vorauer Novelle‹ und ›Der Zweifler‹ 2.1 Die ›Vorauer Novelle‹ als Mitüberlieferung zisterziensischer Predigten 2.2 Der ›Zweifler‹ als Leseanweisung für den Psalter? 3 Geistliche Erzählungen im Umfeld von juristischen Texten 3.1 Eine didaktische Kleinepiksammlung als Anhang zum ›Sachsenspiegel‹ 3.2 Das Verhältnis der Handschrift zu den Kleinepiksammlungen HK 3.3 Ein gelehrter Rezipient der Handschrift 4 Geistliches Erzählen in einem klerikal-gelehrten Umfeld im 15. Jahrhundert 4.1 Die Handschrift des Augustinerchorherrn Johannes Grundemann 4.2 Volkssprachige geistliche Erzählungen in Grundemanns Handschrift 4.2.1 ›Von der werlde ythelkeyt‹ und ›Visio Philiberti‹ 4.2.2 ›Crescentia‹ 4.2.3 ›Hildegund von Schönau‹ 5 Zusammenfassung VIII Späte Ausläufer des Texttyps (15./16. Jahrhundert) 1 ›Ritter Gottfried‹ als typischer Vertreter der späten Phase 1.1 ›Ritter Gottfried‹ in seinem literarischen Referenzrahmen 1.2 Überlieferung im Druck 2 Ein Vergleichsbeispiel: Hans Folz’ ›Der Pfarrer im Ätna‹ 2.1 Die Jenseitsreise eines aufmüpfigen Pfarrers 2.2 Hans Folz als Drucker und Verleger der eigenen Werke 2.3 Drucke des ›Pfarrers im Ätna‹ 3 Ein weiteres Vergleichsbeispiel: ›Bruder Rausch‹ 3.1 Der Erzählstoff vom Teufel im Kloster zwischen Didaxe und Parodie 3.2 Überlieferung im Druck 4 Zusammenfassung IX Peripherie des Texttyps: Alternative Formen 1 Geistliches Erzählen in Prosa 1.1 Aufkommen und Verbreitung geistlicher Prosaerzählungen 1.2 Unterschiedliche Akzentsetzungen in stoffverwandten Vers- und Prosaerzählungen 1.2.1 ›Maria im Turnier‹ 1.2.2 ›Jesuskind als Geisel‹ 1.2.3 ›Der Teufel als Kämmerer‹ 1.3 Prosaauflösungen geistlicher Verserzählungen 1.3.1 Die Verserzählung ›Engel und Waldbruder‹ 1.3.2 Überlieferungskontext der Verserzählung: Eine illustrierte Sammlung geistlicher Verstexte 1.3.3 Die Prosaauflösung von ›Engel und Waldbruder‹ 1.3.4 Überlieferungskontext der Prosaerzählung: Ein Konvolut von handschriftlichen und gedruckten Faszikeln 2 Geistliches Erzählen in Meisterliedern 2.1 Der Erzählstoff vom Marienbild als Bürge/Pfand 2.2 Der Erzählstoff von der unschuldig verfolgten Ehefrau 3 Geistliches Erzählen im Drama 4 Einbettung in Großtexte 4.1 ›Adams Klage‹ 4.1.1 Selbständige Fassung 4.1.2 Interpolierte Fassung 4.1.3 Status des interpolierten Textes innerhalb des Großtextes 5 Zwischen Text und Bild 5.1 Verserzählungen von der Begegnung der drei Lebenden und der drei Toten 5.2 Dialoggedicht-Version der ›Begegnung‹ 5.3 Bild-Text-Ensembles der ›Begegnung‹ 6 Zusammenfassung Schluss Literaturverzeichnis und editorische Hinweise Editorische Hinweise Abkürzungen Textausgaben und Forschungsliteratur Register Autoren, Werke und historische Personen Handschriften Drucke Abbildungen Despite the richness of its facets, the short religious epic has been largely neglected by scholars until now. This study explores this literary phenomenon using a multi-perspectival descriptive model. Extensive detailed case studies provide basic information and present the genre in its broader literary historical and systematic context. -- Provided by publisher
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