Geistliche Amtsreden in Den Jahren 1850-1861 in Der St. Jakobigemeinde Zu Greifswald Gehalten (German Edition)
معرفی کتاب «Geistliche Amtsreden in Den Jahren 1850-1861 in Der St. Jakobigemeinde Zu Greifswald Gehalten (German Edition)» نوشتهٔ Schirmer, A. G. F.، منتشرشده توسط نشر De Gruyter در سال 1869. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.
V Grund, außer dem, der gelegt ist, Jesus Christus; und sein Verlangen, sein Streben und Trachten war nur das, auf diesem Grunde immer gefestigt zu sein. Denn wie er unerschütterlich ist, und von keines Feindes Macht überwältigt werden kann: so darf auch, wer darauf steht, doch nicht bange sein, und er hat eine Schutzwebr, die ihn nie verlässt. Ist es ja doch der Grund der lebendigen Wahrheit Gotteö, der Wahrheit, die wir in Christo schauen; und leuchtet uns ihr himmlisches und ewiges Licht, sind wir uns im Geiste derselben bewusst gewordm, ist sie uns innerlich klar und selbst unser Leben: so sind wir, auch wenn die Zukunft dunkel und drohend ist, doch nicht ohne Rath; und eine hellere Aussicht erschließt sich vor unserm Auge. Ist die Wahrheit mit uns: so fehlt es uns auch an der lebendigen Richtschnur nicht, die uns unter allen Verhält nissen sicher leitet und führt. -Und die Wahrheit wird uns, nach der Ver heißung des Herrn, frei machen. Diese Freiheit aber ist nun auch das Ziel wonach wir als nach dem höchsten zu ringen haben, was der Herr uns gewiesen hat. -Und auch eben in unsrer vielfach bedrohten Zeit, und bei den vielleicht heißen Kämpfen unsrer Tage, müssen wir vor allem wachen und streiten, daß dieses Kleinod, womit die evangelische Kirche steht und fällt, uns nicht verloren gehe, sondern bewahrt und gesichert bleibe. In dieser Freiheit ruht aber zugleich das höchste Gesetz, nicht des Buchstaben, sondern des Geistes, das alle Willkür, die nur aus der Knechtschaft stammt, alles! Selbstische und Irdische, alles Menschenansehu hinwegweist. Der Geist aber ist auch ein Geist der Ordnung. Ohne Ordnung besteht auch die Kirche nicht, und das Bedürfniß derselben empfinden wir auch wol um so stärker, als wir eben auch in unsrer Kirche noch Manches daran vermissen, und dies eine wichtige, der Gegenwart gestellte Aufgabe ist, die sich aber auch ohne den Geist der Freiheit, und ohne von dem Gedanken des allgemeinen Priestrrthums aller Christen auszugehn, nicht lösen lässt. -Ein prüfender Blick auf den ungemein reichen, alle Verhältnisse des christ lichen Lebens umfassenden und durchleuchtenden Inhalt der vorliegenden gerstlicheu Amisreden wird es uns leicht erkennen lassen, daß ihr ehrwürdiger Verfasser auf dem Grunde der lebendigen Wahrheit Gottes gefestigt, daß er vom Geiste christlicher Freiheit, Ordnung und Liebe erfüllt und getragen war. Das leuchtet aus allen seinen Reden hervor. In einer jeden erschließt er uns sein edleS, mitempfindendes Herz und wir bewundern seine seltene Meisterschaft, sich in aufrichtige ihm verwandte Seelenzustände in der größten Liebe und Zartheit hineinzufühlen und fremde Gemüthszustände als seine eignen zu durchleben. Und dieses tiefe Seelenleben, das sich so hingebend der verwandten fremden Eigen thümlichkeit anschließen konnte, ist, wie ein Naturgeschenk und eine Frucht seiner feinen sittlichen Bildung, so auch eine Wirkung seines christlichen Glaubens-und Liebeslebens. Nicht allein in seinen Predigten und Reden: auch sonst tritt diese Seite recht als ein Zeichen seiner Größe hervor. VI Wenngleich das gefchriebne Wort nicht von dem unmittelbaren Hauche der Persönlichkeit getragen wird, wie das mündliche: so dient es doch auch zur Erklärung jener großen Gewalt, welche Schirmer über seine Zuhörer ausübte. Auch bei ihm ist etwas Unmittelbares, was allen seinen Predigten eine unverwelkliche Frische verleiht. Eine vierte und letzte Gabe wird eine Auswahl seiner besten Predigten über die heiligen Evangelien und Episteln in vielleicht nicht zu langer Zeit bringen. In gegenwärtige Sammlung wurden als längst vergriffen aufgenommen eine Einführungsrede (1848) und die den Schluß bildende Iubelfestpredigt (1858). Einige Tauf-, Trau-und Grabreden Schirmers find abgedruckt in einer Samm lung von Kafualreden (Magdeburg 1843). Und so sende ich nun diese geistlichen Amtsreden im Namen des Herrn hinaus in die Welt, daß sie unter seinem mächtigen Beistände an den Herzen der Leser ihr Werk thun, und Schirmers Andenken erneuern. Möge die Saat, die durch die Hand dieses gesalbten und gesegneten Zeugen Christi ist ausgestreut worden, zu reicher und immer reicherer Frucht aufgehen und wachsen, und überall, wo auf das Ackerfeld der evangelischen Kirche durch ihn der Same gefallen ist oder noch fallen wird, der Segen von Oben nicht fehlen. Möge aber auch in sonderheit den Predigern des Worts das Gedächtniß SchirmerS dadurch-zum Segen werden, daß sie von ihm lernen, wie er, in voller Hingabe und-Treue das heilige Amt zu führen, keine Mühe und Arbeit zu scheuen, die großen Aufgaben des Predigtamis zu lösen und hmner nur auf das Eine bedacht zu sein: Christum zu predigen und Ihm die Seelen zu gewinnen.
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