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Geist=reiche Critik : Hermetik, Mystik und das Werden der Aufklärung in spiritualistischer Literatur der Frühen Neuzeit

معرفی کتاب «Geist=reiche Critik : Hermetik, Mystik und das Werden der Aufklärung in spiritualistischer Literatur der Frühen Neuzeit» نوشتهٔ Hannak, Kristine، منتشرشده توسط نشر Saur در سال 2013. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.

The __Corpus Hermeticum__ was a significant driver of the pluralization of forms of religion and knowledge that occurred in the Early Modern Period. Drawing on source documents penned by the critics of the __Corpus Hermeticum__, this study represents the first analysis of the work's ambivalent role at the intersection between hidden knowledge and the democratization of the knowledge of salvation. Vorwort I. Einleitung 1. Aufklärung, Säkularisierung und religiöse Devianz 2. Hermetismus, Hermetik und (westliche) Esoterik. Begriff und Forschungsansätze II. Ansatz, Problemfelder und Methode 1. Ansatz und Vorgehen: Quellenorientierung und philologische Rezeption 2. Kulturelle Narrative und frühneuzeitliche Konfliktfelder zur Profilierung ›hermetischen‹ Wissens: Schöpfungs- und Erlösungslehre, Zeit, Androgynie 3. Zur Physiognomie des Hermetismus aus der Sicht seiner Gegner um 1700 4. Hermetik, Mystik und Philologie III. Pymander als Inneres Wort: Sebastian Franck (1499–1542) 1. Zu Quellenlage und Forschungsfragen 1.2. Francks Texte und die Tradition der Theologia mystica 2. Pymander als Inneres Wort. Die Übersetzung des Corpus Hermeticum im Kontext mittelalterlicher Logosmystik 2.1. Narrative Struktur und mystisches Sprecher-Ich 2.2. Übersetzung in Tradition und Kontext: Philologie und Anthropologie 2.2.1. Nous, Mens und Gemüt. Trichotome Anthropologie bei Tauler und Eckhart 2.2.2. Seele und Gott in der Tradition. Von Augustin über Plotin zur Theologia deutsch 2.3. Hermetische Logosmystik: Pimander als Inneres Wort 2.4. Christlicher Prätext: Die Geschichte von der Bekehrung Taulers (ca. 1357) 2.5. Inneres Wort und kosmischer Christus 3. Interpretationsdifferenzen und Spannungsfelder zu kanonisierten Deutungen 3.1. Religiöse Toleranz, Pluralität der Wege und die Deutung des Asclepius-Dialogs 3.2. »Fastnachtsspiel vor Gott«. Heilsgeschichte als Liebes-Drama 3.3. Geheime Rede? Poetik und spiritualistische Hermeneutik in Guldin Arch, Paradoxa und dem Verbüthschiert Buch 4. Zur Rezeption: Differenzierung der Wahrheit(en) 4.1. Kritik des konfessionellen Pragmatismus (Luther) 4.2. Naturalisierung und Ethisierung der Heilsgeschichte IV. Wiedergeburt und All-Einheit: Valentin Weigel (1533–1588) 1. Zu Quellenlage und Forschungsfragen 1.1. Zu Autor, Werk und Kontext 1.2. Historische Hermetisierung und Texte des Hermes in Weigels Werk 1.3. Mystik und Naturphilosophie: Quellen und Traditionen zu Weigels Texten 2. Nosce teipsum: Häretisierung und Hermetisierung des Denkens der Selbsterkenntnis 2.1. Christlicher Kontext: Zur Korruption der menschlichen Natur 2.2. Zur Aktualisierung der trichotomen Anthropologie 2.3. Trichotome Epistemologie: Subjektzentrierte Erkenntnis, Perspektivität und Lumen internum 3. Wiedergeburt und All-Einheit: Selbsterkenntnis und der 13. hermetische Traktat 3.1. Weigels Rezeption des Traktats von der Wiedergeburt 3.2. Das All in allem: Hermetische Ubiquitätserfahrung als ›Auswicklung‹ des Menschen 4. Zur Unterminierung großer Erzählungen: Mystik, Dekonstruktion und ›geist-reiche‹ Kritik 4.1. Die geistliche Übung als Tertium comparationis: Stille und Herzenssabbath 4.2. Augenmetaphorik, Erkenntniskritik und Dekonstruktion 4.3. Selbsterkenntnis und Epistemologie im Vergleich bei Ignatius von Loyola 4.4. Von der Deutung der Selbsterkenntnis zur Demokratisierung des Heilswissens 5. Theologie und Literatur: Weigel und Faust. Von der Häresie zur psychologischen Figurenzeichnung 6. Naturphilosophie und weltschöpferischer Synkretismus 6.1. Die Viererley Auslegung von der Schöpfung. Text, textuelle Strategien und Organisationsformen für christliches und hermetisches Wissen 6.2. Arbeit am Mythos als Integration des Anderen: Luzifers Fall, Emanation und Gott-Mutter 6.3. Biblische Fantasie: Sophia, göttliche Eva und die ›Mutter aller Dinge‹ 6.4. Außerbiblische Kontexte: Natura und Weltseele V. Hermetik und Theosophie: Jakob Böhme (1575–1624) 1. Zur diskursiven Verfugung von Hermetik und Theosophie in der Rezeption 2. Gemeinsamer Kontext: Antiklerikalismus und Autonomiestreben 3. Kontinuität und Variation des Schöpfungswissens: Von der spiritualistischen Genesis-Allegorese zur Selbstbeschaulichkeit Gottes in der Schöpfung VI. Die Geheimnisse der Mystici mit den Augen der Vernunft einsehen: Johann Conrad Dippel (1673–1734) 1. Zu Quellenlage und Forschungsfragen 1.1. Zu Autor, Werk und Kontext 1.2. »Witz und Landessprache sind die Mistbeete, in denen der Same der Rebellion reifet.« Dippels Texte als theologische Streitliteratur 1.3. Zur Rezeption und Neudeutung des Corpus Hermeticum 1.4. Patristik, Radikalpietismus und neue Naturphilosophie. Dippels Texte im Diskurs um 1700 2. Streitbare Irenik: Anthropologie, Religionskritik und Toleranzfrage 2.1. Trennung der Wege: Der Konflikt um Papismus Protestantium vapulans 2.2. »Homo hæreticus«: Zur Systematik der Häresiekonzepte und zur Dekonstruktion des Religionszwangs (Anfang, Mittel und Ende der Ortho- und Heterodoxie) 2.3. Dippels Reflexion des religiös Anderen zwischen Frühaufklärung und Theosophie (Christian Thomasius und Jakob Böhme) 3. Sozialkritik und Utopie: Andreaes Christianopolis (1609), Dippels Christen=Stadt auf Erden (1699) und Ein Hirt und eine Heerde (1705) 4. Umdeutungen in Theologie und Menschenbild 5. Naturphilosophie zwischen Genesis und Frühaufklärung 5.1. Texte und Kontexte zu Dippels Naturphilosophie 5.2. Skizze der Naturphilosophie nach dem Anderen Theil des Weg-Weisers 5.3. Lebensgeist, Gott-Mutter und Descartes. Von der Theologie des Wortes zur Philosophie des Lebens in der Frühaufklärung 6. Vom Freidenker zum Frankenstein. Zur Hermetisierung des Dippel-Bildes in der kulturellen Erinnerung VII. Rückblick VIII. Bibliografie 1. Quellen 2. Literatur IX. Abbildungsverzeichnis X. Register

Die frühneuzeitliche Pluralisierung von Religions- und Wissensformen verdankt dem Corpus Hermeticum wesentliche Impulse. Ausgehend von den Quellen seiner Kritiker rekonstruiert diese Studie das Profil des hermetischen Diskurses in den Jahren zwischen 1530‐1730 und analysiert quellennah seine ambivalente Rolle zwischen verborgener Weisheit und Demokratisierung des Heilswissens. Die Einzelanalysen zu Sebastian Franck, Valentin Weigel, Jacob Böhme und Conrad Dippel verfolgen die Rezeption hermetischer Texte an der Schnittfläche zu Patristik, mittelalterlicher Mystik und neuer Naturphilosophie jenseits von philologischer Kritik. Oszillierend zwischen Heilshoffnung und Häresie geben die Texte zugleich Impulse zu einer in die Aufklärung weisenden Reflexion der unterschiedlichen Enkulturation religiösen Wissens und leisten damit einen unterschätzten Beitrag zur Toleranzdebatte. In ihrer Neudeutung von Systemstellen der christlichen Heilserzählung, des Zeitkonzepts sowie der Integration eines weiblichen Prinzips in Gott werden die oft pauschal zu esoterischen Geheimlehren verkürzten Schriften auf ihr innovatives und machtkritisches Potenzial hin transparent.

Die frühneuzeitliche Pluralisierung von Religions- und Wissensformen verdankt dem Corpus Hermeticum wesentliche Impulse. Ausgehend von den Quellen seiner Kritiker rekonstruiert diese Studie das Profil des hermetischen Diskurses in den Jahren zwischen 1530{u2011}1730 und analysiert quellennah seine ambivalente Rolle zwischen verborgener Weisheit und Demokratisierung des Heilswissens. Die Einzelanalysen zu Sebastian Franck, Valentin Weigel, Jacob Böhme und Conrad Dippel verfolgen die Rezeption hermetischer Texte an der Schnittfläche zu Patristik, mittelalterlicher Mystik und neuer Naturphilosophie jenseits von philologischer Kritik. Oszillierend zwischen Heilshoffnung und Häresie geben die Texte zugleich Impulse zu einer in die Aufklärung weisenden Reflexion der unterschiedlichen Enkulturation religiösen Wissens und leisten damit einen unterschätzten Beitrag zur Toleranzdebatte. In ihrer Neudeutung von Systemstellen der christlichen Heilserzählung, des Zeitkonzepts sowie der Integration eines weiblichen Prinzips in Gott werden die oft pauschal zu esoterischen Geheimlehren verkürzten Schriften auf ihr innovatives und machtkritisches Potenzial hin transparent. -- From publisher's website Die frühneuzeitliche Pluralisierung von Religions- und Wissensformen verdankt dem Corpus Hermeticum wesentliche Impulse. Die Studie analysiert erstmals ausgehend von den Quellen seiner Kritiker dessen ambivalente Rolle zwischen verborgener Weisheit und Demokratisierung des Heilswissens. In Einzelanalysen tritt eine irenische Tradition hervor, die die unterschiedliche Enkulturation religiösen Wissens reflektiert und einen Beitrag zur Toleranzdebatte leistet
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