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Friedrich Zweigelt (1888-1964) : Wissenschaftler, Rebenzüchter, Nationalsozialist

معرفی کتاب «Friedrich Zweigelt (1888-1964) : Wissenschaftler, Rebenzüchter, Nationalsozialist» نوشتهٔ Daniel Deckers، منتشرشده توسط نشر Böhlau Verlag GesmbH u. Co KG در سال 2022. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.

## Vorwort M an kann sich ein Bild von der Geschichte Österreichs im 20. Jahrhundert machen, ohne jemals auf den Namen Friedrich Zweigelt zu stoßen. Der Steiermärker, 1888 in der Nähe von Graz geboren, war schließlich kein Politiker, Unternehmer, Intellektueller oder Künstler. Zweigelt war ein Naturwissenschaftler mit Schwerpunkt Biologie, den es noch vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs an die k. k. Höhere Lehranstalt für Wein-und Obstbau in Klosterneuburg bei Wien verschlagen hatte. Von dort aus machte er in den zwanziger Jahren als ehrgeiziger Leiter der ersten und einzigen Bundes-Rebenzüchtungsstation von sich reden und avancierte dank einer schier unendlichen Schaffenskraft zu dem bedeutendsten Weinfachmann der Ersten Republik. Nach der Annexion Österreichs im März 1938 stellte sich Zweigelt wie Millionen andere Landsleute aus Überzeugung in den Dienst des Nationalsozialismus. Der Zusammenbruch des Dritten Reiches brachte auch das Ende der wissenschaftlichen wie der politischen Karriere des nunmehr 57 Jahre alten Mannes. Zweigelt überlebte das Großdeutsche Reich um fast zwanzig Jahre und starb 1964. Gleichwohl ist sein Name weit mehr als ein halbes Jahrhundert nach seinem Tod nicht vergessen -und wird es wohl niemals werden. In der Welt des Weins ist Zweigelt heute der bekannteste Österreicher überhaupt. Eine Neuzüchtung aus den Sorten Blaufränkisch und St. Laurent, die der Wissenschaftler im Jahr 1922 auf der Suche nach neuen Qualitätsrebsorten vorgenommen hatte, steht mittlerweile auf etwa 6300 Hektar (2015) der österreichischen Rebfläche. Damit ist die nach ihrem Züchter benannte Rebe mit großem Abstand vor Blaufränkisch (2800 Hektar) die wichtigste Rotweinrebe des Landes.1 Und nicht nur das : Nach der weißen Rebsorte Müller-Thurgau und dem roten Dornfelder ist Zweigelt die flächenmäßig bedeutendste Neuzüchtung weltweit. Freilich liegt auf dieser Erfolgsgeschichte ein Schatten. Denn so umtriebig und findig Zweigelt als Wissenschaftler war, so sehr war er von Jugendtagen an völkisch-national gesonnen. Diese Prägung mündete früh in eine Begeisterung für den Nationalsozialismus. Von 1938 an war der nunmehrige kommissarische Leiter der Klosterneuburger Anstalt nach Jahren der Illegalität ganz offiziell ein Parteigänger der braunen Gewaltherrscher. Kultivieren also heute alle, die seit den 1960er Jahren die »Zweigeltrebe« in ihren Rieden ausgepflanzt haben, eine Nazi-Rebe ? Und trinken folglich alle, die an Weinen aus dieser Rebsorte Gefallen finden, Nazi-Wein ? Und wenn ja, kann, ja Vor allem in den letzten Jahren erregt der Name Zweigelt immer wieder Aufmerksamkeit. Denn den Wissenschaftler, nach dem eine Rotweinsorte benannt ist, umweht eine dunkle, nationalsozialistische Vergangenheit. 1912 begann der Naturwissenschaftler Friedrich Zweigelt seine Tätigkeit an der Lehranstalt für Wein- und Obstbau in Klosterneuburg bei Wien. Als Leiter der neuen Bundesrebenzüchtung avancierte der ungemein vielseitige Forscher und Lehrer bald zum bedeutendsten Weinfachmann der Ersten Republik. Ab 1938 stellte sich Zweigelt aus Überzeugung in den Dienst des Nationalsozialismus. Der Zusammenbruch des „Dritten Reiches“ beendete seine Karriere, doch die nach ihrem Züchter benannte Rebsorte "Blauer Zweigelt" ist weltberühmt. Schon lange schwelt eine Debatte über das Für und Wider dieses Namens. Ist es angesichts der belasteten Vergangenheit heutzutage noch opportun, einen Wein namens Zweigelt zu trinken? Sollte die Erinnerung an die dunkelste Epoche des 20. Jahrhundert nicht getilgt und die Sorte unwiderruflich umbenannt werden? Durch die Auswertung zuvor unbeachteter Quellen leistet Daniel Deckers einen Beitrag zur Einordnung der umstrittenen Persönlichkeit
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