Ferdinand Freiligrath: Gesammelte Dichtungen/ Ferdinand Freiligrath: Gesammelte Dichtungen. Band 1
معرفی کتاب «Ferdinand Freiligrath: Gesammelte Dichtungen/ Ferdinand Freiligrath: Gesammelte Dichtungen. Band 1» نوشتهٔ Ferdinand Freiligrath، منتشرشده توسط نشر de Gruyter GmbH در سال 2021. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.
der Fischer greift zum Riem. Aehnlich einer großen schwarzen Fläche liegt er, kampfbereit, Und sein Rücken ist mit Warzen, Wie mit Hügeln, überstreut. Ruhig schwimmt er -doch nicht lange! -Aus dem Haupte grünes Moos, Zischend zuckt die Meeresschlange, Die gewalt'ge, auf ihn los. Wenn sie blutend sich umklastern, Wenn die rothen Kämme wehn. Kann man keinen fabelhaftern Anblick aus dem Meere sehn. Heil, wer, wie du, das weite Meer befahrt! Tu hast gehört Von den Entdeckern, die da ohne Furcht Tie See durchfurcht. Und deren Züge, kreuzend her und hin, Ein geistig Netz um das Gewässer ziehn. Du hast gehört von wüsten Inseln auch, Allwo, das Aug' Aus's Meer geheftet starr und unverwandt. In sehn'ger Hand Die hag're Wange, der Verschlag'ne sitzt, Indeß die Welle seinen Fuß bespritzt. Das sind die Helden deiner Knabenzeit; -Die Einsamkeit Des Tannenwalds durchzogen sie mit dir, Vasallen schier. Du führtest sie schweißtriefend und bestaubt, Ein dreizehnjährig Abenteurerhaupt. Aus Busch und Wolke traten sie hervor; Du sprangst empor Vom moos'gen Stamm ; da saus'ten sie vorbei, Ernst mit dem Blei Tie Tiefe messend, Flaggen schüttelnd;du Riefst ihnen Grüße durch das Sprachrohr zu. Jetzt wird dir Alles wie ein Traum erfüllt. Aus's Neue quillt Und sprudelt dir der alten Wunder Born; Ein reiches Horn Von Abenteuern gießt mit üpp'gem Guß Vor deine Füße seinen Ueberfluß, Dom Netz, durch welches Flosien Des Nigers der erblickt. Zum Netze, das, zerschossen, Der Invalide strickt: -Beim Himmel! mitten inne Reich mag das Leben sein! Du Krauskopf, nicht entrinne! Sei Gast mir, tritt herein! Dein Garn mir und dein Reden? Mein Wein hier ist für dich! Von Sand-und Wasseröden, Von See-und Landschlacht sprich! Da! -Palmenwälder dunkeln, Hyän' und Löwe dräu'n; Auf Königshäuptern funkeln Gold, Perl' und Edelstein! Aus unerforschten Quellen Rauscht stolz der Niger her; Mit hunderttausend Wellen Braus't aus das heil'ge Meer. Die Peitsche tönt, die Fessel: Noch einmal schau' zurück! C brodemv oller Kessel! O Raum der Sklavenbrick! Rohrfclder! Hütt' an Hütte? Gedräng' am Mühlcnthor! Es fällt mit kräft'gem Schnitte Der Mohr das Zuckerrohr! Aus den zarten Schnäbeln leise Tönt Gezwitscher in die Wellen; "Viele Grüße von der Reise Haben wir dir zu bestellen. Lange waren wir in fremden Sandbedeckten heißen Ländern, Wo in weiten Kastanhemden Träge Turbanträger schlendern. Purpurfarbne Wunderpflanzen Dienten uns zu Meilenweisern; Gelbe Mauren sahn wir tanzen Nackt vor ihren Leinwandhäusern. Lechzend auf dem warmen Sattel Saß der Araber, der leichte, Während Ziegenmilch und Dattel Ihm auf's Pferd die Gattin reichte. Auf die Jagd der Antilopen, Kriegerisch mit Spieß und Pfeile, Zogen schlanke Aethiopen; Klagend tönte Memnons Säule. Aus des Niles Flut getrunken Haben wir, matt von der Reise; Gruß dir, Königin der Unken, Von dem königlichen Greise! Alles grüßt dich, Blumen, Blätter! Doch zumeist der Grüße viele Bringen wir von deinem Vetter, Von dem Krokodill im Nile!" Gedichte. Dtr Wecker in -er Wüste. Am Nilstrom in der Wüstenei, Da steht ein königlicher Leu, Gelb, wie der Sand, auf dem er steht, Gelb, wie der Smum, der ihn umweht. Ein Königsmantel, dicht und schön, Umwallt des Löwen Brust die Mähn': Eine Königskrone, wunderbar, Sträubt sich der Stirne straffes Haar. Er hebt das Haupt empor und brüllt, Sein Brüllen tönt so hohl, so wild: Die Wüstenei durchrollt es dumpf, Die Flut vernimmt's in Möns' Sumps. Dem Panther starrt das Rosensell, Erzitternd flüchtet die (Äazell', Es lauscht Kameel und Krokodill Des Königs zürnendem Gebrüll. Es hallt zurück vom Nilesstrand Und von der Pyramiden Wand; Die Königsmumie, braun und müde. Erweckt's im Schooß der Pyramide. Sie richtet sich im engen Schrein; "Dank, Löwe, für dein zornig Träu'n! Manch lang Jahrtausend schlief ich schon, Da weckt mich deiner Stimme Ton! O, lange Zeit hab' ich verträumt! Wo seid ihr, Jahre, glanzumsäumt, Als Siegesbanner mich umflogen, Als deine Ahnen, Leu, mich zogen? Auf eines Tigers bunter Haut Liegt der Gebieter. -Schleierlos, Kein Gurt umfängt den vollen Schooß, Aus Purpurfalten glänzt wie Schnee Ihr Fuß mit ringgeschmückter Zeh'; Entfesselt rollt ihr Haupthaar hin -Ruht schlummernd die Circassierin An seiner Brust! vom Kaukasus Der Demant glänzt am Bosporus. Sein Auge glüht; sein Barthaar wallt Aus die wollüstige Gestalt. Sie träumt; sie lächelt; der Email Der Zähne glänzt! -"Birgt dein Serail, Soliman, solch ein Weib?" -Er sinkt Zu ihr hinab, brünstig umschlingt Er sie, berauscht von ihrem Hauch, Von Moschusduft und Ambrarauch. 2. ""Ein Reitertrupp!der Aga der Eunuchen, Juffuf!"" -"Bringt ihn her!" Juffuf, der Neger aus Dar Für, Reicht grinsend ihmdie seidne Schnur. Wird oft der Krug geleert; Da sitzen die Reiter, zwischen Den Knien ihr gutes Schwert. Wohl ist des Hutes Feder Von Pulverdampf vergilbt: Doch keck hat ihn ein Jeder Auf's blonde Haar gestülpt; Und keck wird er geschwungen, Der Wein spritzt in die Höh', Von fünfundzwanzig Zungen Vernimmt man: "Vivent les Gueux!" Und wenn die Krüge tröpfeln, Wenn jeder Kelch geleert, Dann werden mit den Klöpfeln Die Gläser umgekehrt. Dann gibt's ein helles Klingen, Dann werden Glocken draus, Dann läuten sie mit Singen König und Herzog aus. Dann greift ein jeder Reiter Von selbst nach seinem Schwert, Dann singt ein jeder Läuter, Daß man es weithin hört: "Rasch, siebenzehn Provinzen, Stellt euch nun aus den Fuß! Empfanget nun den Prinzen Mit freundelichem Gruß! Stellt euch zu sein'n Panieren, Jeder als treuer Mann! Thut helfen verlogiren Duc d'Alve, den Tyrann! Sie sagen: "Wer nimmt diesen Brief, Und trägt ihn durch das Meer? Dem Prinzen bringt er einen Brief, Und uns bringt er ein Heer." Da waren in der Veste Zwei, Die sprachen: "Wir! gebt her!" Lieve Heere war des Einen Nam', Jan Schagt des Andern der. Jedweder nähte seinen Brief Wohl in sein ledern Wamms, Und stürzte sich in's Wasser frisch, Und trat es, und durchschwamm's. Die Spanier setzten Boote aus, Und machten auf sie Jagd; Wer sich gefangen nehmen ließ, Das war der Meister Schagt. Doch als nun Speer und Schlinge flog, Daß man den Heere sah', Als er nur Spanier um und um Und keinen Ausweg sah: Da warf er in den Nacken stolz Sein triefend Haupt zurück, Und sah die Herrenknechte an Mit einem stolzen Blick. "Wir haben ihn, wir haben ihn!" -Da taucht' er unter schnell! Glück zu! auf Nimmerwiedersehn! Du triefender Gesell! Die Meerflut schloß sich über ihm, Und über seinem Brief; Kein Teufel wußt', was drinnen stand -Das Meer ist dort sehr tief. Terzinen. Mit dieser Hand; die Krieger draußen schrien. Also geschah's, ich hab' euch nichts verhohlen!" -Ich bog mich schürend vor in den Kamin, Und eine Thräne zischte in die Kohlen.
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