وبلاگ بلیان

Euvitalistische Biologie: Ƶur Grundlegung der Kultur

معرفی کتاب «Euvitalistische Biologie: Ƶur Grundlegung der Kultur» نوشتهٔ Karl Camillo Schneider (auth.)، منتشرشده توسط نشر Springer-Verlag Berlin Heidelberg در سال 1926. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.

Beharrung und Entwicklung .. In unserer Zeit ist der Gedanke sehr verbreitet, daß die Kultur ein Organismus sei, der wie alle Organismen wird und vergeht. Speziell Spengler hat in seinem wohl auch Ihnen bekannten Buche: Der Untergang des Abendlandes, von Kulturorganismen gesprochen, deren jeder einmal zu irgendeiner Zeit entsteht, um dann nach einer bestimmten Spanne Zeit zu sterben; so sei auch unsere heutige abendländische Kultur, die Kultur Europas, ein Organismus, der vor einem Jahrtausend etwa geboren wurde und jetzt dem Untergange verfallen erscheint. Auch andere Autoren denken so, doch sei nicht verschwiegen, daß es auch Denker gibt, welche im Gegenteil von unserer Kultur entzückt sind und ein Aufblühen Europas erwarten. Wie dem nun auch sei, jedenfalls erscheint niemand berufener, über diese Ideen zu urteilen als der Biologe, der gerade mit nichts anderem sich beschäftigt als mit Organismen, mit ihrem Werden und Vergehen. Es haben deshalb auch nicht wenige Biologen über dies Thema sich ausgesprochen, allerdings, wie ich sogleich bemerken möchte, ohne seine Erledigung wesentlich zu fördern, da sie nicht biologisch genug an das Problem herantraten, nicht unter voller Erschöpfung des Lebensbegriffes im Organischen. Gestatten Sie mir, daß ich auf Erörterung dieser Arbeiten hier verzichte; wir würden nur aufgehalten werden, denn bevor nicht der Lebensbegriff, das Problem, was denn ein lebender Organismus eigentlich sei, wodurch er sich von den• Anorganismen unterscheide, genügend erledigt ist, kann an eine Einschihzung der Kultur als Organismus nicht gedacht werden. Ich glaube, daß ich selbst bis zur Erledigung des Lebensproblems -in den Hauptgrundlagen wenigstens -vorgedrungen bin. Ich traue mir deshalb auch zu, über die Kultur als organische Entwicklung reden zu können. Ganz von selbst ist mir der Gedanke dieses Kollegs aus mühsam erworbener Einschätzung des Lebens erstanden: von der Histologie kam ich zum Vitalismus, von diesem zur Deszendenztheorie, von dieser zur Psychologie, dann zur Philosophie im allgemeinen und endlich auch zur Kulturphilosophie, in der die Lebensforschung gipfelt. Schon Vor vier Jahren publizierte ich mein erstes Werk über dies Thema (Die Möglichkeit einer neuen deutschen Kultur) und seit vier Jahren lese ich auch darüber ein dreistündiges Kolleg. Dabei spalteten sich mir ein paar engst zugehörige Themen als besonderer Kollegstoff ab, so das Periodenproblem, das ich im Spezial-Schneider, Euvitalistische Biologie. Gern denkt man sich heute Kultur als einen Entwicklungsorganismus. Über die Berechtigung dieses Vergleiches sollte der Biologe am besten Auskunft geben können, aber unsere heutige Biologie weiß so wenig wie die moderne Geschichtswissenschaft, was Entwicklung eigentlich ist. Denn unsere ganze Kultur begründet sich auf dem Beharrungsgedanken, nicht auf dem Entwicklungsgedanken. Selbst im biogenetischen Grundgesetz, das an den eigentlichen Kern der Entwicklung rührt, dominiert der Beharrungsgedanke, da das Gesetz kein Ziel zum Ausdruck bringt, sondern nur den Zufall, den eigentlichen Kern der Natur, in den Mittelpunkt der Betrachtung rückt. Die im Beharrungsgedanken sich aussprechende Über schätzung der Natur tritt uns charakteristisch im immer wiederholten Bemühen entgegen, Urzeugung zu erweisen, also die Entstehung des Lebens aus Naturfaktoren zu begreifen. Das ist nun zwar vergebliches Bemühen, doch bleibt die Bedeutung des Lebens und der ihm verknüpften Entwicklung unbekannt. Sie läßt sich aber bereits dem Zeugungsakt entnehmen. Denn dieser ist in erster Linie Assimilation, ist Angleichung toter. Substanz an eine auf wunderbare Weise entstandene Urstruktur, und Aufgabe der Assimilation ist nun, die gesamte Weltmaterie nach und nach anzugleichen an die Urstruktur. An dieser elementaren Lebenstatsache sieht nicht nur die offizielle materialistische Biologie vorbei, sondern a. uch die gegebenen Vitalismen, von denen man doch gerade volle Wertschätzung des Lebens erwarten sollte Front Matter....Pages N2-VII Beharrung und Entwicklung....Pages 1-13 Urzeugung....Pages 13-21 Zeugung....Pages 21-29 Physiovitalismus....Pages 30-38 Formvitalismus....Pages 38-45 Euvitalismus....Pages 45-53 Der Tod....Pages 53-59 Sexualität....Pages 59-67 Theorien der Sexualität....Pages 67-73 Übersicht über den Zeugungskreis. Entwicklung....Pages 73-81 Entwicklungstheorien....Pages 81-90 Entwicklungstheorien....Pages 90-101 Entwicklungstheorien....Pages 101-112 Entwicklungstheorien....Pages 112-124 Entwicklungstheorien....Pages 124-133 Übersicht über den Entwicklungskreis. Handlung....Pages 133-139 Wahrnehmung....Pages 140-150 Raumproblem. Problem des motorischen Erregungsstromes....Pages 151-157 Kausalität der Handlung. Heteronome Leistungen....Pages 158-166 Erfahrung. Das vierdimensionale Erlebnis....Pages 166-173 Der Sinn. Physikalische Vierdimensionalität....Pages 173-179 Äther und Leere....Pages 179-185 Mathematische Vierdimensionalität....Pages 185-191 Die Mentalität der Primitiven....Pages 191-198 Der Mythus. Materialisation und Spirit....Pages 198-205 Idee und Erscheinung. Heteronome Leistungen....Pages 205-211 Schlußbetrachtung....Pages 211-215 Back Matter....Pages 216-222 Dieser Buchtitel ist Teil des Digitalisierungsprojekts Springer Book Archives mit Publikationen, die seit den Anfängen des Verlags von 1842 erschienen sind. Der Verlag stellt mit diesem Archiv Quellen für die historische wie auch die disziplingeschichtliche Forschung zur Verfügung, die jeweils im historischen Kontext betrachtet werden müssen. Dieser Titel erschien in der Zeit vor 1945 und wird daher in seiner zeittypischen politisch-ideologischen Ausrichtung vom Verlag nicht beworben.
دانلود کتاب Euvitalistische Biologie: Ƶur Grundlegung der Kultur