معرفی کتاب «Essayistik Als Selbsttechnik: Wahrheitspraxis Im Zeitalter Der Aufklarung (Hallesche Beitrage Zur Europaischen Aufklarung) (German Edition) (Hallesche Beiträge Zur Europäischen Aufklärung)» نوشتهٔ Hahne, Nina، منتشرشده توسط نشر de Gruyter GmbH در سال 2015. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.
"The essay became popular in Europe during the 18th century. From early "edifying weeklies" and to the journals published around 1800, the essay served an emergent bourgeois audience as a means of critical reflection. For the first time, this study applies textual analysis to show that essay writers during the Enlightenment conceived of the essay as a technology of the self. It traces the forms of subjectivity developed through essayistic writing" -- Inhalt I. Einleitung 1. Aufklärungsessayistik als Selbsttechnik: Methodische Grundlagen 1.1. Selbsttechnik und Wahrheitspraxis 1.2. Die Kulturgeschichte der Subjektformen 1.3. Selbsttechnik, Autobiographie und Essay 2. Gattungstheoretische Überlegungen 2.1. Die Interdiskursivität des Essays 2.2. Das Genre Aufklärungsessay: eine flexible Definition 2.3. Die nicht-fiktionale Textsorte Essay. Einige Einwände im Hinblick auf das essayistische Ich 3. Forschungen zum Essay: Anknüpfungspunkte und Abgrenzungen 4. Zum Aufbau dieser Untersuchung II. Aufklärungsessayistik unter dem Paradigma der Wahrheit der „gesunden Vernunft“: das repräsentative Ich in der moralistischen Essayistik 1. Essayistik als selbstreflexive Praxis des frühbürgerlichen Moralsubjekts 2. Francis Bacons Essay Of Truth und der Rückgriff auf die stoische therapeutische Selbsttechnik 3. Michel de Montaignes Essais: eine Ästhetik des Selbst 4. Die Neubestimmung des Essays um 1700 im Kontext der Frühaufklärung 4.1. Wegbereiter eines moralistischen Interdiskurses 4.2. Gattungsreflexion durch Essayisten I: Joseph Addisons klassizistische Konzeption der Spectator-Essays als therapeutische Selbsttechnik 4.3. Gattungsreflexion durch Essayisten II: Nicolas Charles Joseph Trublets klassizistische Konzeption des Essays 4.4. Gattungsreflexion durch Essayisten III: Shaftesburys „Business of Self-Dissection“ 5. Deutschsprachige Essayistik als moralistischer Interdiskurs bis 1750 5.1. Moralistische Essayistik und Erbauungsliteratur 5.2. Therapeutische Selbsthermeneutik in Moralischen Wochenschriften 5.2.1. Die „sokratisch-katechetische Methode“ und Die Discourse der Mahlern (1721?1723) 5.2.2. Die „sittliche Universalhermeneutik“ und Der Gesellige (1748–1750) 5.3. Grenzen der Repräsentation: Die moralistische Essayistik Christiana Mariana von Zieglers (1731/1739) und die querelle des femmes III. Aufklärungsessayistik unter dem Paradigma der „ästhetischen Wahrheit“: das experimentelle Ich in der anthropologischen Essayistik 1. „Schöne Erkenntnis“: Der Paradigmenwechsel in der Kunsttheorie bei Alexander Gottlieb Baumgarten und seine Bedeutung für die Essayistik 2. „Seine ganze Natur ist Gedanken.“ Die erste deutschsprachige Übersetzung der Essais Montaignes von Johann Daniel Tietz (1753/54) 3. Ein „penelopisches Gewebe“: Friedrich Carl Casimir von Creuz’ Versuch über die Seele (1754) antwortet auf La Mettries L’Homme Machine (1748) 3.1. Die Seele, ein „Mittelding“, oder Monada Creuziana 3.2. Experimentelle Selbstästhetik durch „innere Erfahrung“ 3.3. Geglückte Aufklärung: Ironie versus Melancholie 3.4. „Ein Blitzstral der Mitternacht“: Creuz, betrachtet durch die Brille der Genieästhetik IV. Das exemplarische Ich in der Essayistik der Genieästhetik 1. Zum Verhältnis von Selbsttechnik und Gattungsreflexion über den Essay in der Konstituierungsphase der Genieästhetik 1.1. „The Stranger within thee“: Selbstermächtigung bei Edward Young (1759) 1.2. Die genieästhetische Bewertung Montaignes durch Alexander Gerard in seinem Essay on Genius (1774) 1.3. Eine Fundstelle: die Bezeichnung „Eßayist“ in den Frankfurter Gelehrten Anzeigen (1772) 2. Die Selbstästhetik in der Essayistik des Sturm und Drang 2.1. Das exemplarische Ich in Goethes Essay Von deutscher Baukunst (1773) 2.2. „Standpunkt“ und Dialogizität: die souveräne Verfügungsgewalt des exemplarischen Ichs 2.3. Der Fehler des Kunstwerks als Auslöser der Selbstästhetik 2.4. Geschichtsphilosophische Relativierung exemplarischer Subjektivität: Herders Essay Shakespear (1773) 2.5. Ironische Subversion exemplarischer Subjektivität in Lenz’ Essay Über die Veränderung des Theaters im Shakespear (1776) V. Experimentelles Ich und gesellschaftliches Wir: Selbstkritik der Aufklärung durch Essayisten im späten 18. Jahrhundert 1. Die Kontinuität der experimentellen Selbstästhetik 1.1. Christoph Martin Wielands Essay Fragmente von Beyträgen (1778): Kosmopolitische Selbstbildung zum Ideal der Humanität 1.2. Irritationen des Wahrheitssinns in der Essayistik Georg Forsters 2. Yorick/Montaigne. Die zweite deutschsprachige Übersetzung der Essais von Johann Joachim Christoph Bode (1793?95) 3. Essayistik als Selbsttechnik und populäres Philosophieren: eine Verhältnisbestimmung 3.1. Popularphilosophie um 1800: Christian Garve und Johann Christoph Greiling 3.2. „Poesie, die sich in Philosophie auflöset“: Garves Verbindung von Selbstästhetik und therapeutischer Selbsthermeneutik in seinen Versuchen (1792?1802) VI. Fazit und Ausblick VII. Literaturverzeichnis 1. Primärliteratur 2. Forschungsliteratur VIII. Abbildungsnachweis
Im Zeitalter der Aufklärung etabliert sich eine eigenständige deutschsprachige Essayistik. Ihre gesellschaftliche Funktion blieb in der Forschung bislang unberücksichtigt. Diese Studie kann erstmals zeigen, dass die Essayistik der Aufklärung als textbasierte Selbsttechnik angelegt ist.
Doch wo wird über die Aufgaben essayistischen Schreibens debattiert, und welche Subjektformen bildet der Essay im 18. Jahrhundert aus? Um diese Fragen zu beantworten, weist die Studie anhand exemplarischer Textanalysen nach, wie es der Essay dem Einzelnen ermöglicht, gezielt kollektive oder individuelle Idealvorstellungen einzuüben. Dabei berücksichtigt sie sowohl Konzeptionen des Essays durch Essayisten selbst als auch den starken Einfluss der französischen Essay-Tradition nach dem Vorbild Michel de Montaignes und der englischen Tradition nach dem Vorbild Francis Bacons. Ausgehend von einer Beschreibung des „essayistischen Ichs“, das sich jeweils in den Texten konstituiert, kann sie den Essay der Aufklärung als eine komplexe Wahrheitspraxis beschreiben, deren Reflexionsformen bis in die Gegenwart fortwirken. Damit leistet die Studie einen wichtigen Beitrag zur Gattungsgeschichte des Essays und zur Geschichte der Subjektformen der Aufklärung.