معرفی کتاب «Erinnerung - Niederschrift - Nutzung: Das Papsttum und die Schriftlichkeit im mittelalterlichen Westeuropa (Abhandlungen Der Akademie Der Wissenschaften Zu Gottingen, Neue Folge) (German Edition)» نوشتهٔ Herbers, Klaus (editor);Fleisch, Ingo (editor)، منتشرشده توسط نشر de Gruyter GmbH در سال 2011. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.
Als Paul Fridolin Kehr 1896 mit Hilfe der Göttinger Gelehrten Gesellschaft das Göttinger Papsturkundenwerk ins Leben rief, dachte er sicher nicht daran, dass mehr als hundert Jahre für dieses Projekt nötig sein würden. Die Verlängerungen sind aber nicht nur mangelndem Arbeitswillen geschuldet, sondern die Schwerpunkte des von Anfang an europäisch ausgerichteten Unternehmens wechselten, nach Italia und Germania Pontificia geraten inzwischen andere Regionen in den Vordergrund. Zudem erfolgten auch weitere Kampagnen der Sichtung und Verarbeitung des Materials immer wieder in Schüben, wie leicht auch am Publikationsrhythmus der Werke aufgezeigt werden könnte. 1 Der vorliegende Band dokumentiert eine hoffentlich nun länger anhaltende Initiative für die Hispania bzw. Iberia Pontificia. Das Buch umfasst die für den Druck überarbeiten Beiträge der vom 16. bis 17. Februar 2007 in den Räumen der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen abgehaltenen Tagung "Erinnerung, Niederschrift, Nutzung -Das Papsttum und die Schriftlichkeit im westeuropäischen Mittelalter". Die Tagung war Resultat einer in den Vorjahren vom Erlanger Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte, der Pius-Stiftung für Papsturkundenforschung und der Göttinger Akademie der Wissenschaften ausgegangenen Initiative zur Wiederaufnahme der ins Stocken geratenen Arbeiten an der Hispania Pontificia, die nach den intensiven Vorarbeiten von P. F. Kehr, C. Erdmann, P. Rassow, J. Rius und P. Galindo seit den 1930er Jahren nur noch einmal kürzere Zeit in den Forschungen von O. Engels und L. Vones zu einigen Ergebnissen geführt hat. Aus einer 2006 begonnenen neuen Initiative erwuchs eine Arbeitsgemeinschaft, an der deutsche, spanische und portugiesische Forscher beteiligt waren, deren gemeinsames Ziel die Erforschung der römisch-iberischen Beziehungen bis ins 13. Jahrhundert war. Die zunächst noch lose und nur durch gemeinsame Forschungsinteressen verbundene Gruppe ist zwischenzeitlich, dank der großzügigen Unterstützung durch das Akademienprogramm und die Akademie zu Göttingen sowie das Madrider Wissenschaftsministerium eine auch institutionell fest etablierte internationale Forschungskooperation geworden, die außer in Registerbänden auch in regelmäßigen Arbeitstreffen und Tagungen die erfreulichen Arbeitsfortschritte dokumentiert. 1 Die Publikationsliste des Unternehmens bietet die Homepage unter der Adresse www.papsturkunden.gwdg.de/Pius-Stiftung/Publikationen/publikationen. html (letzter Zugriff: 5. August 2010). ## VIII Vorwort Der nun vorgelegte Band führt erste Überlegungen zur Klärung von räumlichen und personellen Strukturen fort, denn es war das Ziel der Göttinger Tagung, vor allem die Quellengrundlagen stärker zu sichten. Die hier dokumentierten Diskussionen galten unter anderem der Frage, welche Auswirkungen der Kontakt mit dem Papsttum auf die Entwicklung der Schriftlichkeit auf der Iberischen Halbinsel hatte, sowohl mit Blick auf die pragmatische Schriftlichkeit wie auch hinsichtlich legitimitätsstifender Schriftproduktion, wie in der Einführung weiter vorgestellt wird. Diese Fragen helfen der Klärung der Voraussetzungen für eine Iberia Pontificia, sie greifen aber zugleich sehr aktuelle wissenschaftliche Diskussionen um die Entstehung des Papsttums auf, so dass Quellenforschung und Sachdiskussionen hervorragend zu verbinden waren. In den kulturellen Umwälzungsprozessen des Hochmittelalters, in deren Folge weite Teile Europas eine drastische Zunahme der Schriftlichkeit verzeichneten, nahm das Papsttum eine wichtige Mittlerrolle ein. Es bemühte sich seit der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts verstärkt, in alle Teile der damals bekannten Welt auszugreifen. Die hoch entwickelten, weitgehend schriftgestützten, kurialen Verwaltungsabläufe erwiesen sich dabei nicht nur als sehr wirkungsvolle Instrumentarien, sondern beeinflussten auch nachdrücklich die Entwicklung der Schriftlichkeit in vielen der römischen Kontaktregionen. Als Untersuchungsraum solcher römischer Einflüsse, ihrer Auswirkungen in und auf traditionelle Quellengruppen wie auch auf die Entstehung neuer Schriftformen eignet sich die Iberische Halbinsel besonders gut. Die durch Reconquista und Neuorganisation von Kirchenstrukturen geprägten iberischen Verhältnisse jener Zeit schufen günstige Voraussetzungen für die Entwicklung stärker schriftbasierter Verwaltungsmechanismen und für die Übernahme römisch-kanonischer Rechtsnormen, die durch kontinuierliche inneriberische Rivalitäten und Konflikte noch gefördert wurde. Mit der gewachsenen Rolle des Papsttums als legitimationsstiftender Instanz kam den Beziehungen zu Rom und päpstlichen Privilegien in iberischen Kirchenkreisen eine zunehmend wichtigere Stellung zu. Dies schlug sich deutlich in der historiographischen und diplomatischen Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit nieder, vor allem in den Bemühungen, durch -häufig manipulative -Rekonstruktion vergangener Rombeziehungen gegenwärtige Rechtsansprüche zu legitimieren. Die Aufsätze des Bandes bieten erste Annäherungen an diese Fragen. Um eine bessere Übersichtlichkeit zu gewährleisten, wurden Abbreviaturen nach der Vorlage des Lexikons des Mittelalters verwendet. Der geneigte Leser findet am Anfang von Beiträgen, die zusätzliche Siglen enthalten, eine entsprechende Auflösung derselben. Bei der Vorbereitung der Tagung halfen den beiden Herausgebern die Sekretariate und Hilfskräfte des Lehrstuhls für Mittelalterliche Geschichte in Erlangen sowie der Akademie zu Göttingen; bei der Einrichtung des Druckes vor allem Frau Zur Einführung : Gedächtnis und Legitimation : Aspekte der Überlieferung und ihrer Auswertung / Klaus Herbers Päpstliche Urkunden, Briefe und die europäische Öffentlichkeit / Uta-Renate Blumenthal Constructing legitimacy and using authority : the production of cartularies in Braga during the 12th century / Maria João Branco Los cartularios de la catedral de astorga y la recuperación de "bulas" asturicenses anteriores a 1198 / Santiago Dominguez Sanchez Rechtsstreit und Schriftkultur : zum Vordringen des römisch-kanonischen Prozessrechts auf der iberischen Halbinsel / Ingo Fleisch "Historia Compostellana" und "Liber Sancti Jacobi" : die Überlieferung päpstlicher Schreiben zwischen historiographischer Propaganda und pragmatischer Schriftlichkeit im 12. Jahrhundert / Klaus Herbers Los tumbos de Santiago de Compostela y las relaciones con el pontificado / Fernando Lopez Alsina Transmisión y eficacia de la documentación pontificia medieval en las diócesis de la extremadura castellano-leonesa / Jose Luis Martin Martin Überlieferungsformen franko-römischer Kontakte : zur Position der Papsturkunden in französischen Chartularen / Harald Müller Documentos pontificios en el liber testamentorum ecclesie oventensis / Ma Josefa Sanz Fuentes Schriftlichkeit in Katalonien : karolingische Traditionen, fränkischkapetingische Modelle, päpstliche Einflüsse / Ludwig Vones. Vorwort Gedächtnis und Legitimation – Aspekte der Überlieferung und ihrer Auswertung. Zur Einführung Päpstliche Urkunden, Briefe und die europäische Öffentlichkeit Constructing Legitimacy and Using Authority. The Production of Cartularies in Braga during the 12th Century Los cartularios de la catedral de Astorga y la recuperación de „bulas“ asturicenses anteriores a 1198 Rechtsstreit und Schriftkultur – Zum Vordringen des römisch-kanonischen Prozessrechts auf der Iberischen Halbinsel «Historia Compostellana» und «Liber Sancti Jacobi» – Die Überlieferung päpstlicher Schreiben zwischen historiographischer Propaganda und pragmatischer Schriftlichkeit im 12. Jahrhundert Los Tumbos de Santiago de Compostela y las relaciones con el Pontificado Transmisión y Eficacia de la Documentación Pontificia Medieval en las Diócesis de la Extremadura Castellano-Leonesa Überlieferungsformen franko-römischer Kontakte: Zur Position der Papsturkunden in französischen Chartularen Documentos Pontificios en el Liber Testamentorum Ecclesie Ovetensis Schriftlichkeit in Katalonien: Karolingische Traditionen, fränkischkapetingische Modelle, päpstliche Einflüsse Orts- und Personenregister " Der Band versammelt die Beiträge einer Tagung, die sich der inhaltlichen Vertiefung der römisch-iberischen Beziehungsgeschichte vor dem Hintergrund der sich im Zuge von Reconquista und Landesausbau vielfach neu formierenden kirchlichen und kulturellen Strukturen der Iberischen Halbinsel widmete. Der Blick auf die in letzter Zeit stärker ins Interesse der Forschung gerückten Fragen nach dem Verhältnis der römischen 'Zentrale' zu ihren europäischen 'Peripherien' durch die iberische Papsturkundenforschung eröffnet dazu neue Perspektiven.The volume is a collection of papers held at a conference devoted to the in-depth study of the history of the Roman-Iberian relationship against the backdrop of ecclesiastical and cultural structures of the Iberian Peninsula, which in many cases took on new forms in the course of the Reconquista and the consolidation of the country. The recently intensified focus on questions concerning the relationship between Rome as "center" and its European "peripheries" through research on Iberian papal documents opens up new perspectives.Klaus Herbers und Ingo Fleisch, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Der Band versammelt die Beiträge einer Tagung, die sich der Vertiefung der römisch-iberischen Beziehungsgeschichte vor dem Hintergrund der sich im Zuge von Reconquista und Landesausbau vielfach neu formierenden kirchlichen und kulturellen Strukturen der Iberischen Halbinsel widmete. Der Blick auf die Fragen nach dem Verhältnis der römischen "Zentrale" zu ihren europäischen "Peripherien" eröffnet dazu neue Perspektiven.
"The volume is a collection of papers held at a conference devoted to the in-depth study of the history of the Roman-Iberian relationship against the backdrop of ecclesiastical and cultural structures of the Iberian Peninsula, which in many cases took on new forms in the course of the Reconquista and the consolidation of the country. The recently intensified focus on questions concerning the relationship between Rome as 'center' and its European 'peripheries' through research on Iberian papal documents opens up new perspectives."--Publisher's website Main description: The volume is a collection of papers held at a conference devoted to the in-depth study of the history of the Roman-Iberian relationship against the backdrop of ecclesiastical and cultural structures of the Iberian Peninsula, which in many cases took on new forms in the course of the Reconquista and the consolidation of the country. The recently intensified focus on questions concerning the relationship between Rome as "center" and its European "peripheries" through research on Iberian papal documents opens up new perspectives