معرفی کتاب «Ekphrasis : Kunstbeschreibungen und virtuelle Räume in der Literatur des Mittelalters» نوشتهٔ Wandhoff, Haiko، منتشرشده توسط نشر De Gruyter; Walter de Gruyter Inc. در سال 2012. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.
The reader of an artistic description (__ecphrasis__) is subjected to a constant oscillation between the text and the image. Using various examples, the present study examines the insights which medieval literary works open up to their readers by continually inserting descriptions of pictures and architecture into the linear flow of narrative texts. Wandhoff attempts to reconstruct a history of ecphrasis, which extends from the epics of antiquity to the post-classic courtly romance at the end of the 13th century. The argumentation is led by three principal concepts - the analysis of literary descriptions as memorial pictures, as reflections of the visual in the verbal or the macro-narrative in the micro-narrative, or as a virtual display. Einleitung: Ekphrasis und visuelle Imagination im Mittelalter I. Ekphrasis – Positionen der Forschung Intermedialität: Ekphrasis als Schnittstelle auditiver und visueller Medialität Narratologie: Ekphrasis als spiegelnde Erzählung in der Erzählung Ekphrasis als Repräsentationstheorie II. gebildet und gebuochstabet – Kunstbeschreibungen im Mittelalter Besonderheiten der mittelalterlichen Kunstbeschreibung evidentia und imaginatio: Der rhetorische Ekphrasis-Begriff und die mittelalterliche Vorstellung vom ,inneren Sehen‘ Memorialbilder, Spiegelungen und virtuelle Räume: Zu Konzeption und Aufbau der Arbeit Erstes Kapitel. Der Bild-Schirm des Schildes: Die antike Ekphrasis und ihre Überschreibungen im 12. Jahrhundert I. Der Schild des Achilles als Urszene der antiken Ekphrasis Kosmos-Schilde im Mittelalter II. Die para-narrativen Ekphrasen des Hellenismus und die Kunstbeschreibungen Vergils Die Ekphrasen der „Aeneis“ Bewegungsbilder: Das ,kinematographische‘ Moment antiker Kunstbeschreibungen III. Vom flachen Bild-Schirm zum materiellen Artefakt: Die Schildbeschreibungen der Eneasromane Die Rüstungsschilderung im „Roman d’Eneas“ Schild und Rüstung als dreidimensionales Gehäuse bei Heinrich von Veldeke ,Vergilische‘ Schildbeschreibungen in der lateinischen Epik des 12. Jahrhunderts Zweites Kapitel. Schauräume des Todes: Die Besichtigung der antiken Welt in den Grabmalbeschreibungen der Eneasromane I. Ekphrasis als architektonische Inszenierung des Todes: Der „Roman d’Eneas“ Poetik der Einkapselung: Die Entstehung des höfischen Romans als Epitaphium auf die unerlöste Welt der Antike Monumentale Warnungen vor dem Sturz des Hohen: Grabbeschreibungen in der lateinischen Epik des 12. Jahrhunderts II. Vertikalität und Transzendenz: Der Umbau der Grabarchitektur bei Heinrich von Veldeke Der fromme Euander und die proto-christliche Erdbestattung des Pallas Pallas – ein Ritter-Märtyrer? Das Grabmal der Camilla als selbstgebaute Himmelsstadt Der Raum zwischen Himmel und Erde: Die Öffnung der Grabmäler auf die Transzendenz des Heilsgeschehens III. Architektur – Schrift – Gedächtnis: Mentale Bauwerke in Bibel, Gedächtniskunst und Literatur Drittes Kapitel. Der gespiegelte Kosmos im Text: Ekphrasis als nach Maß und Zahl geordnetes Welt-Bild des frühen Artusromans I. Die vier Insignien des Königs und die kosmische Tektonik von Chretiens de Troyes „Erec et Enide“ Die Kunstbeschreibungen der Krönungszeremonie Die Vierzahl als Operator des Bildaufbaus und die Schemabilder des Kosmos-Menschen Mundus triplex und Septem artes liberales Krone und Kreuz, Thron und Altar: Ein virtueller Gang vom Palast in Nantes zum Münster in Carnant Zwei weitere königliche Schauräume: Die Hochzeit in Cardigan und die Wundheilung in Pointurie Die pictura der Krönungsszene als Eingangsportal zum geometrischen Schauraum des Textes Der neue Romanheld als neuer König und neuer Mensch oder die Spiegelung der Heilsgeschichte im Artusroman Der Weltenmantel, die conjointure und Chrétiens ekphrastische Antwort auf den Antikenroman II. Die ganze Welt auf einem Pferd: Der Umbau der kosmologischen Ekphrasis im „Erec“ Hartmanns von Aue Enites neues Pferd und das ikonographische Motiv des Weltallbildes 3 – 4 – 12: Die Zahlenverhältnisse der Ekphrasis Der handlungsferne Schauraum der Ekphrasis und der Dichter als Bild-Künstler Die Umarbeitung des Weltenmantels zur Pferdedecke und der neue Kosmos des höfischen Rittertums Hartmanns pictura des Wunderpferdes als inverse Spiegelung der Romanhandlung Viertes Kapitel. Vorzeitschau in virtuellen Räumen: Das Troja-Bilddenkmal in der Literatur der Mittelalters I. Einblicke in das kulturelle Gedächtnis des Laienadels: Der trojanische Krieg als Gründungsereignis des Rittertums Trojanische Tele-Visionen Vergil und die Folgen: Aeneas vor den Troja-Tempelbildern in Karthago Der trojanische Krieg als Ursprung des Rittertums Trojanische Bildräume als historisch-kulturelles Fundament der Artusgesellschaft Von den virtuellen Memorialräumen der Literatur zur höfischen Wandmalerei II. Gegen-Bilder von Liebesfuror und Ehebruch: Der trojanische Krieg im Kosmos der lateinischen Literatur des 12. Jahrhunderts Baudri von Bourgueil und der trojanische Krieg im Schlafgemach der Adele von Blois Literarische Raum-Führungen: Zu den „Eikones“ des Philostratos und zur Beschreibung von Kircheninnenräumen Alanus ab Insulis und die antiken Exempelfiguren im Palast der Natura Johannes von Hauvilla und das Troja-Bilddenkmal im Palast der Ehrgeizigen Vom Mißverstehen der Bilder: Enites Pferd auf dem Mons Ambitionis Ausblick: Virtuelle Troja-Räume im Spätmittelalter Fünftes Kapitel. Bild-Eingänge: Ekphrasis als Portal des Textes I. Bild-Eingänge in Antike und Mittelalter Alanus ab Insulis und das kosmologische Eingangsbild in „De planctu Naturae“ II. Trojanische Bild-Eingänge in volkssprachigen Erzählungen des 13. Jahrhunderts Pleiers „Meleranz“: Der locus amoenus als Gedächtnisort und Landkarte des Textes Der Troja-Pokal als Eingangsbild in Konrad Flecks „Flore und Blanscheflur“ Helmbrechts Haube – eine ,Landkarte des Hirns‘? Ein bildkritischer Bild-Eingang bei Wernher dem Gartenaere Die Ehrgeizigen mißverstehen die Kunst: Wernhers „Helmbrecht“ und das Vor-Bild des „Architrenius“ III. Der Gralstempel im „Jüngeren Titurel“ als heilsgeschichtliches Eingangsportal des Gralsromans ergraben und ergozzen: Die Vorschau auf die Taten der Gralsritter an den Außenwänden des Tempels Sechstes Kapitel. Selbst-Bilder: Die Spiegelung des Romanhelden im Kunstwerk und die medialen Funktionen von Bildnis und Inschrift I. Die Gawein-Darstellung auf der Schüssel des Laniure und das trojanische Eingangsbild in der „Crône“ Heinrichs von dem Türlin Die Überwindung der trojanischen Minne-Konzeption im Artusreich II. Im Gefängnis der Imagination: Lancelots selbstgemalte Wandbilder und das Vor-Bild des Aeneas profugus Die Vita als Bildkunstwerk und die visuelle Kunst als Therapeutikum Ekphrastische Spiegeltechnik und mise en abyme im „Prosa-Lancelot“ Zur Funktion der Inschriften in den mittelalterlichen Selbst-Bildern III. Flore vor dem Scheingrab Blanscheflurs: Zu den medialen Funktionen von Schrift und Bild in der epischen Totenmemoria Blanscheflurs Scheingrab Troja-Pokal und Scheingrab als zweiteiliger Bild-Eingang Der unversehrte Leib des Toten als Auferstehungsversprechen: Zur Funktion des Grabbildes in der Totenmemoria Animierende Bildmagie und tötende Schrift des Gesetzes Ein inschriftliches Eingangsbild: Die Tafel des Gregorius Die Inschrift und das Ende des Erzählens: Der „Prosa-Lancelot“ als Epitaphium auf den Artusroman Schluß: Bewegte Bilder und virtuelle Räume zwischen Erinnerungs- und Projektionstechnik Literatur als Pré-Cinema Das Wandern durch die Topographien von Sprache und Literatur Virtualität und Interaktivität im Cyberspace und in der mittelalterlichen Literatur Abbildungsverzeichnis Literaturverzeichnis Textausgaben Forschungsliteratur Namenregister Review text: "Wandhoff's excellent Ekphrasis provides illuminating answers as to why we should look and read closely."Helmut Puff in: Journal of English and Germanic Philology 2/2006 "Mit großem Interesse verfolgt man Wandhoffs Darstellungen, die uns von der Antike bis ins späte Mittelalter führen, um im Schluß sogar noch den Sprung bis in die Postmoderne zu schaffen, wo in Science-Fiction Texte höchst ungewöhnliche, ekphratisch anmutende Motive integriert worden sind. Die gründliche Arbeit, die epochale Dimensionen besitzt, schließt mit einer Bibliographie und einem Namenregister."Albrecht Clasen in: Mediaevistik 18/2005 "Ekphrasis is a valuable contribution, and provides avenues of approach from which future studies will surely draw."James Brown in: German Quarterly 1/2005 "Es ist ein Verdienst der Arbeit Wandhoffs, eine große Menge auch an theoretischen Arbeiten zur Ekphrasis gesichtet und geordnet zu haben, um den eigenen Ansatz daraus zu entwickeln. ... Künftige Arbeiten, die mittelalterliche Texte unter narratologischen oder intertextuellen Fragestellungen behandeln, werden vielfältig Anregungen aus dieser Studie beziehen und dankbar auf sie als Grundlage zurückgreifen."Michael Rupp in: Arbitrium 2/2004
Die Buchreihe zur Germanistischen Mediävistik ‑ Trend in Medieval Philology (TMP)‑ nimmt zentrale Themen der aktuellen mediävistischen Forschungsdebatte auf und gibt wegweisenden Forschungsdiskursen einen Ort in der Fachliteratur. Die Reihe bietet besonders auch jüngeren und internationalen Forschern und Forschergruppen die Möglichkeit, innovative Studien und Diskussionen wirkungsvoll der Fachwelt zu präsentieren. Sie steht auch exzellenten Qualifikationsarbeiten (Dissertationen / Habilitationen) offen, wenn sie das Profil der Reihe befördern, die sich als ein ‚junges‘ Forschungsforum mit höchstem Qualitätsanspruch versteht.
Der Leser einer Kunstbeschreibung (Ekphrasis) ist bei der LektÃ1⁄4re einem ständigen Oszillieren zwischen Text und Bild ausgesetzt. Die vorliegende Untersuchung geht anhand verschiedener Beispiele den Einsichten nach, die die mittelalterliche Literatur ihren Lesern eröffnet, indem sie immer wieder Bild- und Architekturbeschreibungen in den linearen Fluss narrativer Texte einschaltet. Die Arbeit versucht, eine Geschichte der Ekphrasis zu rekonstruieren, die sich vom antiken Epos bis zum nachklassischen höfischen Roman im ausgehenden 13. Jahrhundert erstreckt. Vor allem drei Konzepte leiten die Argumentation: die Analyse literarischer Kunstbeschreibungen als Memorialbilder, als Spiegelungen des Visuellen im Verbalen bzw. der Makro- in der Mikroerzählung sowie als virtueller Schauraum. Die Buchreihe Trends in Medieval Philology nimmt zentrale Themen der aktuellen mediävistischen Forschungsdebatte auf und gibt wegweisenden Forschungsdiskursen einen Ort in der Fachliteratur. Sie versteht sich als ein interdisziplinär ausgerichtetes Forschungsforum mit höchstem Qualitätsanspruch. Die Reihe bietet besonders auch jüngeren und internationalen Forscher:innen und Forschergruppen die Möglichkeit, innovative Studien und Diskussionen der Fachwelt zu präsentieren.