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Ehe, Liebe, Freundschaft : Semantik der Vergesellschaftung im frühneuhochdeutschen Prosaroman

معرفی کتاب «Ehe, Liebe, Freundschaft : Semantik der Vergesellschaftung im frühneuhochdeutschen Prosaroman» نوشتهٔ Braun, Manuel، منتشرشده توسط نشر Max Niemeyer Verlag در سال 2013. این کتاب در 6 صفحه، فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.

Wie entwerfen frühneuhochdeutsche Prosaromane Ehe, Liebe und Freundschaft? Wie verändern sich diese Entwürfe zwischen 1474 und 1556? Und wie lassen sich diese Veränderungen erklären? Solche Fragen geht die Untersuchung über eine systemtheoretische Rekonstruktion des Problemhorizonts und eine diskursanalytische Aufbereitung der Lösungsstrategien an. Die Gesellschaft Oberdeutschlands beginnt sich um 1500 von stratifikatorischer auf funktionale Differenzierung umzustellen, was in literarischen Texten wie dem ›Fortunatus‹ und im realhistorischen Geschehen fassbar ist. Das schwächt ältere soziale Bindungen (Geschlecht, Verwandtschaft, Gemeinde, Genossenschaft), und erzeugt Bedarf an neuen Formen der Vergesellschaftung, dem sowohl Traktate als auch Romane Rechnung zu tragen suchen. Ältere Romane entwerfen Ehe als Bündnis zweier Dynastien, während diejenigen Georg Wickrams sich an den moralphilosophischen Ehediskurs anlehnen, der die gestiegene Komplexität der Gesellschaft durch ein hierarchisches Ordnungsmodell wieder einzufangen sucht. Dagegen verleiht die Liebe – sie tendiert zur Passion – dem Einzelnen Halt, indem sie ihn in totalem Sinn an das geliebte Du verweist. Ein Seitenspross zur passionierten Liebe ist Freundschaft, die an die Stelle der Waffenhilfe unter Kriegern die empfindsame Kommunikation setzt. Die Arbeit leistet gleichzeitig einen Beitrag zur historischen Semantik und zur Literaturgeschichte der Frühen Neuzeit. A) Themen, Theorien, Texte 1 Annäherungen 2 Theoriebaustein I : geschichtliche Realität 3 Theoriebaustein II: historische Semantik als Diskursanalyse 4 Theoriebaustein III: Systemtheorie 5 Vorstellung des Textkorpus B) Indizien für Ausdifferenzierungsprozesse 1 Zugangsweisen 2 Mediengeschichte und Evolution: der Buchdruck 2.1 Fragestellung und Vorgehensweise 2.2 Zentrale Textspeicher I: Wissenstexte 2.3 Zentrale Textspeicher II: Prosaromane 2.4 Anonymer Markt als Selektionsinstanz 2.5 Beschleunigung des Semantikumschlags 3 Ausdifferenzierung literarisch: zum Fortunatus 3.1 Fragestellung und Vorgehensweise 3.2 Erzwungene Ausfahrt und ernüchternde Abenteuer 3.3 Begegnung mit Bären und Glücksjungfrauen 3.4 Weitere Welterfahrung 3.5 Sesshafter Familienvater, reisender Räuber, frivoler Sterbender 3.6 Zur Vita der Söhne und zum Epilog: Widerrufe? 3.7 Verzicht auf Sinnstiftung 4 Ausdifferenzierung historisch: zur Gesellschaftsgeschichte 4.1 Verselbständigungsversuche der Teilsysteme 4.2 Soziale und mentale Folgen 5 Zusammenschau und Folgerungen C) Antworten auf Ausdifferenzierungsprozesse 1 Semantik der Vergesellschaftung I : Ehe 1.1 Ehe in der literarischen Tradition 1.2 Ehe in moraltheologischen Entwürfen 1.3 Ehe in den wickramschen Romanen 2 Semantik der Vergesellschaftung II: Liebe 2.1 Fragestellung und Vorgehensweise 2.2 Zum Zerfall des Modells Dienstminne 2.3 Varianten einer Sprache der Liebe 2.4 Liebe in Wickrams Romanen 3 Semantik der Vergesellschaftung III: Freundschaft 3.1 Fragestellung und Vorgehensweise 3.2 De amicitia deutsch 3.3 Spätmittelalterliche Freundschaft I: Loher und Maller 3.4 Spätmittelalterliche Freundschaft II: Olwier und Artus 3.5 Frühneuzeitliche Freundschaft: Wickrams Romane D) Verknüpfungen E) Literaturverzeichnis 1 Abkürzungsverzeichnis 2 Primärliteratur 3 Sekundärliteratur F) Autoren- und Textregister

Wie entwerfen frühneuhochdeutsche Prosaromane Ehe, Liebe und Freundschaft? Wie verändern sich diese Entwürfe zwischen 1474 und 1556? Und wie lassen sich diese Veränderungen erklären? Solche Fragen geht die Untersuchung über eine systemtheoretische Rekonstruktion des Problemhorizonts und eine diskursanalytische Aufbereitung der Lösungsstrategien an. Die Gesellschaft Oberdeutschlands beginnt sich um 1500 von stratifikatorischer auf funktionale Differenzierung umzustellen, was in literarischen Texten wie dem ›Fortunatus‹ und im realhistorischen Geschehen fassbar ist. Das schwächt ältere soziale Bindungen (Geschlecht, Verwandtschaft, Gemeinde, Genossenschaft), und erzeugt Bedarf an neuen Formen der Vergesellschaftung, dem sowohl Traktate als auch Romane Rechnung zu tragen suchen. Ältere Romane entwerfen Ehe als Bündnis zweier Dynastien, während diejenigen Georg Wickrams sich an den moralphilosophischen Ehediskurs anlehnen, der die gestiegene Komplexität der Gesellschaft durch ein hierarchisches Ordnungsmodell wieder einzufangen sucht. Dagegen verleiht die Liebe – sie tendiert zur Passion – dem Einzelnen Halt, indem sie ihn in totalem Sinn an das geliebte Du verweist. Ein Seitenspross zur passionierten Liebe ist Freundschaft, die an die Stelle der Waffenhilfe unter Kriegern die empfindsame Kommunikation setzt. Die Arbeit leistet gleichzeitig einen Beitrag zur historischen Semantik und zur Literaturgeschichte der Frühen Neuzeit.

Wie entwerfen frühneuhochdeutsche Prosaromane Ehe, Liebe und Freundschaft? Wie verändern sich diese Entwürfe zwischen 1474 und 1556? Und wie lassen sich diese Veränderungen erklären? Solche Fragen geht die Untersuchung über eine systemtheoretische Rekonstruktion des Problemhorizonts und eine diskursanalytische Aufbereitung der Lösungsstrategien an. Die Gesellschaft Oberdeutschlands beginnt sich um 1500 von stratifikatorischer auf funktionale Differenzierung umzustellen, was in literarischen Texten wie dem {u203A}Fortunatus{u2039} und im realhistorischen Geschehen fassbar ist. Das schwächt ältere soziale Bindungen (Geschlecht, Verwandtschaft, Gemeinde, Genossenschaft), und erzeugt Bedarf an neuen Formen der Vergesellschaftung, dem sowohl Traktate als auch Romane Rechnung zu tragen suchen. Ältere Romane entwerfen Ehe als Bündnis zweier Dynastien, während diejenigen Georg Wickrams sich an den moralphilosophischen Ehediskurs anlehnen, der die gestiegene Komplexität der Gesellschaft durch ein hierarchisches Ordnungsmodell wieder einzufangen sucht. Dagegen verleiht die Liebe - sie tendiert zur Passion - dem Einzelnen Halt, indem sie ihn in totalem Sinn an das geliebte Du verweist. Ein Seitenspross zur passionierten Liebe ist Freundschaft, die an die Stelle der Waffenhilfe unter Kriegern die empfindsame Kommunikation setzt. Die Arbeit leistet gleichzeitig einen Beitrag zur historischen Semantik und zur Literaturgeschichte der Frühen Neuzeit This study of historical semantics and early modern-age literary history delineates the way in which ideas about marriage, love and friendship changed radically from the 15th to the 16th century. Taking its bearings from systems and discourse theory, it examines tractates and fictional literature. Georg Wickram's prose romances take up the discourse on marriage to be found in moral theology and in stark contrast to earlier romances instantiate new forms of passionate love and friendship. As such they respond to the increasing isolation of the individual in the wake of the thoroughgoing reorganization of (German) society at that time, a phenomenon reflected both in the »Fortunatus« romance and in the course of actual historical developments. Der Beitrag zur historischen Semantik und zur frühneuzeitlichen Literaturgeschichte arbeitet heraus, wie sich die Entwürfe von Ehe, Liebe und Freundschaft vom 15. zum 16. Jahrhundert tiefgreifend verändern. Angeleitet von System- und Diskurstheorie, wertet er hierzu Traktat- und Romanliteratur aus. Die Prosaromane Georg Wickrams übernehmen den moraltheologischen Ehediskurs und entwerfen - verglichen mit älteren Romanen - neue Formen passionierter Liebe und Freundschaft. Damit reagieren sie darauf, daß der Einzelne im Gefolge der Umstellung der Gesellschaft auf funktionale Differenzierung zunehmend isoliert wird, was am "Fortunatus" und an der Realgeschichte abzulesen ist Manuel Braun. A Revision Of The Author's Thesis (doctoral)--univ. München, 1998/99. Includes Bibliographical References (p. 360-386) And Index.
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