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Ecclesia maledicens : Rituelle und zeremonielle Exkommunikationsformen im Mittelalter

معرفی کتاب «Ecclesia maledicens : Rituelle und zeremonielle Exkommunikationsformen im Mittelalter» نوشتهٔ Christian Jaser Jaser، منتشرشده توسط نشر Mohr Siebeck GmbH & Co. KG. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.

In scheinbarem Gegensatz zum christlichen Fluchverbot liegt im Mittelalter der Befund einer 'Ecclesia maledicens' vor, die die spirituellen und sozialen Folgewirkungen der kirchlichen Exkommunikation öffentlichkeitswirksam inszenierte. Im Zentrum der Analyse von Christian Jaser steht der Blick in die symbolische, rhetorische und gestische Werkstatt kirchlicher Fluch- und Exkommunikationsgewalt im Wandel der Anwendungshorizonte, Funktionsbestimmungen und medialen Kontexte. Begrifflich und methodologisch wesentlich ist hierfür, rituelle von historisch nachgängigen zeremoniellen Exkommunikationsformen zu unterscheiden, die performativ jeweils eigene Realitäten und Bedeutungen schaffen. Auf dieser Grundlage zeichnet Christian Jaser die historische Genese eines Inszenierungsrepertoires nach, das am spätmittelalterlichen Papsthof zu einem zentralen Repräsentationsereignis universaler Disziplinierungsansprüche transformiert wurde Cover Titel Vorwort Inhaltsverzeichnis Abkürzungen und Siglen I. Einleitung 1. Ouvertüre: eine ikonographische Überblendung 2. Fragestellung 3. Analysegang: Forschungs- und Quellenlage 4. Traditionslinien: Exkommunikation, Anathem, Fluch 4.1. Exkommunikation: Ausschluss von der kirchlichen Gemeinschaft 4.2. Anathem: spirituelle Auslieferung 4.3. Fluch: legitime und institutionalisierte Sprachgewalt II. Die Exkommunikation als Ritual – lokale und translokale Exkommunikationsformulare von Reims bis Rom 1. Pionierfall einer rituellen Exkommunikation: Reims 900 1.1. Der historische Ausgangspunkt: der Reimser Exkommunikationsakt vom 6. Juli 900 1.2. Narrative Schnittmengen – die hagiographische Tradition heiliger Verfluchungen und die chronikalische Fortschreibung des Reimser Exkommunikationsakts 1.3. Textverwandtschaften – die Adaptation des Reimser Exkommunikationstextes bei Regino von Prüm und Rather von Verona 2. Lokale Exkommunikationsformulare – der Überlieferungsbefund im historischen Kontext 2.1. Definitorische Abgrenzungen: liturgische clamores, Humiliationen von Reliquien, Poenformeln, Bücherflüche 2.2. Der Überlieferungsbefund in seiner zeitlichen und räumlichen Erstreckung 2.3. ‚Feudale Anarchie‘ oder lokale Konfliktspielregeln? Der historische Kontext 3. Anatomie einer spirituellen Gewaltsprache – Struktur und Variantenspektrum lokaler Exkommunikationsformulare 3.1. Invokationen jenseitiger Erfüllungsinstanzen 3.2. Performative Sprechakte 3.3. Rhetorische amplificatio: Fluchformeln 3.3.1. Direktzitate von biblischen Fluchformeln 3.3.1.1. Deuteronomium 28 3.3.1.2. Die Psalmen 3.4. Formelvarianten 3.4.1. Aufenthaltsorte 3.4.2. Lebenssituationen, Tätigkeiten, Besitztümer, Personen 3.4.3. Körperteile 3.4.4. Bestattung 3.4.5. Jenseitsperspektive 3.4.6. Mobilisierung zusätzlicher Verfluchungsakteure 3.5. Gestische Kommunikation – Kerzenwurf und -verlöschung 3.6. Die Eventualität der Rekonziliation – die nisi-Klausel 3.7. Akklamationsformeln 3.8. Lokale Exkommunikationsformulare – ein Fazit 4. Translokale Exkommunikationsformulare in kanonistischen und liturgischen Sammlungen und ihr Diffusionshorizont 4.1. Regino von Prüm, Libri duo de synodalibus causis et disciplinis ecclesiasticis (906–910) 4.2. Pontificale Romano-Germanicum (950–961/963) 4.3. Burchard von Worms, Decretum (1008–1012) 4.4. Zwischen Ablehnung und Anwendung – römische Reformkreise und das nordalpine Exkommunikationsritual 4.5. Ivo von Chartres, Decretum und Panormia (1091–1096) 4.6. Gratian, Concordia discordantium canonum (um 1140) 4.7. Guilhelmus Duranti, Pontifikale (1293–1295) 4.8. Fazit III. Ein Ende der ‚Ecclesia maledicens‘? Die Evolution der Exkommunikation im späteren Mittelalter zwischen kanonistischer Innovation und narrativer Kompensation 1. Der ordo iuris und die These von der ‚Verrechtlichung‘ der Exkommunikation im 12. Jahrhundert 2. Narrative Kompensationen, kasuistische Systematisierungen – die Wirkungsdimensionen der Exkommunikation in der Exempelliteratur, Kanonistik und Theologie 2.1. Exkommunikation als temporäre Liminalität – theoretische Vorbemerkungen 2.2. Spirituelle Liminalität: Diabolisierung und Todesnähe 2.3. Soziale Liminalität: Ansteckungsdynamik und Verkehrsverbot 2.4. Posthume Liminalität: Unverweslichkeit und Wiedergängergefahr 3. Die historische Genese der Generalexkommunikationen IV. Die Exkommunikation als Zeremonie – die Publikationspraxis der päpstlichen Bulla in Coena Domini 1. Die päpstliche Bulla in Coena Domini – Eckpunkte ihrer zeremoniellen Publikation und Bestandsgeschichte 1.1. Ostensio exclusionis – die Verkündung der päpstlichen Generalexkommunikationen und ihre zeremonielle Rahmung 1.2. Die Bestandsgeschichte der Bulla in Coena Domini von ihren Anfängen bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts 2. In signum maledictionis – die Publikationspraxis der Bulla in Coena Domini im historischen Verlauf 2.1. Zeremonielle Mobilität und architektonische Institutionalisierung – die Publikationen der Generalprozesse im 13. Jahrhundert 2.2. „Orientierung nach innen“ – die Publikation der Generalprozesse im Rahmen des avignonesischen Palastzeremoniells und in der Schismazeit 3. Das Universale im Urbanen – die zeremoniellen und architektonischen Rahmenbedingungen der Publikationspraxis im Vatikan 3.1. Imagekorrekturen: die „Sonnenwende“ des Papsttums und der Beginn einer Zeremonialreform 3.2. Renovatio Romae – die vatikanische Benediktionsloggia als Bühne des päpstlichen Zeremoniells 4. Patrizi, Burckard, de Grassis – die Publikation der Bulla in Coena Domini und die Schriftlichkeit der Zeremonialreform 4.1. Das Caeremoniale Romanae Curiae (1488) 4.2. Die Publikation der Generalprozesse aus der Innen- und Außenperspektive: 1481 bis 1506 4.3. Die Publikation der Generalprozesse im Zeremonialdiarium Paris de Grassis: 1505 bis 1521 5. Der Ausklang: Grand Lama du Vatican V. Ergebnisse: die ‚Ecclesia maledicens‘ zwischen Kontinuität und Wandel Abbildungs- und Tabellenverzeichnis 1. Abbildungsverzeichnis 2. Tabellenverzeichnis Quellen- und Literaturverzeichnis 1. Quellen 1.1. Ungedruckte Quellen 1.2. Gedruckte Quellen 2. Sekundärliteratur Ortsregister Personenregister Sachregister Einleitung Ouvertüre : eine ikonographische Überblendung -- Fragestellung -- Analysegang : Forschungs- und Quellenlage -- Traditionslinien : Exkommunikation, Anathem, Fluch -- Exkommunikation : Ausschluss von der kirchlichen Gemeinschaft -- Anathem : spirituelle Auslieferung -- Fluch : legitime und institutionalisierte Sprachgewalt -- Die Exkommunikation als Ritual : lokale und translokale : Exkommunikationsformulare von Reims bis Rom -- Pionierfall einer rituellen Exkommunikation : Reims 900 -- Der historische Ausgangspunkt : der Reimser Exkommunikationsakt vom 6. Juli 900 -- Narrative Schnittmengen : die hagiographische Tradition heiliger Verfluchungen und die chronikalische Fortschreibung des Reimser Exkommunikationsakts -- Textverwandtschaften : die Adaptation des Reimser Exkommunikationstextes bei Regino von Prüm und Rather von Verona -- Lokale Exkommunikationsformulare : der Überlieferungsbefund im historischen Kontext -- Deflatorische Abgrenzungen : liturgische clamores, Humiliationen von Reliquien, Poenformeln, Bücherflüche -- Der Überlieferungsbefund in seiner zeitlichen und räumlichen Erstreckung -- .Feudale Anarchie" oder lokale Konfliktspielregeln? : der historische Kontext -- Anatomie einer spirituellen Gewaltsprache : Struktur und Variantenspektrum lokaler Exkommunikationsformulare -- Invokationen jenseitiger Erfüllungsinstanzen -- Performative Sprechakte -- Rhetorische amplificatio : Fluchformeln -- Direktzitate von biblischen Fluchformeln -- Deuteronomium 28 -- Die Psalmen -- Formelvarianten -- Aufenthaltsorte -- Lebenssituationen, Tätigkeiten, Besitztümer, Personen -- Körperteile -- Bestattung -- Jenseitsperspektive -- Mobilisierung zusätzlicher Verfluchungsakteure -- Gestische Kommunikation : Kerzenwurf und -verlöschung -- Die Eventualität der Rekonziliation : die m'sz-Klausel -- Akklamationsformeln -- Lokale Exkommunikationsformulare : ein Fazit -- Translokale Exkommunikationsformulare in kanonistischen und liturgischen Sammlungen und ihr Diffusionshorizont -- Regino von Prüm, Libri duo de synodalibus causis et disciplinis ecclesiasticis (906-910) -- Pontificale Romano-Germanicum (950-961/963) -- Burchard von Worms, Decretum (1008-1012) -- Zwischen Ablehnung und Anwendung : römische Reformkreise und das nordalpine Exkommunikationsritual -- Ivo von Chartres, Decretum und Panormia (1091-1096) -- Gratian, Concordia discordantium canonum (um 1140) -- Guilhelmus Duranti, Pontifikale (1293-1295) -- Fazit -- Ein Ende der 'Ecclesia maledicens'? : die Evolution der Exkommunikation im späteren Mittelalter zwischen kanonistischer Innovation und narrativer Kompensation. Der ordo iuris und die These von der 'Verrechtlichung' der Exkommunikation im 12. Jahrhundert -- Narrative Kompensationen, kasuistische Systematisierungen : die Wirkungsdimensionen der Exkommunikation in der Exempelliteratur, Kanonistik und Theologie -- Exkommunikation als temporäre Liminalität : theoretische Vorbemerkungen -- Spirituelle Liminalität : Diabolisierung und Todesnähe -- Soziale Liminalität : Ansteckungsdynamik und Verkehrsverbot -- Posthume Liminalität : Unverweslichkeit und Wiedergängergefahr -- Die historische Genese der Generalexkommunikationen -- Die Exkommunikation als Zeremonie : die Publikationspraxis der päpstlichen Bulla in Coena Domini -- Die päpstliche Bulla in Coena Domini : Eckpunkte ihrer zeremoniellen Publikation und Bestandsgeschichte -- Ostensio exdusionis : die Verkündung der päpstlichen Generalexkommunikationen und ihre zeremonielle Rahmung -- Die Bestandsgeschichte der Bulla in Coena Domini von ihren : Anfängen bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts -- In Signum maledictionis : die Publikationspraxis der Bulla in Coena Domini im historischen Verlauf -- Zeremonielle Mobilität und architektonische Institutionalisierung : die Publikationen der Generalprozesse im 13. Jahrhundert -- "Orientierung nach innen" : die Publikation der Generalprozesse im Rahmen des avignonesischen Palastzeremoniells und in der Schismazeit -- Das Universale im Urbanen : die zeremoniellen und architektonischen Rahmenbedingungen der Publikationspraxis im Vatikan -- Imagekorrekturen : die "Sonnenwende" des Papsttums und der Beginn einer Zeremonialreform -- Renovatio Romae : die vatikanische Benediktionsloggia als Bühne des päpstlichen Zeremoniells -- Patrizi, Burckard, de Grassis : die Publikation der Bulla in Coena Domini und die Schriftlichkeit der Zeremonialreform -- Das Caeremoniale Romanae Curiae (1488) -- Die Publikation der Generalprozesse aus der Innen- und Aussenperspektive : 1481 bis 1506 -- Die Publikation der Generalprozesse im Zeremonialdiarium Paris de Grassis : 1505 bis 1521 -- Der Ausklang : Grand Lama du Vatican -- Ergebnisse : die 'Ecclesia maledicens' zwischen Kontinuität und Wandel ---- Abbildungs- und Tabellenverzeichnis-- Abbildungsverzeichnis-- Tabellenverzeichnis-- Quellen- und Literaturverzeichnis-- Quellen-- Ungedruckte Quellen-- Gedruckte Quellen-- Sekundärliteratur-- Ortsregister-- Personenregister-- Sachregister. In scheinbarem Gegensatz zum christlichen Fluchverbot liegt im Mittelalter der Befund einer 'Ecclesia maledicens' vor, die die spirituellen und sozialen Folgewirkungen der kirchlichen Exkommunikation öffentlichkeitswirksam inszenierte. Im Zentrum der Analyse von Christian Jaser steht der Blick in die symbolische, rhetorische und gestische Werkstatt kirchlicher Fluch- und Exkommunikationsgewalt im Wandel der Anwendungshorizonte, Funktionsbestimmungen und medialen Kontexte. Begrifflich und methodologisch wesentlich ist hierfür, rituelle von historisch nachgängigen zeremoniellen Exkommunikationsformen zu unterscheiden, die performativ jeweils eigene Realitäten und Bedeutungen schaffen. Auf dieser Grundlage zeichnet Christian Jaser die historische Genese eines Inszenierungsrepertoires nach, das am spätmittelalterlichen Papsthof zu einem zentralen Repräsentationsereignis universaler Disziplinierungsansprüche transformiert wurde
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