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Dürre als gesellschaftliches Naturverhältnis : die politische Ökologie des Wassers im Nordosten Brasiliens

معرفی کتاب «Dürre als gesellschaftliches Naturverhältnis : die politische Ökologie des Wassers im Nordosten Brasiliens» نوشتهٔ Tobias Schmitt، منتشرشده توسط نشر Franz Steiner Verlag Wiesbaden GmbH در سال 2017. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.

Dürren gelten oftmals als Ursache für Hungerkatastrophen und Armut die humanitäre Katastrophe wird als Ergebnis der Naturkatastrophe verstanden. Gesellschaftliche Ursachen treten so in den Hintergrund oder werden gar nicht erst benannt. Eine Dürre als gesellschaftliches Naturverhältnis zu begreifen und damit die Prozesse der sozialen Herstellung der Dürre in den Blick zu nehmen, erscheint hingegen gewagt, wenn nicht gar zynisch. Tobias Schmitt verfolgt in dieser Studie dennoch genau diesen Ansatz. Er betrachtet die Dürreverhältnisse im Nordosten Brasiliens als historisches und gesellschaftliches Produkt von Diskursen, Institutionalisierungen, Eigentums- und Produktionsverhältnissen und zeigt die Praktiken ihrer (Re-)Produktion auf. Eine zentrale Rolle spielen hierbei die post-kolonialen Machtverhältnisse: Sie prägen die gesellschaftlichen Naturverhältnisse, etwa die Verteilung von Wasser mittels Stauseen und Kanälen oder die Regelung des Zugangs zu Wasser in Gesetzen und Partizipationsprozessen. In diesem Zusammenhang nimmt Schmitt aber auch die Widerstandspraktiken gegen die hegemoniale Naturaneignung und ihre Durchsetzungspotentiale in den Blick. Ausgezeichnet mit dem ADLAF-Preis 2014 (1. Preis) der Arbeitsgemeinschaft Deutsche Lateinamerikaforschung als "herausragende, über den engen Fachbezug hinausführende Dissertation". INHALTSVERZEICHNIS ABBILDUNGSVERZEICHNIS TABELLENVERZEICHNIS VERZEICHNIS DER TEXTBOXEN ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS ZUSAMMENFASSUNG SUMMARY VORWORT 1. EINLEITUNG 1.1 DIE GESELLSCHAFTLICHEN NATURVERHÄLTNISSE IM NORDOSTEN BRASILIENS 1.2 WISSENSPRODUKTION ALS MEINE ERZÄHLUNG VON WELT TEIL I: DIE KONSTITUTION VON WIRKLICHKEIT 2 DIE PRODUKTION VON WISSEN 2.1 DIE GLOBALE WASSERKRISE ALS HEGEMONIALE ERZÄHLUNG 2.1.1 Die Konstitution von Problemlagen 2.1.2 Die Konstitution der globalen Wasserkrise 2.2 EINE POSTSTRUKTURALISTISCH INSPIRIERTE GEOGRAPHIE 2.3 POSITIONALITÄT: WISSENSPRODUKTION ALS (M)EINE ERZÄHLUNG VON WELT 2.4 WISSENSCHAFT ALS PRAXIS: FORSCHEN IN BRASILIEN ALS NEOKOLONIALES PROJEKT? 2.4.1 Re-writing you, I write myself anew: Die Konstitution des Anderen und des Selbst 2.4.2 Empirisches Umherschweifen: Ein offener Prozess des Suchens und Findens 2.4.3 Ich schreibe, um mich zu verändern 2.5 WAS IST KRITIK? WISSENSCHAFT ALS POLITISCHES PROJEKT 3. KONSTITUTION VON WIRKLICHKEIT II: DIE ORDNUNG DES WISSENS 3.1 DISKURS 3.1.1 Die Ordnung der Dinge: ... die von weitem wie Fliegen aussehen 3.1.2 Die Ordnung des Diskurses 3.1.3 Konstruktion von Diskursen über Diskurse 3.1.4 Alles nur Text? Vom Diskurs zum Dispositiv 3.1.5 Dispositiv als Netz 3.2 MACHT 3.2.1 Möglichkeits- und Vermögensmacht 3.2.2 Foucaults Analytik der Macht 3.3 WO ES MACHT GIBT, DA GIBT ES WIDERSTAND 3.3.1 Auf der Suche nach dem widerständigen Subjekt 3.3.2 Analyse von Macht- und Widerstandsverhältnissen 4. KONSTITUTION VON WIRKLICHKEIT III: GESELLSCHAFTLICHE NATURVERHÄLTNISSE 4.1 POLITISCHE ÖKOLOGIE 4.1.1 Historischer Materialismus: Mensch und Natur als produktives Austauschverhältnis 4.1.2 Die Produktion der Natur 4.1.3 Neoliberalisierung der Natur 4.1.4 Akteur-Netzwerk-Theorie: Überwindung der Mensch-Natur-Dichotomie? 4.2 GESELLSCHAFTLICHE NATURVERHÄLTNISSE 4.2.1 Kritische Theorie: Natur- und Selbstbeherrschung 4.2.2 Mensch-Natur Verhältnis als Vermittlungsverhältnis 4.2.3 Nicht-Identität von Natur 4.2.4 Naturverhältnisse als Herrschaftsverhältnisse 4.3 DIE PRODUKTION VON NATUR ALS RESSOURCE 4.3.1 Die Produktion von Knappheit 4.3.2 Ressourcenmanagement 4.4 WASSER ALS VERMITTELNDES ELEMENT GESELLSCHAFTLICHER NATURVERHÄLTNISSE 4.4.1 Symbolische Produktion des Wassers 4.4.2 Zu bewässern bedeutet zu herrschen: Wasser als Herrschaftsverhältnis 4.4.3 Wasser Macht Geschlecht 4.4.4 Wasser als knappe Ressource 4.4.5 Integriertes Wasserressourcen-Management TEIL II: DIE GENEALOGIE DER DINGE 5. DIE KONSTITUTION DES NORDOSTENS ALS REGION 5.1 DIE GESCHICHTE DER AB- UND EINGRENZUNGEN DES NORDOSTENS 5.2 DIE KONSTITUTION VON NATION UND REGION 5.3 DIE ERFINDUNG DES NORDOSTENS UND ANDERE KÜNSTE 5.4 DIE KONSTITUTION DES NORDOSTENS ÜBER GESELLSCHAFTLICHE NATURVERHÄLTNISSE 5.4.1 Os Sertões 5.4.2 Rassismus als konstitutives Element 6. GENEALOGIE DER GESELLSCHAFTLICHEN DÜRREVERHÄLTNISSE IM NORDOSTEN BRASILIENS 6.1 DÜRRE ALS GESELLSCHAFTLICHES NATURVERHÄLTNIS 6.2 BRUCHLINIE I: DIE KONSTITUTIONSBEDINGUNGEN DER GROSSEN DÜRRE 6.2.1 BESITZSTRUKTUREN ALS VERMITTLUNGSVERHÄLTNIS VON HERRSCHAFT 6.2.2 Arbeits- und Produktionsstrukturen als Voraussetzung für Dürre 6.2.3 Die Produktion von Rückständigkeit über Wirtschafts- und Kapitalstrukturen 6.2.4 Die Produktion der Großen Dürre 6.2.5 Die Große Dürre als gesellschaftliche Katastrophe 6.2.6 Die Große Dürre als politische Wasserscheide 6.2.7 Dürre als Diskurs 6.3 BRUCHLINIE II: SUDENE – ENTWICKLUNG DURCH PLANUNG 6.3.1 Veränderungen gesellschaftlicher Kräfteverhältnisse 6.3.2 Diskursverschiebung über den Entwicklungsdiskurs 6.3.3 Die Zeit der Militärs: Nationale Sicherheit und integrierte Entwicklung 6.4 BRUCHLINIE III: CEARÁ UND DER GOVERNO DAS MUDANÇAS 6.4.1 Die Industrialisierung des Nordostens und die Entstehung neuer Subjektpositionen 6.4.2 Diskursverschiebung: Vom Armenhaus zum Land der Möglichkeiten 6.4.3 Neoliberale Umstrukturierungsprozesse 6.4.4 Das Machtkarussell: Umstrukturierung, Zentralisierung und Isolierung 6.5 KONTINUITÄTEN: MACHT- UND NATURVERHÄLTNISSE 6.5.1 Der Coronelismo 6.5.2 „Para os amigos pão, para os inimigos pau: Funktionsweise des Coronelismo 6.5.3 Machtsicherung über Naturaneignung: Die Industrie der Dürre TEIL III: DIE ORDNUNG DER DINGE 7. INSTITUTIONALISIERUNG DER GESELLSCHAFTLICHEN NATURVERHÄLTNISSE 7.1 DAS INSTITUTIONELLE SETTING DES STAATLICHEN WASSERMANAGEMENTS IN CEARÁ 7.1.1 Organisationsstruktur des IWRM in Ceará 7.1.2 Prinzipien und Instrumente des Integrierten Wassermanagements 7.2 PROGRAMME ALS INSTITUTIONALISIERTE PRAKTIKEN 7.2.1 Staatliche Wasserprogramme in Ceará 7.2.2 Finanzierungsprogramme als Steuerungsinstrument 7.3 WASSERPOLITIK ALS INWERTSETZUNGSSTRATEGIE 8. ARCHÄOLOGIE DES WISSENS: DIE ORDNUNG DES DÜRREDISKURSES 8.1. GRUNDLAGEN DER DISKURSANALYSE 8.1.1 AUSWAHL DES TEXTKORPUS 8.1.2 Methodische Heran- und Vorgehensweise 8.2 FREILEGUNG DES DÜRREDISKURSES I: DIÁRIO DO NORDESTE 8.2.1 DIE RAHMUNG DES DÜRREDISKURSES 8.2.2 Die Disziplinierung des Blickes: Bilder als Diskursfragmente 8.2.3 Diskursive Konstitution des Dürreproblems 8.2.4 Benennung von Lösungsstrategien als Einhegung des Praxisfeldes 8.3 FREILEGUNG DES DÜRREDISKURSES II: DIE SENATSDEBATTE ZUM ABLEITUNGSPROJEKT DES RIO SÃO FRANCISCO 8.3.1 Rahmung der Auseinandersetzung um die Flussableitung 8.3.2 Religiös-moralische Rahmung als hegemoniale Schließung 8.3.3 Bruchlinien und Möglichkeiten der Verschiebung des Dürrediskurses 8.3.4 Etablierung einer wahren Wissensordnung 8.3.5 Stabilisierung über Integration 8.4. ZUSAMMENFASSUNG DER DISKURSANALYSEN: FESTIGUNG DER DOMINANTEN BEARBEITUNGSWEISE ÜBER DEN DÜRREDISKURS 9. KONSTITUTION VON SUBJEKT- UND SPRECHER_INNENPOSITIONEN 9.1 KONSTITUTIONSBEDINGUNGEN VON SUBJEKTIVITÄT 9.1.1 „Ich ist ein Anderer“ 9.1.2 Orte des legitimen Sprechens 9.2 SPRECHER_INNENPOSITIONEN IM DÜRREDISKURS 9.2.1 Zuweisung von Handlungsmacht und Opferrollen 9.2.2 Legitimierung und Inszenierung der (eigenen) Sprechposition 9.3 VERORTUNG DER SUBJEKTPOSITIONEN INNERHALB DES DÜRREDISPOSITIVS 9.3.1 Vom Campesinato zum Produzententum 9.3.2 Neuaushandlung von Geschlechterverhältnissen 9.4 Wissen als zentrales Anordnungskriterium 10. MATERIALISIERUNGEN 10.1 ZÄUNE ALS MATERIALISIERUNG VON MACHTVERHÄLTNISSEN 10.2 (WASSER)INFRASTRUKTURSYSTEME ALS SCHNITTSTELLE DER MENSCH-UMWELT-BEZIEHUNGEN 10.2.1 Wasserinfrastruktursysteme in Ceará 10.2.2 Die Flussableitung des Rio São Francisco 10.2.3 ‚O Sertão vai virar mar‘ – Der Castanhão als Ort der Verheißung 10.2.4 Exklusion statt Integration 10.3 TERRITORIALE UMSTRUKTURIERUNGEN 11. PRAKTIKEN DER NATURANEIGNUNG UND DEREN (NICHT)INTENDIERTE FOLGEN 11. 1 UMSTRUKTURIERUNGSPROZESSE IM LÄNDLICHEN RAUM 11.2 PREKARISIERUNG DER ARBEITSVERHÄLTNISSE 11.3 ÖKOLOGISCHE AUSWIRKUNGEN UND GESUNDHEITLICHE FOLGEN 12. KONTINUITÄTEN UND BRÜCHE: PRAKTIKEN DER REPRODUKTION UND DES WIDERSTANDES 12.1 PARTIZIPATIONSPROZESSE ALS MÖGLICHKEITSRAUM FÜR REPRODUKTION UND WIDERSTAND 12.1.1 Repräsentation 12.1.2 Autonomie und Entscheidungsmacht 12.1.3 Wissensasymmetrien oder: Can the subaltern speak? 12.1.4 Verwaltung statt Gestaltung: Die Bestimmung der Wasserabflussmenge 12.1.5 Partizipation als Herstellung von Hegemonie 12.2 Vielfältigkeit des Widerstandes 12.2.1 Mobilisierungen 12.2.2 Direkte Aktionen 12.2.3 Kampf um eine grundlegende Agrarreform 12.2.4 Streiks 12.2.5 Widerstand gegen Vertreibungen 12.2.6 Indigener Widerstand 12.3 WISSEN ALS GRUNDLAGE DER (RE)PRODUKTION VON MACHTVERHÄLTNISSEN 12.3.1 Convivência com o semiárido 12.3.2 Educação contextualizada 12.3.3 Praktiken nachhaltiger Naturaneignung 12.3.4 Solidarische Ökonomie 12.4 REAKTIONÄRER WIDERSTAND: KRIMINALISIERUNG & GEWALT 12.4.1 Konflikte um Naturaneignung 12.4.2 Praktiken der Gewalt 12.5 PREGUNTANDO CAMINAMOS FAZIT 13 DÜRRE MACHT GESELLSCHAFT 13.1 DAS DISPOSITIV DER DÜRRE IM NORDOSTEN BRASILIENS 13.1.1 Hegemonialisierung der kapitalistischen Inwertsetzung von Natur 13.1.2 (Nicht)intendierte Folgen der hegemonialen Inwertsetzungsstrategie 13.1.3 Widersprüche als Erweiterung des Möglichkeitsraums 13.2 DÜRRE ALS GESELLSCHAFTLICHES NATURVERHÄLTNIS 14. LITERATUR
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