Die Wissensmacher: Profile und Arbeitsfelder von Wissenschaftsredaktionen in Deutschland (German Edition)
معرفی کتاب «Die Wissensmacher: Profile und Arbeitsfelder von Wissenschaftsredaktionen in Deutschland (German Edition)» نوشتهٔ Unknown، منتشرشده توسط نشر VS Verlag fnr Sozialw. در سال 2006. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.
Die Bild-Zeitung ist in gewisser Weise ein Modell der Gesellschaft: Sie hat fast so viele Dumme als Leser, aber sie hat auch fast genauso viele Intelligente. Jedenfalls sind nicht alle Bild-Leser dumm. Ein Medizinredakteur merkt das oft an Leser-Reaktionen, an Telefon-Anrufen nach dem Muster: "Herr Kollege, was haben Sie denn da geschrieben?" -"Ach, Herr Professor, Sie lesen die Bild?" -"Nein, meine Sekretärin hat sie mitgebracht." ## Das oft "meistzitierte Medium" Deutschlands Als Boulevardjournalist muss man seine Leser zwar nicht lieben, wie Bild Verleger Axel Springer gesagt hat, aber man darf sie nie unterschätzen -ein großer Fehler, den selbst gestandene Boulevardjournalisten immer wieder machen. Viele Leser merken, wenn sie belogen werden und beschweren sich: "Das hat mir mein Arzt aber anders gesagt!" Oder: "Das habe ich im Wissenschaftsmagazin XY anders gelesen." Denn es gibt viele Menschen, die Bild "me too" lesen, also neben anderen, auch Nicht-Boulevardmedien. Hinzu kommt die Verbreitung: Als häufig "meistzitiertes Medium" Deutschlands 17 ist Bild automatisch ein Themengeber. 17 Vgl. z.B. Medien-Tenor 2005 Christoph Fischer 30 Journalist bei der Bild-Zeitung zu sein, lässt sich vielleicht so beschreiben wie mein Onkel seine Arbeit als Missionar in Indien beschrieb. Wenn man ihn fragte: "Wie ist es in Indien", sagte er: "Genau wie in Deutschland, nur alles ganz anders." Übertragen auf den Boulevardjournalismus heißt das: Im Grunde arbeiten wir wie andere Journalisten auch, wobei die Gewichtung der Themen natürlich eine andere ist als etwa bei der Süddeutschen. Aber auch bei Bild wird recherchiert, auch dort hat man seine Informanten, auch Bild-Journalisten leben nicht völlig abgehoben von der realen Welt. Und auch wir erfinden nicht alles. Allerdings hat man im Boulevardbereich immer das Problem, dass Wissenschaftsthemen im Zweifel Verfügungsmasse sind -anders als bei der FAZ oder der Süddeutschen. Die Wissenschaftsjournalisten dort machen ihre Seiten weitgehend selbstständig, ohne dass jedes Mal der Chefredakteur draufguckt; die Ressorts führen ein gewisses Eigenleben. Bild wird dagegen vom Kopf her produziert: Der Chefredakteur bestimmt, bis hin zu den Seiten mit dem Fernsehprogramm, wie was gewichtet und im Zweifel formuliert wird. Jeder Text geht durch den Filter der Chefredakteure, die an einem Tisch sitzen, dem "Balken". Daher muss ein Wissenschaftsredakteur die Relevanz seiner Beiträge noch deutlicher machen als anderswo. Die Struktur hängt noch mit einer weiteren Besonderheit des Boulevardgeschäfts zusammen: Die "Qualität" der Hauptschlagzeile über dem Bruch entscheidet über den Verkauf. Und Bild ist die Cash-Cow des Springer-Verlages. Entscheidend für den Verkauf ist also, was oben auf der Zeitung steht. Deswegen ist der interne Wettbewerb um Geschichten innerhalb der Redaktion sehr hoch, man sagt sogar: Jemand hat die Hauptschlagzeile "gewonnen". Was sind die Determinanten dieser Hauptschlagzeile? Da gibt es zunächst die klassischen Motive, zum Beispiel den Nachrichtenwert: Wenn ein Tsunami in Asien Hunderttausende tötet, dann kommt daran kein Medium vorbei. Aber es gibt etwas, das hinter dieser nachrichtlichen Schlagzeilenqualität steht. Ich habe das "SHVW-Gesetz" genannt. Immer wenn ein Sieg, Hoffen, Verbrechen oder Wunder -und das möglichst additiv -zu vermelden ist, liefert das den Impuls für die Hauptschlag- "Wissen ist Markt" titelte das Branchenblatt Insight im Frühjahr 2005, wenige Monate nachdem ZEIT, Süddeutsche, GEO und der Bauer-Verlag neue Wissenschaftsmagazine präsentiert hatten. Andere beobachten einen "Wissensboom" im TV. Doch gehört wirklich alles von "Galileo", der "Sendung mit der Maus" bis zur Fachzeitschrift "Science" dem gleichen Genre an, das die Macher mal "Wissens-", mal "Wissenschaftsjournalismus" nennen? Das Buch lässt Redakteure bekannter Medien sowie Experten von Forschungseinrichtungen und Ausstellungsmacher über ihre Arbeit berichten. Journalisten, Wissenschaftler, Studierende und Mediennutzer erhalten Einblick in ein spannendes Feld, finden Anregungen für ihre Pressearbeit oder erfahren einfach nur mehr über die Wissensmacher ihrer Lieblingssendung oder der favorisierten Morgenlektüre. "Wissen ist Markt" titelte das Branchenblatt Insight im Fruhjahr 2005, wenige Monate nachdem ZEIT, Suddeutsche, GEO und der Bauer-Verlag neue Wissenschaftsmagazine prasentiert hatten.
دانلود کتاب Die Wissensmacher: Profile und Arbeitsfelder von Wissenschaftsredaktionen in Deutschland (German Edition)