Die Suche nach der Schuld : Sophokles' Oedipus Rex, Aristoteles' Poetik und das Tragödienverständnis der Neuzeit
معرفی کتاب «Die Suche nach der Schuld : Sophokles' Oedipus Rex, Aristoteles' Poetik und das Tragödienverständnis der Neuzeit» نوشتهٔ von Michael Lurje، منتشرشده توسط نشر Saur در سال 2004. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.
Die am Ende des 20. Jh.s im deutschen Sprachraum entstandene und bis heute nicht beigelegte Kontroverse um die Deutung der Tragödien des Sophokles führte nicht so sehr zu einem eindeutigen 'Paradigmenwechsel', sondern legte vielmehr erneut die methodische Unsicherheit der Klassischen Philologie gegenüber Fragen der Gesamtinterpretation bloß. Dieses Buch möchte die verfahrene Diskussion auf eine neue Grundlage stellen, indem es die geistesgeschichtlichen und methodischen Voraussetzungen der neueren Sophokles-Deutungen und somit der Sophokles-Interpretation überhaupt in mehreren Schritten systematisch zu klären versucht. Ein erster Teil legt die Geschichte des Verständnisses und der Deutung der griechischen Tragödie im allgemeinen und des sophokleischen Oedipus Rex im besonderen zwischen 1500 und 1900 in ihrer gedanklichen Entwicklung und im Zusammenhang mit der europäischen Tragödientheorie analytisch dar. Ein zweiter Teil geht einigen zentralen und bis heute nicht eindeutig geklärten Postulaten der Tragödien- und Handlungstheorie des Aristoteles und deren neuzeitlichen Interpretationen nach, die das Verständnis der griechischen Tragödie Jahrhunderte lang bestimmt haben und durch die neueren Sophokles-Interpretationen wieder ins Zentrum der Diskussion gerückt sind. Ein dritter Teil versucht, die Aporien der Sophokles-Interpretationen literaturtheoretisch zu erfassen und wirft erneut die Frage nach den Möglichkeiten und Kriterien eines angemessenen Verständnisses der sophokleischen Tragödie auf. A. Die gegenwärtige Sophokles-Diskussion in Deutschland: Eine Verlegenheit 15 B. Sophokles’ Oedipus Rex: Eine Deutungsgeschichte 27 I. Die Suche nach der Schuld 27 1. Katharsis: Furcht und Mitleid 30 2. Poetische Gerechtigkeit: Furcht und Hoffnung 42 2.1. Auf dem Wege von der moralisierenden Exegese zur moralistischen Literaturtheorie 42 2.2. Katharsis und Poetische Gerechtigkeit: Zusammen mit Donat, Euanthius und Aristoteles auf dem Weg ins Fegefeuer 79 3. Katharsis, Poetische Gerechtigkeit und Hamartia 92 3.1. Hindernisse und Aporien 92 3.2. Erste Lösungsversuche: Maggi versus Robortello 98 3.2. ‘Fortschritte’: Denores und La Mesnardière 100 4. Sophokles’ Oedipus Rex: Die Suche nach der Schuld 106 4.1. Das ‘Problem’ und erste Lösungsversuche 106 4.2. Die ‘Lösung’: A. Dacier 142 II. Sophokles’ Oedipus Rex und die Krise des europäischen Geistes 152 1. Auf dem Schlachtfeld der Exegese: Querelle 1687–1730 155 1.1. Schlag auf Schlag: Dacier versus Saint-Évremond und Fontenelle 155 1.2. Drake: the Moral of the Fahle defective oder Parallel betwixt the Antient and Modern Tragedy 164 1.3. Terrasson: cette Pièce pernicieuse oder de la Tragédie, andenne & moderne 175 1.4. Dramaturgische Konsequenzen: Folard und La Motte 182 1.5. Widerstand und Restauration 185 2. Vorbild oder Gegenbild? Wandel, Wende, Widerstand: 1640–1788 199 2.1. Marmontel: système ancien – systeme de la fatalité 201 2.2. Orthodoxer Widerstand: M. C. Curtius und L. Dupuy 208 2.3. Charles Batteux’ Pendeln zw. Emotionalismus und Moralismus 212 2.4. Krise, Wandel, Aporie: 1771–1788 232 III. Gigantisches Schicksal und klassizistische Moralphilologie 240 1. Paradigmenwechsel: Schicksalstragödie 240 2. Widerstand der trefflichen Schulmeister: Moralphilologie 247 3. Die Wilamowitzsche Wende 255 3.1. Die Befreiung der Tragödie von der Tragödientheorie 255 3.2. Die Befreiung der Tragödie von Fatum, blindem Schicksal und Determinismus: Moira, Menschen und Götter 258 3.3. Die Befreiung der Tragödie von der Gerechtigkeit Gottes: Schuld versus Miasma 265 3.4. Methodische Grenzen und neue Perspektiven 267 C. Die ‘neuen’ Interpretationen: eine Analyse 269 1. Interpretation von E. Lefèvre und deren Grundlagen 269 1.1. Analyse 269 1.2. Um der poetischen Gerechtigkeit Gottes willen: Hamartia und die Moral der Tragödie 272 1.3. Zusammenfassung 275 2. Interpretation von A. Schmitt und deren Grundlagen 277 2.1. Analyse 277 2.2. Um der poetischen Gerechtigkeit Gottes willen: Hamartia und der Missionsbefehl der griechischen Tragiker 281 2.3. Zusammenfassung 288 3. Analytische Schlußfolgerungen I 290 D. Das höllische Weben: Die ‘alten’ und die ‘neuen’ Deutungen der Hamartia und die Handlungstheorie des Aristoteles 292 Eine unzulässige Methode oder eine kongeniale Übereinstimmung? 292 1. Das Problem und der historisch-systematische Kern der Debatte 295 1.1. Poetik Kap. 13: Rekapitulation 296 1.2. Francesco Robortello 300 1.3. Das ‘Problem’ 315 2. Die Poetik des Aristoteles als die Heilige Schrift der Tragödieninterpretation oder: Die breite Auffassung 319 2.1. Das Problem und die Lösung: Alessandro Donati 319 2.2. Inkonsequenzen: Dacier I 323 2.3. Erneuerung: Vahlen 325 2.4. Über das von Aristoteles Gedachte hinaus: Butcher 326 2.5. Eine immer offene Möglichkeit: Von Fritz 328 2.6. Das logische Ergebnis: Stinton 330 3. Tragische Charakterschwächen und philologische Denkfehler oder: Die moralisierende Auffassung 333 3.1. Das Problem und die möglichen Lösungen 333 3.2. Die ἁμαρτία und das ἀδίκημα im Affekt 335 3.3. Die ἁμαρτία und die ἀκρασία 351 4. Zurück zu Robortello 398 5. Analytische Schlußfolgerungen II 401 E. Sophokles’ Oedipus Rex: Ein Text, eine Frage und eine Leerstelle 402 1. Eine Leerstelle oder: Über die Logik von Frage und Antwort 402 2. Zurück zu Sophokles oder: Μὴ φῦναι τὸν ἅπαντα νικᾷ λόγον 410 3. Düstere Aussichten 417 Literaturverzeichnis 419 1. Zur griechischen Tragödie und Poetik des Aristoteles 419 2. Zur Nikomachischen Ethik, insbes. zu EN III 1 und V 8 465 3. Zur europäischen Dramentheorie und Rezeptionsgeschichte der griechischen Tragödie und der Poetik des Aristoteles 469 Indices 502 1. Stellen 502 2. Namen und Sachen 513 Main description: Die am Ende des 20. Jh.s im deutschen Sprachraum entstandene und bis heute nicht beigelegte Kontroverse um die Deutung der Tragödien des Sophokles führte nicht so sehr zu einem eindeutigen 'Paradigmenwechsel', sondern legte vielmehr erneut die methodische Unsicherheit der Klassischen Philologie gegenüber Fragen der Gesamtinterpretation bloß. Dieses Buch möchte die verfahrene Diskussion auf eine neue Grundlage stellen, indem es die geistesgeschichtlichen und methodischen Voraussetzungen der neueren Sophokles-Deutungen und somit der Sophokles-Interpretation überhaupt in mehreren Schritten systematisch zu klären versucht. Ein erster Teil legt die Geschichte des Verständnisses und der Deutung der griechischen Tragödie im allgemeinen und des sophokleischen Oedipus Rex im besonderen zwischen 1500 und 1900 in ihrer gedanklichen Entwicklung und im Zusammenhang mit der europäischen Tragödientheorie analytisch dar. Ein zweiter Teil geht einigen zentralen und bis heute nicht eindeutig geklärten Postulaten der Tragödien- und Handlungstheorie des Aristoteles und deren neuzeitlichen Interpretationen nach, die das Verständnis der griechischen Tragödie Jahrhunderte lang bestimmt haben und durch die neueren Sophokles-Interpretationen wieder ins Zentrum der Diskussion gerückt sind. Ein dritter Teil versucht, die Aporien der Sophokles-Interpretationen literaturtheoretisch zu erfassen und wirft erneut die Frage nach den Möglichkeiten und Kriterien eines angemessenen Verständnisses der sophokleischen Tragödie auf
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