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Die Ontologie der Kultur : Eine Einführung in die Meontologie

معرفی کتاب «Die Ontologie der Kultur : Eine Einführung in die Meontologie» نوشتهٔ Samuel, Otto، منتشرشده توسط نشر de Gruyter GmbH در سال 1956. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.

In der Welt der Dichter und Denker erscheinen vielfache Kennzeichnungen des Menschen. Nach Goethe steht über dem Menschen das Wort: "Wer immer strebend sich bemüht, den können wir erlösen". Das ist der Faustische (und auch in gewissem Sinne der Kantische) Mensch. Nach Aristoteles ist der Mensch das politische, nach Nietzsche das leidendste Tier, das sich das Lachen erschuf, nach Ernst Cassirer das symbolische Tier. Nach Heidegger ist der Mensch überhaupt kein Tier, sondern etwas ganz anderes, der Hirte des Seins. Nach Ernest Kapp ist der Mensch das nach dem Vorbild seiner eigenen Organe Werkzeuge bauende Wesen, das nur so zum Selbstverständnis gelangt, usw. usw. Die hier dargebotene Einführung in die Meontologie (das Wort wird auf den ersten Seiten dieses Buches erklärt werden) möchte eine andere Kennzeichnung des Menschen vorschlagen, die aber mit den meisten der angeführten Beispiele in engstem Zusammenhang steht: der Mensch ist das Wesen, das nur auf fruchtbaren Umwegen seine Ziele erreicht. Gegenüber dem Tier, als dem Wesen der Unmittelbarkeit, ist der Mensch das Wesen der Mittelbarkeit, der Vermittlungen, der Umwege (so schon Hegel). Diese Umwege sind mit geodätischen Weltlinien zu vergleichen, die Umwege nur in einem dreidimensionalen Ganzen sind, nicht aber in einem "gekrümmten" Ganzen von mehr als drei Dimensionen, in dem die tierische Unmittelbarkeit in Wahrheit Umwege darstellt. Die menschlichen produktiven Umwege sind solche der Schauungen, der Sprache (mit ihren symbolischen Formen), des Denkens mit seiner Reflexion und Diskursivität, des Wollens mit seinem Faustischen Streben, des Sich-Gesellens mit seinen politischen Auswirkungen, des Seins, das das Seiende hütet wie ein guter Hirte, des Fühlens mit seinem Werte schaffenden Gestalten, des Glaubens mit seinem religiösem Verhalten, usw. Die Meontologie hat es besonders mit einem Umweg zu tun, der eine uralte Idee darstellt. Sie hat von jeher die Welt von einem verborgenen Zentralpunkt aus gesehen, der sie zu einer bloßen Erscheinungswelt macht, der in theoretisch-intellektualistischer Hinsicht eine ganz andere, in praktisch ethischer Hinsicht eine bessere und wahrhaftigere Welt entgegengesetzt wurde. Diese Scheidung und Unterscheidung nahm mancherlei Ausdrucksformen an, die es alle irgendwie mit einer Anders-, Hinter-und Überweltlichkeit zu tun hatten. Der unauslöschliche Durst nach Erkenntnis und das Sehnen des menschlichen Herzens hat sich weitgehend in dieser uralten Idee ausgesprochen. Aber sie fand eine verschiedene Aufnahme in der modernen Philosophie. Entweder wurde diese höhere Welt ganz abgelehnt, sie erschien nur als eine zweite und verschlechterte Auflage unserer einen Erscheinungswelt, VI vergleichbar dem Argument vom "dritten Menschen", mit dem Aristoteles die Platonische Ideenlehre kritisiert; oder ihr wurde nur ein relatives Recht zugestanden, und so wurde das, was aller Erscheinung entgegengesetzt sein sollte, zu einem Bürger der Erscheinungswelt selbst; oder sie wurde ernst genommen und führte so zu einem transzendenten Akosmismus. Die Meontologie nimmt diese uralte Idee wirklich ganz ernst, behauptet aber, daß die beiden anscheinend getrennten Welten in Wirklichkeit nur eine Welt im höheren Sinne darstellen, in der die Bifurkation überwunden ist. Die Meontologie lehnt jede Relativierung und jede Eliminierung desjenigen Elementes in der uralten Idee, das sich zum transzendenten Akosmismus ausbildet, ab. Aber sie weist auch diesen zurück, und sie findet gerade in dieser Kombination die beste Rechtfertigung des gesunden Menschenverstandes. Aber um dieses Ziel zu erreichen, muß der Umweg, der das Echtmenschliche kennzeichnet (und der deshalb die eigentlich kulturschöpferische Macht ist) von ganz radikaler Art sein. Es ist der "meontologische" Radikalismus einer Negativität, die nur so in das Allerpositivste durchbricht. In diesem Sinne ist der Mensch das Nein-sagende, kritische Wesen, und das ist sein eigentlicher allmenschheitlicher Umweg, der die fruchtbarsten Leistungen hervorbringt. Die Sternkonstellation der heutigen Philosophie ist durch Namen

Die "Historische Kommission zu Berlin" betreibt die Erforschung der Landesgeschichte und der Historischen Landeskunde Berlin-Brandenburgs bzw. Brandenburg-Preußens in Form von wissenschaftlichen Untersuchungen, Vorträgen, Tagungen und Veröffentlichungen sowie durch Serviceleistungen. Dabei kooperiert die Kommission auch mit anderen Institutionen und begleitet wissenschaftliche und praktische Vorhaben von allgemeinem öffentlichen Interesse. In der Schriftenreihe werden die Ergebnisse der einzelnen wissenschaftlichen Projekte der Kommission veröffentlicht.

Vorwort Inhalt Vorrede I. Teil: Das Grundprinzip der Kulturontologie II. Teil: Das meontologische Formproblem III. Teil: Das meontologische Inhaltsproblem
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