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Die 'Novelas ejemplares' von Cervantes : Wahrnehmung und Perspektive in der spanischen Novellistik der frühen Neuzeit

معرفی کتاب «Die 'Novelas ejemplares' von Cervantes : Wahrnehmung und Perspektive in der spanischen Novellistik der frühen Neuzeit» نوشتهٔ Schmauser, Caroline، منتشرشده توسط نشر Max Niemeyer Verlag در سال 2012. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.

Against the backdrop of discussion on spatial experience in the early modern age the author compares the portrayal of perception and perspective in Cervantes' novellas with that evidenced in other Spanish novellas of the 16th and 17th centuries. The focus here is an innovative one, concentrating on the spatial perspectivization of perception and the act of perception itself. From this vantage the author is able to cast light on what Hatzfeld called the "mysterious perspective effect" of Cervantes' texts. In contrast to an opposition between __engaño__ and __desengaño__ (illusion and disillusion) the novellas are shown to operate around a contextualized, subject-related and dynamically developed epistemology and concept of truth. This places them at odds with what Maravall calls the 'guided nature' of Spanish Baroque society. The study provides numerous impulses for a new approach to Cervantes, the 'Golden Age' and novella production and narrative theory from the early modern age up to today.

Vor dem Hintergrund der Diskussion über die krisenhafte Raumerfahrung der Frühen Neuzeit untersucht die Autorin die Präsentation von Wahrnehmung und Perspektive in den Novellen von Cervantes (1547-1616). Der Vergleich mit Textbeispielen aus anderen spanischen Novellensammlungen des 16. und 17. Jahrhunderts (Timoneda, Lope de Vega, Céspedes y Meneses, María de Zayas) enthüllt dabei eindrücklich bislang vernachlässigte Charakteristika des cervantinischen Schreibens. Die Verfasserin diskutiert den häufig unscharf verwendeten Begriff der Perspektive kritisch und untersucht die Darstellung der Wahrnehmungsperspektiven als syntagmatischen literarischen Ausdruck des Paradigmas der Perspektive. Im Mittelpunkt stehen erstmals die räumliche Perspektivierung der Wahrnehmung und der konkrete Wahrnehmungsakt. Es gelingt der Autorin, die bis heute "geheimnisvolle Perspektivenwirkung" (Hatzfeld), die auch Autoren wie Flaubert bei der Lektüre von Cervantes verblüffte, durchschaubar zu machen. Der Leser gewinnt einen vertieften Einblick in die teilweise neuartigen Erzählverfahren von Cervantes. In seinem Werk finden sich so Ansätze zu fokalisiertem Erzählen, in dem Krisensituationen und Orientierungskrisen der Figuren ihren Ausdruck finden. Offengelegt wird damit ein erkenntnistheoretisches Problem, das auf die Moderne verweist. Statt einer bloßen Opposition von engaño und desengaño, von Illusion und Desillusionierung, die der Barockliteratur immer wieder nachgesagt wurde, zeigt die Verfasseirn bei Cervantes eine differenzierte Darstellung des Wahrnehmungsaktes als Prozeß auf. Die synchrone und diachrone Perspektivierung der Wahrnehmung führt in den Novellen von Cervantes zu einem kontextualisierten und subjektbezogenen Wahrheits- und Erkenntniskonzept. Dieses befindet sich im Spannungsverhältnis zur 'gesteuerten Kultur' (Maravall) der spanischen Barockgesellschaft. Die Untersuchung bietet vielseitige Anregungen und neue Einsichten für eine Auseinandersetzung mit Cervantes, dem spanischen 'Goldenen Zeitalter' sowie der Novellistik und Erzähltheorie der Frühen Neuzeit und Moderne.

Vor dem Hintergrund der Diskussion über die krisenhafte Raumerfahrung der Frühen Neuzeit untersucht die Autorin die Präsentation von Wahrnehmung und Perspektive in den Novellen von Cervantes (1547-1616). Der Vergleich mit Textbeispielen aus anderen spanischen Novellensammlungen des 16. und 17. Jahrhunderts (Timoneda, Lope de Vega, Céspedes y Meneses, María de Zayas) enthüllt dabei eindrücklich bislang vernachlässigte Charakteristika des cervantinischen Schreibens. Die Verfasserin diskutiert den häufig unscharf verwendeten Begriff der Perspektive kritisch und untersucht die Darstellung der Wahrnehmungsperspektiven als syntagmatischen literarischen Ausdruck des Paradigmas der Perspektive. Im Mittelpunkt stehen erstmals die räumliche Perspektivierung der Wahrnehmung und der konkrete Wahrnehmungsakt. Es gelingt der Autorin, die bis heute "geheimnisvolle Perspektivenwirkung" (Hatzfeld), die auch Autoren wie Flaubert bei der Lektüre von Cervantes verblüffte, durchschaubar zu machen. Der Leser gewinnt einen vertieften Einblick in die teilweise neuartigen Erzählverfahren von Cervantes. In seinem Werk finden sich so Ansätze zu fokalisiertem Erzählen, in dem Krisensituationen und Orientierungskrisen der Figuren ihren Ausdruck finden. Offengelegt wird damit ein erkenntnistheoretisches Problem, das auf die Moderne verweist. Statt einer bloßen Opposition von engaño und desengaño, von Illusion und Desillusionierung, die der Barockliteratur immer wieder nachgesagt wurde, zeigt die Verfasseirn bei Cervantes eine differenzierte Darstellung des Wahrnehmungsaktes als Prozeß auf. Die synchrone und diachrone Perspektivierung der Wahrnehmung führt in den Novellen von Cervantes zu einem kontextualisierten und subjektbezogenen Wahrheits- und Erkenntniskonzept. Dieses befindet sich im Spannungsverhältnis zur 'gesteuerten Kultur' (Maravall) der spanischen Barockgesellschaft. Die Untersuchung bietet vielseitige Anregungen und neue Einsichten für eine Auseinandersetzung mit Cervantes, dem spanischen 'Goldenen Zeitalter' sowie der Novellistik und Erzähltheorie der Frühen Neuzeit und Moderne Einführung 1. Wahrnehmung und ihre Darstellung 1.1. Situative und textuelle Wahrnehmung 1.2. «Los ojos del cuerpo» und «los ojos del entendimiento» 1.3. Produktive Aspekte der sprachlichen Konstruktion 2. Narrative Innovation bei der Darstellung von Wahrnehmung 2.1. Vorbemerkungen 2.2. Ansätze zur focalisation interne 2.3. Zum Verhältnis von Wahrnehmungs- und Erzählperspektive 2.4. Ansätze zur focalisation externe 3. Leib, Wahrnehmung und soziale Praxis 3.1. Die Augen des Leibes und das Zyklopenauge am Hirtenstab 3.2. Der gläserne Leib 4. Die Dynamisierung der Wahrnehmungsperspektive 4.1. Dynamik im Barock 4.2. Die Dynamisierung der Wahrnehmungsobjekte in den Novelas ejemplares 4.3. Die Wahrnehmungssubjekte 4.4. Der Wahrnehmungsakt 5. Subjekt-Objekt-Konstituierung 5.1. «Entre los pies de Preciosa»: Die Problematisierung der Weltmitte 5.2. «Hacer pepitoria»: Zur Gewaltausübung durch den Blick 5.3. Sehen ohne gesehen zu werden? 5.4. «Todo esto estaba oyendo Carriazo»: Hierarchisierte Wahrnehmungsperspektiven 6. Konfigurationen von Wahrnehmungsperspektiven 6.1. Die Novelas ejemplares 6.2. Der Don Quijote 6.3. Zum raumkonstituierenden Aspekt der Wahrnehmungsperspektiven 7. Perspektivierung von Erkenntnis 7.1. Duale und multiple Konzeptionen von Perspektive: Die literarische Tradition und Cervantes 7.2. Barocke engaño-desengaño-Antithetik oder ‹natürlicher› Wahrnehmungs- und Erkenntnisprozeß? 7.3. Zum Konzept von Erkenntnis Schlußbemerkungen Literaturverzeichnis 1. Siglen 2. Primärliteratur 3. Sekundärliteratur 4. Abbildungsverzeichnis Namenregister Main description: Vor dem Hintergrund der Diskussion über die Raumerfahrung der Frühen Neuzeit vergleicht die Autorin die Darstellung von Wahrnehmung und Perspektive in Cervantes's (1547-1616) Novellen mit derjenigen in anderen spanischen Novellen des 16. und 17. Jahrhunderts. Im Mittelpunkt stehen erstmals die räumliche Perspektivierung der Wahrnehmung und der Wahrnehmungsakt selbst. Es gelingt der Autorin, die bis heute "geheimnisvolle Perspektivenwirkung" (Hatzfeld) der cervantinischen Texte durchschaubar zu machen. Statt einer Opposition von engaño und desengaño, von Illusion und Desillusionierung, enthüllen die Novellen ein kontextualisiertes, subjektbezogenes und dynamisch entfaltetes Wahrheits- und Erkenntniskonzept. Sie befinden sich damit im Spannungsverhältnis zur "guided culture" (Maravall) der spanischen Barockgesellschaft. Die Untersuchung gibt vielseitige Impulse für eine neue Auseinandersetzung mit Cervantes, dem Siglo de Oro sowie der Novellistik und Erzähltheorie der Frühen Neuzeit und Moderne Caroline Schmauser. Includes Bibliographical References (p. 219-229) And Index.
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