Die 'Moor-SA' [Elektronische Ressource] Siedlungspolitik und Strafgefangenenlager im Emsland 1934-1942
معرفی کتاب «Die 'Moor-SA' [Elektronische Ressource] Siedlungspolitik und Strafgefangenenlager im Emsland 1934-1942» نوشتهٔ David Reinicke، منتشرشده توسط نشر Konstanz University Press. in Wallstein-Verlag GmbH Verlag und Werbung در سال 2022. این کتاب در 27 صفحه، فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.
Die SA-Wachmannschaften der Emslandlager in einem Spannungsfeld aus Gemeinschaftsbildung, Gewaltpraxis und völkischem Gestaltungsanspruch. In den nationalsozialistischen Strafgefangenenlagern im Emsland waren ab 1934 Häftlinge aus regulären Gefängnissen und Zuchthäusern einer umfassenden Gewaltpraxis von SA-Wachmannschaften ausgesetzt. Diese entwickelten mit ihrer Selbstbetitelung als »Moor-SA« Ansprüche, sowohl eine gewaltgeprägte »Erziehung« der Strafgefangenen durchzuführen, als auch die Erneuerung der Region voranzutreiben, da die Gefangenen in einem großangelegten Siedlungsprojekt zur Zwangsarbeit in der Moorkultivierung eingesetzt wurden. Mit einer breit angelegten Repräsentationskultur konnte die »Moor-SA« ihre vermeintlichen Erfolge bis Ende der 1930er Jahre erfolgreich nach außen veranschaulichen und so die Unterstützung des Lagerprojekts durch Justiz, SA und weitere Instanzen sichern. Gleichzeitig verhieß die Inszenierung als Gemeinschaft den SA-Männern gegenüber, dass sie als zukünftige Siedler selbst von ihrem Einsatz profitieren würden. Als Ende der 1930er Jahre ein Bedeutungsverlust der »Moor-SA« einsetzte, erodierte auch deren gemeinschaftlicher Zusammenhalt. Dadurch wird ein Abschied von Täterschaft sichtbar, der so für andere Lagertypen kaum erforscht ist. Umschlag Titel Impressum Inhalt Vorwort I. Einleitung II. Etablierung (November 1933 – Mai 1935) 1. Männerbund im Staatsdienst. Die Aufstellung der SA-Wachmannschaften Entstehung der staatlichen Konzentrationslager im Emsland Ablösung der SS und Aufstellung von SA-Einheiten Vorbereitungen zur Wachübernahme Der erste SA-Kommandant: Walter Engel Die staatlichen Konzentrationslager unter SA-Bewachung Kommandeur der ›Moor-SA‹: Werner Schäfer Übernahme der Lager durch die Justizverwaltung 2. Die Konstituierung der ›Moor-SA‹. Kollektivbiographischer Hintergrund, Dienstalltag und initiierende Gewalt Räumliche Herkunft und sozialer Hintergrund der Wachmannschaften Hubert Aerts und die Ausbildung von SA-Männern im Winter 1933/34 Ideologischer Hintergrund, Altersstruktur und Generationalität der ›Moor-SA‹ Lagerstruktur und Dienstalltag Erste Todesopfer: Neusustrum unter Hans Giese Gewalt als Initiationsritus 3. »Die Eroberung einer Provinz«. Das Emsland als utopischer Planungsraum Innere Kolonisation. Siedlungsbestrebungen in der Weimarer Republik Die »Notlage des Emslands« Völkische Modernisierung. Akteure des nationalsozialistischen Siedlungsprojekts Ordnungspioniere. Die Einbindung der ›Moor-SA‹ in die Planungen der Justizverwaltung 4. Umkämpfter Raum. Die SA-Wachmannschaften und das katholische Milieu Aufruhr in Lingen. Frühe NS-Aktivisten im Emsland Die Emslandlager als regionaler Wirtschaftsfaktor Eindringlinge im katholischen Raum. Autoritätsanmaßungen durch SA-Männer Konflikte auf Volksfesten und Abgrenzung zur SS III. Durchsetzung (Juni 1935 – 1938) 1. »Gesetzgeber im Emsland bin ich ganz allein«. Werner Schäfer und die Justizverwaltung Das ›Bild des Anderen‹ während der langen Jahrhundertwende Strafvollzug in der Weimarer Republik Die Emslandlager als ›moderne‹ Haftanstalten Strafvollzug im Doppelstaat Die Doppelstruktur der ›Moor-SA‹ 2. Gemeinschaft als Aufstiegsversprechen. Gemeinschaftspraxis und Karriereperspektiven Gemeinschaftsbildung und Freizeitkultur Gewalt als ›Erziehungsmaßnahme‹ Habitus der Härte Vertuschung von Gewalt als Gemeinschaftskatalysator Doppelte Aufstiegsperspektive Nutzung von Opportunitätsstrukturen: Die Karriere Karl Dubbels Die ›Moor-SA‹ als ideologisierte Zweckgemeinschaft 3. Die Logik des Ausbauarguments. Anspruch und Wirklichkeit des Siedlungsprojekts Unterstreichung des Pionieranspruchs. Kultivierungsarbeiten in der SA-Propaganda Mittel zum Aufstieg. Wirtschaftsbetriebe und Korruption Auseinandersetzung mit dem Reichsarbeitsdienst Das Primat des Kultivierungsprojekts 4. Doppelte Kultivierung. Repräsentationskultur der ›Moor-SA‹ Volksfest und Fürsorge. Die Einbindung der ›Moor-SA‹ in das öffentliche kulturelle Leben Lagerbesuche als Teil der Repräsentationskultur Der Besuch durch Bischof Berning »Ein Band der Kameradschaft und Manneszucht umschlingt alle«. Die öffentliche Selbst-Inszenierung der ›Moor-SA‹ 5. Wendepunkt für die ›Moor-SA‹? Das Dienststrafverfahren gegen Werner Schäfer 1938 Hintergründe des Verfahrens Vorfeld der Gerichtsverhandlung Anklagepunkte und Verhandlung Folgen des Verfahrens IV. Abstieg (1939 – 1942) 1. Ins Abseits gelobt. Stagnation des Lagerprojekts und Bedeutungsverlust der ›Moor-SA‹ ›Grüne‹ und ›Blaue‹. Die Umstrukturierung der Wachmannschaften Zugeständnisse der Justizverwaltung und parallele Entwicklungen im RJM Wendepunkt für die ›Moor-SA‹. Das Scheitern des Neubaus der südlichen Emslandlager Bedeutungsverlust der ›Moor-SA‹ im Zweiten Weltkrieg 2. Grenzen der Gemeinschaft. Dissonanzerfahrungen und Auflösungserscheinungen Die SA während des Schäfer-Verfahrens ›Grün‹ und ›Blau‹ schlagen. Gewaltverhältnisse in den Emslandlagern nach Schäfers Rückkehr »Verbitterung der Wachtruppe«. Krisenphänomene der ›Moor-SA‹ Aufstieg ohne die Gemeinschaft Erosion der Gemeinschaft 3. Ende der inneren Kolonisierung. Unterordnung des Kultivierungsprojekts unter die Kriegswirtschaft »Großbeginn der Emslandkultivierung«. Berichterstattung über den Lagerausbau Konflikte zwischen den beteiligten Instanzen Das Ausbleiben der Siedlerstellen Das Ende des Siedlungsprojekts 4. Gewöhnung und Entwöhnung. Öffentliche Gewalt und das Verhältnis zur Zivilbevölkerung im Krieg Gewalt und Gewöhnung Fortgesetzte Einbindung in das kulturelle Leben Aufflammen der Auseinandersetzungen im Zweiten Weltkrieg V. Nachklang (1943 – 1970) 1. Die Perpetuierung des Lagers. Fortwährende Nutzung über den Systemwechsel Die Strafgefangenenlager in der zweiten Kriegshälfte Das Herold-Massaker und die Befreiung der Lager Weiternutzung der Lager nach dem Krieg Das ›Vermächtnis‹ der ›Moor-SA‹ 2. Nach der Gemeinschaft. Lebenswege von SA-Männern nach der ›Moor-SA‹ Die ›Moor-SA‹ vor Gericht Weitere Karriere im Justizdienst: Das Beispiel Wilhelm Schenk Rückkehr ins Zivilleben und die Erinnerung an die ›Moor-SA‹ VI. Schlussbetrachtung Ideologie, Gewalt und männlicher Habitus Monokratische Gemeinschaftssuggestion Polymorphe Binnenstruktur der Gemeinschaft Opportunität der Gemeinschaft Tabellen und Abbildungen Verwendete Abkürzungen Quellen und Literatur Personenverzeichnis Danksagung
دانلود کتاب Die 'Moor-SA' [Elektronische Ressource] Siedlungspolitik und Strafgefangenenlager im Emsland 1934-1942