Die Hand am Werk. Perspektiven einer Poetik der Poiesis in der russischen Avantgarde
معرفی کتاب «Die Hand am Werk. Perspektiven einer Poetik der Poiesis in der russischen Avantgarde» نوشتهٔ Susanne Strätling، منتشرشده توسط نشر Verlag Wilhelm Fink در سال 2017. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.
Kunst = Neues Sehen. Diese Formel prägt die Avantgarde. Bis in die Gegenwart hinein bestimmt sie unser Denken. Wo aber liegen die blinden Flecken dieses Optozentrismus? Am Leitfaden der Gesten des Berührens, Gebens, Zeigens und Werkens beleuchtet die Studie Schlüsselszenen taktiler Interaktion zwischen Subjekt und Artefakt und beobachtet die Herausforderungen, die dem Auge durch die Hand erwachsen. Dabei werden Krisen einer visuell dominierten Perspektive auf die Künste wahrnehmbar, die zur Neubestimmung von Ästhetik und Poetik unter Einbezug haptischer Erfahrung auffordern. Denn die Augenversessenheit der Avantgardeforschung verstellt nicht nur den Blick auf ihren Gegenstand – sie steht mit ihrer Handvergessenheit prototypisch für eine systematische Verengung in den Literatur-, Kunst- und Kulturwissenschaften. Die Hand am Werk: Die Hand am Werk Inhalt I. EINFÜHRUNG 1. Ausgangspunkt: Bilder der Hand 2. Leitfaden: Bewegungen der Hand 3. Diskurse: Operativität, Rhetorik, Phänomenologie 4. Schritte: Gang der Argumentation II. SPRECHEN. VON DER HAND IN DEN MUND 1. Das rhetorische Paradigma: manus loquens oder Rhetorik als Chirologie 2. Das performative Paradigma: Der Gestus des Dichtens (Anna Achmatova vs. Vasilisk Gnedov) 3. Das linguistische Paradigma 3.1. Kinetologie. Die Geste als philosophische Sprache (Jakov Lincbach) 3.2. Glossogenese: Die Handwurzel als Sprachursprung (Nikolaj Marr) 4. Das poetologische Paradigma 4.1. res gestae: Geschichte schreiben am Leitfaden der Geste (Aleksej Tolstoj) 4.2. Glossolalie: Gestentanz der Zunge (Andrej Belyj) 4.3. Artikulationsbewegungen:Erzählen als groteske Gebärde (Boris Ejchenbaum) 5. Die Geste des Sprechens III. SCHREIBEN. SCHRIFT ALS SPIEL 1. Das Handwerk des Schreibens 1.1. Mediologisch 1.2. Anthropologisch 1.3. Praxeologisch 2. Sprachspiel und Schriftspiel 3. Spiel und Infantilismus im Künstlerbuch 4. Schriftspiele 4.1. Buchstaben als Bauklötze (Petr Mituric und Velimir Chlebnikov) 4.2. Buchstaben als Dinge (Sergej Tret’jakov) 4.3. Buchstaben als Bilder (Aleksandr Rodcenko und Varvara Stepanova) IV. ZEIGEN. THEATER ZWISCHEN DARSTELLEN UND DURCHLEBEN 1. Das Zeichen des Zeigens 2. Die Szene des Zeigens 3. Das eater der Geste 4. Darstellen/Durchleben: Die Geste als Gestalt und Gefühl 4.1. Psychologie der Geste (Sergej Volkonskij) 4.2. Phänomenologie der Geste (Ljubov’ Gurevic und Gustav Špet) 4.3. Physiologie der Geste (Ippolit Sokolov) V. WERKEN. DAS WORT ALS WERKZEUG 1. Poetik des Werkzeugs 2. Literatur im Instrumentalis (Aleksej Gastev) 2.1. Sprachwerkzeuge. Das Organon-Modell des Textes 2.2. Zeigwerkzeuge. Das Evidenz-Modell des Textes 2.3. Schreibwerkzeuge. Das Medien-Modell des Textes VI. HANDELN. POETIK DER OPERATIVITÄT SERGEJ TRET’JAKOW 1. Das Performativ des Handelns 2. Wort und Tat 2.1. Literatur- und Rechtsgeschichte der Operativität 2.2. Literaturhaftpflicht 2.3. Zeugung und Zeugenschaft: Operative Prokreation 2.4. Straftat und Sprachtat 3. Wort und Bild 3.1. Operative Optik I: Fotografie 3.2. Operative Optik II: Diagrammatik 4. Wort und Ding 4.1. Operativität als Faktizität VII. GEBEN. POETIK DES LEBENS 1. Die Gabe der Sprache 2. Leben geben: Vitale Begabung des Wortes 3. Belebung als Bebilderung. Poetologische Verschränkungen von Vitalität und Visualität 4. Die Gabe des Gedichts: Apostrophe und Präsenz (Osip Mandel’štam) 5. Die Geste des Lebens (John Keats) 6. Grabgaben VIII. BERÜHREN. TASTEXPERIMENTE AM TEXT 1. Ästhetische Erfahrung zwischen Optik und Haptik 2. Hapto-Poetik: Poetische Bildkritik im Zeichen der Berührung 3. Taktile Texte (Oberiu) 4. Phänomenologie des Textkörpers (Daniil Charms) 5. noli me tangere. Berührungsgebot und Berührungsverbot (Jakov Druskin) IX. SCHLUSSPLÄDOYER FÜR EINE PHILOLOGIE DER HAND X. BIBLIOGRAPHIE XI. REGISTER Handvergessenheit und Augenversessenheit? auf diese Position hat sich die Avantgardeforschung nahezu einmütig versteift. Die Hand am Werk unternimmt eine kritische Revision dieser Haltung und präpariert die verschüttete Geschichte einer haptisch hochsensiblen Avantgarde heraus. Kunst = Neues Sehen. Diese Formel prägt die Avantgarde, bis in die Gegenwart bestimmt sie unser Denken. Wo aber liegen die blinden Flecken dieses Optozentrismus? Am Leitfaden von Gesten wie Berühren, Geben oder Zeigen beleuchtet die Studie Schlüsselszenen der manipulativen Interaktion zwischen Subjekt und Artefakt und beobachtet die Herausforderungen, die dem Auge durch die Hand erwachsen. Hier geraten Krisen einer visuell dominierten Perspektive auf die Künste in den Blick, die zur Neubestimmung von Ästhetik und Poetik unter Einbezug des Taktilen auffordern. Dabei wird deutlich: Die Handvergessenheit der Avantgardeforschung verstellt nicht nur den Blick auf ihren Gegenstand? sie steht prototypisch für eine systematische Verengung in den Kunst-, Literatur- und Kulturwissenschaften
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