Die Filioque-Kontroverse zwischen Ost- und Westkirche im Frühmittelalter (Arbeiten Zur Kirchengeschichte) (English and German Edition)
معرفی کتاب «Die Filioque-Kontroverse zwischen Ost- und Westkirche im Frühmittelalter (Arbeiten Zur Kirchengeschichte) (English and German Edition)» نوشتهٔ Peter Gemeinhardt در سال 2013. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.
Die intensiv diskutierte ökumenische und systematisch-theologische Frage, ob der Heilige Geist allein aus dem Vater oder auch aus dem Sohn hervorgeht ( ex Patre Filioque ), wird kirchen- und dogmengeschichtlich analysiert. Ausgehend von der differenzierten Rezeption des Nizäno-Konstantinopolitanums im lateinischen Sprachraum wird nach den Ursprüngen der Filioque-Kontroverse zwischen dem 8. und 12. Jahrhundert gefragt. Dabei werden die pneumatologischen und bekenntnishermeneutischen Differenzen sowie die politischen und ekklesiologischen Rahmenbedingungen dargestellt. Der Streit um das Filioque erweist sich als Schlüssel zu einer theologischen Divergenzbewegung zwischen griechischem Osten und lateinischem Westen, deren Ursprünge bereits in den trinitätstheologischen Grundentscheidungen des 4. Jahrhunderts liegen. Eine "Lösung" der Filioque-Problematik ist daher nicht durch die Streichung eines Wortes zu erreichen, sondern nur im Dialog zweier irreduzibler Ausgestaltungen des trinitarischen Dogmas. A. Einleitung: Das Filioque im Spannungsfeld der gegenwartigen Okumene 17 1. Hinführung: Ein ökumenisches Skandalon - beseitigt? 17 2. Die ökumenische Diskussion über das Filioque im 20. Jahrhundert 19 2.1. Die „Klingenthaler Konsultationen“ (1978/79) und ihr Umfeld 21 2.2. „Gemeinsam den einen Glauben bekennen“ (1991) 29 2.3. Vatikanische „Klarstellung“ (1995) und Wiener Studientagung (1998) 32 3. Das Filioque in der kirchen- und dogmengeschichtlichen Forschung 43 3.1. Offene Fragen an die Geschichte dieses Divergenzpunktes 43 3.2. Bemerkungen zum Forschungsstand 48 3.3. Grundriß der vorliegenden Untersuchung 54 B. Stationen der Filioque-Kontroverse im Fruhmittelalter 57 I. Die Voraussetzungen der Kontroverse in der abendländischen Symboltradition 57 1. Beobachtungen zur lateinischen Textgeschichte des NC im Frühmittelalter 57 1.1. Eckdaten zur Rezeption des NC als Ausdruck der Orthodoxie 57 1.2. Lateinische Übersetzungen des NC in den Akten des Chalkedonense 62 2. Die theologische Einbindung des Filioque in die lateinische Symboltradition 65 2.1. Der Gebrauch von NC in der romischen und spanischen Tradition 65 2.2. Grundlagen der frühmittelalterlichen lateinischen Theologie: Augustin 72 3. Die Rezeption von Text und Tradition bei den karolingischen Theologen 81 3.1. Stichworte zur nachaugustinischen lateinischen Bekenntnistradition 81 3.2. Der nachmalige „Normtext“ des NC bei Paulinus von Aquileia 85 II. Die karolingische Trinitätstheologie im Spannungsfeld von Bilderstreit und Adoptianismus 91 1. Theologie und Kirche im Reich Karls des Großen 92 1.1. Die Auseinandersetzung mit Byzanz 92 1.2. Der Streit um den spanischen Adoptianismus 106 2. Das Filioque - ein Element karolingischer „Normaltheologie“ 123 2.1. Das Filioque in der Auseinandersetzung mit Byzanz 124 2.2. Das Filioque im adoptianistischen Streit 139 2.3. Das Filioque als Streitgegenstand: Jerusalem - Aachen - Rom 156 III. Die Kontroverse um das Filioque zur Zeit des Patriarchen Photius 181 1. Ost und West zur Zeit des ersten Patriarchats des Photius 182 1.1. Die innerbyzantinischen Wirren um den Patriarchenthron seit 858 182 1.2. Patriarch Photius und das römische Papsttum 184 2. Die Filioque-Kontroverse in den 860’er Jahren 204 2.1. Die Eskalation der antilateinischen Haltung in Konstantinopel 204 2.2. Die lateinische Antwort auf die byzantinischen Vorwürfe 217 2.3. Der vorläufige Abschluß des „photianischen Schisma“ 243 3. Die Filioque-Kontroverse im zweiten Patriarchat des Photius 260 3.1. Das Filioque auf der Synode von Konstantinopel 879/80 260 3.2. Das Filioque im theologischen Spätwerk des Photius 286 IV. Das Schisma des Jahres 1054 als Etappe der Filioque-Kontroverse 315 1. Von Photius zu Kerullarios 316 1.1. Die unmittelbare Nachgeschichte des „photianischen Schismas“ 316 1.2. Fragiler Frieden: Byzanz und das Abendland im 10. Jahrhundert 322 1.3. Unterwegs zum Schisma? 329 2. Rom und Byzanz in den 1050’er Jahren 338 2.1. Die politische Konstellation 338 2.2. Der Briefwechsel zwischen Ost und West (1053/54) 345 2.3. Das Aufeinandertreffen in Konstantinopel (Juni/Juli 1054) 360 3. Das Filioque im Epochenjahr 1054 375 3.1. Die lateinische Behauptung des Filioque 376 3.2. Die griechische Verteidigung des Hervorganges des Geistes ἐκ μόνου τοῦ πατρός 390 V. Anselm von Canterbury und das Konzil von Bari (1098) 415 1. Das Konzil von Bari in seinem politischen Spannungsfeld 416 1.1. Papsttum und Normannen: Die kirchliche Lage in Süditalien 416 1.2. Ost und West: Papst Urban II. und Kaiser Alexios I. Komnenos 423 1.3. Anselm von Canterbury und das Reformpapsttum 437 2. Anselm von Canterbury und die Neubegründung der „filioquistischen“ Theologie 450 2.1. Anselms Stellung in der Theologie des 11. Jahrhunderts 450 2.2. Anselms Traktat De processione Spiritus sancti 479 2.3. Anselms Rekonstruktion des Filioque im Kontext seiner Trinitätslehre 500 3. Das Filioque zwischen Ost und West am Ende des 11. Jahrhunderts 511 3.1. Byzantinische „Normaltheologie“: Theophylakt von Achrida 511 3.2. Ost und West - eine Positionsbestimmung um das Jahr 1100 523 VI. Ausblick: Kontroverstheologie und Dialog im 12. Jahrhundert 527 1. Petrus Grossolano und Eustratios von Nizaa 528 2. Die Gesandtschaftsreisen des Anselm von Havelberg 534 2.1. Die Disputation mit Nechites von Nikomedien (1136) 534 2.2. Die Disputation mit Basilius von Achrida (1154) 545 3. Der Papst als letztgültige Autorität für das Filioque 547 C. Systematisierende Zusammenfassung 551 1. Die politische Dimension: ein Theologumenon im „römisch“-triadischen Kräftespiel 552 1.1. Das Zweikaiserproblem zwischen Ost und West seit Karl dem Großen 552 1.2. Das Filioque und die Frage nach dem päpstlichen Primat 554 2. Die rechtliche Dimension: die Autorität des Textes 557 2.1. Die rechtliche Fixierung der Tradition und der Fortschritt der theologischen Reflexion 557 2.2. Die doppelte Rezeptionsgeschichte des NC und das „Verbot eines anderen Glaubens“ 561 3. Die theologische Dimension: divergierende Denk-Wege 564 3.1. Das NC als Grundbaustein lateinischer und griechischer Trinitätslehre 564 3.2. Das Filioque: „Notwendigkeit“ versus „Unmöglichkeit“ 569 Anhang 573 1. Textzeugen des NC im Frühmittelalter (seit 451) 573 2. Materialien zur Entstehung des „Normtextes“ des NC 575 2.1. Griechische Textfassungen des NC auf dem Konzil von Chalkedon 575 2.2. Lateinische Textzeugen des NC im Frühmittelalter (Auswahl) 576 2.3. Textgeschichte des lateinischen NC bis zum „karolingischen Normtext“ 578 Abkürzungsverzeichnis 579 Bibliographie 583 Register 615 1. Bibelstellen 615 2. Quellen 617 a) Schriftsteller der Antike und des Mittelalters 617 b) Synodaltexte und Rechtsquellen 640 3. Namen 645 4. Orte 652 5. Synoden 653 6. Moderne Autoren 655 The hotly debated ecumenical and theological issue of whether the Holy Spirit proceeds from the Father alone or from the Son as well as the Father (ex patre filioque) is analyzed in light of ecclesiastical history and the history of Christian doctrine. Starting from the varied reception of the Niceno-Constantinopolitan Creed in the Latin-speaking area, the author inquires into the origins of the filioque controversy between the eighth and the twelfth centuries. The pneumatological and confessional differences and the basic political and ecclesiastical framework involved are described. The dispute over the filioque clause proves to be a key to a theological divergence between the Greek East and the Latin West, a movement whose origins lay in the fundamental theological decisions about the Trinity in the fourth century. The filioque issue thus cannot be "solved" by deleting a word but only by ensuring dialogue between two irreducible manifestations of the Trinitarian dogma Here, the ecumenical and theological issue of whether the Holy Spirit proceeds from the Father alone, or from the Son as well as the Father is analyzed in light of ecclesiastical history and the history of Christian doctrine. Biographical note: Der Autor ist Vikar der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und Gastmitglied der Forschungsstelle Ökumenische Theologie an der Philipps-Universität Marburg
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