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Die Armenassekuranz, das einzige Mittel zur Verbannung der Armuth aus unserer Kommune

معرفی کتاب «Die Armenassekuranz, das einzige Mittel zur Verbannung der Armuth aus unserer Kommune» نوشتهٔ Leopold Krug، منتشرشده توسط نشر de Gruyter GmbH در سال 2022. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.

SSSer Ist unter uns, der über den Gegenstand, dem diese Blätter bestimmt sind, nicht mit Znter, esse, mit Ernst, ja zuweilen mit Kummer und Schmerz nachgedacht hätte! Das heilige und er# hebende menschliche Gefühl für menschliches Lek den, der reine und kräftige Wille, das Seinige auch beizutragen, damit das Elend der Armen und Verlassenen gemildert, oder ganz gehoben werbe, ist noch nicht von dem Bürger gewichen, der für sich selbst noch Unterhalt und Brod erwirbt oder besitzt. Aber dies schöne Gefühl, das in seiner Reinheit und Einfalt den Menschen veredelt und beglückt, hat diese herrliche Wirkung in den Zeiten der allgemeinen Noth und des allgemein Verbreiter en Mangels mehr oder minder verloren. Es ist zu verwundern, daß Hartherzigkeit und gänzliche Fühllosigkeit gegen die Leiden andrer nicht bet uns mehr um sich gegriffen haben, als wir doch täglich zu bemerken Gelegenheit finden. Auf der einem Seite haben sich die Aufforderungen zur Wohlthätigkeit, die Ansprüche um Hülfe und Unterstützung, die Sammlungen von Kollekten und -4 -Beitragen für Arme und Mangelleidende zu einer Zeit vermehrt, wo die Aufforderungen zu Abgaben aller Art, zu gezwungenen Anleihen, zu Bezah lung drückender Schulden, zu Herstellung der eig» nen in den Kriegsjahren zerrütteten oder gestörten Gewerbe weit bedeutender als sonst, und die Ein nahmen in der Regel geringer als sonst geworden sind. Auf der andern Seite sann eine Wohlthä tigkeit, welche durch Abscheu, Ekel und Grausen bewirkende Empfindungen gleichsam abgezwungen wird, nicht dazu dienen, unser Gefühl zu vere deln, unsern Wunsch -Gutes zu thun, so viel wir könnenzu verstärken, und uns Zufrieden heit mit uns selbst zu verschaffen. Ich sahewie wir alle -halbnackte Kin der auf den Straßen und Brücken In den naßkalten Herbst-und eisigen Muttertagen frieren und wei nen undkonnte nicht helfen; denn der Gro, scheu, bei, ich ihnen gab, milderte ihr Elend nicht, half sie nicht wärmen, und trocknete nicht ihre Tbränen, da man ohne prophetischen Geist zu be sitzen, voraus sah, daß morgen dieselben Kinder, ja wahrscheinlich noch mehrere zu unserm Jam mer da liegen würden, je einträglicher dieses nicht auf das milde Gefühl der Menschenliebe, sondern auf das bitterste und angreifeudste Wemuthsgefühl des Menschen berechnete und wirkende Ge-5 werbe gemacht wurde. Haben tildjt Mehrere mit mir diese Empfindung getheilt? Hätten sie nicht gern vielfach mehr, als ihre zum Almosen sonst bestimmte Gabe betrug, hingegeben, um diesen herzzerreißenden Anblick los zu werden? Hat nicht mancher solche Straßen und Orte absichtlieh vermieden, um nicht unnützerweise erschüttert zu werden, da er sah, daß seine Kraft nichte gegen das Uebel vermochte? Wae wir von der Obrigkeit und der Polizei hierbei forderten, was sie that oder thun konnte, werde ich hier nicht 6e\* rühren, da ich in der Folge davon sprechen muß; aber ich weiß aus manchen Beispielen meiner Er fahrung, daß Einzelne viel und mit Besonnenheit thaten, gleichsam um sich durch ihr Bewußtsein: auf einer Sette etwas vollständiges gethan zu haben, gegen das übrige thuen unerreichbare Elend zu stählen und gegen sich selbst zu vechtfertigen. Eben diese Größe der Armuth und des Man gels gebietet uns jetzt reifliche Ueberlegung der Sache und Besonnenheit, damit wir mit unserm so sehr eingeschränkten Einkommen, an welches von so vielen Seiten rechtliche und gerechte Ansprüche mancherlei Art geschehen, haushälterisch umgehen und so verfahren, daß wir, so wie bei dem Finanz etat zu der Schuldbezahlung, auch einen Zeitpunkt in der Zukunft erblicken: wo wir das Ende unsrer b Armenlast und das Ende unsrer Schuldenlast mit freudiger Zuversicht vor uns sehen. Um zur Erkenntniß des Weges zu kommen, den wir, so wie vielleicht tausend andre Kommu nen mit uns, einschlagen müssen, um nicht irre zu gehen und unsre Anstrengungen und Aufopferun gen nicht umsonst angewendet zu haben, müssen wir zuerst die Wege untersuchen, die bisher ganze Staaten, einzelne Kommunen und einzelne Perso nen gingen, um den edelsten Zweck: gänzliche Verbannung der Armuth, de« Mangele und des daraus entstehenden Elende« zu erreichen. Es giebt wohl über wenig Gegenstände de« menschlichen Forsche»:« und Nachdenken« so viele Bücher, kleine Schriften und einzelne Aufsätze, al« über diesen, der jeocu nicht gefühllosen Men, schen anspricht «nd ihn gewiß oft mit erhebender Freude, oft mit bitterm Schmerz erfüllt hat. E« würde mich sehr betrüben, wen»» ich den, der in diesem Gegenstände zu einer klaren Einsicht kommen will, und der ernstlich wünscht, hierüber mit sich selbst a»ifs Reine zu kommen, an eine bändereiche und kostba re Bibliothek verweisen müßte; ich glaube vielmehr, daß eine ganz ungekünstelte mehr historische al« sistematisch räsonnirrnde Ansicht der gesellschastli, chen Verhältnisse unter uns dem uneingenommenen Leser dieser Blätter klare« Licht geben wird, wo e« ihm bisher dunkel war. Zch glaube und wünsche, daß viele» meiner Leser die Dinge, die ich sagen werde gar nicht neu sind; aber ich glaube, daß sie in diesem Zusammenhänge noch nicht von vie, len überblickt worden sind; daß es vielen bisher schwer, ja unmöglich gewesen ist, sich von dunkeln Gefühlen los zu machen, die sie mit der Religion verwandt hielten und die zu unterdrücken ihnen vielleicht Verbrechen schien. Unrecht und schädlich kann «S nicht -fon< bern es muß recht und wohlthätig seyn, diesen dunkeln Gefühlen Klarheit zu geben; unwidersprechlich muß die Wahrheit siegen und ich bin des Beifalls aller edeln und guten Menschen, die diese kleine Schrift bis zu Ende lesen, pilt ihren Erfahrungen vergleichen und mit ihrem Verstände beleuchten, so gewiß: daß ich die Gefahr, mißver« standen und falsch beurthen» m werden, gar nicht in Anschlag bringe, und nur wünsche, vaß jevex Ein wand, der hier aufzufinden möglich ist mir -ge, druckt, geschrieben oder mündlich -mirgetheilt wer de, um einen Gegenstand zur Klarheit zu bringen, der auf den moralischen Werth ganzer Stände und ganzer Mlaztonen einen so sichtbar wirkenden Einfluß hat; wenn wir auch von der ökonomischen Seite jetzt ganz absehen, auf welche doch zuletzt unser Wohlseyn, unser Lebensgenuß und unsre Existenz allein gegründet ist. s Wenn ich mir erlaube, diese oder jene Anstalt, die ursprünglich bestimmt war, der Armuth und dem Mangel abzuhelfen, zu tadeln; wenn ich das unzweckmäßige und selbst schädliche in den Bemü-Hungen einzelner Menschen: der Armuth und dem Mangel zu wehren, aufsuche und aufdecke, so ver, gesse der Leser nie: daß ich die Absicht solcher Anstal, ten und solcher Menschen für edel halte; daß schon der gute Wille, nach seinen Kräften seine Brüder zu beglücken, Lob verdient und daß es Versündtgung an dem menschlichen Geschlecht seyn würde, wenn man solche Aeusserungen des schönen uns beglückenden Wohlwollens für unsre Brüder ver, achten oder unterdrücken wollte. Zch betrachte hier alle diese Bemühungen und diese Aeusserung gen wohlwollender Menschen nur als Mittel zu dem obenangegebenen Zweck: ich untersuche: ob und in wiefern sie diese«' Zweck erreichen, verfeh len oder ihm wohl gar entgegenwlrken und er, fülle meine mir aufgelegte Pflicht: an meinem Theil so viel zur gänzlichen Verbannung der Ar, muth, des Mangele und des daraus entstehenden Elendes zu thun, als meine Kräfte erlauben. Zch erzähle hier die Geschichte eines mir ge, nau bekannten Mannes, dessen ernstlichen Willen gutes zu wirken ich kannte; dessen Betrübniß über die Zunahme der Armuth nnd des Mangels ich -re belten beträchtlich mehr kosteten, als wenn er sie durch gewöhnliche, sich selbstständig nährende Ar beiter verrichten ließ, und daß er dieses Mehrlohn aus seiner Tasche geben müsse, weil er es nicht auf sein Fabrikat schlagen könne, bet dessen Der, kauf ihm sonst seine Mltfabrtkanten zuvorkommen möchten, die sich solche Ausgaben nicht Machten. Zch würde mich übrigens darüber nlcht beklagen, fuhr er fort, wenn lch nur sahe, daß diese Dien, schen nach und nach fleißiger, wohlhabender, besser und dadurch selbstständig würden; dies ist aber leider nicht der Fall; es scheint sogar, als wenn diese Menschen die ihnen gegebene Arbeitsstellen al« eine weit festere Versorgung ansähen, als meine freien Arbeiter, und darum sich weniger an, strengten und weniger Mühe gäben, sich durch Aufmerksamkeit, Fleiß Und Ordnung auszuzeichnen. Zch sehe wohl ei», dasi tte Kinder dieser Men schendenn an (Teten Produzirung lassen sie es nicht fehlendie Armuth und den Mangel eben so forlsetzen würde», wie sie es bei ihren Eltern gesehsu haben, wenn sie nicht eine Industrieoder Erwerbschule ihrer annähme. Freund Herrmann kannte den Vorsteher einer solchen Erwerbschule als einen wohlwollenden und verständigen Mann; er wendete sich an ihn, um Auskunft über diesen Gegenstand der Wohlthätig, -15 feit zu erhalten, und vielleicht hier mit seinem Vermögen kräftig und nützlich zutreten zu können, und vernahm von ihm folgende«: Unsre Anstalt erreicht, so wie alle ähnlich eingerichtete Industrieund Erwerbschulen, unstreitig den einen guten Zweck, den sie zu erreichen sich vorgesetzt hat, nemllch: sie entreißt eine beträchtliche Anzahl ar mer Kinder der Bettelei, und verschaft ihnen noth, dürftigen Unterhalt, zum Theil durch ihre eigne Kraftanwendung und ihren Fleiß; aber schon ost hat mich der Gedanke bekümmert: daß diese An, stalten bett höchsten und edelsten Zweck: die all, mLhlige Vertilgung aller Armuth und alle« Man, gelS dech nicht erreichen können; ja daß sie in th, rer jetzigen Beschaffenheit diesen Zweck weiter hin, ausschieben, oder ihm sogar gradezu entgegen ar, beiten müssen. Wenn es eine solche Erwerbschule dahin bringt, daß das den Kindern gereichte Ar, beitSlohn nicht bloß zu ihrem nothdürfrigflen Un, terhalt hinretcht, sondern daß sogar die Eltern der Kinder von der Arbeit der letzter« einigen baaren Vortheil ziehen, so hat sie ein Ziel erreicht, nach dem die mehresten Vorsteher solcher Anstalten stre» den; weil sie nur dadurch in den Augen einiger Eltern, die ihre Kinder hieher schicken, Werth er, halten, oder im Werthe steigen; der Zudrang zu dieser Anstalt wird nun so groß, daß, wenn nur Allerdurchlauchtigster, Großmachtigster König und Herr Einleitung Erster Kapitel §. 1 §. 2 § 3 § 4 §. 5 §. 6 §. 7 §. 8 §. 9 §. 10 §. 11 §. 12 §. 13 §. 14 §. 15 §. 16 §. 17 §. 18 §. 19 §. 20 § 21 §. 22 §. 23 §. 24 §. 25 §. 26 §. 27 §. 28 §. 29 §. 30 §. 31 §. 32 §. 33
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