معرفی کتاب «Deutschland und die große Politik anno ...: Band 9 1909» نوشتهٔ Schiemann, Th.، منتشرشده توسط نشر De Gruyter در سال 2018. این کتاب در 5 صفحه، فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.
Wir stellen mit Vergnügen fest, daß der "Temps" seit einiger Zeit in seinen, die auswärtige Politik betreffenden Leitartikeln einen neuen Ton angeschlagen hat. Während bisher fast jede dieser leitenden Ausfühmngen einen gegen Deutschland herausfordernden Cha rakter trug, klingen die Betrachtungen der letzten Wochen so aus, als ob sie eine Verständigung auf dem Boden gemein samer Interessen suchten. Offenbar hat die Haltung der englischen Politik, deren Richtung wohl an keiner Stelle mehr verkannt wird, in Paris zu denken gegeben. Man kann auch in Frankreich nicht die Vorstellung abweisen, daß die Möglichkeit, um nicht zu sagen, die Wahrscheinlichkeit eines Kontineatalkrieges als Folge der englischen Balkanpolitik tatsächlich immer näher heran rückt und denkt an die Konsequenzen, die sich daraus ergeben müssen. Daß Frankreich ebensowenig wie wir einen Krieg wünscht, halten wir für sicher. Sollte er aber trotz allem zum Ausdmck kommen, so wird es sich ihm nicht entziehen können; daran können nur politische Kinder zweifeln, und ebenso sicher scheint heute noch, in welchem Lager Frank reich dann stehen wird. Es ist daher lehrreich, die jüngsten Ausfühmngen des "Temps" in ihrem Wortlaute zu kennen. Nach einer allgemeinen Klage über das Fehlen einer großzügigen Leitung der europäischen Politik, und daß man überhaupt nicht mehr von Politik, sondem nur noch von Intriguen reden könne, fährt der "Temps" fort: Schiemann, Deutschland 1909. 6. Januar 1909. Offizielle Anerkennung Mulat HastdS als Sultan von Marokko. 6. Januar. Der Schah erklärt die endgültige Auflösung de-persischen Parlament-. 8. Januar. Sattar-Khan bestehlt Beschlagnahme deS Gute-deS Schah-in Asterbardjar. 9. Januar. Türkische-Protestmeeting gegen den Anschluß Kreta-an Griechenland. 9. Januar. Rücktritt Sturd-a-, Bratianu wird Mtnisterprästdent in Rumänien. io. Januar. Rückkehr Swen Hedin-au-Tibet. 12. Januar. Endgültige Verständigung -wischen Österreich-Ungarn und der Türkei über Bosnien und die Herzegowina. 13. Januar 1909. Me unberechenbar die Entwicklung der orientalischen Frage ist, haben die Ereignisse der letzten Woche uns deutlich gezeigt. Wir haben Tage höchster Krisis durchgemacht, da ein Bruch zwischen Österreich und der Türkei fast unvermeidlich schien und die schlimmsten Folgen davon erwartet werden mußten. Der Weltfriede schien emstlich gefährdet. Dann plötzlich wurde das Bild freundlich. Österreich und Deutschland hatten sich entschlossen, einer Erhöhung der türkischen Zoll gebühren zuzustimmen. Die stockenden Verhandlungen wurden wieder lebendig. Der Freiherr v. Aehrenthal fand sich bereit, als Entschädigung für die türkischen Krongüter in Bosnien der Pforte 2% Millionen türkische Pfund zu bieten, und da der Großvezier, Kiamil Pascha, sich damit zufrieden gab, schien am Montag aller Grund zu weiterer Be sorgnis gehoben zu sein. Aber schon der Abend desselben Tages schien eine Enttäuschung zu bringen: Der türkische Ministerrat habe das öster reichische Angebot als zu gering abgelehnt, und erst jetzt wissen wir, daß jener Ministerrat noch gar nicht befragt worden ist, und daß die Aussichten für die Annahme die allerbesten sind. So läßt sich zuver sichtlich auf einen günstigen Ausgang hoffen. Wie ernst die Lage war, wird recht anschaulich, wenn man die Lon doner Telegramme der "Nowoje Wremja" vom 4., 5. und 6. Januar zusammenstellt. Ihr Verfasser ist natürlich Herr W e s s e l i tz k i, der mit unseren entschiedensten Feinden in England bekanntlich in enger Fühlung steht. Er telegraphiert am 4.: "Der bekannte "Kolchos" -Mitarbeiter des "Observer" gibt seiner Überzeugung Ausdmck, daß England für den Fall eines Krieges mit ausgeschlossen, daß sich diese Stellung auf die Dauer behaupten läßt. Sie muß früher oder später zusammenbrechen. Ebenso zweifelhaft aber erscheint uns die Arbeitsfähigkeit des türkischen Parlaments, dem Weihrauch zu spenden die offizielle Heuchelei aller Politiker Europas verlangt. In Wirklichkeit spricht alles dagegen: der Bildungsstand der Abgeordneten, ihre nationale Zusammensetzung, die tiefgehenden reli giösen Differenzen, der Gegensatz der von den verschiedenen Gruppen verfolgten politischen Ziele. Ein sehr lehrreicher Brief von Georges Gaulis in den "DLbats" vom 5. Juli gibt ein Bild von der beginnenden Parteibildung, oder, wie man wohl richtiger sagen müßte, von der be ginnenden Zersetzung der zunächst durch einen gemeinsamen politischen Rausch zusammengeschlossenen disparaten Elemente. Zwar hat das Komitee "Einheit und Fortschritt" in jeder Kaza (Kanton) einen Klub, der seine Parole aus Konstantinopel erhält, wo es nicht weniger als 20 solcher Einheitsklubs gibt. Nebenher gibt es aber auch türkische liberale Klubs und die zahlreichen nationalen Klubs der Skipetaren, die, was doch charakteristisch ist, sich erst kürzlich auf einem Kongreß zu Monastir entschlossen haben, ein Alphabet, und zwar das lateinische, anzunehmen, dazu kommen der arabische Klub, dessen Ehrenpräsident der Großscherif von Mekka ist, der Klub der Tscherkessen, die ebenfalls erst jetzt zur Schrift sprache übergehen, der der Kurden, die ein ganz ungebildetes Element darstellen, und endlich die Klubs der Armenier, Bulgaren und Griechen, die wohl den höchsten Bildungsstand vertreten. Ms Verhandlungssprache im Parlamente ist das Türkische anerkannt worden, aber es ist keines wegs sicher, daß alle Abgeordnete Türkisch verstehen. Die Sprache des Korans und des Gebets für alle Bekenner des Islam ist die arabische, und das Selbstbewußtsein der Araber ist sehr hoch gespannt. Nimmt man die konfessionellen Eifersüchteleien hinzu, die zwischen den ver schiedenen christlichen und speziell zwischen den orientalisch-christlichen Kirchen bestehen und die eben jetzt in dem Streite zwischen den Patri archen von Konstantinopel und von Jerusalem zum Ausdruck gekommen sind, so könnte man wohl zu demselben Schluß gelangen, wie ein Konstantinopeler Korrespondent der "Evening Post" (New Dork), der in der Trennung von Kirche und Staat das einzige Mittel sieht, dieses Chaos zu ordnen. Dieser Lösung widerstreitet aber die Tatsae, daß ein islamischer Staar ohne die religiöse Gmndlage, die auf dem Koran und dem Scheri'a bemht, überhaupt nicht denkbar ist. Wo ist da der Aus-18 England und Deutschland und zwischen Germanen und Slaven. Da die Feinde der Feinde Freunde zu werden Pflegen, ist es natürlich, daß die Aktion Englands gegen Berlin sich als solidarisch mit der Gegenwirkung der Slaven erwies, und daß kraft der unwider stehlichen Macht der Tatsachen Rußland genötigt war, sich einem alten Gegner, Großbritannien, zu nähern. Aber damit sind die funda mentalen Wandlungen int allgemeinen Bilde der europäischen Politik noch nicht erschöpft. Das über die österreichische Politik auf der Balkanhalbinsel entrüstete Italien sprach sich in allerkategorischster Weise gegen die Annexion Bosniens aus, durch die es vom Balkan abge schnitten wurde. Die Folge ist, daß der Dreibund heute nur auf dem Papier steht. Kommt es zu einem Kriege zwischen Österreich und Ser bien, so wird nicht nur die Sympathie, sondern auch, wenngleich nicht offiziell, die bewaffnete Macht Italiens natürlich auf seiten der Slaven st e h e n. Das bedeutet wiedemm einen klaren Gewinn für Rußland, als für das Haupt der slavischen Idee. Denn die Vereinigung Italiens mit der russisch-englischen Kombination erscheint als ein schwerer Schlag, der Berlin erteilt wird. Wenn man noch hinzufügt, daß die verjüngte konstitutionelle Türkei sich von der erniedrigenden Vormundschaft des deutschen Botschafters freigemacht hat, so kann man wohl sagen, daß um Österreich-Deutschland sich ein eherner Ring zu schließen beginnt, dessen Wirkung auf die Geschicke Europas große Ereignisse zur Folge haben kann. Österreich-Deutschland sind heute isoliert, und wenn wir unsere Übersicht mit pessimistischen Sätzen begonnen haben, so geschieht es, weil wir irgendeinen coup de tete der Berliner Politiker fürchten, die gewohnt sind, in Europa zu komman dieren, und für die es eine Frage von Leben und Sterben ist, den Zusammenschluß jenes ehernen Ringes zu ver hindern, der sich jetzt er st bildet. Ohne selbst einen Krieg zu beginnen, können sie leicht Österreich in Kriegsabenteuer hineindrängen." Es schließt sich daran eine langstielige Betrachtung der bosnischen Frage, deren Wiedergabe für uns nicht von Interesse ist, da sie genau dem Bilde entspricht, das wir oft genug unseren Lesem aus der"Nowoje Wremja" vorgeführt haben. Aber wir unterstreichen das unverschämte Bekenntnis zu dem Plane der politischen Einkreisung Deutschlands und 21 Weltanschauung geführt werden soll. Nun nehme man die Probleme der Agrarverfassung, der Sanierung des Finanzwesens, das durch die stetig wachsende Milliardenschuld gedrückt wird, das Heer, die Marine und alle die wirtschaftlichen Fragen, deren Lösung in ungezählten Gesetz entwürfen der Duma vorgelegt worden ist, und man wird zu dem Schlüsse kommen, daß dieser Staat eine wahnsinnige Politik treiben müßte, wenn er auf Kriegsabenteuer oder auf das gefährliche Wenteuer einer Ein kreisungspolitik sich einlassen wollte, wie die russische Presse sie träumt. Wir sind fest davon überzeugt, daß Zar, Mnisterpräsident und Duma von solchen Plänen weit entfernt sind. Wer es ist ein Zeichen innerer Schwäche, daß die Propaganda dafür geduldet wird. Der dritte und letzte England-Brief von Judet ist am 11. d. M. erschienen. Wie die beiden vorausgegangenen, ist er übermäßig pessimistisch und entschlossen antienglisch. Seine Schlußbetrachtung lautet: "Ein Volk rettet sich stets nur aus eigener Kraft. Ergebene und naive Allianzen vermögen ebensowenig den Lauf der Weltgesetze zu hemmen, als etwa die Höhe der Flutwellen herabzusetzen. Das weiß jeder denkende Engländer. In London, wo sie unter sich sind, atmet man es mit der Luft ein, es beherrscht alle Gedanken. Diejenigen, die die Gefahr (das heißt, die famose Invasion, die Judet als Realist darstellt!) zurückweisen wollen, finden weder beim Liberalismus noch beim Sozialismus Hilfe; diese Parteien blicken nicht ins Ausland, sondem nach innen, und sehen, wie durch die blutende Wunde des Pauperismus die Kraft der Nation hin schwindet. Die regierenden Imperialisten flogen, daß sie so wenig gehört werden. Der Plan der Elite geht deshalb dahin, das Ministerium zu verjagen und zuverlässigere Piloten an das Staatsruder zu stellen. Wer die Monate gehen hin, und je länger Eduard VII. zögert, um so weniger wird er Herr der Stunde sein. Denn Politik ist nicht eine Sache der Gutmütigkeit oder dummer Höflichkeit. Man mag Freund oder Feind Englands sein, wissen muß man es ohne weiteres Zögern und ohne falsche Scham: England ist bis zum Wahnsinn beunruhigt durch die Ereignisse, die es verurteilen ("eile est troubtöe jusqu'ä V aff oiement par les 6v6nemente qui la condamnent"). Gutmütig an ihrer Seite gehen, das heißt, sich in unvorsichtiger Ritterlichkeit in das Lager des Besiegten begeben." Es ist nicht hübsch von Herrir Judet, daß er durch seine Ausfühmngen die ohnehin große Erregung der englischen Presse steigert.
Der Band bietet einen Überblick über die aktuelle Situation der germanistischen Sprachgeschichtsschreibung. Er versammelt 20 Beiträge aus drei großen Gegenstandsbereichen: zu historiographietheoretischen Aspekten (Theorien, Begriffen, Methoden), zur Sprachsystemgeschichte (der historischen Grammatik sowie der historischen Lexikologie und Lexikographie), sowie zur Geschichte sprachlicher Variation (zu Varietäten, Textsorten, Autoren, Diskursen). Der Band zeigt methodologisch wie thematisch neue Wege der Sprachgeschichtsschreibung auf und repräsentiert die Vielfalt der aktuellen methodischen Ansätze - von der traditionellen Philologie bis zur Diskurs- und Korpuslinguistik. Darüber hinaus verdeutlichen die Beiträge, dass in der heutigen Historiolinguistik das Selbstverständnis als Kulturgeschichtsschreibung paradigmatisch ist, und beleuchten insbesondere sozial-, mentalitäts- und bewusstseinsgeschichtliche Aspekte.
6. Januar 1909 13. Januar 1909 20. Januar 1909 27. Januar 1908 3. Februar 1909 10. Februar 1906 17. Februar 1909 24. Februar 1909 3. März 1909 10. März 1909 17. März 1909 24. März 1909 31. März 1909 7. April 1909 21. April 1909 28. April 1909 6. Mai 1909 12. Mai 1909 19. Mai 1909 26. Mai 1909 2. Juni 1909 9. Juni 1909 16. Juni 1909 23. Juni 1909 30. Juni 1909 7. Juli 1909 11. August 1909 18. August 1909 25. August 1909 1. September 1909 29. September 1909 6. Oktober 1909 13. Oktober 1909 20. Oktober 1909 27. October 1909 3. November 1909 10. November 1909 17. November 1909 24. November 1909 1. Dezember 1909 8. Dezember 1909 16. Dezember 1909 22. Dezember 1909 29. Dezember 1909 Sachregister