Der Volksgerichtshof und sein Beobachter: Bedingungen und Funktionen der Gerichtsberichterstattung im Nationalsozialismus (Studien zur Sozialwissenschaft, 148) (German Edition)
معرفی کتاب «Der Volksgerichtshof und sein Beobachter: Bedingungen und Funktionen der Gerichtsberichterstattung im Nationalsozialismus (Studien zur Sozialwissenschaft, 148) (German Edition)» نوشتهٔ Edmund Lauf (auth.)، منتشرشده توسط نشر VS Verlag für Sozialwissenschaften در سال 1994. این کتاب در 2 صفحه، فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.
Der Autor ist Lehrbeauftragter für sozialwissenschaftliche Methoden am Institut für Publizistik der Universität Münster und war Mitarbeiter im Forschungsprojekt zum Volksgerichtshof am Institut für Kriminalwissenschaft der Universität Münster. "Der Volksgerichtshof ist ein Terrorinstrument, eingespannt in die Vernichtungs maschinerie des Dritten Reiches." Dies ist das g?ngige Klischee vom Volks gerichtshof. Bei einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Gegenstand Volksgerichts hof1 wird jedoch eine Norrnalit?t des Gerichts deutlich, die dem Bild eines Ter rorapparates zun?chst widerspricht. Norrnalit?t meint in diesem Zusarnmenhang, daB der Volksgerichtshof justitielle Verfahren durchfiihrt und unterstellt weiter, daB es sich nicht um einfache Schauprozesse handelt. Wenn man deshalb davon ausgeht, daB der Volksgerichtshof nicht vomehmlich dazu eingerichtet wird, die politischen Gegner durchjustitielle Verfahren physisch zu vernichten, er nicht als "Treblinka der deutschen Justiz" (Friedrich 1986, 1066) bezeichnet werden kann, dann stellt sich die Frage, warum iiberhaupt gerichtliche und darnit in Relation zur adrninistrativen Vernichtung aufwendige Verfahren durchgefiihrt werden. Ein Verfahren des Volksgerichtshofs produziert mehr als nur die Verh?ngung der To desstrafe. Dies ist die erste Grundannahme dieser Arbeit. Die Funktionen des Volksgerichtshofs sind daher das zentrale Thema. Dem Verfahren kommt dabei eine entscheidende Bedeutung zu (Kap. 2). Von 1989 bis 1993 war ich Mitarbeiter in einem von der Deutschen Forschungsgemein schaft geforderten Forschungsprojekt am Institut fiir Krimina1wissenschaften der West falischen Wi1he1ms-Universit?t Miinster. Unter der Leitimg von Prof. Dr. Klaus Marxen setzte sich das Projekt mit der rechtshistorischen Einordnung und rechtlichen Bewertung des Volksgerichtshofs auseinander. Im Rahmen der Projektarbeiten wurden u. a. eine Sichtung und Aufnahme des heute zug?nglichen Aktenmaterials zu Verfahren des Volksge richtshofs durchgefiihrt Front Matter....Pages N1-10 Einleitung....Pages 11-14 Der Volksgerichtshof....Pages 15-25 Legitimation und Abschreckung durch politische Strafverfahren....Pages 26-57 Die Lenkung der Gerichtsberichterstattung....Pages 58-80 Die Öffentlichkeitsarbeit des Volksgerichtshofs....Pages 81-110 Methodisches Vorgehen....Pages 111-128 Artikel über den Volksgerichtshof und seine Verfahren....Pages 129-153 Legitimation durch Berichte....Pages 154-195 Abschreckung durch Meldungen....Pages 196-225 Selektionsofferten: Verfahren und Angeklagte des Volksgerichtshofs....Pages 226-243 Selektionsleistung: Legitimation und Abschreckung....Pages 244-281 Der Volksgerichtshof als Propagandainstrument....Pages 282-290 Anhang....Pages 291-300 Quellenverzeichnis....Pages 301-308 Literaturverzeichnis....Pages 309-317 Back Matter....Pages 319-321 Pp. 177-184, "Kommunisten - Vom Juden verfuehrt, " deal with press reports on the trial of members of the Communist Party in 1934 and a series of trials of members of the Internationaler Sozialistischer Kampfbund (ISK) in December 1938-March 1939. In all of these, Jews, though they formed a small percentage of the indicted, were accused of being the instigators who incited the others, as part of the "Jewish-Bolshevist conspiracy." Suggests that propaganda use of the 1938-39 trials was meant to justify the "Kristallnacht" pogrom, as a substitute for a trial of Herschel Grynszpan which for various reasons was impracticable. Notes that, otherwise, Jews are seldom mentioned in reports on trials before the Volksgerichtshof. (From the Bibliography of the Vidal Sassoon International Center for the Study of Antisemitism) Der Volksgerichtshof (1934 - 1945) diente nicht in erster Linie der physischen Vernichtung der Angeklagten, sondern war ein Propagandainstrument der Nationalsozialisten. Dies ist das überraschende Ergebnis dieser Analyse der Gerichtsberichterstattung des Völkischen Beobachters. Die Berechnung der Selektionskriterien, die zu einer Berichterstattung führten, zeigen, daß der Öffentlichkeitsarbeit des Volksgerichtshofs zwei zentrale Funktionen zukamen: Bis Kriegsbeginn legitimierte er Maßnahmen des Regimes, von der Internierung der Kommunisten über die Diffamierung von Geistlichen bis hin zu den Judenpogromen, im Krieg selbst schreckte er von jedweder Art der Systemkritik ab. Richten durch'Berichten'war also die Devise. Edmund Lauf. Includes Bibliographical References (p 309-317).
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